Anruf eines jungen Mannes, der im Internet nach den Lorenz Crunchips "Döner mit alles!" gesucht hatte und dabei auf diesen Blogeintrag gestoßen ist. Er hätte gerne welche von den Chips und kann sie nirgends mehr bekommen. Da ich die ja offenbar hätte, würde er gerne gleich einen Karton davon bestellen.
Ich bemühte mich sehr, ihm zu erklären, dass es die seit über vier Jahren schon nicht mehr gibt. Er bedankte sich und sagte resigniert, dass er es dann woanders probieren würde. Schnell lenkte ich ein, dass er damit keinen Erfolg haben dürfte. Die Chips werden nicht mehr hergestellt und darum wird er sie nirgends mehr bekommen. Höchstens mit einem mindestens seit weit über drei Jahre überschrittenen Haltbarkeitsdatum und die drüften dann auch nicht mehr wie gewünscht schmecken.
Er will es jetzt mal so versuchen: Kartoffeln in Scheiben schneiden, Döner-Gewürz drauf und ab in den Backofen. Viel Erfolg.
Ein Mann kam an die Kasse und sprach meine Mitarbeiterin an: "Ich suche den billigsten Tabak, den Sie haben. Also mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
"Den billigsten?", entgegnete Sie? "Wollen Sie jemanden vergiften?"
Ein Kunde stand an der Kasse und wollte einen Einkauf bezahlen. Er hielt sich dabei ständig die Brille fest, die ihm immer wieder wieder von der Nase rutschte. Meine Mitarbeiterin bemerkte irgendwann, dass der linke Bügel der Sehhilfe abgebrochen war.
Der Mann hatte den Blick wohl gesehen und nahm das zum Anlass, die Situation zu erklären. Die Reparatur der Brille würde ihn insgesamt 40 Euro kosten, da er eigentlich auch neue Gläser benötigen würde – aber es gäbe nunmal "wichtigere Dinge", die man von seinem ohnehin knappen Geld bezahlen müsse…
…und stapelte währenddessen für rund 20 Euro Tabak und zwei Flaschen mit Spirituosen auf den Kassentisch.
Ein Kunde kaufte einen Joghurt, der knapp am Haltbarkeitsdatum war. Mein Mitarbeiter an der Kasse machte einen lockeren Spruch dazu, sinngemäß und unter anderem, dass der Joghurt ja deswegen nicht schlecht sei.
Kommentar das Kunden hinterher zu mir: "Ihre Mitarbeiter sind aber unfreundlich."
Kann ich nicht bestätigen. Wir versuchen nur eher deutlich lockerer und aufgeschlossener zu sein, als man es in jedem anderen Supermarkt vorgelebt bekommt.
Die meisten Kunden stapeln die einzukaufenden Waren sorgsam und oftmals auch ordentlich auf das Förderband an der Kasse. Schwere Sachen nach vorne, Flaschen aufrecht (kontraproduktiv, da sie beim Anlaufen des Bandes umfallen können), zerbrechliche Ware nach hinten.
Dann war da noch diese Frau mittleren Alters, die den roten Korb voller Waren auf dem Band stumpf ausgekippt hat.
Eine junge Frau bezahlte einen kleinen Einkauf bei mir an der Kasse. Nachdem ich ihr das Wechselgeld in die Hand gedrückt hatte, fiel die obligatorische Frage: "Brauchen Sie den Kassenbon?"
Ihre Antwort: "Ooooch, joah.... Vielleicht."
Nach kurzer Bedenkzeit tendierte sie dann aber doch dazu, den gedruckten Kassenzettel mitzunehmen.
Fundstück im Laden. Dieser Leergutbon lag einfach in einem der Gänge herum. Die Vermutung, dass es damit nur jemand ins Blog schaffen wollte, liegt zwar nahe – aber mal ehrlich: Die Chance, dass ein Kunde den entdeckt und einsteckt, war deutlich größer. Also wird es wohl doch nur ein Zufall gewesen sein, dass ich da gerade vorbei ging.
Eine Kundin löste den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Schuld war wie so oft ein nicht entsichertes Kosmetik-Produkt, das sie irgendwann mal bei einer bekannten Drogeriekette gekauft hatte. Ist normalerweise gar keine großes Ding, denn meistens sind die Kunden ja froh, wenn wir den Grund für den Alarm finden. Außer bei Bösewichten, aber das ist natürlich eine ganz andere Sache…
Statt aber halbwegs kooperativ zu sein und unsere rein sachlich und ohne böse Hintergedanken (oder überhaupt den Vorwurf, DASS sie was geklaut haben könnte, denn meistens ist das zum Glück nicht der Fall, so dass wir davon pauschal eher gar nicht mehr ausgehen) gestellten Fragen zu beantworten ("Haben Sie Sachen von $DROGERIEKETTE dabei?"), wurde die Frau direkt pampig, laut und hat im Grunde jede Mitarbeit verweigert. Wir würden Sie behandeln wie einen Schwerverbrecher, warf sie uns vor. Ist wohl Ansichtssache, denn wir wollten nur helfen, den Auslöser für ihren Daueralarm zu finden. Dass nicht wir die Ursache für ihr Problem waren, sondern ursprünglich die Drogeriekette, wollte sie überhaupt nicht verstehen. Vermutlich hat sie uns überhaupt nicht zugehört, zumindest war das der Eindruck von meinen Mitarbeitern und mir. In jedem Geschäft, dass eine ADT-Warensicherungsanlage installiert hat (und das sind wahrlich viele), hätte sie damit Alarm ausgelöst und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Behandlung durchaus auch deutlich ruppiger und wesentlich unfreundlicher vonstatten gehen kann, als wir es hier tun.
(Im Markt eines Computer-Filialisten hier in Bremen löste mal ein von mir gekaufter PC Alarm aus. Einer der Mitarbeiter schrie mir von der Kasse hinterher: "Stehenbleiben! Herkommen!" – Das ist unfreundlich.)
Merke: Gehe nicht nach einer durchzechten Nacht mit breitem Kopf einkaufen. Es könnte dir passieren, dass du deine Einkaufstüten, schon zusammengesuchte Ware und ausgestellte Leergutbons irgendwo "nur mal kurz" ablegst und dann nur nach aufwändiger Suche mit den Mitarbeitern wiederfindest.
Ein Kunde kam mit einer im Inneren matschigen Honigmelone in der Hand in den Laden und berichtet, dass er die Frucht am Vortag hier gekauft hat und dass die Melone "wahrscheinlich mal eingefroren" war.
Falls er sie nicht selber zu Hause über Nacht in der Tiefkühlung gelagert hat, war sie mit Sicherheit nicht eingefroren. Meine Gemüseabteilung ist im Allgemeinen relativ frostsicher und daher dürfte die Wahrscheinlichkeit des Einfrierens der Obst- und Gemüse-Auslage eher gegen Null gehen.
Umgetauscht habe ich die Melone natürlich trotzdem. Sie kann ja auch aus anderen Gründen so glasiges Fruchtfleisch gehabt haben…
Meine Kassiererin hat einen Kunden gebeten, die Leergutbons nicht mit Kraft schnell aus dem Automaten zu ziehen, sondern zu warten, bis er gedruckt und abgeschnitten wurde.
Einer der beiden Heranwachsenden, die letzten Samstag Morgen hier herumgestresst haben, ist eben einer der betroffenen Kolleginnen auf der Straße begegnet.
Er hat aufrichtig um Entschuldigung für sich und seinen Kumpel gebeten. Sie waren an dem Morgen angetrunken und die ganze Aktion war den beiden so unendlich peinlich und sie würden sich seit dem nichtmal mehr in den Laden trauen – und das, obwohl sie doch sonst recht häufig hier waren. Die Pöbeleien, die Beleidigungen und das Auftreten der Ladentüren tut ihnen Leid und wenn sie nun noch den Rat meiner Mitarbeiterin beherzigen, hier direkt im Laden bei einer weiteren betroffenen Person (nämlich bei mir) um Entschuldigung zu bitten, würde es mich ernsthaft freuen. Und natürlich dürften sie dann hier auch wieder einkaufen.