Wie schon mehrmals in den letzten Wochen war die
Lagertür wieder einmal zugefallen, weil sich ein Kunde dagegengelehnt hatte, während er darauf wartete, den Leergutrücknahmeautomaten benutzen zu können. Dadurch fällt die Tür zwar noch nicht zu, aber der Ruck beim Weggehen reichte aus, um die mechanische Sperre zu überwinden, mit der die Tür offengehalten wird.
Da ich den Mann diesmal "auf frischer Tat" beobachtet hatte, sprach ihn ich ganz bewusst so freundlich, wie ich nur konnte, an und bat ihn, sich zukünftig nicht mehr gegen die Tür zu lehnen oder zumindest anschließend vorsichtig wegzugehen, damit sie eben nicht mehr zufällt.
Keine Ahnung, was in dem Mann vor sich ging. Er reagierte total angefasst und teilte mir in unfreundlichem und ruppigem Tonfall mit, er habe sich nicht gegen die Tür gelehnt, hätte sie ja nicht annähernd berührt – und stapfte schließlich aufgebracht davon.
Als hätte ich ihm sonstwas Böses unterstellt…
Vor ein paar Tagen bin ich zufällig auf
diesen alten Blogeintrag gestoßen. Da saß ich mit einer Kollegin im Büro und erinnerte mich wieder an die ersten Monate hier im Laden:
Im ersten dreiviertel Jahr hatten wir mit diesen alten Kassen noch manuell kassiert. Alle Artikel im Laden waren ganz klassisch einzeln ausgezeichnet und an diesen alten "Dampfkassen", wie mein ehemaliger Ausbilder die Dinger früher immer genannt hat, hackten wir ausschließlich Preise auf ein paar Warengruppen.
Daraus ergaben sich zwei Dinge: Einerseits entwickelte sich eine gewisse Routine und Fingerfertigkeit auf der Tastatur, so dass es nach einer Weile unglaublich schnell ging, die Artikel zu erfassen. Vor allem ohne auf die Tasten zu gucken. Andererseits kannte man einfach durch diese Arbeit an der Kasse und natürlich vor allem auch die manuelle Preisauszeichnung viel (vielvielviel!) mehr Preise auswendig, als es heute im Zeitalter der Scannerkassen der Fall ist.
Das führte oft dazu, dass die Kunden gerade von ihrem Einkauf das letzte Teil auf das Förderband legten und ich unmittelbar danach daran schon die Summe nennen konnte. Die irritierten Gesichter waren immer wieder großartig. So eine Geschwindigkeit sind mit Scannerkassen definitiv nicht zu schaffen. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich diese Zeiten aber auch auf keinen Fall zurückhaben. Die händische Preisauszeichnung war eine Seuche.
Eine Frau, die wir nicht als Kundin kannten, betrat den Laden. Sie ging direkt zu einer Mitarbeiterin und sagte ihr, dass sie den Chef sprechen wolle. Da unbekannte Anliegen nicht einfach zu mir durchgestellt werden, erkundigte sich meine Angestellte zunächst nach dem Grund für ihren Besuch hier.
Die Frau erzählte, dass sie Krebs hätte und zu irgendwelchen heilenden Quellen in Frankreich reisen wolle und dafür auf Spenden angewiesen sei.
Die Schockbilder auf Zigarettenschachteln werden kommen. Umfragen zufolge wollen sich viele Raucher davon nicht abschrecken lassen und planen zum Teil auch, ihre Schachteln mit Zigarettenhüllen zu tarnen.
Ich rauche nicht. Aber die Schachteln hier im Markt ständig in den Händen halten zu müssen, finde ich jetzt schon fürchterlich.
So, Butter bei die Fische… Am Montag kommt der Chef "unseres" Elektrikers und mit dem werde ich die Planungen für die neue UV im Detail besprechen. ich möchte nämlich, dass die Verteilung so schnell wie möglich gebaut und installiert wird.
Mal weiterkommen. Das zieht sich eh schon alles so lange…
Blick auf das verspiegelte Fenster zu unserem Kassenbüro. Daraus könnte man hervorragend den hinteren Teil des Ladens überblicken, wenn da nicht der große Manitu-Jahreskalender und etliche andere Notizen drankleben würden. Eigentlich sollte da längst ein Brandschutzfenster eingebaut sein. Kommt, wenn wir die Getränkeabteilung renovieren. Dann ist die Wand frei, dann wird das Fenster, das hier schon seit einem Jahr sicher verpackt im Lager steht, seinen Weg in die Wand finden und dann wird alles ordentlich verputzt und gestrichen werden.
Die Planungen sind ja in Arbeit.
Einer der Moschee-Bescher hatte sein Auto so bräsig bei mir auf dem Hof abgestellt, dass es keine Chance mehr gab, an die Laderampe heranzufahren. Also ging ich (wie schon so oft) in den Versammlungsraum meiner Nachbarn und bat darum, dass das Auto weggefahren würde.
Einer der Vorsitzenden warf lachend in die Runde, dass das "
bestimmt ein Ausländer" ist, der da so parkt.
War dann wohl richtig.
Ein Stammkunde rief an und hatte nur eine kurze Frage zum Sortiment. Ich erkannte ihn zwar sofort an der Stimme, aber die Art, wie er sich vorgestellt hatte, funktioniert wohl auch nicht in jedem Laden: "
Hier ist der Michael. Der Kunde mit dem Stock."
Positiv. Identifiziert.
Der
Notausgang in der Wand zum Hof ist nicht mal eben schnell umgesetzt. Auch die Rückseite des Gebäudes gehört zur Fassade, jede Änderung an der Fassade muss allerdings durch die Eigentümergemeinschaft auf einer durch die Hausverwaltung einberufenen Versammlung offiziell abgesegnet werden. Das geht nicht mal eben zwischen Tür und Angel, sondern muss im schlimmsten Fall bis zur nächsten Versammlung Anfang 2017 liegen bleiben. (Natürlich ließe sich eine Sonderversammlung einberufen, aber das ist immer für alle Beteiligten Stress und ich möchte mich hier als Neuling in der Gemeinschaft nicht gleich unbeliebt machen…)
Also wird diese Baustelle wohl noch eine Weile ruhen müssen.
Eigentlich könnte ich ja mal nett sein und sämtlichen Mitarbeitern diese dummen Überstunden erlassen.
Eventuell hat sich das Thema sowieso erledigt, aber trotzdem mache ich mir Gedanken, wie man die neuen Fliesen auf die alten kleben könnte, ohne den Laden schließen zu müssen. Natürlich geht sowas prinzipiell problemlos in einzelnen Etappen – aber man würde eine ca 1,5cm hohe Kante erzeugen, die sich mit einem Blech sicherlich temporär überbrücken ließe, damit Kunden nicht stolpern und Einkaufswagen darüberfahren können. Aber wie wir das hier mit den Wegen für Paletten und Rollbehälter machen können, weiß ich noch nicht.
Sicherlich könnte man theoretisch z.B. erst die Wege und anschließend Stück für Stück die Bereiche neu fliesen, auf denen aktuell die Regale und Kühlmöbel stehen. Allerdings habe ich ganz große Bedenken, dass das dann noch gerade wird. Keinem mir bekannten Fliesenleger traue ich jedenfalls zu, auf 30m Länge mit einigen Abzweigungen absolut präzise im rechten Winkel zu arbeiten.
Aber das nur am Rande. Vielleicht tauschen wir ja wie vor ein paar Tagen schon angesprochen auch nur einzelne Stellen aus.
Wenn ich mit meinem Büro hier intern umziehe und dann ganz, ganz (ganzganz) hinten in den Nebenräumen und nicht mehr in unmittelbarer Nähe zur Verkaufsfläche arbeiten werde, dürfte sich auch die Anzahl der Blogeinträge etwas reduzieren.
Nun nicht erheblich, sondern wirklich nur etwas, aber wie viele Gesprächsfetzen, die durch die geöffneten Türen hier im Büro zu hören waren, habe ich schon im Laufe Zeit schon aufgeschnappt und gleich hier festgehalten?