Eine Kundin wollte von mir wissen, ob wir denn auch Bio-Zitronen im Sortiment hätten. Das war natürlich einfach zu beantworten, vor allem da ich seit einigen Monaten schon gar keine Zitronen mehr aus konventionellem Anbau in der Gemüseabteilung liegen habe. Ich antwortete ihr wahrheitsgemäß:
Die liegen da genau hinter Ihnen.
Ich suche aber Bio-Zitronen.
Ja, das sind welche. In Netzen und lose.
Da steht aber nichts auf dem Schild.
Sind aber welche.
Sie können mir ja viel erzählen.
Ich habe mir dann gespart, ihr zu erklären, dass ich die Schilder sowieso selber drucke und auch die Bio-Angabe auf dem Schild von mir stammt. Aber zum Glück ließen sich dann noch auf einigen Zitronen die kleinen Markenaufkleber (inkl. Bio-Hinweis) finden.
Wieso halten einen eigentlich alle für den Märchenonkel? Ich verbringe doch nicht meine Zeit hier zum einzigen Zweck, Leuten irgendwelche Lügengeschichten zu erzählen?!
Überraschung: Vor dem Leergutautomaten bildete sich eine große, braune Pfütze.
Das Wasser Die Flüssigkeit quoll unter der Wand neben dem Automaten hervor. Warum zum..?
Des Rätsels Lösung: Ein Kunde hatte eine große Menge (ca. 2 blaue Säcke voll) Einwegflaschen in den Automaten gesteckt. Teilweise war auf der Videoaufzeichnung zu erkennen, dass da noch deutlich sichtbare Reste in den Flaschen hin und her schwappten. Aufgrund der Toleranz nimmt der Automat diese trotzdem an – und im Cruncher passiert der Rest. Ergo: Ein riesiger See aus Limoresten hatte sich unter dem Automaten gebildet und Teile davon liefen schließlich unter der Trockenbauwand hindurch.
Den Anblick von der anderen Seite erspare ich euch.
Mit ziemlicher Regelmäßigkeit kamen fast jeden Morgen drei relativ kaputte Typen hier in den Laden. Sie gaben Leergut ab, holten Biernachschub und waren eigentlich ganz friedlich dabei. Und trotzdem hatte ich immer so ein sonderbares Gefühl bei denen. Dieses komische Kribbeln in den Fingerspitzen, mit dem ich schon so oft richtig lag.
Meistens habe ich sie nicht oder nur viel zu spät gesehen, heute liefen sie mir zufälligerweise direkt über den Weg, als die den Laden betraten. Natürlich ging ich sofort ins Büro und positionierte mich vor den Monitoren der Videoüberwachungsanlage. Ich sollte nicht enttäuscht werden, denn einer der drei Typen ging direkt zum Regal mit den Bierdosen und schon verschwand eine von den Dosen in seiner Jacke. Ach, wer hätte das gedacht? Ich und meine Ahnungen…
Die Konsequenz war ein gepfleger Rauswurf inklusive Hausverbot für die komplette Truppe. Mit denen brauche ich mich jedenfalls nicht mehr herumzuärgern.
Warum muss man einem Kunden
fünf mal erklären, dass eine bestimmte Flaschensorte
kein Pfand hat, sondern lediglich ein Fall für den Altglascontainer ist?
Und warum bleibt das Gefühl, dass der Kunde, der die Flasche wieder mitgenommen hat, nicht nur mir nicht geglaubt sondern mich stattdessen auch für unfähig oder unwillig gehalten hat?
Alexander hatte eine Frage:
http://www.nurbilder.com/bild_34992.html
Mich würde interessieren; Wie wird so ein Schaden eigentlich verbucht!? Gibt es für so etwas eine Versicherung oder wird das einfach "abgeschrieben"!?
Kommt auf den Verursacher an. Wenn man Glück hat, findet man jemanden der dafür geradesteht. Oder zumindest dessen Versicherung.
Solche Schäden bezahlt nur einer: Ich.
Leider reichte unser Container nicht für den kompletten Schutt, der beim Abbruch der drei Boxen entstanden ist. Einen Wasserbahälter mit ca. einem Kubikmeter Inhalt, den ich mit der Halle bekommen hatte, bekamen wir noch mit Schutt voll und etliche Ytong-Steine, die auch für eine der Wände benutzt wurden, stapelten wir auf eine Europalette.
Diese Sammlung steht nun erstmal hinter der Halle und wartet auf die nächstmögliche Gelegenheit zur Entsorgung:
Ein Stoßseufzer nach solchen Dialogen:
Chef, wir haben keine Handtuchrollen mehr.
Ich weiß. Es ist toll, wenn ihr mir sowas erst dann sagt, wenn die letzte Rolle verbraucht ist.
Ich hatte Ines am Freitag gesagt, dass das die letzte ist.
Ja, genau. Freitag. Nur für Bestellung und Lieferung braucht es auch ein paar Tage. Also sagt bitte nächstes Mal rechtzeitig Bescheid!
Handtuchrollen, Bonrollen, Tüten usw. Immer das selbe Spiel…
Die beiden Schülerinnen sind gerade hier und drehen die für ihren
Film benötigten Szenen.
Es geht dabei um einen Lebensmittelskandal.
Hätte ich meinen Laden dafür doch nicht hergeben sollen?
Ach, egal, ist ja für die Kunst.
Ich zitiere mal eben
fairtrade-deutschland.de:
Am 20. April 2012 fällt der Startschuss für die weltweite Aktion „Fairtrade-Frühstück“. Bis zum 20. Mai 2012 ruft TransFair engagierte Privatpersonen, Aktionsgruppen, Kirchengemeinden, Schulen, Unternehmen, Handel und Gastronomie in ganz Deutschland dazu auf, Frühstücke mit Fairtrade-Produkten zu organisieren. Gemeinsam möchten wir ein Zeichen für mehr Fairen Handel setzen.
Hierfür laden wir Sie herzlich ein, zwischen dem 20. April und dem 20. Mai 2012 ein Frühstück mit Fairtrade-Produkten zu veranstalten. Machen Sie mit!
Alle Informationen sowie Aktionsideen und Rezeptvorschläge zum „Fairtrade-Frühstück“ stellen wir Ihnen in Kürze hier zur Verfügung.
Dazu gibt es auch ein kleines
Gewinnspiel.
Schilder-Update.
Eigentlich könnte ich tatsächlich mal die Idee eines Kollegen aufgreifen und einem gewissen anderen Kollegen einen Grundkurs in
Open Office Writer verpassen.
Nicht toll, aber besser als nichts.
Gilt übrigens auch für das "
Beck's Asia".
Viktor musste an der Alarmanlage noch etwas umprogrammieren. Das geht via USB-Kabel über das Netbook sehr bequem. Da das Display vom EEE zu klein ist für die Software mit den festen Fenstergrößen, haben wir unseren 26-zoeller an den Winzrechner geklemmt. Sieht zwar komisch aus, ist aber sehr praktisch.
Beim Gang durch den Laden fiel mir an einer eher versteckten Ecke ein leerer roter "SPAR"-Einkaufskorb auf, der vor knapp zwei Stunden noch nicht dort stand. Natürlich hätte ihn auch einfach so jemand dort abstellen können, aber man hat ja schon einige Erfahrung mit den Verhaltensmustern bestimmter Leute gemacht und so erlaubte es sich mein Adrenalinspiegel wie der Expressaufzug eines Wolkenkratzers nach oben zu schnellen.
Nicht weniger schnell war ich im Büro und platzierte mich vor den Monitoren der Videoüberwachungsanlage. Wenn auch jetzt schon alles zu spät wäre, würde ich doch wenigstens noch wissen wollen, wer dort was geklaut hat. Vielleicht jemand, den man als Kunden kennt und den man dann gegebenenfalls bei seinem nächsten Besuch auf die Tat anprechen könnte. Ich ließ mich überraschen und suchte im schnellen Rückwärtslauf die Stelle im Video, an der der Korb vom Bild verschwand. Stopp, langsam vor: Eine Kundin stellte den leeren Korb dort ab. Aber warum? Ich sah mir die Vorgeschichte an:
Eine junge Frau betrat mit einem großen Trolley, einer rollbaren Eikaufstasche, den Laden. Auf den Trolley stellte sie einen der roten Einkaufskörbe, den sie nach und nach mit Ware aus meinem Laden füllte. Plötzlich nahm sie den Korb hoch, öffnete den Trolley und füllte den Inhalt um. Tasche wieder zu, Korb obendrauf und wieder wurde er mit den unterschiedlichsten Waren gefüllt. Das Spielchen wiederholte sich mehrmals und schließlich stellte sie den leeren Korb vor das Regal, wo ich ihn dann fand.
Fassungslos schüttelte ich den Kopf. Die hat doch nicht wirklich einen kompletten Trolley voller Waren hier rausgeschoben? Haben wir ja schon alles erlebt, aber alltäglich ist das ja selbst hier nicht.
Umso erstaunter war ich, als die
Kundin an der Kasse den gesamten Inhalt des Wagens auf das Förderband stapelte und schließlich bezahlte.
Mal ehrlich: Auffälliger kann man nicht einkaufen.
Kam gerade per E-Mail:
Hallo,
momentan bin ich Schülerin der Fachoberschule […] und wir haben die Aufgabe, einen Kurzfilm zu drehen.
Für meinen Kurzfilm würde ich gerne ein paar Szenen in einem Supermarkt drehen.
Bislang habe ich von den Märkten in meiner Umgebung leider nur Antworten wie "Eher nicht. Und wenn müsste das erst die Regionalleitung in Timbuktu erlauben." bekommen und wollte euch fragen ob das bei euch möglich wäre?
"Eher nicht" und die ständigen Nachfragen bei irgendwelchen Vor(vor, vor, vor)gesetzten sind es, die Leute immer wieder zu mir bringen, wenn für irgendwelche Aktionen ein Supermarkt benötigt wird. Hier in der Gastfeldstraße ist schon so viel (positiver) Quatsch entstanden, für den sich andere Läden niemals hergeben würden. Ich find's toll und natürlich darf sie hier mit der Kamera herkommen.
Nach längerer Zeit mal wieder eine Meldung zu den Statistiken des Leergutautomaten: Mittlerweile hat das Gerät weit über
drei Millionen "Flaschen" (Glas, PET, aber auch Dosen) angenommen.