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6,5 Monate warten ("Auf Dauer teuer 2")

Vor knapp einem Jahr berichtete ich von einem Kunden, der sich hier hin und wieder 50 Euro zum Einkaufen auslieh und dafür als Pfand seinen Ausweis hinterlegte.

Mit Krediten jeglicher Art ist hier jetzt Schluss. Zuletzt hatte sich dieser Kunde am 10. August 2009 Geld geliehen. Heute kam ein Bekannter von ihm, der seine Schulden (Inkl. Trinkgeld) beglichen hat.

6,5 Monate durfte ich auf mein Geld warten...

Mal wieder Jogurtgläser und das Pfand

Ein älteres Paar kaufte unter anderem etliche Gläser Jogurt. Die Gläser stammten komplett aus der Restekiste bei uns im Kühlregal und waren dementsprechend mit roten Sonderpreisetiketten und entsprechender Preisreduzierung ausgezeichnet.

Meine Mitarbeiterin an der Kasse buchte die Artikel natürlich richtig: Den aufgedruckten Sonderpreis auf die Warengruppe Lebensmittel und pro Glas gleich noch 15 Cent auf die Warengruppe Pfand hinterher.

Nach dem Einkauf kontrollierte die Kundin den Kassenbon. Gemeinsam kamen sie zu meiner Mitarbeiterin zurück und reklamierten, dass von ihr bei jedem Artikel 15 Cent zu viel berechnet wurden.

Sie fielen aus allen Wolken, als sie erfuhren, dass die Gläser bepfandet sind. Und gaben zu, dass sie die leeren Jogurtgläser in der Vergangenheit immer in den Altglascontainer geworfen haben. Vielleicht hat die beiden zumindest etwas getröstet, dass sie durchaus nicht die einzigen waren, die so gedacht haben.

Weggeworfene Jogurtgläser

Ich beobachtete zufällig, wie eine ältere Kundin ein leeres Jogurt-Pfandglas falsch herum in den Leergutautomaten steckte und es schließlich in den Müll war, nachdem die Maschine die Annahme verweigerte.

"Oh, das würde ich jetzt aber nicht wegwerfen." sagte ich zur ihr. "Da sind immerhin 15 Cent Pfand drauf. Sie müssen das Glas nur mit dem Boden voran in den Automaten legen."

Die Frau fiel aus allen Wolken: "Da ist Pfand drauf? Ich habe die immer weggeworfen. Das hier hatte ich nur versehentlich mit in die Tasche zu meinen Seltersflaschen gestellt."

Pfand(los)sammelsurien

Immer und immer wieder können wir hier beobachten, wie Kunden versuchen, den Inhalt kompletter Taschen voller leerer Verpackungen im Leergutautomaten zu versenken. Außer bepfandeten Getränkeverpackungen befinden sich regelmäßig auch Einweg-Saftflaschen, importierte Flaschen und Dosen und auch Konservengläser darunter.

Wenn ich sowas sehe, flammt in mir immer wieder ein und die selbe Überlegung auf: Hoffen die Leute einfach nur, dass der Leergutautomat die wertlosen Sachen irgendwie versilbert – oder sind tatsächlich so viele Leute mit den Pfandregelungen und der Unterscheidung zwischen bepfandeten und unbepfandeten Verpackungen überfordert?

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Die vielen Coca-Cola-Einweg-Glasflaschen aus der Zeit vor dem Einwegpfand hat der Kunde wiedergefunden, als er seinen Keller ausgemistet hat. Die Flaschen gibt es mittlerweile schon seit einigen Jahren nicht mehr auf dem Markt, die aufgedruckten Haltbarkeitsdaten hatten allesamt gemeinsam, dass sie auf 2002 endeten.

Er trug es aber zum Glück mit Fassung, das ich ihm dafür kein Pfand auszahlen konnte. :-)

Muss irgendwie gehen!

Nein, liebe Kunden, für eine pfandfreie Flasche wird ein Leergutautomat auch dann kein Pfand auszahlen, wenn man die Flasche nach mehreren Versuchen schließlich mit Gewalt in das Gerät feuert.

Aber wem erzählt man das... :-|

Erlebnisse bei ALDI

Seth hat zwei Fragen zu einem Einkauf bei ALDI:
Ich habe kürzlich einen etwas bizarren Einkauf bei Aldi erlebt. Ich hatte einen Pfandbon über €1,75. Da ich nur wenig eingekauft hatte, merkte ich an der Kasse sofort, dass mein Pfandbetrag ordnungsgemäß von meinem Gesamtbetrag abgezogen wurde.
Etwas stutzig wurde ich, als ich sah, dass die Kassiererin erst -nach- meinem Kassiervorgang den Pfandbon eingescannt hat. Ich habe dann auf meinen Bon geguckt, und gesehen, dass der Pfandbetrag zwar von meinem Einkauf abgezogen war, aber nicht als Pfand sondern als "Gegeben bar". Die gute Dame hatte also einfach so getan, als hätte ich 1,75 in bar gezahlt.

Jetzt frage ich mich: Betreibt die da Pfandbetrug und steckt die 1,75 in ihre eigene Tasche, oder kann da was anderes dahinterstecken?
Es könnte natürlich sein, dass die gute Frau da ihren Arbeitgeber beklaut. Allerdings würden ihr auf diese Weise dennoch das Geld in ihrer Abrechnung fehlen (mit dem Unterschied, dass die Anzahl ihrer Leergutbelege trotz der Schummelei stimmt). Das kann man "mal" machen. Aber wenn sie die Kassendifferenzen häufen, sind irgendwann Abmahnungen und evtl. die Kündigung die Konsequenz. Aber so weit denken manche Leute nicht, wenn sie ihren Arbeitgeber um ein paar Euro beklauen...

Ich würde vermuten, dass die Kassiererin aus Gewohnheit den Betrag über die "BAR"-Taste gebucht hat. Passiert hier nämlich auch hin und wieder. Dem Kunden kann's egal sein, sein zu zahlender Betrag verringert sich ja auf jeden Fall.
Damit die Kasse hinterher wieder stimmt, bucht die Kassiererin noch den Pfandbon. Das Geld muss natürlich dann im Kasseneinsatz bleiben, da es ja schon bei dem Kunden verrechnet wurde.
Damit war aber noch nicht genug. Beim Rausgehen fiel mir ein Plakat auf mit folgendem Text: "An den langen Samstagen vor Weihnachten hat diese Verkaufstelle wie folgt geöffnet:" (Dann kamen die Samstage, an denen der Markt aber genau so lange geöffnet hat wie an jedem Samstag, nämlich von 7-20h). "LANGE SAMSTAGE"? Gibt es die noch? Ich glaube dieser Aldi lebt hinter'm Mond. Wenn ich es recht erinnere, wurden hier in Berlin die langen Samstage spätestens abgeschafft, als Samstags auch bis 20h geöffnet sein durfte, und das war doch schon VOR JAHREN! Was können die mit "langen Samstagen" gemeint haben? Hängen diese Plakate in ganz Deutschland?
Keine Ahnung, aber vorstellbar. Da wird bei den Filialbetrieben ein Plakat gedruckt und dann an alle Filialen verteilt. In solchen Fällen wirkt es dann natürlich etwas grotesk.

Hat kein Pfand!

Zufällig bekam ich mit, wie ein Kunde eine leere Getränkedose in den Leergutautomaten stecken wollte, dieser jedoch die Annahme mehrfach konsequent verweigerte.
Wie immer in solchen Situationen griff ich ein, um dem Kunden zu helfen. Mit geschultem Auge erkannte ich sofort, dass die Dose aus Timbuktu Weitaweg einem Land kam, dessen Sprache ich nicht nur nicht verstand, sondern die ich nicht einmal auf den ersten Blick identifizieren konnte. Auf jeden Fall war die Büchse nicht bepfandet und das sagte ich ihm auch. Er bedankte sich und warf sie in den Mülleimer.


...aus dem er sie fünfzehn Sekunden später wieder herausangelte und noch dreimal versuchte, sie dem Automaten unterzuschieben, bevor er sie endgültig im Müll verschwinden ließ.

Links XLVIII

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Frage zum Einwegpfand

Oliver hat eine Frage:
Ich habe für eine Party beim Getränkegroßhandel zwei Sixpacks Mineralwasser einer Billigmarke gekauft (also sechs eingeschweisste 1,5 L-Flaschen). Schon beim Aufreißen der Plastikfolie gingen die Etiketten der meisten Flaschen mit ab, weil sie nicht besonders fest aufgeklebt waren.

Als ich die leeren Flaschen in den Pfandautomaten in meinem Supermarkt steckte, wurden sie nicht akzeptiert. Ich dachte erst, es wären doch keine Pfandflaschen, dann hab ich das Logo gesehen und gedacht, dass der Supermarkt sie vielleicht nur nicht annimmt. Dann wurde aber doch eine akzeptiert und ich habe das Problem erkannt: mit den Etiketten ist natürlich auch der Strichcode weg, die Flaschen sind sozusagen "nackt".
Muss ich jetzt auf 25 Cent Pfand pro Flasche verzichten, weil der Hersteller die Etiketten so schlampig anbringt? Soll ich die aus dem Altpapier rausfischen und neu aufkleben? Hab ich nicht auch ohne Etikett Anspruch auf das Pfand? Wenn ja, dann nur in dem Großhandel der sie verkauft hat, oder auch in anderen Märkten?
Ja und nein und ja und nein.

Einerseits sind die Händler verpflichtet, Einweggebinde auch dann zurückzunehmen, wenn das Pfandlogo nicht mehr zu identifizieren ist.

Andererseits kann man als Händler nicht jede Einwegflasche ohne Pfandlogo zurücknehmen, denn das würde einen auf Dauer ruinieren, da einem niemand das Pfandgeld erstattet.

Ich habe mich hier für den goldenen Mittelweg entschieden: Fehlt das Etikett gänzlich oder ist auf Gebinden, die importiert wurden oder nicht für den regulären Handel gedacht waren, kein Pfandlogo aufgedruckt, nehme ich die Flaschen und Dosen nicht an. Ist aber noch eindeutig zu erkennen, dass das Gebinde ein DPG-Pfandlogo hat(te), ist das kein Problem. Dann ist es mir auch egal, ob die Flasche oder Dose hier oder woanders gekauft wurde.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass sich das Verhalten der Kunden durch den Leergutautomaten gewandelt hat. Wenn der Automat eine Flasche verweigert, fragen viele Kunden erst gar nicht mehr, sondern entsorgen das Leergut direkt im Mülleimer. Erleben wir (leider) tagtäglich.

Um die Frage von Oliver zu beantworten: Es wäre wahrscheinlich deutlich einfacher und diskussionsfreier, wenn er die Etiketten aus dem Altpapier wieder raussuchte und wieder auf die PET-Flaschen klebt.

Flaschen-Gigantomanie

Vor ein paar Tagen wollte ein Kunde eine leere PET-Bierflasche abgeben. Pfand gab es allerdings dafür nicht, denn die 2-Liter-Flasche kam aus Bulgarien. Recht beeindruckendes Fläschchen:



In den paar Tagen, die sie hier im Büro stand, kam eine Mail von Blogleser Frank-Christian:
Hast Du schon mal Bier in 1.6 l Flaschen gesehen? Ich schon - jüngst bei einer Ostpreußenreise in Königsberg im Einkaufszentrum gegenüber vom Hotel Kaliningrad. Beweisfoto ist anbei. Im roten Feld oben links steht übrigens "Das Bier Nr. 1 in Deutschland". Na ja. Wenn sie meinen...

Das ist aber noch nicht die Spitze. In einem Kiosk in Tapiau hatten sie auch Bier in 2.5 l Flaschen - zu 6'er Gebinden eingepackt wie hierzulande das Mineralwasser beim Discounter.
Wow, Oettinger im 1,6-Liter-Gebinde. Der Traum aller, die hier ganztätig hinter einem Kiosk an einem nahegelegenen See sitzen und von denen hier wahrscheinlich mittlerweile mindestens jeder zweite Hausverbot hat.



Und ausgerechnet heute haben wir folgende Flasche bekommen: 1,5l-Glasflasche, die vermutlich normalerweise als Magnumflasche mit Sekt befüllt wird. Der Inhalt: Heineken. Die erste Bierflasche, die ich sogar verschenken würde. :-)


Pfand nur gegen Namen und Adresse

Den Hinweis auf diesen Blogeintrag von Udo Vetter habe ich heute gleich mehrfach via E-Mail bekommen:
Aus dem E-Mail-Eingang:
Heute war ich in einem Getränkemarkt und musste für eine Barauszahlung von 19 € meine Adresse + Name angeben. Keine AGB, nichts. Einfach auf die Rückseite des Bons. Es wäre bei jeder Auszahlung von 10 € normal.

Ich will dafür meine Adresse nicht angeben. Das find ich wirklich sehr bedenklich. Bin ich dazu verpflichtet?
Verpflichtet sicherlich nicht; und außerdem – wie auch schon in den Kommentaren im Lawblog geschrieben – könnte man dort auch x-beliebige Daten angeben.

Dazu gibt es für mich nur eine Erklärung: Belegbarkeit hoher Auszahlungen gegenüber des Finanzamtes. Oder als Nachweis gegenüber Vorgesetzten, dass das Geld nicht in der Tasche des Mitarbeiters gelandet ist.

Immerhin wird mit Leergut direkt Bargeld aus der Kasse entnommen – was ja nun in der Vergangenheit (und leider mehrmals auch schon bei mir) oft genug Leute dazu verleitet hat, sich hemmungslos aus der Kasse zu bedienen.

Bei mir im Laden werde ich sowas jedenfalls nicht einführen. Ich als Kunde empfände das nämlich als ausgesprochen lästig. Und selbst wenn ich nur falsche Daten aufschreiben würde, hätte ich zumindest den Zeitaufwand für die Schreiberei...

Frage zu ESL-Milch

Blogleser Jan hat eine Frage zu ESL-Milch:
Hallo Björn,

vielleicht ein Thema für dein Blog: Du hast schon öfter Artikel zum Thema ESL-Milch (Extended Shelf Life) verlinkt. Wie stehst du selber dazu? Verkaufst du sie in deinem Markt auch oder ausschließlich? Mich ärgert es ein wenig, dass es immer schwieriger wird, an „normale“ Milch zu kommen.

Kaufland, wo ich immer kaufe, hat neuerdings als einzige Nicht-ESL-Milch die von Weihenstephan in Flaschen für stolze 1,09 Euro plus Pfand. Weil ich den Geschmack von ESL-Milch einfach nicht mag, werde ich wohl künftig nur wegen der Milch zu Rewe gehen. Mich würde mal interessieren, ob ich mit dieser Meinung alleine stehe oder ob auch andere Verbraucher so denken.
Ich trinke zu wenig Milch um den Geschmack ernsthaft unterscheiden zu können. (Dafür kann ich in einer Blindverkostung sogar Coca-Cola von zwei verschiedenen Abfüllstationen unterscheiden. Ist doch auch was...)

Fakt ist, dass ein großer Teil (der größte?) der Frischmilch über die Handelsmarken abgesetzt wird. Die Handelsketten wollen natürlich die ESL-Milch, da sie – wie der Name ja auch schon sagt – länger hält, wodurch vor allem Verluste durch abgelaufene Ware geringer werden.
Die meisten Verbraucher freuen sich über das längere Haltbarkeitsdatum. schmecken keinen Unterschied und kaufen die Milch. Diejenigen, die echte Frischmilch kaufen wollen, werden ignoriert. Sie fallen in der Masse auch nicht weiter auf.

Ob ich aber ausgerechnet die Frischmilch von Weihenstephan kaufen würde, weiß ich nicht. Da würde es sich besser anbieten, einen regionalen (Bio-)Bauern zu unterstützen.

Merkwürdiges am Abend

Ein Mann sprach mich gerade im Laden an. Vor zwei Wochen hätte er hier nachts eingekauft und da Kartenzahlung nicht möglich gewesen sei, hätte er seinen Ausweis als Pfand hinterlassen. Seit dem würden ständig irgendwelche Summen mit dem Verwendungszweck "SPAR-Markt" von seinem Konto abgebucht werden. Er würde aber morgen zu seiner Bank gehen und auch zur Polizei, um Anzeige zu erstatten.

Sehr merkwürdig, denn:

1. Ausweis statt Geld machen wir normalerweise nicht.

2. Wenn Punkt 1, dann wüsste ich oder einer meiner Vertreter das.

3. ELV geht bei mir schonmal gar nicht.

4. Wären mir die Zahlungen auch sicher auf dem Konto aufgefallen.

Ich gebe zu, ich wüsste zu gerne, was das wohl sollte. Ist da wirklich irgendetwas schiefgelaufen und der Mann hat nur die Läden verwechselt? Oder war das nur eine finstere "Masche" für irgendeine Dubiosität? Allerdings komme ich einfach nicht dahinter, wie das hätte funktionieren sollen. Irgendwelche Ideen?