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Flaschentrümmer

"Flaschentransport" stand auf dem Display. Die Meldung signalisiert normalerweise, dass irgendein Gebinde aus irgendeinem Grund im Automaten liegengeblieben ist. "Nicht schon wieder", dachte ich noch, guckte in den Automaten und sah im Grunde nichts - bis auf ein großes Bruchstück einer Flasche, das dort auf dem Förderband genau in einer Lichtschranke lag. Ich versuchte, die Situation mit einem Lachen zu überbrücken und wunderte mich zusammen mit dem wartenden Kunden: "Wie mag das dort hingekommen sein?"

Teil entfernt, Reset-Taste Bon-Taste gedrückt und ... Pieppiep!

Der Leergutautomat war wieder am meckern: Probleme mit dem "Ausschieber" meldete er diesmal auf dem Display, ein untrügliches Zeichen dafür, dass irgendetwas mit der Einheit, die die Flaschen auf den Tisch stellt, nicht stimmt. Ich sah nach und auch dort hatten sich große Flaschenstücke verteilt und blockierten die Mechanik. Das konnte nicht funktionieren und, auch wenn der wartende Kunde schon die Augen verdrehte, der Automat hatte nicht die geringste Schuld an dieser Störung. Da muss jemand unmittelbar zuvor eine Flasche hineingelegt haben, die nur noch durch das aufgeklebte Etikett zusammengehalten wurde. Alleine die Tatsache, dass schon im Annahmewerk des Automaten ein Flaschenfragment lag, weist schon sehr deutlich darauf hin. Der Bruch im hinteren Teil des Automaten war dann nur noch eine logische Folge...


Countdown

"Romys" Leergutautomat, der in rund zwei Wochen geliefert wird, muss bei einer Clearingstelle angemeldet werden. Dies ist notwendig, damit die angenommenen und entwerteten Einweggebinde mir auch gutgeschrieben werden.

Ich rief also beim Verwerter an, um die Anmeldeformulare anzufordern. "Kein Problem", sagte die Dame am Telefon. "Ich faxe Ihnen die zehn Seiten gleich rüber." Sie nahm meine Faxnummer entgegen, wollte kurz noch für die Konditionen wissen, über welche Großhandlung ich abrechne und wollte das Gespräch gerade beenden: "Gut, die neun Seiten kommen dann gleich zu Ihnen.
Da fiel ihr ein, dass sie noch mehr wissen musste und nachdem auch das geklärt war sagte Sie: "Dann füllen Sie die acht Seiten bitte aus faxen sie wieder an uns zurück."

Da konnte ich nicht mehr und musste loslachen: "Wir können gerne noch weitertelefonieren. Wenn das noch weniger Blätter werden, habe ich weniger Arbeit. Erst waren es zehn, dann neun und nun nur noch acht Seiten, die Sie mir zuschicken wollen."

Auf sieben ließ sich der Stapel leider nicht mehr verringern. :-)

Zerstörte Illusion

Ein Stammkunde stellte fest: "Euer Leergutautomat ist aber freundlich. Da steht ja sogar auf den Bons 'Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag.'"

Ich sagte ihm, dass dies der Standardtext ist, den einer der Programmierer des Automatens dort mal untergebracht hat.

Der Kunde hat die Wahrheit verkraftet, denke ich. :-)

Gebastel am Leergutautomaten

Dass am Samstag Abend der Leergutautomat ausgefallen war, wollte ich gar nicht ausdrücklich erwähnen, allerdings war es für einen Blogeintrag notwendig. Montag Vormittag war ein Techniker da, der den Schaden behob - und nun, man soll es nicht glauben, ist der Automat schon wieder außer Betrieb. Und zwar mit der selben Fehlermeldung: "Flaschenstopper?"
Der Flaschenstopper ist ein mechanisches Bauteil, dass am Ende des Annahmewerkes dafür sorgt, dass der Kunde die Flasche nicht zu weit hineinschieben kann. Nachdem ein Gebinde erkannt worden ist, senkt sich der Stopper über eine durch einen Getriebemotor angetriebene Exzenterscheibe und schnellt, nachdem die Flasche abtransportiert wurde, wieder in die Höhe.

Da ich nicht mehr daran geglaubt habe, dass heute noch ein Monteur kommt, habe ich einfach (mal wieder) selber Hand angelegt und den Automaten zerlegt:



So sieht der Automat aus, wenn die Front geöffnet ist:



Um an das Annahmewerk zu gelangen, muss man eine weitere Klappe öffnen. Dies geschieht ganz einfach, in dem man eine Rädelschraube entfernt:



Das gesamte Annahmewerk kann man zur Warten und zur leichteren Montage auf einem Schienensystem aus dem Automaten ziehen. Die notwendigen Kabel laufen in einer flexiblen Schiene und sind mit Steckkontakten leicht zu trennen.



Nach dem Lösen von vier kleinen Schrauben, kann man das gesamte Annahmewerk aus dem Automaten ziehen. Nun klafft ein riesiges Loch im Leergutautomaten... Die weiße Platte an der linken Wand ist eine Lampe, die für gleichmäßige, vollflächige Beleuchtung sorgt.



Hier ist das Annahmewerk.



Die Exzenterscheibe drückt den Flaschenstopper (oben rechts im Bild) nach oben. Das Ding sieht zwar schmuddelig aus, aber das ist nur zum (im wahrsten Sinne des Wortes) reibungslosen Betrieb notwendiges Fett. Viel problematischer ist die kleine Schraube, die sich irgendwo oberhalb des Exzenters gelöst haben muss...



...und nun die ganze Mechanik blockiert. Welche Kraft der Motor hat, sieht man sehr deutlich an den Riefen, die die Schraube in das Blech gefräst hat.

Die Schraube ließ sich problemlos mit einer Zange entfernen, doch leider war's schon zu spät: Durch die Blockade wurde vermutlich das Getriebe zerstört. Der Motor jault zwar auf, scheint aber im Leerlauf zu drehen. Also muss ich nun doch darauf warten, dass ein Monteur kommt.



Scheiße. :-(

Dauert ihm zu lange

Dass der Leergutautomat am Samstag Abend seinen Dienst quittiert hat, ist ja kaum eine Meldung wert und wäre auch von mir ja auch nichtmal mehr erwähnt worden, wenn nicht gerade folgendes passiert wäre:

Ein Kunde stand vor dem Automaten, der das Flaschen hineinschieben mit einem trostlosen "Piep, piep!" quittierte. Ich ging hin, nahm dem Kunden die Tüte ab und begann, den Inhalt manuell wegzusortieren.

Nachdem ich ein paar Flaschen weggeräumt hatte, entriss mir der Kunde die Tüte und stellte sie in seinen Einkaufswagen. "Die nehme ich wieder mit. Das dauert mir so viel zu lange", sagte er! Und: "Außerdem ist mir das viel zu riskant so. Da sind alle möglichen Flaschensorten durcheinander drin und das kommen Sie viel zu leicht durcheinander."

Ich habe keine Idee, was los war. Auf jeden Fall hat der Mann auch schon Leergut hier abgegeben, bevor wir den Automaten hatten und ich glaube, ich (und jeder andere erfahrene Leergutannehmer) ist um Längen schneller, als der schnellste existierend Leergutautomat. Und die Fehlerquote ist bei mir auch besser... :-)

Piepsmaus

Ich meldete mich wie gewohnt am Telefon. Der Leergutautomat (Der übrigens seit Montag hervorragend funktioniert! Lob muss ja auch mal sein!) klapperte zwar im Hintergrund, aber normalerweise verstehe ich meine Anrufer schon.

Obwohl ich schon auf dem Weg ins leise Büro war, verstand ich die Frau am anderen Ende der Leitung kaum. Sie sprach nicht nur sehr leise, sondern ihr gesamter Tonfall wirkte extrem schüchtern. Den Geschäftsführer hätte sie gerne mal gesprochen.
Ich gab mich zu erkennen und sie erzählte mir, dass die Firma, für die sie arbeitet, ein Konzept entwickelt hätte, mit dem Firmen viel Geld sparen könnten und dass ihr Chef gerne mal zu einem kostenlosen Beratungsgespräch zu mir kommen würde.

Ein paar Bedenken hatte ich schon, einfach abzulehnen. Nicht, weil ich fürchtete, dass mir etwas entgehen könnte, sondern tatsächlich deshalb, weil mir die Anruferin beinahe schon Leid tat. Ich stellte mir vor, dass sie nun all ihren Mut zusammengenommen hat um den bösen Björn aus Bremen anzurufen und dann bekommt sie auch noch ohne lange Diskussion eine Abfuhr...

Ich lehnte übrigens deshalb ab, weil ein "kostenloses Gespräch vom Chef persönlich" ganz bestimmt nicht umsonst ist.

Crunch, Klirr, Brösel

Klingt echt beeindruckend, wenn der Leergutautomat drei Glasflaschen hintereinander in den Cruncher für die Einweggebinde befördert.

Naja, mehr als ständig melden, dass er es tut, kann ich auch nicht. Wenn die Maschine irgendwann ihren Dienst quittiert, werde ich mir den sprichwörtlichen Schuh jedenfalls nicht anziehen. :-|

Umetikettiert

Unser Leergutautomat leidet zwar manchmal noch an Mumps Windpocken Masern seinen Kinderkrankheiten, aber diese Bastelei eines Kunden wollte er dann doch nicht annehmen.

Das Etikett einer PET-Mehrwegflasche abzustreifen und über eine ausgediente und möglicherweise pfandfreie Einwegflasche zu stülpen, bringt nämlich noch lange nicht den erhofften Geldsegen... (Allerdings sieht die Flasche so aus wie eine 1,25l-Einwegflasche Coca-Cola. Vielleicht war das Etikett beschädigt oder verloren gegangen.)


Ausgetrickst...

...nur: Wer wen?

Der Leergutautomat nimmt zwar weder volle Getränkisten noch leere Rahmen gänzlich ohne Flaschen an, aber immer wieder versuchen Leute, genau solche Kisten aus dem Laden zu nehmen und am Automaten einen "schnellen Euro" zu machen.

Inzwischen habe ich mir angewöhnt, immer nachzusehen, ob alles okay ist, wenn ich das Förderband der Kistenannahme höre. So bin ich auch gerade eben aus meinem Büro gesprungen und habe noch sehen können, wie ein etwa 25jähriger und ziemlich heruntergekommener Typ sich umdrehte und schnell den Bereich vor dem Automaten verließ.
Vor dem Leergutautomaten stand ein leere Kiste, im Kistenschacht des Automaten stecke eine weitere. Beide Rahmen waren weder naß noch kalt und wirkten deshalb nicht im Mindesten so, als ob sie sich noch kürzlich außerhalb meines Lades befunden hätten. Der Typ hat ganz klar versucht, zu betrügen.

Da ich gerade zu tun und keine Lust auf eine längerwährende Auseinandersetzung mit dem Kerl hatte, suchte ich ihn nur auf und wies ihn, die leere Kiste in der Hand schwenkend, darauf hin, dass wir uns nicht veraschen lassen. Ich hoffe, das hat als "Schuss vor den Bug" gereicht.

Entschuldigung

Eine Kundin hat gerade eben ihr Leergut in einer Penny-Tragetasche abgegeben. Ich sortierte die Flaschen weg (Ihr erinnert euch: Der Leergutautomat streikt...) und gab ihr die Tüte zurück.

Während ich den Pfandbon ausstellte, entschuldigte sie sich für die Tüte: "Das ist gar nicht meine. Ich habe das Leergut nur für meine Mitbewohnerin mitgenommen. Ich wäre viel zu faul, bis zur Ecke zu laufen..."

Willkommen im neuen Jahr...

...dachte sich der Leergutautomat und fiel erstmal aus.

Warum sollte sich auch etwas ändern. Hmpf.

Und weil es so schön ist, war unter den ersten drei Leergutkunden schon Gerd mit zwei Säcken voller Einwegflaschen, von denen die Hälfte mit Schmauchspuren von Silvesterraketenstarts überzogen waren...

Guten Rutsch

2007 hat viele Veränderungen für mich mit sich gebracht. Sowohl privat, als auch beruflich. Im Sommer hatte ich mit der 24-Stunden-Öffnung begonnen und ich habe nicht vor, dies in einem absehbaren Zeitraum wieder zu ändern. Durch die entstandenen Mehrumsätze ist mein Leergutautomat notwendig, aber auch finanzierbar geworden. Der Platz, den der Automat benötigt, habe ich eigentlich gar nicht übrig gehabt. Monatelang haben wir in unserem winzigen Lager mit Platznot und Chaos gelebt, bis ich letzte Woche begonnen habe, großzügig auszumisten.

Vor genau einem Jahr habe ich hier zu Hause ein wahrhaft deka... umfangreiches Feuerwerk, bestehend aus sämtlichen Resten aus meinen Läden, abgebrannt. Nach einigen, wie ich finde, recht unglücklichen Jahren, wollte ich ein neues, gutes Jahr begrüßen und mir war bewusst, dass ich viele Veränderungen vor mir haben werde. Diese Veränderungen sind eingetreten und ich denke, 2007 war ein sehr gutes Jahr.

Ich wünsche euch allen jedenfalls einen guten Rutsch ins neue Jahr. Gesundheit, Glück und Frieden möge mit euch allen sein.
Euer Björn

Einwegleseprobleme 2/2

Da wundert sich der Kunde, dass der Automat seine Flasche verweigert. Nachdem ich zur Hilfe gerufen wurde, konnte ich natürlich sofort helfen: Ohne Strichcode erkennt der Leergutautomat nicht, um was für eine Flasche es sich handelt.
In vielen Geschäften, die mit aufgeklebten Preisetiketten gearbeitet wird, werden diese auf den Strichcode geklebt. Dies ist eine "neutrale" Stelle, an der das Etikett nicht weiter stört. Naja, außer eben mittlerweile bei Einwegflaschen und -Dosen.

Was in diesem Fall besonders blöde war: Die Folie auf der Vittel-Flasche ist relativ dünn und das olle rote Etikett mit einem extrem hartnäckigen Kleber versehen...


Halb kaputt

Kleine Erleichterung: Der Leergutautomat ist nur "halb kaputt". Die Annahme von Einweggebinden funktioniert nicht mehr. Mehrwegflaschen und Kisten kann er nach wie vor erkennen...

Aber morgen früh kommt ja schon ein Techniker, der sich darum kümmert.