Das Ständerwerk für die neue Wand steht bereits. Die Form ist schon deutlich zu erkennen. In einem 45-Grad-Winkel zu den beiden eigentlichen Wänden sitzt die Tür zum Lager. Diese schräge Anordnung war notwendig, um so leicht wie möglich mit Paletten und Rollcontainern durch die Tür fahren zu können ohne wenden zu müssen.
Nun merkt man erst, wieviel Platz die Getränkekisten weggenommen haben, die bis vorhin den Raum begrenzt haben. Eine geradezu riesige Fläche ist vor dem Leergutautomaten entstanden. Mal gucken, ob mir dafür eine gute Verwendung einfällt.
Das Geländer von meiner Bürotreppe ist schon weg, später wird dort direkt zwischen den beiden Sicherungskästen die Trockenbauwand verlaufen. Muss ich momentan eben etwas aufpassen, dass ich nicht gewohnt schnell aus dem Büro stürme.
Die improvisierte Wand ist schon weg und die ersten Baumaterialen für die neuen Wände liegen im Lager aufgetürmt.
Weil's gerade so schön passt: Zwei Kunden standen eben fünf Minuten vor dem Automaten und haben ein Sammelsurium von 48 Flaschen dort eingegeben. Die meiste Zeit habe ich die Szene aus etwas Entfernung beobachtet. Insgesamt hat der Automat bestimmt zehn mal gepiept und einen Fehler signalisiert. Und zwar nicht, weil die Flaschen zu schnell eingelegt worden sind.
Zitat Kunde: "Das Scheißding ist doch zum kotzen!"
Ich frage mich gerade, wer sich derzeit mehr blamiert: Firma Trautwein bei mir oder ich mich bei meinen Kunden.
Erkennungsfehler ohne Ende, verstopfte Transportwege für die Flaschen und fehlerhaft oder gar nicht berechnete Kisten - das ist die Bilanz der letzten Stunden. Obwohl ein Monteur heute den ganzen Tag am Automaten gewerkelt und eingestellt hat, brechen die Probleme nicht ab.
Ich traue mich gerade kaum noch, Kunden alleine am Unicycle Leergut abgeben zu lassen. Mir persönlich würde als Kunde spätestens wenn ich die zweite Flasche zum dritten Mal in den Automaten lege, der Kragen platzen.
Dass die Maschine ihm bislang unbekannte Flaschentypen nicht erkennt, ist verständlich. Die kann man nachpflegen und gut. Aber diese ständigen technischen Pannen bringen mich echt zur Weißglut. Derzeit spart der Automat keine Zeit, da ich, sofern möglich, bei jedem Kunden zugucke und aufpasse, dass nichts schief geht.
Kommt sogar mal vor, dass Kunden ihre Flaschen abgeben können, ohne dass ein Fehler passiert. Und dass ich mich dann darüber freue finde ich schon ganz schön bitter.
Achso: Den Chef der Leergutautomatenbauer habe ich heute Morgen übrigens nicht erreicht. Man sagte mir, er sei "außer Haus". Ich werd's Montag noch einmal probieren.
Nachdem der Trautwein-Techniker heute den ganzen Tag hier gearbeitet hat, ist ein Großteil der Fehler ausgemerzt oder zumindest erkannt. Über's Wochenende werden wir wohl ohne nennenswerte Probleme kommen. Hoffe ich.
Dafür ist von meinem Bürostuhl einer der Fünf Arme des Unterteils abgebrochen. Das war jetzt der dritte Stuhl dieses eigentlich superbequemen Typs, der nicht lange gehalten hat. Beim ersten hielten die Rollen nicht und beim zweiten ist die Rückenlehne abgebrochen.
Romy hatte für 'ihren' Laden in Findorff ebenfalls die Stühle bei Staples gekauft. Werden wir beide zukünftig von Abstand nehmen.
Ausschnitt aus meiner aktuellen Telefonrechnung. Die Nummer 0421-5963564 ist meine Fax-Nummer hier in der Firma. Daran hängt ausschließlich mein Faxgerät.
Die ersten fünf Punkte kann ich nachvollziehen. Wann und wie ich hier ein Fax auf eine Mobilfunknummer geschickt haben soll, ist mir allerdings ein völliges Rätsel...
Wisst ihr noch, warum ich mich für einen Trautwein-Automaten entschieden hatte? Genau, weil es ein überschauberes Unternehmen ist, bei dem man "auch mal mit dem Chef sprechen kann".
Dieses Angebot werde ich morgen früh nutzen.
Ich werde Herrn Trautwein morgen früh anrufen und ihm sagen, dass ich mich wie ein Versuchskaninchen fühle und dass der Automat von einer Panne in die nächste trudelt. Bei den Kunden ist das Gerät ja jetzt schon - nach sechs Tagen - untendurch, weil so viele Fehler passieren. Diejenigen, die über die Automaten gelästert haben, wurden bislang durchweg bestätigt. Hurrah. Bislang nicht nur eine Blamage von vorne bis hinten bei den Kunden, sondern auch eine erhebliche persönliche Enttäuschung, weil ich mich so sehr auf das Gerät gefreut hatte.
Nicht erst durch die aktuelle Störung, sondern schon seit ein paar Tagen steht fest, dass die Leergutklingel bleiben wird. Aus "LEERGUT" wird zwar "SERVICE" werden, aber das "Ding Dong Dong" darf doch nicht sterben.
Es wird genug Kunden geben, die sich darüber freuen, wenn sie auf diese Weise bequem einen Ansprechpartner anklingeln herrufen können. Und wenn es nur für den Fall ist, dass der Automat bei irgendwas die Annahme verweigert...
Ich habe den Leergutautomaten nun so eingestellt, dass die Meldung "Container voll" auf dem Display steht anstatt einer für Kunden unverständlichen Fehlermeldung.
Es ist leichter, zu sagen, dass man "gerade nicht mit dem Abräumen nachkommt", als zugeben zu müssen, dass das Teil gar nicht funktionieren will...
Wie ich gestern Abend schon schrieb, möchte der Leergutautomat derzeit nicht so, wie ich es gerne hätte. Folglich müssen wir momentan den Kunden das Leergut wieder von Hand abnehmen.
Während eine Kollegin dabei war, seine Flaschen einzusortieren, begann der Kunde zu fluchen: "Überall schaffen sie die Dinger wieder ab, weil sie nicht funktionieren und ihr legt euch so einen Scheißautomaten zu."
Seit einer knapp Woche steht der Unicycle nun hier und viele Kunden standen inzwischen genervt und verzweifelt davor. Ich gestehe ja ein, dass eine gewisse Startphase nötig ist, in der man Fehler und Probleme (vor allem mit nicht (richtg) erfassbaren Gebinden) aufdeckt, aber viele Kunden sind auf dem besten Weg dorthin, dem Automaten gleich mit der Hasskappe auf dem Kopf zu begegnen.
Ich glaube, diesen Tag streiche ich aus dem Kalender.
Eben gerade ist der Leergutautomat komplett ausgefallen. Neu kalibirieren hat nicht geholfen, ein kompletter Neustart des Systems ebenfalls nicht. Das Ding weigert sich, auch nur eine Flasche einzuziehen. Es wirkt so, als wenn das Förderband für den Flaschentransport festgeklemmt hätte.
Da wird sich morgen früh der Trautwein-Service drum kümmern dürfen. Johnny darf also heute Nacht händisch das Leergut annehmen und die kritischen Kunden dürfen sich auch freuen, dass sie Recht haben: "Die Scheißdinger funktionieren ja nie."
Mit der Post kam die Rechnung für den Leergutautomaten.
Ich überlege noch, ob ein neuer SLK mit kleinster Motorisierung, aber dafür mit Lederausstattung nicht vielleicht doch die spaßigere Anschaffung gewesen wäre.
In Hinblick auf die Kosten für Steuern und Versicherung komme ich bei dem Leergutautomaten wahrscheinlich besser weg.