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Lob von einer Kundin

Eben hat uns eine Kundin gelobt:
Die Mitarbeiter sind auch an der Kasse immer freundlich, haben auch mal - wenn es möglich ist - Zeit für ein kleines Gespräch, sagen "Guten Tag"und "Auf Wiedersehen" und lächeln auch noch dabei. Das sei ihr vorher nie aufgefallen.
Was heißt "vorher"? Das heißt, bevor sie nach längerer Zeit mal wieder in einem anderen Laden war. Sie beschrieb das dann als "Gewöhnungseffekt". Das Verhalten meines Personals hat sie inzwischen als "normal" angesehen und hat dann in anderen Läden einige regelrechte Enttäuschungen erlebt.

Auf genau DIESEN Effekt habe ich seit Bestehen dieses Unternehmens spekuliert. Mir geht es gar nicht darum, mit viel Aufsehen aufzufallen ("Unser Versprechen: Warten sie länger als 5 Minuten, zahlen wir 5 Euro" und Ähnliches gab es ja schon...) - die Kunden sind einfach gewohnt, daß es bei uns schnell und dabei trotzdem freundlich zugeht. Und wenn sie dann mal woanders hingehen, merken sie eben den Unterschied und wissen, was sie an uns haben. ;-)

Alternative Geldbörse

Sein Kleingeld in ein Stück Küchenpapier einzuwickeln ist eigentlich nur dadurch zu toppen, daß man das Geld lose in der Hosentasche aufbewahrt. Auf was für Ideen die Leute alles kommen...

Groteskerweise hat der Kunde eben an der Kasse nur ein 4er-Pack Küchenpapier bezahlt. :thinking:

Anruf

Guten Tag, hier ist Herr K. Kommt meine Ware heute noch?

Ja, natürlich.

Ich frage ja nur.

Die Ware kommt heu... -KLICK-


Ahhja.


Nachtrag:
SPAR-Markt Harste, Guten Tag.

Ist da SPAR?

Ja.

Kommt meine Ware heute noch?

Ja, ist sogar schon unterwegs. -KLICK-

Meine Fresse. Irgendwie geht mir der AR...mleuchter Kunde voll auf den Sack. Es ist ja nicht so, daß wir seit Stunden überfällig sind. Wir liefern nachmittags ohne feste Zeitzusage. Daß jemand ungeduldig wird, kann man ja verstehen - aber ETWAS Freundlichkeit darf es ruhig sein.

Mahlzeit

[Flaschenklappern]

Mahlzeit!!! Das sind genau 130 Bierflaschen!


...na, wer wohl?

Frau K.

Frau K. ist eine ältere Frau, aus der ich einfach nicht schlau werde. Sie läßt sich von uns beliefern und gibt ihre Bestellungen telefonisch durch - was an sich schon jedesmal ein Krampf ist. Frau K. ist schwerhörig und hat ein entsprechendes Telefon. Leider scheinen die Hersteller dieser Geräte davon auszugehen, daß der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung ebenfalls schwerhörig ist. Das alleine wäre gar nicht so dramatisch, wenn ihre Stimme nicht so klingen würde, als hätte ihre Besitzerin eine verrostete Feile verschluckt. Jedenfalls kann Frau K. die rostige Feile recht resolut im Militärton benutzen.

Desweiteren rückt sie nicht ihre Telefonnummer heraus. (Dabei hätte ich sie so gerne hier veröffentlicht... ;-)) Wenn irgendwelche Probleme auftreten, ändern wir die Bestellung nach eigenem Ermessen. Naja, so lange sie sich nicht beschwert...

Eben hatte sie den Wunsch geäußert, daß nur EIN Lieferbote (wir haben zwei Geschwister, die teilweise auch gemeinsam losziehen) kommen soll - damit sie nur einmal Trinkgeld geben muß. Wie oft muß man den Leuten bloß sagen, daß sie auch ohne schlechtes Gewissen GAR KEIN Trinkgeld geben müssen, da sie ja den Botenlohn sowieso ausdrücklich, sogar als Position auf dem Kassenbon ausgewiesen, mitbezahlen.

Hoffentlich bin ich in 40 Jahren nicht auch so spleenig. :biggrin:

Das Streusalz-Phänomen

...läßt sich auch auf Grillkohle und vieles andere mehr projizieren:
Man hat diese Artikel immer in einer gewissen Menge vorrätig und normalerweise verkauft man diese Dinge eher sporadisch. Aber wehe, es schneit (oder bei Grillzeugs: wird Frühlingswetter) - dann ist man innerhalb kürzester Zeit restlos ausverkauft.

Morgen kommt ja wieder Streumaterial - aber ab heute nachmittag soll es sowieso nicht mehr schneien. War ja klar. ;-)

Früh übt sich...

Zwei Kids im Alter von ungefähr 5 Jahren haben sich eben etwas eingesteckt. Der Begriff Ladendiebstahl ist in der Altersklasse in so einem Fall noch nicht ganz angebracht. Sie wollten einfach etwas haben, was sie sich nicht leisten konnten.

Naja... 'ne Schachtel Auslese de Luxe, eine der ältesten, unbekanntesten und am wenigsten beworbenen Zigarettensorten, die noch in Deutschland regulär erhältlich sind. Jedenfalls waren sie noch nicht auf "coole Marlboro" fixiert.

Nachtrag;
Ich habe dann einen Kollegen mit den beiden losgeschickt, um die Eltern zu benachrichtigen. Die Mutter kam auch prompt zu uns und war ganz und gar nicht begeistert. Wie die Sache bei denen zu Hause weiterging, kann ich nicht sagen.

Huhu

"Huhu."

...

"Hiihu!"

...

"Haaallooo!"

...

DING, DONG!


Ah, sie hat die Leergutklingel gefunden. 8-)

ec-Zahlung nicht möglich

Die Kundin wollte partout nicht wahrhaben, daß ich ihr den Einkauf nicht mitgeben kann, solange die Waren nicht bezahlt sind. Natürlich liegt der Fehler an unserer Technik, so daß ich etwas entgegenkommender sein sollte. Und ich glaube ihr ja auch, daß die Karte ganz neu ist und daß da gestern erst Geld draufgekommen ist und daß das Konto gedeckt ist und daß sie bei Penny damit bezahlen konnte.

...und dann war da noch der geheime Fehlercode am Gerät, der besagt: "Kontodeckung nicht ausreichend."

Kaffee

Gespräch mit einer Kundin:

Der Melitta-Kaffee ist bei Schlecker gerade im Angebot für 2,99€ und bei Ihnen kostet der über 4 Euro!

Ja, das ist der normale Preis bei uns.

Aber da ist der um so viel günstiger...

Wenn wir den im Angebot haben, kostet der sogar nur 2,69€.

Irgendwie hörte man die Zahnräder bei ihr im Kopf rattern. Dann erwähnte sie nur noch, daß wir ja ansonsten ein tolles Angebot hätten und hat sich wieder mit ihrem Einkaufswagen in den Laden getrollt... ;-)

Überraschung

Eintrag wegen erheblicher Mißverständnisse neu formuliert:

Gerade war ein Stammkunde im Laden und hat für gut 120 Euro u.a. die Fleischtheke leergekauft. Was mich positiv überraschte, denn ich kenne diesen Kunden schon seit Jahren: Er gehört zu denjenigen Kunden, die als Alkoholiker nicht auf sich achten und schon mal etwas streng riechen. Wir haben ihn immer freundlich behandelt, wenngleich sich aufgrund seiner Duftnote niemand lange in seiner Nähe aufhalten konnte. Alle unsere Kassierer haben im Einführungslehrgang die Anweisung erhalten, auch betrunkene und zugekiffte Kunden anzulächeln. Denn oft sind wir die einzige Kontaktperson, die diese Menschen haben. Einige kommen mehmals täglich, um jedesmal nur eine Flasche Bier zu kaufen. Wahrscheinlich sehen sie außer uns nur noch ihren Fernseher.
Jetzt wollte er seinen Grill anschmeissen (schließlich fällt draußen der erste Schnee, das muß gefeiert werden... Grillparty bei minus 5 Grad. Hurrah! ;-))
Und wo kauft er das Fleisch? Bei uns und nicht beim Discounter. Man gönnt sich ja sonst nix. Party on!
Siehste, lohnt sich doch, nett zu seinen Mitmenschen zu sein :-)

Nachtrag:
In der Originalfassung klang der Eintrag so, als hätte ich "gnädigerweise einen alten Assipenner bei mir einkaufen lassen". Das ist natürlich nicht so gewesen. Ist mir beim schreiben aber gar nicht aufgefallen, daß das eventuell so wirken könnte, weil ich etwas völlig anderes bei meinen Worten gedacht habe. Der Kunde duzt mich übrigens und wir halten auch schon mal ein Schwätzchen.

Deo-Alarm

Eine Horde Halbstarker hat gerade unseren Laden belagert. Nachdem sie provozierend in die Kameras gewunken haben und sich ausgiebig im Deo-Regal bedienten (wozu kaufen, wenn man sich auch im Supermarkt umsonst einnebeln kann) und hier), haben wir sie einfach mal dazu motiviert, sich muy pronto zu verpissen das Geschäft bei Gelegenheit zu verlassen.

Reis

Unterhaltung zwischen einer Kundin und einer Mitarbeiterin:

Frolleinchen! Wo haben Sie denn Reis? Den Reis, wo steht der bei Ihnen?

Die Kollegin ging mit ihr zum entsprechenden Regal.

So, hier haben wir den Reis.

Ich suche welchen im Kochbeutel.

Im Kochbeutel? Kein Problem. Haben wir hier, hier und da oben...

Dann holen Sie mir einen von dem mit dem Nigger da runter.

Bitte?

Ich möchte eine Packung von dem Reis mit dem Nigger da drauf.

Also heutzutage ist Nigger ein ganz schlimmes Schimpfwort. Das sagt man einfach nicht mehr.

Ja...?

Wissen Sie, das ist ein "Farbiger" oder ein "Schwarzer". Oder nennen Sie ihn doch einfach Onkel Ben.

Ich habe das Gespräch leider nicht persönlich mitbekommen. Aber das Gesicht der Kundin hätte ich zu gerne gesehen...

Lange Schlange

Kleiner Gedankensplitter über Kundenverhalten...

Wer kennt das nicht? Man steht vor einer Kasse mitten in einer langen Schlange. Sobald eine weitere Kasse geöffnet wird, beginnt die Rangelei derjenigen, die am weitesten hinten in der selben Schlange standen: Mit Ellenbogen und Einkaufswagengeschubse wird versucht, einen der ersten Plätze in der neuen Reihe zu bekommen um möglichst schnell mit dem Einkauf fertig zu sein.
Bei uns im Geschäft hält sich dieses Verhalten zwischen den Kunden zum Glück in Grenzen, zumal ich sowieso stets darum bemüht bin, daß es erst gar keine langen Schlangen gibt. Das läßt sich leider auch nicht immer vermeiden. Manchmal ist es an der Kasse leer und im Geschäft tummeln sich dutzende Kunden. Plötzlich, wie durch ein magisches Zeichen signalisiert, beschließen alle auf einmal, zur Kasse zu gehen. Vielleicht ist es auch eine Art Gruppenzwang: Man sieht jemanden auf dem Weg zum CheckOut und denkt sich dann, daß es auch für einen selber Zeit wird, sein Geld loszuwerden. Ich weiß es nicht.

Aber zurück zum Thema:
Höflicher und rücksichtsvoller Umgang mit seinen Mitmenschen würde bewirken, daß man diejenigen sich an eine neue Kasse anstellen läßt, die vor einem selber stehen. In Ausnahmefällen, oft bei Bekannten, erlebt man dies öfter - bleibt aber dann doch eher die Ausnahme.

Wie würden wohl die Kunden reagieren, wenn man (-> die Kassiererin) in die Situation eingreifen und sie moderieren würde: "Sie standen vor dem Kunden. Die Frau mit dem Kinderwagen war hinter ihnen! Fragen sie doch mal, ob sie vorgehen möchte, denn sie hat ein quengelndes Kind im Wagen. Ansonsten kommt nach ihr dann der Herr mit dem Anzug..." Okay, das Beispiel ist nun etwas überspitzt dargestellt. Aber in der Art müßte man das wirklich mal versuchen.
Die Rangelei kennen die Kunden. Eine Moderation wäre neu. Neues ist grundsätzlich Böse.

Ich glaube, ich werde das bei Gelegenheit mal probieren. Vielleicht danken es mir ja die Kunden sogar. :-)

*PIEKS*

Mitarbeiter berichten, daß einer unserer älteren Kunden sie mit seiner Krücke Gehhilfe in den Rücken drückt, wenn er was von ihnen will.

Das soll der mal bei mir machen.