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Kleingeld für die Kippen

Ein Kunde wollte nur eine Schachtel Zigaretten kaufen. Während ich die Kundin vor ihm noch abkassierte, sah ich etwas gelangweilt auf die Zigarettenpackung, die er in der Hand hielt. Dick und fett war der Preis für die Räucherware auf der Vorderseite der Packung in einem Kreis besonders hervorgehoben.

Der Kunde war dran, ich zog die Packung über den Scanner und nannte den Preis: "Viereurofündunfdachtzich, bitte."

Der Mann sah mich überrascht an, zog sein Portemonnaie aus einer der hinteren Hosentaschen und begann, mühsam sein Kleingeld passend abzuzählen. Also darauf hätte er sich ja nun auch vorbereiten können.

Betrogen!!!111EINSELF

Fehler passieren, gerade auch (leider) an der Kasse. Ein Artikel ist schnell doppelt vom Scanner erfasst und wenn es dann gerade laut und unruhig ist, fällt das nicht unbedingt auf. Dazu soll(t)en Kunden ja ihren Bon kontrollieren, damit das Problem notfalls gleich geklärt werden kann.

Wenn ich aber von einem älteren Kunden am frühen Morgen angesprochen und gleich angegiftet werde, dass wir den Kunden hier am Samstag übelst betrogen hätten und dass das eine Unverschämtheit wäre, ihm so sein Geld aus der Tasche zu ziehen, muss ich mich sehr beherrschen, freundlich zu bleiben und nicht selber zurückzuziegen. Der Ton macht die Musik und wer kein Verständnis für Fehler hat muss ja trotzdem nicht gleich so reden, als hätten wir nichts unversucht gelassen, ihm sein gesamtes Vermögen zu nehmen. :-(

Total einsichtiger Kunde

Ein Kunde mittleren Alters hatte (unter anderem) zwei Packungen Tiefkühlpizza in seinem Einkaufswagen liegen. Eine Kollegin war gerade dabei, den Kühlschrank an der Kasse mit Bier aufzufüllen, als sie beobachtete, wie der Mann die beiden Packungen in der Nähe der Kasse aus dem Wagen nahm und einfach in das Regal mit Batterien und Glühlampen legte.

"Warum legen Sie die einfach da hin?", erkundigte sich meine Angestellte bei dem Kunden.

"Ich brauche die Pizza doch nicht."

"Ähm, das ist Tiefkühlkost."

"Weiß ich."

"Nun, wenn Sie das einfach irgendwo hinlegen und niemand bemerkt das rechtzeitig, wird die Pizza auftauen. Dann können wir die nur noch wegwerfen. Das ist dann ein Totalverlust für uns."

"Das ist mir doch egal. Ist doch nicht mein Problem."

Weitere Diskussion war sinnlos. Ich hätte den Typen wahrscheinlich aufgefordert, mit seinem Verhalten doch lieber anderen Läden zu schaden. Leider war er schon weg, als mir obiges Erlebnis berichtet wurde...

Prinzipienreiterin

Ich sollte unbedingt zur Kasse kommen. Mit einer älteren Kundin gab es eine schwierige Diskussion bezüglich eines Preises. Das Schreiben dieser Zeilen fällt schwer, ich kann immer nur verständnislos den Kopf schütteln.

Sämtliche lose Äpfel haben bei mir den selben Preis. Das vereinfacht die Arbeit vor allem in dem Punkt, das Kunden die Sorten mischen können und man nicht an der Kasse alles auseinandersortieren muss. Und wenn mal Äpfel in dem falschen Korb liegen, stimmt der Preis praktischerweise trotzdem noch.
Nun fehlte bei einer Sorte das Schild. Irgendjemand hatte es abgenommen und in den Schrank gelegt. Der Durchschnittskunde dürfte in so einem Fall die Sorte zwar nicht erkennen, aber doch vielleicht zumindest erahnen können, dass diese Äpfel den selben Preis wie die anderen haben werden.

Was die Kundin nun genau wollte, weiß ich nicht. Sie hätte auch einfach freundlich auf das fehlende Schild hinweise können, aber sie zog es offenbar vor, den gesamten Betrieb an der Kasse aufzuhalten und sich darüber absichtlich und provokativ "aufzuregen", dass der Preis für ihren Apfel so nicht stimmen kann. Der eingegebene Kilopreis würde schließlich so nicht an den Äpfeln stehen.

Richtig, da stand gar keiner. Zumindest nicht direkt. Aber statt jemanden danach zu fragen, bezahlte sie das Produkt lieber und regte sich hinterher lautstark über die Rechnung auf. Und auf meine Frage, wieviel sie denn ihrer Meinung pro Kilogramm bezahlen sollte, bekam ich natürlich keine Antwort...

Kleingeld-Kundin

Eine Kundin hielt meinem Mitarbeiter ein großes Einweckglas voller gemischter Münzen entgegen: "Ich muss zu meinem Frisörtermin. Danach würde ich gerne einkaufen, können Sie das für mich in der Zwischenzeit zählen?"

Nee, konnten wir nicht. Das ganze Zeugs durfte sie frisch frisiert selber in die Fächer eines Zählbrettes einsortieren. :-)

Kommt nicht in die Füße

Ein Kunde suchte einen bestimmten Artikel, den er in einem kleinen Fachgeschäft seit längerer Zeit schon nicht bekommen kann und lieferte auch gleich die Erklärung dazu ab:
"Ach, das ist so ein kleiner Laden, eigentlich ganz nett. Aber der kommt einfach nicht in die Füße mit der Bestellung. Ich habe da jetzt schon mehrmals nachgefragt."
"Och", sagte ich, "Wenn Sie herausbekommen, woher die ihre Ware, bzw. genau diesen einen Artikel bekommen, kann ich gerne versuchen, ihn zu bestellen. Klappt eigentlich meistens."

Der Kunde ging lachend weg und ich weiß nicht, wie ich das deuten sollte. Freude? Auslachen? Belächeln? :-O

Nachtrag: Ich habe den ersten Satz mal eben um einen wesentlichen Teil ergänzt. Jetzt ist der Beitrag wohl etwas besser zu verstehen.

Hm, lecker...

Auf einer der Bierkisten in der Getränkeabteilung lag eine zusammengeknüllte Plastiktüte. Da ich sie da nicht liegenlassen wollte, aber auch beide Hände benötigte, knüllte ich sie in meine Westentasche.

Was sich allerdings augenblicklich als eine ziemlich schlechte Idee herausstellte. Die Tragetasche war nämlich nicht nur an einer Seite eingerissen, es schwappte auch noch eine relativ große und nach verdorbenem Bier stinkende Pfütze aus der Tüte heraus. Über meine Hand und in meine Tasche. Hm, lecker...

Brötchenrest

Eine Kundin kam an die Kasse und legte meiner Kassiererin neben ein paar anderen Waren eine Brötchentüte auf das Förderband. Der Inhalt der Tüte: Ein Brötchen. Oder zumindest das, was die Kundin nicht bereits davon aufgegessen hatte. Bis auf eine kleine Ecke mit ein paar Körnern obendrauf war nämlich nichts von dem Gebäck übriggeblieben. Problematischerweise reichte dieses Stückchen meiner Mitarbeiterin nicht aus, das Brötchen genau zu identifizieren. War es jetzt ein günstiges Industrie-Weizenbrötchen oder doch die Dinkel-Variante aus der regionalen Bio-Bäckerei?

Sie fragte die Kundin:
Was für ein Brötchen war denn das?
Die patzige Antwort lautete:
"Das müssen Sie doch wissen.
Da meine Mitarbeiterin natürlich nicht riskieren wollte, dass wir aus der Sache mit Verlust herausgehen, buchte sie es selbstverständlich das (teurere) Bio-Brötchen ein. :-)

Betteln

Ein ziemlich heruntergekommener Mann mittleren Alters betrat den Laden durch den Ausgang und steuerte direkt auf die Kasse zu. Ein paar Augenblicke später rief mich mein Kassierer von der Kasse aus an:
"Hier ist ein Mann, der möchte den Chef sprechen."

"Um was geht es denn? Frag ihn mal."

"Das möchte er dir nur persönlich sagen."

"Sag ihm, dass ich nicht nach vorne laufe, wenn ich nicht weiß, worum es geht."

"Er möchte eine Spende."
Ein Weg gespart. :-|

Das ist Ihr Job!

Einem Mann fielen im Vorbeigehen ein paar der kleinen Walkers-Chipstüten aus dem Regal. Er ließ die Beutel einfach unten liegen und ging weiter.

Eine Kollegin, die gerade dabei war, die Chips nachzufüllen, sprach ihn an: "Man kann sowas auch wieder aufheben."

Antwort des Kunden: "Das ist Ihr Job, nicht meiner."

Auf solche Kunden kann ich dankend verzichten. :-(

Erst meckern, dann rechnen

Meine Kassiererin hatte versehentlich die Artikelnummer für Bananen als Preis eingegeben. So stand ein Posten
LEBENSMITTEL 85,00
auf dem Kassenbon. Genau darunter war die Zeile
LEBENSMITTEL 85,00-ST
zu sehen. Die erste Zeile war die Buchung, die zweite Zeile war die Stornierung.

Nun hat eine Kundin doch tatsächlich moniert, dass wir ihr zweimal fündunfachtzig Euro berechnet hätten und dass das eine Unverschämtheit wäre.

Bei einem Bon in Gesamthöhe von knapp 20 Euro...

Bier kühlen

Ein Mann, den ich noch nie zuvor gesehen hatte und der auch nicht sonderlich vertrauenerweckend aussah, hielt einer Kollegin eine Tüte mit Plastikbierflaschen vom Discounter vor die Nase. Ob wir die bei uns im Kühlraum unterbringen und für ihn kühlen könnten.

Hätte uns natürlich nicht materiell wehgetan. Aber es gibt nunmal ein paar Dinge, die man einfach ganz persönlich nicht machen will – und dies war eines davon.

Wir sind doch kein öffentlicher Kühlschrank. :-|

Und dass es beim Discounter das Billigbier nicht gekühlt gibt, hat schon seinen Grund. Wer kalte Getränke kaufen will, soll auch für den Mehrwert bezahlen.

Angemeckert

Eine junge Frau stand mit einem durchschnittlich gefüllten Einkaufswagen in der Schlange der ersten Kasse. Plötzlich fiel ihr wohl auf, dass sie einige Becher Jogurt doch nicht kaufen möchte und stellte diese einfach in das nächstbeste Regal. In diesem Fall zwischen die sich noch im Verkauf befindlichen Glühlampen.

Hinter dieser jungen Frau stand eine ältere Stammkundin. Dieser war aufgefallen, dass der Jogurt ins Kühlregal und nicht in die Leuchtobstabteilung gehört und deshalb sprach sie die junge Kundin an:
"Wollen Sie das nicht wieder wegbringen?"
Es folgte keine Reaktion.
"Hallo? Wollen Sie die Sachen so da stehenlassen? Die müssen nämlich gekühlt werden. Und der nächste freut sich dann, weil er verdorbenen Jogurt gekauft hat.
Die junge Frau verdrehte die Augen, griff die Jogurtbecher und trottete mit schweren Schritten in Richtung Kühlregal.

Super Reaktion! Also von der alten Kundin, natürlich. :-)

Was soll man sagen?

Eine Stammkundin hat in den letzten Jahren körperlich extrem abgebaut. Sie war immer eine große, kräftige Frau. Plötzlich war sie vollkommen verändert. Schleicht nur noch wie ein Gespenst durch den Laden, spricht kaum und ist völlig "neben sich". Was mag da wohl passiert sein? :-(

Ich könnte darüber jetzt einen langen traurigen Beitrag schreiben. Und dabei wollte ich doch etwas ganz anderes festhalten. Bei ihrer Suche nach einem bestimmten Brötchen hat sie ein paar andere mit bloßen Händen in den Schütten umsortiert und hinterher liegenlassen. Die angefassten Brötchen habe ich (so weit ich sie identifizieren konnte) rausgenommen und entsorgt. Gesagt habe ich nichts, da es wahrscheinlich beim nächsten Besuch schon wieder vergessen gewesen wäre.

Ach, scheiße sowas. Das tut echt weh, sowas mitzuerleben. :-(