Eine ältere Frau betrat mit einem jungen Mann den Laden. Möglicherweise (und so, wie sie miteinander geredet haben) war er ihr Enkelsohn. Die beiden suchten Zucker und zwischen ihnen bildete sich in der folgende Dialog:
Enkel: Lass' uns fragen...
Oma: Nein, wir suchen selber!
Im Vorbeigehen sprach der Enkel trotzem eine meiner Mitarbeiterinnen an und erkundigte sich nach dem Zucker.
Oma: Mensch, halte die Mitarbeiter hier im Laden nicht von der Arbeit ab. Dass ihr jungen Leute nicht mal selber suchen könnt!
Dabei sah sie ihn kopfschüttelnd und vorwurfsvoll an.
Ein Mann unterhielt sich mit einer Kollegin, da er ein bestimmtes Produkt suchte. Es waren allerdings vom Gewünschten nur noch zwei relativ teure Marken vorrätig, die Billigvariante der Eigenmarke war gerade ausverkaut. Er gab ehrlich zu, dass ihm die hochwertigeren Produte zu teuer sind.
"Das ist natürlich schade, dann müssten Sie es einfach mal hier beim Penny an der Ecke oder noch knapp 200 Meter weiter bei Netto probieren", sagte ihm meine Mitarbeiterin daraufhin.
Wir hatten den Mann zwar aufgrund seiner Erscheinung auch zunächst schon als "VP" (vedächtige Person) eingestuft, aber was er dann sagte. war schon schockierend ehrlich: "Da darf ich nicht mehr rein."
Das war wohl noch zu früh am Morgen...
Ein Kunde trug einen relativ großen Rucksack auf dem Rücken und kaufte offenbar einige Dinge für sein Frühstück ein. Eine Flasche Kakao, zwei Brötchen, etwas Aufschnitt und eine Banane. Als er gerade auf dem Weg zur Kasse war, fiel ihm ein, dass er noch einmal am Kühlregal vorbeigucken wollte, drehte sich schlagartig um – und vergaß dabei wohl seinen "Anhang" auf dem Rücken.
Den Hinweis "Fahrzeug schwenkt aus" gibt es für Fußgänger und Supermarktkunden leider auch nicht und so stellte sich das unvorsichtige Lindt-Regal in seinen Weg und ein Großteil der Tafeln polterte zu Boden.
Man hat am frühen Morgen ja auch sonst nichts zu tun.
Ein Pärchen möchte im Juni heiraten und erkundigte sich schonmal vorab nach den Maßen unserer Festzeltgarnituren, die wir hier im Verleih haben. Ist ja nicht verkehrt, sowas vorausschauend zu planen.
Ernstaunt war ich aber darüber, dass sie nicht nur wissen wollten, wie viele Personen auf so einer Bank Platz finden, sondern vor allem, dass sie die Klappmöbel exakt nachgemessen und sich sämtliche Maße genau notiert haben. Der Sinn des ganzen? Sie wollen
Hussen für die Bänke und Tische nähen oder nähen lassen und die sollen ja schließlich genau passen.
Na, denn...
Ein Mann schob zwei Einkaufswagen durch den Laden, die noch ineinander steckten. Dadurch war die Rückwand des vorderen Wagens noch hochgeklappt; der Mann stapelte einfach seine Sachen auf das flache Gitter.
Merkt man sowas nicht?!?
Die Thematik hatte ich hier ja schon häufiger, aber ganz aktuell habe ich wieder einmal mitbekommen, wie ein Kunde, der an der Kasse am Anfang einer (inzwischen schon längeren) Schlange gerade an der Reihe war, plötzlich sein Handy zückte, sich etwas von der Kasse entfernte und in aller Seelenruhe telefonierte.
Seine Waren waren natürlich bereits in der Kasse verbucht und die Bitte meiner Kassiererin, doch erstmal seine Sachen zu bezahlen, quittierte er mit einer recht harschen und gernervt wirkenden Reaktion.
"
Fasse dich kurz" gilt wohl eben leider doch nur für öffentliche Fernsprecher und nicht für das private Handygespräch am Anfang einer Warteschlange.
Eine Kollegin und ich empfahlen einem Stammkunden einen "guten" Bio-Rotwein. Ich schreibe "guten" nicht deshalb in Anführungszeichen, weil ich es nicht so meine, sondern weil Geschmack nunmal immer eine sehr subjektive Empfindung ist und wir den Wein nunmal für ausgesprochen lecker halten. Etliche positive Rückmeldungen von Kunden haben uns auch im Laufe der Jahre immer wieder in der Richtigkeit dieser Empfehlung bestätigt.
"Fürchterlich!", beklagte sich der Kunde. "Ich habe ein Glas probiert und den Rest dann weggeschüttet. Den mochte ich überhaupt nicht."
Schade um den schönen Wein, aber so ist es nunmal.
PS: Bevor mich die Wein-Profis erschlagen: Ich mache "gut" hier ausschließlich am Geschmack fest. Die anderen Eigenschaften interessieren den Ottonormalkunden nämlich nicht.
Ich ging vom Lager aus in den Laden, da ich auf dem Weg zur Kasse war. Nur wenige Meter hinter der Lagertür kam mir ein Kunde entgegen. Ich grüßte, er erwiderte den Gruß, jeder ging weiter.
Nach ein paar Sekunden hörte ich unsere "Service"-Klingel an der Lagertür. Ich drehte mich um, der Mann stand dort und sah hinter mir her.
Nachdem ich zurückgetrottet war, sagte er mir, dass er eine Guthabenkarte für sein Handy kaufen wollte. Na,
das hätte er ja auch gleich erzählen können.
Kundin: "
Haben Sie auch Geflügel ohne Dioxin?"
Was soll man darauf noch antworten?
Dieses dekorative Stillleben könnte man mit den Titel "
Die verhängnisvolle Begegnung von Festplatte und Papppresse" sehr treffend beschreiben...
"Wir sind alle betriebsblind und würden nicht sehen, wo Arbeit zu erledigen sei", belehrte uns ein Kunde, der an der Kasse sage und schreibe drei Minuten warten musste. Und das auch nur, weil es mit einem Kunden vor ihm ein Problem bei der Zahlung gab.
Schade, dass wir auf seine wertvollen Tipps nun zukünftig verzichten müssen. Er versprach drohte nämlich, nicht mehr wiederzukommen.
DAS ist doch mal eine Geschenkidee. Ich glaube, etwas anderes außer Geldbeträgen habe ich bislang noch nie auf einen unserer Einkaufsgutscheine geschrieben.
Eine Kundin vermisste einen bestimmten Artikel, den wir schon seit rund einem halben Jahr nicht mehr im Sortiment haben, da er nicht mehr hergestellt wird.
Die Frau nahm unsere Begründung aber nicht an und regte sich nur auf: "Ach, das ist bestimmt wegen dem Dioxin gerade."
Nee, nee, nee: Erst mit der Spitze eines Schlüssel das Feld auf der Guthabenkarte
aufrubbeln regelrecht wegrubbeln und sich dann noch beschweren, dass da gar nichts von der Aufladenummer zu erkennen ist...
Ein etwa zehnjähriges Mädchen kam mit ein paar Süßigkeiten in der Hand zur Kasse, an der gerade meine Mitarbeiterin aus Ghana saß. Da das Mädchen offensichtlich auch zumindest afrikanische Ursprünge hat, begrüßte meine Kassiererin sie in einer Sprache, die ich nicht verstand.
Die Kleine offenbar aber auch nicht. Sie sah meine Mitarbeiterin mit großen Augen an und sagte nichts. "
Sprichst du kein Sehwi?", erkundigte sich meine Angestellte bei ihr.
Das Mädchen sah sie an, sah auf den Boden, sah in die Runde, sah wieder meine Mitarbeiterin an und sagte schließlich: "
Nee, ich kann nur Deutsch."
Zu niedlich.