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Gemahlener Kaffee

Ohmann… Da kommt man morgens nichts Böses ahnend in den Laden und dann hat irgendjemand (vermutlich gestern recht spät am Abend) eine Packung Jacob's Krönung in ganzen Bohnen in die Kaffeemühle der kleinen Kaffeerösterei geschüttet. Entweder war das reiner Vandalismus oder der Kunde / die Kundin hat nach dem Öffnen und Umfüllen der Packung vergessen, die Maschine einzuschalten und den Kaffee hinterher auch zu bezahlen.

Vor geöffneten Lebensmitteln, von denen ich nicht weiß, wer seine Finger darin hatte oder was sonst noch damit passiert sein könnte, habe ich übrigens tatsächlich eine gewaltige Abneigung. Daher war der Kaffee ein Fall für die Tonne. Den mochte ich weder selber trinken, noch für meine Mitarbeiter in den Pausenraum stellen.


Gehörtes verstehen – oder auch nicht

Bei unserer dritten Kasse, der "Notkasse", hatte ich den Drucker ausgebaut, da ich ihn gegen einen neuen tauschen musste. Unter Normalbedingungen (also außer vor Feiertagen im Grunde nie) brauche ich die Kasse nicht und so hatte ich es mit dem Einbau nicht so eilig. Mr. Murphy sah das aber ganz anders und so stapelten sich die Kunden plötzlich durch den halben Laden. Also öffnete ich notgedrungen auf die Schnelle eben jene Kasse – ohne daran zu denken, dass ich keine Bons drucken konnte. Egal, wichtiger war mir in dem Moment, dass die Leute nicht so lange zu warten brauchten.

Bei einer Kundin kam ich dummerweise durcheinander und war mir schließlich nicht mehr sicher, welchen Artikel ich schon erfasst hatte und welchen nicht. Also erklärte ich, was ich nun warum machen werde: "Ich kann hier an dieser Kasse momentan leider keine Bons drucken. Daher fange ich nochmal von vorne an, damit ich sicher sein kann, dass ich Ihnen nicht gerade 1,09 Euro zu viel abziehe."

Nachdem alles fertig war, wollte die Kundin noch ihren Kassenbon haben und war ganz enttäuscht, als ich ihr keinen geben konnte. "Das ist jetzt aber schlecht…", moserte sie.

"Naja", entgegnete ich. "Ich habe Ihnen aber vor knapp zwei Minuten gesagt, dass ich hier keinen Kassenbon drucken kann."

Sie sah mich ungläubig mit großen Augen an, aber verzichtete schließlich auf mein Angebot, die Sachen an einer der anderen Kassen noch einmal zu scannen.

Arme Irre

Eine Kundin mittleren Alters kam mit mehreren Tafeln Schokolade eines skandinavischen Herstellers an die Kasse. Da wir gerade die Preisetiketten neu drucken mussten, befand sich am Regal ausnahmsweise mal keine Preisauszeichnung.

Zuerst dachten wir, die Frau wollte nur Spaß machen: "Da steht kein Preis dran, dann bekomme ich die ja umsonst."
Allerdings stand sie beharrlich an der Kasse, blockierte alles und wollte das ernsthaft ausdiskutieren und äußerte währenddessen, dass sogar der Gesetzgeber vorschreibt, dass man Ware ohne Preisauszeichnung umsonst mitnehmen dürfe.

Kräfteraubend, sich mit sowas beschäftigen zu müssen. :-(

(Eher nicht so) schnelle Entscheidung

Kaffee ist bei uns bekanntermaßen in einer Vitrine eingeschlossen. Nun sprach mich eine Kundin an und bat darum, dass ich ihr das Schränkchen aufschließe, da sie Kaffee kaufen möchte.

Unverzüglich ging ich mit ihr los in Richtung Kaffeeregal. Dass der Kaffee bei uns weggeschlossen ist, bedeutet schon genug Unannehmlichkeiten für die Kunden. Da lassen wir sie nicht auch noch unnötig warten im Sinne von "Warten Sie bitte beim Kaffee, ich schicke ihnen in einer halben Stunde gleich einen Kollegen her."

Ich schloss die Vitrine auf, schob die Tür zur Seite und die Kundin begann in aller Ruhe zu überlegen, welchen sie denn überhaupt kaufen möchte. In genau dieser Reihenfolge.

Na, das hätte sie ja auch mal vorher machen können.

Der Zucker

Eine junge Mutter ging mit ihrer kleinen Tochter (ca. 6 Jahre) durch den Laden und kaufte einige Dinge ein. Beim Kühlregal entdeckte das Mädchen plötzlich die Fruchtzwerge. Der sich entwickelnde Dialog war etwa der folgende:
Maaaama, guckmal, Fruchtzwerge.

Ja, ich weiß.

Hmm, die schmecken soooo guuut.

Ich weiß.

Ich möchte die. Ich mag die so gerne.

Weiß ich auch, aber ich kaufe die nicht. Da ist nämlich viel Zucker drin und das ist nicht gesund.
Sie griff nach einem Becher "Müller" Milchreis und hielt ihn ihrem Kind entgegen. Dann erklärte sie:
Hier, der ist gut. Den nehmen wir mit.
Na, dann lieber doch die Fruchtzwerge. Die sind wenigstens nicht so ekelig schleimig wie der olle Milchreis. Und was den Zuckergehalt betrifft… Ach, lassen wir das einfach. :-O

Frau mit Schulranzen

Irritierend: Warum läuft eine erwachsene Frau mit einem knallbunten Schulranzen auf dem Rücken durch die Gegend und in einen Supermarkt..?

Sie hat die Tasche für ihren kleinen Sohn getragen.

Nicht für's Gesicht

Ein Kunde suchte Rasierklingen und sprach dazu eine Kollegin im Markt an. Der Mann wusste leider nicht genau, welche Klingen er überhaupt benötigen würde und er lieferte auch gleich die Erklärung mit, warum das so ist: "Ach, wissen Sie, ich benutze die ja nicht sooo oft. Ich brauche die ja nicht für's Gesicht…"

Too much information. Much too much. :-O

Dieses Red Bull

Eine Kundin kam mit einer großen Flasche Energydrink unserer Hausmarke zu mir. Offenbar hatte sie das Preisschild nicht gefunden und daher erkundigte sie sich:
"Entschuldigung, wieviel kostet dieses Red Bull?"
Ich denke, das sind die Momente, in denen ein Hersteller es verflucht, wenn sein Produktname sich zum Gattungsnamen verwandelt hat.

Postbank sperrt auch gleich

Tzja, Herr B. – der gute Wille war ja da. Darum habe ich eben die Postbank angerufen, damit Sie von denen darüber informiert werden, wo Sie Ihre Bankkarte abholen können.

Wie einst bei der Deutschen Bank wurde eine sofortige Kartensperrung veranlasst. Alle Diskussion half nichts – der Kunde muss nun eine neue Karte beantragen.

"Um Missbrauch zu vermeiden!", erklärte die Frau am Telefon. Mein Argument, dass ich, wenn ich die Karte missbrauchen wollte, bestimmt nicht bei der Bank anrufen würde, akzeptierte sie nicht.

Die Sparkasse Bremen und auch die Volksbanken hier in der Gegend haben in solchen Fällen bislang die Kunden immer sofort informiert und alle Kunden waren glücklich und mit keiner Karte wurde Missbrauch getrieben.

200 Euro wechseln?

Kaum zu glauben: Um kurz nach sechs Uhr kam eben ein (zugegebenermaßen nicht sehr vertrauenswürdig wirkender) Mann in den Laden, kaufte nichts und steuerte zunächst direkt auf meinen Mitarbeiter und schließlich auch auf mich zu, wedelte mit einem üppigen Bündel Banknoten herum und wollte 200 Euro gewechselt haben.

Hat aber nicht geklappt, denn:

1. War ich nach gestern Abend doch ziemlich misstrauisch.

2. Habe ich so früh morgens nicht so viel Geld hier liegen. (Er war immerhin einer der ersten Kunden des Tages.)

3. Hatte ich einfach keine Lust, für ihn zu laufen. :-)

Teuer, auch teuer, viel zu teuer...

Eine Frau kam mit einem Einkaufswagen, in dem nur eine Handvoll Teile lagen, an die Kasse und erkundigte sich zunächst, ob wir günstige Zigaretten hätten. Meine Mitarbeiterin zeigte ihr die Auswahl an "Tawa"-Zigaretten, also unserer Eigenmarke. Die wollte sie nicht.

Dann entdeckte sie das Sterusalz, das neben dem Ausgang auf einer Palette steht. "Wieviel kostet denn so ein Eimer?", wollte sie wissen. "Das ist aber teuuuuer...", kommentierte sie die Antwort meiner Mitarbeiterin, die daraufhin entgegnete, dass wir auch günstigeres Salz in 10kg-Beuteln hätten. Das war ihr aber auch zu teuer und sie stöhnte laut, dass sie das ja "woanders viel billiger" bekommen würde.

Sie begann, ihren Einkauf auf das Kassenband zu stapeln. Als meine Kassiererin die Teile über den Scanner zog, beobachtete die Kundin argwöhnisch das Display und kommentierte je-den Artikel: "Oh, das ist aber teuer..."
Meine Mitarbeiterin unterbrach kurz ihre Arbeit: "Die Preistschilder an den Regalen hatten sie aber gesehen, oder? So groß kann die Überraschung jetzt ja wohl nicht mehr sein."

Es folgte – logisch – keine Antwort mehr und zumindest in Gedanken die Augen zur Decke gerichtet fertigte meine MA die Kundin ab...

Coladusche an der Kasse

Ein Kunde wollte eine 1-Liter-Flasche Cola kaufen. An der Kasse fiel sie im zu Boden. Die PET-Mehrwegflasche hat den Aufprall aus rund 1,5m Höhe unbeschadet überstanden.

Besorgt erkundigte sich mein Kassierer:
Wollten sie die gleich trinken? Dann holen Sie sich doch eben eine neue Flasche, die nicht durchgeschüttelt ist.
Der Kunde entgegnete jedoch nur, dass alles okay sei. Dann bezahlte er, drehte sich um und öffnete die Flasche, um den ersten Schluck noch gleich im Laden zu nehmen.

Tzja...

EINSELF!!! (Na, ihr wisst schon...)

Nein, lieber Kunde, du hast keinen Rechtsanspruch darauf, einen Artikel, den irgendjemand irgendwo abgestellt hat, für den Preis auf dem sich zufällig darunter befindlichen Preisetikett zu bekommen.

Der Flut von Briefen sehe ich gelassen entgegen. Sein Anwalt, das Ordungsamt und auch die Gewerbeaufsicht werden sich zumindest für diesen Fall herzlich wenig interessieren.

In a Row

Eine Kundin stand bei mir an der Kasse und legte ihre Waren auf das Transportband. Nicht alles irgendwie zu einem Haufen zusammengeworfen, sondern jedes Teil einzeln hintereinander an der inneren Begrenzung des Bandes. Wie zum Gänsemarsch bereit lagen dort nun alle Artikel, immer mit ein paar Zentimentern Abstand voneinander, auf der vollen Länge des Förderbandes sauber hintereinander aufgereiht.

Ich muss geguckt haben wie ein Auto, das gerade mal noch von der Abwrackprämie davongekommen ist. Die Stammkundin erklärte nämlich gleich, dass ich sie wahrscheinlich für verrückte halte und dass das nunmal so ein Spleen von ihr sei und dass sie es einfach nicht abkönne, wenn die Waren da auf dem Band wild durcheinanderfallen. Und, dass ich mir nichts weiter dabei denken soll.

Na, gut. :-)

Missverständlich?

Eine Kundin suchte hier im Laden einen bestimmten Artikel, der aber ausverkauft war. Sie sprach mich schließlich an:
Im Regal steht das Produkt XYZ nichts mehr, haben Sie davon im Lager noch etwas?

Nein. Wenn vorne im Laden nichts mehr ist, dann habe ich davon gar nichts mehr vorrätig.

Darum fragte ich, ob Sie mal im Lager gucken können.
War meine Aussage nun so missverständlich? :-O