So hat's zumindest eben ein angetrunkener Mann formuliert als ich ihn rauswerfen wollte. Zu Recht rauswerfen übrigens, schließlich hat er hier Hausverbot. Und spätestens jetzt ist dieses Hausverbot sowas von amtlich - immerhin haben mindestens 20 Kunden sein Geschrei, die Beleidigungen und Drohungen ("Ich zertrete Dir die Fresse!") mitbekommen.
· Wir bekommen Avocados in hartem Zustand geliefert.
· Kunden möchten am liebsten weiche Avocados kaufen.
· Hat man weiche Avocados, wird um den Preis gefeilscht, weil "alt".
In unserem neuen Kühlregal sollen überwiegend zwei Sortimente eine Unterkunft finden: Vegan/Vegetarisch und "Convenience".
Dazu muß ich sagen, daß ich hier eine relativ große Auswahl an Tofu- und Seitanprodukten (Weizeneiweiß) von den Marken Taifun und Wheaty im Angebot habe. Viele Kunden kommen deswegen mitunter sogar aus anderen Stadtteilen her, um diese Artikel bei mir einzukaufen.
Auf der "Convenience"-Seite im Regal sollen sämtliche frischen Fertiggerichte (z.B. die Produkte Kohlkönig, Curryking und andere von Meica), aber auch gebrate Schnitzel, Snacks und Bratwürste angeboten werden.
Eben sagte eine Kollegin zu mir, daß sie viele Veganer kennt, die bei uns Fleischersatzprodukte nicht mehr kaufen werden. Denn genau neben der Bratwurst plaziert wird ihnen beim Anblick der "Kadaver" schlecht. Mein Tipp für solche Leute: Einfach mal aus den gelben Seiten 'nen Psychater heraussuchen... Man kann es nämlich auch übertreiben.
Ich habe überhaupt kein Problem mit Vegetarieren, auch wenn ich selber gerne Fleisch esse, aber diesen radikalen Fanatismus, den manche Extrem-Veganer an den Tag legen finde ich schon arg übertrieben. :wall:
Eine Kundin hat eben Korken abgegeben, denn wir sammeln sie hier und leiten sie im Rahmen der KorKampagne an den NABU weiter.
Manchmal wundert man sich aber schon... zum Beispiel dann, wenn eine Kundin aus Umwelt- und Kranichschutzgründen massenhaft Korken sammelt und diese dann in drei ineinander vertüdelten Plastiktüten abgibt, obwohl eine dafür auch locker ausgereicht hätte...
Manchmal fragt man sich, warum Kunden überhaupt eine Beratung haben wollen, wenn sie dann trotzdem das billigste Produkt (unabhängig von der Qualität!) kaufen.
Eine Kundin wollte eben wissen, was ich ihr für Müllsäcke empfehlen würde. Zur Auswahl standen aus dünner Folie 120l-Müllsäcke, 10 Stück für 1,49€ und 5x240l aus sehr stabilem Material für 2,55€.
Ich kenne beide Sorten und weiß, daß man schon ziemlich behutsam mit der günstigeren Müllsackvariante umgehen muß, um sie nicht zu zerreißen. Gerade bei oftmals starren Tapetenstücken sehe ich da schwarz.
Das sind dann die Momente in denen man das Gefühl hat, die Kunden seien fest davon überzeugt, daß man ihnen nur das teurere Produkt anschwatzen will. :wall:
Wir haben übrigens von unserer Handelsmarke superleckere Bratwürste. Pro Packung mit 6x90g (540g!) für 1,65€ - und damit deutlich günstiger als Markenprodukte. Das sollte keine Werbung sein, aber einfach mal eine Aussage, daß billig auch gut sein kann.
Ein paar Kunden hatten 30 Kisten Beck's für heute bestellt. Mal gucken, ob sie die noch abholen werden. Wenn nicht wird's mich nicht umbringen, das Bier verkaufen wir in einer Woche - aber es wäre trotzdem enttäuschend.
Naja, noch haben sie 136 Minuten Zeit...
Eine Kundin hat heute früh einen seltsamen Einkaufsmix bezahlt: Neben einem großen Haufen Bio-Produkte (Joghurt, Margarine, Wurst, Milch) kaufte sie auch 'ne Handvoll Klatschblätter, die ich ihr überhaupt nicht zugetraut hätte, denn sie paßte eher in das Klischee des alternativen taz-Lesers...
Udo Vetter berichet im LawBlog von Mandanten, die relativ früh ihr Arbeitslosengeld bekommen haben und eine Rate bezahlen möchten.
Mir geht es heute anders: Obwohl schon der 2. des Monats ist, bezahlen sehr viele Kunden mit Kleingeld - normalerweise ein Monatsende-Phänomen. Eigentlich bekommt man ab spätestens dem 30. auffällig viele große Scheine, überwiegend 50er und 100-Euro-Scheine.
Los, Freiwillige vor.
Wer möchte einem Engländer erklären, wie in Deutschland das Pfandsystem funktionert? Und warum er z.B. eine Flasche nicht bei uns abgeben kann, obwohl sie fast genau so aussieht, wie die, die wir verkaufen - mit dem Unterschied, daß seine vom Discounter mit Insel-Pfandlösung ist...
Ein Kunde kam eben auf mich zu: Er hat beim Aufräumen auch Rezepte weggeworfen, von denen er annahm, daß seine Frau sie nicht mehr benötigen würde. Ein fataler Fehler, denn morgen kommen Gäste, denen sie genau das Osterbrunch aus unserem Haushaltsjournal servieren wollte.
Und weil's so schön ist, waren die Rezepte nicht in der aktuellen Ausgabe des Magazins, sondern in der vom letzten Jahr...
Wie schön, daß ich solche Dinge sammle und sorgsam aufbewahre und ihm von "seinen" Rezepten mal eben ein paar Kopien ausdrucken konnte... .
Ladendiebe und andere Kunden, die negativ aufgefallen sind (z.B. durch pöbeln und provozieren), bekommen von mir grundsätzlich ein lebenslanges Hausverbot erteilt.
Ein Kunde kam früher immer mit einem Kinderwagen und wirkte dadurch recht seriös. Bis zu dem Zeitpunkt als uns auffiel, daß unten in der Ablage des Wagens immer ein paar Dosen Beck's Bier lagen, die er aber immer angeblich schon mitgebracht hatte. Ab dem Zeitpunkt waren wir immer, wenn der Kunde kam, gleich in Habachtstellung, so daß wir uns eines Tages sicher waren, daß die Dosen hier aus dem Laden stammten. Die Aktion endete damals ohne Anzeige aber mit dem erteilten Hausverbot.
In den letzten Monaten kam er mehrmals wieder in mein Geschäft. Wenn ich ihn dabei sah, habe ich ihn rausgeworfen und ihn an das Hausverbot erinnert.
Eben war er wieder da. Und nun hat er sich auch eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs eingefangen.
Ich bin mal gespannt, wann er wieder hier auftaucht...
Blick in die Kamera: eine sonst ruhige und besonnene Kollegin fegt durch den ganzen Laden, mit suchendem Blick. Die Erklärung folgt auf dem Fuße, sie kommt ins Büro und berichtet folgendes:
Kundin, mit grimmigem Gesichtsausdruck, kommt um die Ecke:
Sie haben hier ja gar keinen Joghurt ohne alles!
Ich zeige Ihnen gerne unser Angebot. Hier haben wir z.B. den Sparsamen Joghurt Natur in zwei Sorten, auch in fettarm...
Das ist ja wohl eine Frechheit, mir das anzubieten!
(Okay..., ganz locker bleiben, der Kunde ist König) Wir haben hier auch 500g-Becher in Markenqualität, wenn Ihnen das eher zusagen sollte...
Nun werden sie mal nicht unverschämt!
(immer ruhig bleiben und tief durchatmen) Wir haben sonst auch hier noch die kleinen Becher von unserem Bio-Lieferanten...
Was erzählen sie mir von Bio? Joghurt ist immer ein Naturprodukt! Seien Sie nicht so frech!
(Hey, der Kunde ist König, aber es gelten auch noch Menschenrechte. Dienstleister sind keine Fußabtreter! Jetzt gibt's Kontra. Mit einem Lächeln, der besten Möglichkeit, die Zähne zu zeigen) Wenn Ihnen unser Angebot nicht gefällt, dann kaufen sie Ihren Joghurt doch bitte woanders.
Dieser Kundin war offensichtlich nicht zu helfen, da ging es nicht um Joghurt.
Die Chiquitas kosten derzeit bei uns 1,99€. Pro KILOGRAMM.
Und da steht der Kunde an der Kasse und macht minutenlang Streß und mit Diskussionen die Kassiererin verrückt, weil er mehr bezahlen muß.
Ja, klar. Das waren ja auch fast drei Pfund Bananen, die er da hatte... :doh:
Eine liebe, wirklich liebe, sehr alte Kundin, die sich von uns beliefern läßt. Sie ist nicht nur alt, sondern auch schon reichlich schwach und gebrechlich und hat eine sehr, sehr müde Stimme.
Immer, wenn sie ihre Bestellungen telefonisch durchgibt, habe ich Angst, daß sie gleich ihren letzten Atemzug tut...
Vorgeschichte:
Vor ca. 1,5 Jahren ist die Leitung einer Altenwohnanlage für betreutes Wohnen an mich herangetreten, weil die plötzlich keinen "Zivi" mehr hatten, aber dringend eine Möglichkeit benötigten, den Bewohnern Lebensmittel in die Wohnungen bringen zu lassen.
Einer meiner damaligen Aushilfen versuchte damals, sich mit einer "All-Service"-Ich-AG selbständig zu machen. Er verhandelte dann mit der Heimleitung und das Ergebnis war, daß er von denen bezahlt wurde und die Waren bei uns kaufte. Ich hatte damit eigentlich nichts mehr zu tun.
Gerade eben hat eine Bewohnerin der Anlage angerufen:
Bekomme ich heute noch mein Wasser geliefert?
Das kann ich ihnen nicht sagen.
Wieso wissen Sie das denn nicht?
Weil wir damit schon lange nichts mehr zu tun haben.
Liefern Sie denn nicht mehr?
Doch, wir liefern auf jeden Fall noch. Aber der Benny macht das bei Ihnen in Eigenregie.
Aber die Ware kommt doch vom SPAR-Markt?
Das ist richtig.
Dann müssen sie das doch auch wissen!
Nein, ich weiß das nicht. Die haben das immer selber gemacht. Bei uns haben die beiden die Waren abgeholt und dann mit der Wohnanlage abgerechnet.
Können Sie mir denn Wasser bringen?
Das kann ich machen. Kostet dann bei zwei Kisten aber noch vier Euro zusätzlich.
Das sind doch schon zwei Kisten.
Haben Sie denn noch die Telefonnummer von dem Benny? Die hatte ich Ihnen doch mal gegeben?
Nein, die habe ich nicht.
Ich gebe die Ihnen mal, dann können sie das mit ihm selber klären. Die Nummer lautet xxx
Das ist ja schon wieder eine Handynummer.
Eine andere habe ich nicht.
Danke.
[klick]
Sie wirkte nicht sonderlich glücklich, aber sie auch wollte partout nicht verstehen, daß wir nicht diejenigen sind, die sie mit Ware beliefern - auch wenn sie unsere ausgedruckten Angebote an der Informationstafel zu sehen bekommt. Verständlicherweise wollte sie auch keine zusätzliche Liefergebühr ablatzen, denn sie zahlt ja schon eine monatliche Servicepauschale an die Heimleitung.