Ich hörte das Klappern von Bierflaschen. Ein für mich besonders gewohntes Geräusch, da sich Bier exakt in dem Bereich vor meinem (internen) Bürofenster befindet.
Kurz darauf klingelte es an der Leergutklingel.
Ein Typ gab drei Flaschen einer Mate-Limonade ab, die in einer ansonsten leeren Bierkiste steckten.
Ich habe ihm das Geld ausgezahlt. Was hätte ich tun sollen? Niemand hat beobachtet, daß er nicht mit der Kiste reingekommen ist, aber mein Gefühl sagt mir, daß er die bei uns aus dem Markt genommen und sich das Pfandgeld erschlichen hat.
Eine Kundin fragte mich eben, ob ich Werder-Fan sei und Interesse hätte, die Münze von der Meisterschaft zu kaufen. Sie hätte eine abzugeben. Oder ob ich jemanden kenne, der daran Interesse hätte. Meine Azubine ist Fußballfan, aber ich glaube kaum, daß das Angebot etwas für sie ist: "Die Münze kostet jetzt schon überall 400 Euro, aber ich würde sie für 200 Euro abgeben."
Ich weiß ja nicht, wo "überall" ist... im Werder-Fanshop kostet die Silbermünze neu jedenfalls deutlich weniger:
Über Kunden kann man wohl am meisten schmunzeln... Gerade eben war ein Teeny bei mir an der Kasse und hat ein paar Teile gekauft. Erst hat sie relativ lange in einer kleinen, mit Kleingeld gefüllten Seitentasche ihrer Handtasche nach den passenden Münzen gegraben. Nachdem sie dort nicht fündig wurde, zog sie ein kleines Portemonnaie aus der Jackentasche und entnahm dort das (fast) passende Kleingeld. Die letzten fehlenden zwei Cent holte sie mit einem Griff aus einer anderen Jackentasche.
Ich glaube, ich denke zu praktisch. Warum sonst sollte ich unterwegs mein Geld an einer Stelle aufbewahren..?
Jeder Kassenmitarbeiter ist verpflichtet, sich davon zu überzeugen, daß jeder Artikel erfaßt wird - und somit auch, den Inhalt der Einkaufswagen zu kontrollieren.
Oftmals lassen Kunden an der Kasse bestimmte Artikel aus praktischen Gründen im Wagen liegen. Zum Beispiel 14 Flaschen Bier, während eine Flasche auf das Laufband gestellt wird. Ich gebe zu, daß das Sinn macht. Der Kunde spart sich die (doppelte) Packerei und der Kassierer / die Kassiererin braucht die Flaschen nicht alle über den Scanner zu wuppen. Zur Kontrolle haben wir an der Decke Spiegel angebracht, aber meistens geben die Kunden auch den entsprechenden Hinweis auf die Ware im Wagen.
Heute früh wollte ein Kunde zwei Becher Joghurt kaufen. Er stellte einen auf das Förderband und gab mir dann aber ausführliche Hinweise auf den anderen: "Von dem Joghurt habe ich zwei Stück. Wollen sie mal eben gucken? Das sind zwei..."
Ich glaube, in der Zwischenzeit hätte er den Becher zehn mal auspacken können...
Ich guckte wahrscheinlich sehr irritiert, denn immerhin sagte das eben eine sehr alte und ganz liebe Kundin beim Rausgehen zu einer türkischen Mitarbeiterin von mir, die immerhin gerade ihren 60. Geburtstag feierte.
So weit ich weiß, kennen sie sich auch nur vom Sehen hier aus der Firma.
Ein paar junge Leute sind gerade mit einer Videokamera im Laden unterwegs und drehen ein paar Szenen für einen Kurzfilm im Rahmen eines Wettbewerbs ihrer Kirchengemeinde.
"Also wenn ihr in meinem Laden filmt, dann fotografiere ich euch dabei, wie ihr in meinem Laden filmt. Für''s Ladentagebuch."
Eine seltsame Type hat eben nach einem unbedruckten Regaletikett gefragt. Ich hätte es ihm natürlich geben können, hab's aber dann doch lieber gelassen. Wer weiß, was der damit für Merkwürdigkeiten vor hat.
Nicht, daß auf einmal ein Etikett am Regal steckt, auf dem 'ne Flasche Jack Daniels nur noch 1,99€ kostet...
Warum verstehen so viele Leute nicht, daß Leergutbons wie Bargeld zu behandeln sind. Nicht das erste Mal, daß ein Kunde den Zettel verloren hat und einen neuen ausgestellt bekommen möchte.
Wenn der erste Pfandzettel nun irgendwo im Laden liegt und ein anderer Kunde findet ihn und läßt sich das Geld auszahlen, ist diese doppelte Auszahlung direkt mein Verlust.
Ich möchte mal das Gesicht eines Bankangestellten sehen, wenn man hingeht und ihm erzählt, daß man sich 100 Euro aus dem Automaten gezogen, den Schein aber auf dem Weg nach Hause verloren hat - und dann einen neuen als Ersatz (ohne Kontoabbuchung) haben möchte.
Eine Kundin mußte 49 Cent bezahlen und gibt mir drei 20-Cent-Stücke. Als sie auf dem Display die Wechselgeldanzeige "0.11" entdeckt fiel ihr ein, daß sie "ja noch 1 Cent klein" hätte.
"Ein Cent hilft mir nicht, aber neun nehme ich gerne.", sagte ich zu ihr.
Sie gibt mir statt des "Pfennigs" zwei 5-Cent-Stücke, womit ich wieder beim Ausgangsproblem war.
Meine weiteren Erklärungsversuche verwirrten die gute Frau dermaßen, daß sie mir gleich das ganze Kleingeld (also 19 Cent) dalassen wollte...
Drei Mädels im jungen Teeny-Alter stehen vor dem Regal mit türkischen Spezialitäten und wundern sich und lachen über die Dinge, die es dort gibt: "Ihh, sieht ja aus wie ausgekotzt."
Stimmt übrigens. Es war aber nur Auberginensalat im Glas.
Ich fürchte, mir steht noch ein unangenehmer Anruf bevor:
Eine nahegelegene Arztpraxis läßt sich von uns regelmäßig mit Mineralwasser beliefern. Letzte Woche Donnerstag oder Freitag hatte die Sprechstundenhilfe hier angerufen und erneut eine Lieferung in Auftrag gegeben. Das Wasser sollte Montag nachmittag geliefert werden - nur habe ich das leider völlig verschwitzt und mir dann abends auf dem Weg nach Hause fest vorgenommen, die Lieferung ohne weitere Rücksprache am Dienstag zu veranlassen.
Daraus wurde nur leider nichts, weil wir Dienstag sehr viel zu tun hatten und ich meine Knoblauchkapseln vergessen hatte leider gar nicht mehr an die Lieferung dachte, denn der entsprechende Zettel lag noch bei "Montag".
Gestern früh rief ich dann bei der Arztpraxis an, entschuldigte mich und vereinbarte einen neuen Termin. Mittwochs nachmittags sei die Praxis geschlossen, aber am Donnerstag könnte bis 18 Uhr geliefert werden.
Könnte. Wenn ich denn genug Kisten von dieser Sorte Mineralwasser vorrätig hätte. Nachschub kommt leider erst morgen und ich fürchte, ich sollte das mal eben telefonisch mitteilen...
Nachtrag:Stellen Sie sich vor, ein Patient bestellt ein Rezept und ich mach' das erst nach 'ner Woche fertig!
Weiter sage ich jetzt nix.
Ein Stammkunde rief gerade jemandem durch den halben Laden die Frage zu, welche Biersorte er mitbringen soll. Anscheinend war man sich nicht ganz einig, denn die Unterhaltung dauerte bestimmt eine halbe Minute.
Mein Büro ist eigentlich recht hellhörig und so wunderte ich mich, daß keine Antwort seines Gesprächspartners zu hören war. Ein Blick aus meinem verspiegelten Fenster klärte die Situation auf: Er drückte sich ein Telefonhäuschen altes Handy ans Ohr.
Ich vermute, der- oder diejenige am anderen Ende der Leitung hätte ihn auch ohne Telefon verstanden...
Also dreist ist es schon, gleich eine komplette Kiste Bier stehlen zu wollen.
Der Typ hatte sich mit der Kiste im Eingangsbereich postiert und wartete nur auf einen Moment, in dem er schnell nach draußen huschen konnte. Die Ware hat er stehengelassen, aber er selber ist mir leider entwischt.