Eine Kundin beschwerte sich empört darüber, daß Trauerkarten auf unseren Kassenbons als "Glückwunschkarten" ausgewiesen werden.
Das Problem bei den Karten ist, daß der Hersteller Karten mit gleichen Preisen die selbe Artikelnummer verpaßt hat. In unserer Warenwirtschaft wird eine Geburtstagskarte für 1,05 Euro genau so verbucht, wie eine Trauerkarte für den selben Preis.
Eine Möglichkeit wäre, den Artikeltext generell in eine allgemeinere Form zu ändern. Die mir einfallenden möglichen Alternativen gefallen mir aber alle nicht. Nur "Karte" ist zu allgemein (Land-, Busfahr-, Spiel-...) und bei "Ereigniskarte" muß ich dauernd daran denken, daß ich mich direkt ins Gefängnis begeben, aber dabei nicht über "Los" gehen soll.
Weitere Vorschläge nehme ich gerne entgegen.
Nachtrag: So, jetzt habe ich alle Texte auf Grusskarte geändert. Sogar die, die nur den Text GWK statt Glückwunschkarte ausdruckten. Bei den vielen Karten war das echt mühselig. Aber was tut man nicht alles für seine Kunden...
Eine Kundin fragte nach Rosinen. Ich führte sie zum Regal mit den Backzutaten und zeigte ihr die dort vorhandene Auswahl. Entsetzt sah sie mich an und verlangte Bio-Rosinen.
Klar, kein Problem. Haben wir auch. Also zeigte ich ihr unser Bio-Sortiment. Aber auch damit war sie nicht zufrieden: Bio war ihr nämlich zu teuer...
Eine Kundin von uns, die eine nahegelegene Filiale einer Drogeriekette leitet, klagte mir vorhin ihr Leid: Sie hat heute morgen eine Krankmeldung von ihrer heutigen Mitarbeiterin bekommen. So darf sie dann heute alleine in der Filiale arbeiten und muß neben dem Samstagsgeschäft noch die Ware auspacken, die gestern abend geliefert wurde.
Zur Zeit ist das mit den vielen Krankheitsfällen offensichtlich wohl nicht nur bei uns so arg.
"Ja, natürlich.", sprach ich, knüllte ihn zusammen und warf ihn in den Papierkorb.
Ich bin mir nicht sicher, ob sie es wirklich so gemeint hat, wie es sich in meinen Ohren anhörte. Die Frage klang jedenfalls so vorsichtig, als wäre die Kundin in anderen Geschäften schon dazu aufgefordert worden, den Kassenzettel gefälligst mitzunehmen.
Ein ca. 4jähriges Mädchen stand gerade im Laden und steckte seine Zunge raus.
Die Frau, die sich zur ihr hinunterbeugte sah gar nicht so gut gelaunt aus. Im Vorbeigehen hörte ich von ihr Fragmente, die wie "dann gibt es eben gar nichts mehr" klangen.
Na, welchen Wunsch wollte sie der Kleinen wohl nicht erfüllen?
Frau P. läßt sich unregelmäßig von uns mit Ware beliefern. Sie schickt dazu einen Brief, in dem sie all ihre Wünsche niedergeschrieben hat. Sofern sie ein Telefon besitzt, rückt sie ihre Nummer nicht heraus. Und für uns beginnt das lustige Rätselraten darüber, was die gute Frau wohl essen möchte.
Da schreibt sie z.B.
1x Kartoffeln
Harmlos. Da bekommt sie einen Beutel mit 2,5kg Kartoffeln, vorwiegend festkochend. Damit kann man fast nichts verkehrt machen.
3x Müllermilch
Kein Problem. Jeweils einmal Erdbeere, Schoko und Banane.
1x Briefumschläge
C4? C5? Mit Sichtfenster? Da gibt es die klassischen C4.
Ist das richtig, daß alle SPAR-Läden jetzt zugemacht werden?
Nein, da wird nichts zugemacht.
Das haben sie im Radio aber gesagt.
Es werden wirklich keine Läden zugemacht werden.
Da ist das Radio besser Informiert als Sie.
Nein, es werden wirklich keine Läden geschlossen. Zumindest nicht direkt im Zusammenhang mit dem Aufkauf der SPAR durch die EDEKA.
Bei Ihnen in der Nähe hat doch schon ein Laden zugemacht.
Das stimmt. Das ist allerdings auch schon zwei Jahre her und der hatte damals Konkurs angemeldet. Das hat nichts mit der EDEKA zu tun.
Aber sie bleiben?
Ja, auf jeden Fall.
Na, dann bin ich ja beruhigt. Ich dachte schon, ich muß mir nun wieder einen neuen Laden suchen.
Nein, nein. Keine Angst. Wir bleiben hier.
Danke.
Ich wüßte ja zu gerne, was die da schon wieder im Radio berichtet haben. Vielleicht hat die Kundin auch nur in "SPAR verkauft" ein "Läden werden geschlossen" hineininterpretiert...
Ich habe einem unserer Flaschensammler heute den Tipp mit auf den Weg gegeben, doch zukünftig auch Dosen zu sammeln, die kein P-Pfand-Symbol haben. Diese soll er dann gesammelt zu einem der vielen (überwiegend) türkischen Läden bringen, die vor allem Importgetränke ohne Pfandberechnung verkaufen.
Diese Läden sind nämlich verpflichtet, alle Einwegverpackungen in Art und Größe derer, die sie selbst auch verkaufen, zurückzunehmen.
Ich glaube kaum, daß die ihm das Geld freiwillig auszahlen.
Eine Kundin besteht darauf, daß ihr Steuerberater unseren Kassenbon nicht anerkennt, trotz U-St-ID, Geschäftsadresse, ausgewiesener MwSt. und genauer Artikelbezeichnung.
Nach kurzer Diskussion bin ich dann ins Büro getigert und habe ihr die Daten noch einmal sauber auf einen Quittungsblock übertragen.
Und schon war sie glücklich. Ich frage mich nur, was die Aktion gebracht haben soll...
a) Kunden wollen immer genau eine von den Zeitschriften haben, die noch in einem der verschnürten Pakete stecken.
b) Wollen Kunden mehrere Zeitschriften kaufen, so steigt die Anzahl der zu öffnenden Pakete proportional.
Das Problem, das sich aus Punkt b ergibt: Man hat den ganzen Wagen voller loser Hefte liegen, welche sich nur mit noch mehr Sortierarbeit wegpacken lassen...
Eine ältere Kundin versucht dauernd, uns DM-Kleingeld mit unterzujubeln. Nicht viel, immer nur im Bereich bis 20 Pfennige. "Nun nehmen sie schon..! Schließlich schummeln sie ja auch immer..."
Mit "schummeln" meint sie, daß sie von uns mit dem Euro-Kleingeld immer alte DM-Münzen bekommt. Ich möchte nicht abstreiten, daß sowas niemals passieren könnte - aber in den Mengen, wie sie es unterstellt, hätte das auch noch irgendjemandem außer ihr auffallen müssen. Bliebe zuletzt noch die Frage: Wie sollten die Geldstücke überhaupt in die Kasse gelangt sein...
Mehr als drei Jahre nach der Einführung des Euro denken die Leute immer noch in D-Mark. Bei vielen Älteren kann man das ja durchaus verstehen, aber die Kundin, die heute mit ihrer Tochter bei uns im Markt war, war höchstens Anfang Vierzig.
Die Tochter (Teeny) wollte irgendetwas haben, was 6,90€ kostet. Was genau das Mädchen haben wollte, weiß ich nicht. Sie waren schon beim Betreten des Geschäftes am diskutieren und außerdem ist das an dieser Stelle völlig irrelevant.
Jedenfalls hat ihre Mutter ganz entsetzt aufgerufen:
"Das sind ja 14 Mark."
Warum geht das nur nicht aus den Köpfen der Leute raus..?
Ich habe kein Problem damit, Kunden mein fast uneingeschränktes Entgegenkommen zu demonstrieren. Oft genug habe ich z.B. einfach irgendwelche Packungen geöffnet und den Kunden / die Kundin probieren lassen oder um die Artikel zu testen. Besondere Freude macht es, wenn die Kunden diesen Service auch tatsächlich als außergewöhnlich anerkennen und zu schätzen wissen.
Vorhin hat ein Kunde eine Packung Mono-Batterien für seine Taschenlampe gekauft. Billigmarke, aber für gelegentlichen Gebrauch sicherlich ausreichend. Die Lampe funzelte leider nur ziemlich müde und er hat die Schuld daran den Batterien angelastet.
Da im Zweifelsfall der Kunde immer Recht hat und ich bei billigen Batterien tatsächlich schon einmal erlebt habe, daß sie nicht sonderlich gut sind, habe ich eine zweite Packung geöffnet und die Lampe mit den Zellen bestückt. Auch diesmal leuchtete die Glühlampe nur sehr schwach.
Das Gewinde der Birne war reichlich korrodiert und ich sagte dem Kunden, daß das Problem mit der Stabtaschenlame wahrscheinlich daran liegen dürfte, weil der Strom nicht gut fließen kann. (Da war 'ne fette Oxydschicht am Gewinde!)
Das wollte er aber leider nicht wahr haben und bestand darauf, daß sie immer hell geleuchtet hätte.
Nun setzte ich alles auf eine Karte und habe eine Packung Varta High-Power Premium-Batterien geöffnet. Mit dem Ergebnis hatte ich gerechnet: Nach wie vor taugte die Taschenlampe nicht einmal zum lesen unter der Bettdecke.
Ich glaube, er wollte es einfach nicht wahrhaben, daß seine tolle Latüchte nicht mehr in sonderlich gutem Zustand ist... er packte seine Sachen zusammen und ging mürrisch raus. Ein Wort des Dankes hätte schon viel geholfen, immerhin hatte ich extra für ihn zwei Packungen Batterien geöffnet...