Skip to content

Tzzz...

Durch unseren Umbau bedingt, liegen unsere Soja- und Gluten-Produkte (Vegane Bratlinge in dutzenden Variationen als Fleischersatz) nicht mehr in einer eigenen flachen Kühltruhe, sondern teilen sich ein Kühlregal mit Convenience-Produkten. Die rechte Hälfte des Regals besteht ausschließlich aus Vegetarischem, die linke Seite ist gefüllt mit Frikadellen, Bratwürsten und Fertiggerichten (Chilled Food).

Einige Veganer haben mich nun schon regelrecht dafür beschimpft, daß das einfach nur ekelig sei und sie hier nicht mehr einkaufen werden. Wenn sie die "Kadaver" sehen müssen, würde ihnen schlecht werden.



Leben und leben lassen... Ich schrieb ja schon einmal darüber.

Da wir durch die neue, deutlich übersichtlichere Plazierung auch belegbar mehr Umsatz mit diesem Sortiment machen, werde ich auf ein paar meckernde Leute keine Rücksicht nehmen. Eine Lösung, die allen gefällt, wird es niemals geben.

Das andere Rechts!

Eine Kundin ruft die Frage ins Lager hinein, wo wir denn ein bestimmtes Bier stehen hätten. Das Bier steht auf einem Sonderaufbau direkt an der Lagertür, vom Lager aus gesehen auf der linken Seite.

Ich rief der Kundin zu, daß das genau rechts von ihr stehen würde. Sie dreht sich nach links um, sucht natürlich vergeblich, läuft suchend den Gang entlang und hatte schon einige Meter zurückgelegt, bis ich sie ansprechen konnte um ihr zu zeigen, daß ich die andere Seite meinte.

Mißglücktes Fax

Ein Kunde fragte, ob er von hier aus ein Fax verschicken dürfte. Klar, kein Problem. Normalerweise. Kann ja auch keiner ahnen, daß das nicht funktioniert. Im Sendebericht stand "Keine Antwort". Der Kunde ist weg, das Fax nicht. Hmm.
Vielleicht war die Nummer ja falsch. Ich werde die Versicherung jetzt im Web suchen und dann das ganze an eine definitiv gültige Faxnummer senden.

Kostenübernahmeerklärung

Ein Kunde hat mit einer von der Stadt Bremen ausgestellten sogenannten "Kostenübernahmebescheinigung" eingekauft. Ich bin mir nicht sicher, wie lange er von den gut 60 Euro leben sollte - jedenfalls war, wie allgemein üblich, auf dem Schreiben vermerkt, daß die Leistung nur für "Nahrungsmittel ohne Alkohol, ohne Tabak" gilt.

Er hat den gesamten Betrag in Red Bull investiert.

Vermeintlicher Müllsackdieb

Hier in Bremen gibt es von den Entsorgungsbetrieben für 5,50€ spezielle Müllsäcke, die u.a. auch bei mir zu bekommen sind und regulär mit der Müllabfuhr entsorgt werden, wenn man sie gefüllt an die Straße stellt.

Ein Kunde hat sich einen Müllsack aushändigen lassen und ist damit seelenruhig durch den Eingang nach draußen marschiert. Ein Mitarbeiter beobachtete dies zufällig. Auf den Adrenalinstoß folgte ein Sprint und ein Sprung über die Schranke. Zum Glück klärte sich die Situation schnell auf: Der Kunde hatte den Sack schon vorher an der Kasse bezahlt und war dann - verständlicherweise - einfach so rausgegangen... ;-)

Glückspfennig

Dialog an der Kasse zwischen einer älteren Stammkundin und mir:

22,21 sind das dann bitte. Lustig... fast 'ne Schnapszahl.

Na, den einen Cent hätten Sie doch auch noch irgendwo herkriegen können.

Ich habe daraufhin scherzeshalber einfach einen Cent auf eine Warengruppe gebucht.

Okay, nun sind das 22,22.

Die Kundin grinst und gibt mir 25,22 Euro.

Dann gibt es selbstverständlich drei Euro und einen Cent zurück.

Den einen behalten Sie mal. Als Glückspfennig.

Also... sie müssen nicht. Das war nur ein Scherz.

Ist klar. Behalten Sie den trotzdem.

So macht die Arbeit richtig Spaß. ;-)

Al Capone

Für einen bestimmten Kunden besorge ich immer vom Großmarkt eine bestimmte Sorte der Al Capone Cigarillos. Vor drei Wochen habe ich leider die falsche Sorte erwischt, die beiden Kartons aber trotzdem einfach mit an die Kasse gestellt. Ich dachte mir, daß sich - wie fast bei jedem Artikel - schon irgendein Kunde dafür finden wird. Tatsächlich wurden es im Laufe der Tage immer weniger Packungen.

Nun hat ein Kunde bei mir an der Kasse genau so ein Päckchen bezahlt:

Ach, SIE haben die alle gekauft..? :-)

Naja, alle wohl nicht. Aber fast.

Das war nämlich reiner Zufall, daß ich die habe. Normalerweise bringe ich die "Sweets" für einen anderen Kunden mit und hatte mich da mal vergriffen. Aber offensichtlich war das gar nicht so schlimm.

Nee, das war gut.

Ich kann Ihnen die auch gerne wieder besorgen. Das ist kein Problem, die dann regelmäßig dazuhaben.

Das wäre schön. Dann kann ich die immer hier kaufen.

...und wieder ein glücklicher Kunde. :-)

Undank ist der Welt Lohn

Eine namentlich bekannte Stammkundin hatte zu wenig Geld dabei, um ihren Einkauf bezahlen zu können. Wir haben sie dann trotzdem die Waren mit nach Hause nehmen lassen. Später sollte sie wiederkommen und ihre Schulden begleichen.

Sie kam auch wieder, aber sie wollte unbedingt bevorzugt behandelt werden. Es standen zwar fünf andere Kunden an der Kasse, aber sie bestand darauf, daß sie "auch schon als Kassiererin gearbeitet hätte" und schließlich die Arbeitsabläufe kennen würde und deshalb ein Vorrecht hätte. Wir durften uns geradezu von ihr beschimpfen lassen dafür, daß wir sie nicht bevorzugt behandelten. Dies wäre allerdings ausgesprochen ungerecht gegenüber den Wartenden gewesen.

Manche Leute haben echt Probleme. Erst kommt man denen so sehr entgegen und dann sowas. :-(

Notfall-Einsatz

In diesen Minuten spielen sich hier fast dramatische Szenen ab. Ein Kunde ist, wahrscheinlich in Folge eines epileptischen Anfalls, umgestürzt und wohl sehr stark mit dem Kopf auf ein Regal und/oder den Fußboden aufgeschlagen. Er lag dort, krampfte am ganzen Körper und war zeitweise schon im Gesicht blau angelaufen.
Inzwischen sind außer den drei Sanitätern auch ein Notarzt und sein Helfer hier mitten im Laden zugange.
Der Mann ist zeitweise zumindest scheinbar ansprechbar gewesen und versucht auch, aufzustehen, wirkt aber extrem benebelt. Ich vermute, daß er sich eine nicht unbedeutende Gehirnerschütterung zugezogen haben wird. Die Beule auf seiner Stirn war eine deutlich sichbare Erhebung, die ich nicht mehr nur als "Schwellung" bezeichnen würde.

Die Sanis haben den Herren zwangsläufig auf einer Trage mitgenommen. Ein unangenehmer Einstieg in ein ruhig geplantes Pfingstwochenende.

Nachtrag:



Wir haben gerade seine Mütze gefunden. Es könnten natürlich auch... ähm... sagen wir mal so, "andere" Gründe als Ursache für seinen k.o. zumindest anteilig in Frage kommen. ;-)

Haken

Das macht dann 12,74 Euro, bitte.

Ich wußte es... Die Sache hat 'nen Haken.

Allerdings. Ohne Moos nix los. ;-)

Guten Morgen

Ein Kunde klingelt an der Leergutannahme.

Hallo.

Morgen.

Ahh, ja. ;-)

Zahlungskräftig

Manche alten Leute sind seltsam. Frau K. ist auch alt, aber dafür besonders seltsam.

Sie mag nicht mit ec-Karte zahlen. Sie hat zwar eine und kennt auch ihre Geheimzahl - aber sie hat Angst davor, daß wir ihre Geheimzahl speichern, ihre Karte entwenden und das Konto plündern. Vor diesem PIN-Klau warnen die Medien Klatschmagazine ja auch oft genug.

Ihre Kontoauszüge zeigt sie mir dagegen ohne Skrupel. Ich find's ja schön für die alte Dame, daß sie mehrere zehntausend Euro hortet, aber sie braucht mir nicht zu beweisen, daß sie wirklich zahlungskräftig ist.

Fangfrage

"Sind Sie hier hinten?", wollte eine Kundin mit einem Korb voller Pfandflaschen an der Leergutannahme wissen.

Keinen Dunst, was sie für eine Antwort erwartete. Das ganze erinnerte aber irgendwie an "Fliegen Sie auch mit diesem Flugzeug?" ;-)

Alte Pfandbons

Regelmäßig fragen besorgte Kunden, ob sie mehrere Tage alte Pfandbons noch einlösen können.

Natürlich können sie das. Aufgrund der Besorgnis vermute ich, daß es in vielen Läden anders ist. Dabei stellt sich mir nur die Frage, mit welcher Begründung dort die Kunden abgezockt werden. Nur, damit abends eine (interne!) Leergutabrechnung genau paßt?

Tut mir Leid, dafür habe ich kein Verständnis.
Andererseits: Wenn die anderen sich weiterhin so gegenüber ihren Kunden verhalten, bleibt mein Laden eine grüne Oase in der Servicewüste... :-)

Flotter Otto

Eine Kundin berichtet, daß sie von einem bestimmten Produkt immer wieder Durchfall bekommen würde.

Da andere Kunden sich darüber nicht beschweren, wir aber relativ viel davon verkaufen, würde ich darauf tippen, daß eine persönliche Unverträglichkeit ihrerseits gegenüber wenigstens eine der Zutaten vorliegt.

Aber wieso regelmäßig? Ich meine... da würde ich doch mal langsam aufhören, das Zeugs zu futtern... ;-)