Eine Frau kam eben mit einem Kostenübernahmeschein der Stadt Bremen hier an. Für insgesamt 40,- Euro durfte sie "Lebensmittel" einkaufen. Tabakwaren wurden zwar nicht ausdrücklich ausgeschlossen, aber ich finde es schon krass, wenn diese Person von dem Geld dann gleich für über 10 Euro drei Tabak-Päckchen kauft. Auf diese Weise wollte das Land den sozial schwachen Einwohnern wahrscheinlich nicht unter die Arme greifen.
Was mich betrifft: Hätte ich es verweigern sollen?
Musik: Shaznay Lewis - "Never Felt Like This Before"
Selbst wenn die Schranke zugesperrt und das "Kasse geschlossen"-Schild aufgestellt ist und man mit drei Leuten dabei ist, Ware zu packen, während das Förderband mit Pappe und Kartons vollsteht...
...schleicht sich ganz bestimmt eine Kundin so an, daß es niemand bemerkt und packt ihren kompletten Einkauf auf das Kassenband. :doh:
Wenn eine Kundin zu 13:30 Uhr eine größere Menge Brötchen bestellt und dann um kurz vor 13 Uhr auftaucht, ein langes Gesicht macht und mächtig unfreundlich wird, weil die Brötchen noch nicht wie gewünscht zusammengestellt sind und sie deswegen warten muß, dann...
...kann sich jeder selber ausmalen, was ich denke.
Eine Mutter war gerade mit ihrer ~4jährigen Tocher im Laden. Die Kleine gab permanent seltsame Geräusche von sich, die nicht nur entfernt an eine verhaßte bekannte Amphibie erinnerten.
Eine Kundin klärte gerade eine Mitarbeiterin an der Kasse darüber auf, daß die Musikberieselung hier im Laden einen verrückt macht und sogar körperliche Schäden hinterläßt. Sie solle dies auch unbedingt ihrem Chef mitteilen, denn das seien hier einfach unzumutbare Arbeitsbedingungen.
"Unzumutbar" wäre es für mich und die meisten Mitarbeiter übrigens, wenn gar keine Musik mehr laufen würde.
Es gibt/gab zum Thema Musikberieselung auch eine Website, die ich leider nicht mehr wiederfinde. Bei meiner Suche bin ich allerdings auf etwas Anderes gestoßen: Ute Nyssen von der Zeitung Freitag schreibt in ihrem Bericht folgendes:
[...] Supermarkt-Filiale [...] Als ich mich an den Fialialleiter wende, ob er die Musik nicht abstellen könne, klärt er mich auf, dass zwar mehr als die Hälfte der Kunden keine Musik wünsche, dass er diese Publikumsmeinung auch der Zentrale weitergegeben habe, dass aber nichts zu machen sei, der Supermarkt erhalte nämlich Geld dafür von einem Musikkonzern! Ich würde ohne Musik mehr kaufen, eile aber jetzt nur mit dem Nötigsten davon. Gar keine Musik, das wäre ja das Paradies, sagt auch der Filialleiter. Andere Verkäufer stimmen seufzend zu. Wie ausgelaugt und zermatscht man nach so einem Musiktag sein dürfte, ist vorstellbar - eigentlich wäre es Aufgabe der Gewerkschaft, auch dieser Gefahr am Arbeitsplatz vorzubeugen.
Zu diesem Text möchte ich anmerken:
1. In vielen Büros, Werkstätten und Baustellen laufen Radios. Es könnte natürlich angehen, daß die entsprechenden Mitarbeiter allesamt etwas masochistisch veranlagt sind - ich tippe allerdings eher darauf, daß sie erkannt haben, daß mit Musik die Arbeit einfach angenehmer ist.
2. ICH bekomme kein Geld von einem Musikkonzern für die Musik. Ich zahle sogar Geld an POS-Radio.
(Hallo, Musikkonzerne! Zaunpfahl schwenk!!!)
3. Ausgelaugt und zermatscht sind wir auch alle abends. Das dürfte allerdings an der Arbeit an sich liegen.
Ein Paar mit Kinderwagen, vermutlich Touristen, ist gerade beim Einkauf. Während sie die Sachen zusammensucht, tigert der stolze Papa mit einer Videokamera hinterher und filmt das alles.
Wäre auch nicht wirklich problematisch, wenn er sich dabei auf den Einkauf an sich und seine Familie beschränken würde. Daß er aber auch Mitarbeiter - natürlich ungefragt - während der Arbeit filmen mußte, fanden diese allerdings verständlicherweise nicht so lustig.
Beim Kauf von drei Packungen Dove Caramel Waves (und dem anschließenden Ausschneiden und Einschicken der Sammelpunkte) bekommt man einen Gutschein für eine Ausgabe der Frauenzeitschrift "Brigitte" oder "Für Sie".
Eine Kundin wollte eben zwar keine Zeitschrift, aber dafür einen wertmäßig dem einen Drittel Anteil entsprechenden Preisnachlaß auf den einen Beutel Dove haben. Nööö, so funktioniert das Spielchen leider nicht.
Eine aufgebrachte Kundin hat gerade angerufen und sich bitterböse darüber beschwert, daß die soeben gekaufte Milch nur noch drei Tage haltbar sein würde. Ansonsten hätte sie immer 2-3 Wochen Restlaufzeit.
Nach über drei Minuten Telefongespräch, inzwischen drohte sie schon damit, hier zukünftig nicht mehr einzukaufen, klärte sich die Situation auf: Vom Datumsaufdruck 05.09.05 hat sie die erste "05" vorsichtshalber komplett übersehen und den Rest als "9. Mai" interpretiert...
Eine Kundin (Alter unbedeutend) hat eben zwei Kisten Leergut zurückgebracht und mir mitgeteilt, daß sie nicht mehr beliefert werden möchte, weil ihr das einerseits zu teuer wird und sie andererseits auch keine Lust hat, jeweils einen Nachmittag nutzlos zu Hause zu sitzen und auf die Lieferung zu warten.
Beides Faktoren, die man natürlich bedenken sollte, wenn man sich Waren ins Haus liefern läßt.
In vielen Baumärkten und Kauf- und Warenhäusern werden mir regelmäßig an der Kasse Kundenkarten angeboten. Die Aussicht auf ein paar Prozent Rabatt ist zwar ganz verlockend, aber wiederum nicht so sehr, daß ich, für den Fall, daß ich mal wieder aus gerade dem Geschäft etwas kaufen möchte, eine ganze Batterie von Kundenkarten mit mir herumschleppe. Also lehne ich meistens dankend ab.
Warum so viele Kunden in der selben Art unsere Rubbelkarten verweigern, ist mir schleierhaft. Ein Feld freikratzen und mit etwas Glück kann man sofort irgendwas leckeres mitnehmen - ohne jegliche Verpflichtungen... aber die Leute haben, glaube ich, Angst, sie würden hier mit einer neuen Waschmaschine und einem Spar-Abo für Klingeltöne oder die spannende Wochenzeitschrift "Frau von Heute" rausgehen.