Es ist mir ja immer wieder ausgesprochen suspekt, wenn Leute Waren umtauschen wollen, für die sie keinen Kassenbon besitzen und die sie auch nicht beim Betreten des Marktes z.B. an der Kasse vorgezeigt, sondern einfach mit 'reingebracht haben.
Die Kundin eben hatte eine Flasche Flüssigwaschmittel und wollte von der selben Marke nur einen anderen Duft haben. Mein erster Blick in solchen Fällen geht zum Regal. Das war aber bis oben hin voll - also wohl kein Betrugsversuch.
Ich habe auch schon anderes erlebt: Vor Monaten wollte eine offenbar Drogenabhängige zwei Packungen Staubsaugerbeutel (je ca. 10 Euro!) umtauschen - gegen Bargeld natürlich, weil "falsch gekauft". Im Regal fehlten genau diese beiden Packungen. Sie hatte weder einen Kassenbon dafür, noch konnte sie sich erinnern, wann und an welcher Kasse sie die Beutel angeblich bezahlt hatte. Nachdem ich ihr nach einiger Diskussion ein Datum entlocken konnte, habe ich am entsprechenden Tag das Kassenjournal durchgesehen. Wie ich erwartet hatte, war kein Verkauf von Staubsaugerbeuteln darauf verbucht. Ich habe die beiden Pakete einbehalten, die Elfriede hat sich mürrisch getrollt und ich habe nie wieder etwas von ihr gehört. Hätte sie die Beutel gekauft gehabt, wären übrigens auch die Warensicherungsetiketten entfernt, bzw. entwertet worden. Das war ein definitiver Betrugsversuch und seitdem bin ich bei "unangemeldeten" Umtauschbegehren ziemlich leicht mißtrauisch...
Meistens fällt es einem wahrscheinlich gar nicht auf...
Einen älteren Kunden, der täglich mindestens einmal hier im Geschäft war, habe ich seit bestimmt 1-2 Wochen schon nicht mehr gesehen. Ein markanter Kunde, ein sehr netter Herr, der sich immer relativ lange im Laden aufhält und mir fast immer auffällt.
Anruf einer Kundin, die "vor ein paar Minuten" eine Guthabenkarte bezahlt hat, sie aber hier an der Kasse vergaß.
Nachdem ich mich bei den Kollegen durchgefragt hatte, konnte ich ihr die beruhigende Nachricht mitteilen, daß die Karte hier liegengeblieben ist und sie die einfach rausholen soll, sobald sie Zeit hat.
Irgendwie kam mir dann zum Glück die Idee, daß ich die Karte auch einfach selber aufrubbeln und die Geheimzahl telefonisch durchgeben könnte.
Eben waren ein paar ganz in schwarz gekleidete Herren von der Polizei hier. In der Nebenstraße soll es wohl eine Razzia oder Hausdurchsuchung gegeben haben.
Offensichtlich war nach oder vor dem Einsatz eine Stärkung notwendig. Aber das war schon ein merkwürdiges Gefühl, als die hier reinkamen...
Drei Typen, denen ich potentziell mit meiner Videoanlage auf Schritt und Tritt folgen würde, haben sich eben in aller Ruhe einen Einkaufswagen mit allerlei Waren gefüllt.
Sie sind dann auch tatsächlich zur Kasse gegangen, haben die Waren aufs Band gelegt und "ganz normal" eingekauft. Bezahlen wollten sie mit einer ec-Karte. Nur an der Geheimzahl scheiterte die ganze Aktion.
Was soll man davon halten? Ich neige ja zu der Annahme, daß die Karte jemandem anders gehört.
An unserer Pinwand klebte eben ein Zettel mit einem -ähm- etwas merkwürdigen Symbol darauf.
Der Text darunter:
Kosmisches Schutzsymbol "Anandara"
Dieses Symbol ist zur Auflösung der Chemtrails und bietet Schutz vor dem Aluminium-Barium-Gemisch. Die Reichweite beträgt 5400m. Ihr könnt es in Häuser, Gärten, Autos, in Wälder, Seen, Flüsse etc. legen.
Gerne kann das Symbol kopiert und verteilt werden.
(...in Flüsse und Seen?!?)
Sorry, Ich kann mit solchem Esotherikkram NIX anfangen...
Eine Kundin brauchte un-be-dingt eine Quittung, weil ihr Steuerberater die Kasenbons wohl offensichtlich nicht haben möchte.
Auf unseren Kassenbons steht zwar alles drauf, was auch auf eine Quittung gehört - nämlich die Artikelbezeichung, Menge, Preis, ausgewiesene Mehrwertsteuer und unsere komplette Anschrift - aber sie wollte auf jeden Fall einen Quittungszettel haben und ließ sich nicht davon überzeugen, daß der Bon ausreichend sei.
Wir haben dann einen Blanko-Quittungsbeleg vom Block genommen und den Kassenbon darangetackert. Und schon war die Kundin wieder glücklich.
Ich frage mich nur, was die Aktion gebracht haben soll...
Erklär' doch mal einer den beiden 4jährigen Kindern, die den billigen Schmand kaufen sollen und mir als Muster einen Deckel von einer Schmand-Sorte, die ich nicht kenne (Penny-Eigenmarke, vermute ich) vor die Nase halten, daß unsere Eigenmarke zwar anders bedruckt, aber inhaltlich identisch ist.
("Wir sollen den mitbringen, den gibt es hier...")
Ich freue mich immer, wenn ich ältere Menschen sehe, die sich nicht gegenüber allem verschließen, sondern auch offen für Neues sind. Das gilt für alle Bereiche, also auch Handy und Computer.
Eben habe ich mit einer älteren Kundin gesprochen, die einfach mal ganz allgemein die Spezialitäten aus unserem Fernost-Regal erklärt haben wollte. Sie kannte vieles davon gar nicht und wußte dementsprechend auch nicht, was man damit anfangen soll. Sicherlich wird sie jetzt nicht jeden Tag den Wok anwerfen, aber immerhin war sie sehr interessiert und hatte nicht eine "Kenn' ich nicht, eß' ich nicht"-Einstellung. Sehr positiv.
Der "kleine Plausch zwischendurch" wird extrem anstrengend und verliert teilweise auch seinen Witz, wenn man es drei mal laut vor allen anderen Kunden wiederholen muß, weil der Kunde/die Kundin stark schwerhörig ist.
Verständlich, daß man so oft davon hört, daß alte Menschen vereinsamen... :thinking:
Auffällig: Wir haben heute außergewöhnlich viel Tiefkühlpizza verkauft. Zumindest für den Zeitraum von 7-10 Uhr fand ich das extrem. Essen die denn heute alle Pizza zum Frühstück?!?
Sehr löblich: Eine ältere Kundin hat ihr Geld und ihre Papiere in einer Umschnall-Tasche direkt am Körper vor dem Bauch unter ihrem verschlossenen Mantel getragen.
Viele Senioren (und nicht nur die...) lassen ja ihre Wertsachen schlimmstenfalls in einer offenen Tasche im Einkaufswagen liegen. Wenn man so viele Portemonaie-Diebstähle gesehen hat, freut es einen ja schon, wenn die Leute ihr Geld wenigstens irgendwie kontrolliert unter Verschluß aufbewahren.
Dieser eine Kunde war wieder da.
Er hat wieder nur eine Packung Küchentücher gekauft und sein Kleingeld in der Hosentasche in ein Blatt Küchenpapier eingewickelt aufbewahrt.