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Joghurtnatur

Blick in die Kamera: eine sonst ruhige und besonnene Kollegin fegt durch den ganzen Laden, mit suchendem Blick. Die Erklärung folgt auf dem Fuße, sie kommt ins Büro und berichtet folgendes:

Kundin, mit grimmigem Gesichtsausdruck, kommt um die Ecke:

Sie haben hier ja gar keinen Joghurt ohne alles!

Ich zeige Ihnen gerne unser Angebot. Hier haben wir z.B. den Sparsamen Joghurt Natur in zwei Sorten, auch in fettarm...

Das ist ja wohl eine Frechheit, mir das anzubieten!

(Okay..., ganz locker bleiben, der Kunde ist König)
Wir haben hier auch 500g-Becher in Markenqualität, wenn Ihnen das eher zusagen sollte...

Nun werden sie mal nicht unverschämt!

(immer ruhig bleiben und tief durchatmen)
Wir haben sonst auch hier noch die kleinen Becher von unserem Bio-Lieferanten...

Was erzählen sie mir von Bio? Joghurt ist immer ein Naturprodukt! Seien Sie nicht so frech!

(Hey, der Kunde ist König, aber es gelten auch noch Menschenrechte. Dienstleister sind keine Fußabtreter! Jetzt gibt's Kontra. Mit einem Lächeln, der besten Möglichkeit, die Zähne zu zeigen)
Wenn Ihnen unser Angebot nicht gefällt, dann kaufen sie Ihren Joghurt doch bitte woanders.

Dieser Kundin war offensichtlich nicht zu helfen, da ging es nicht um Joghurt.

(PS: Das Leerzeichen im Titel fehlt bewußt.)

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Comments

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björn on :

Also ich finde, auch als Dienstleister muss man sich so ein Verhalten der Kunden nicht gefallen lassen. :-| Ja ich weiß das kann mich nicht machen, aber ich glaube da würd ich der Dame freundlich aber energisch die Meinung sagen. Das ist ja schon eine Frechheit wie die auftrat. Ich habe das Gefühl einige denken echt, sie könnten sich alles erlauben.

Was wollte sie denn jetzt eigentlich? Ich versteh die Dame nicht, es gab doch Joghurt ohne alles, oder nicht?

Calvados on :

Deshalb wäre ich als Verkäufer total fehl am Platz. Mir wäre der Kragen schon bei der Antwort "Das ist ja wohl eine Frechheit, mir das anzubieten!" wegen des 'dicken Halses' geplatzt. Was lerne ich daraus: ich mach den Job mit Blechtrotteln weiter, die sind stumm und gelegentlich störrisch, aber damit kann ich gut leben ...

Woo on :

Ich habe selbst im Zusammenhang mit den Blechtrotteln gelegentlich solche freundlichen Kunden.. aber ich lasse diese recht schnell wissen, dass ich nicht gewillt bin, wegen der drei Euro fuffzig die ich an ihnen verdienen werde, in den Arsch zu kriechen. Dann werden sie entweder freundlicher oder gehen. Beides loest mein Problem.
(gerade in einem Supermarkt schaetze ich mal, dass ein vergraulter Kunde nicht wirklich weh tut.. erst recht nicht SO ein Kunde.)

Holger on :

Habe mal in einem Laden ein Schild hinter dem Tresen hängen sehen, das mich sehr beeindruckt hat. Da stand zu lesen:
"Der Kunde ist König, OK - aber ich bin kein Leibeigener!"
Das trifft's und ich weiß, wovon ich rede, schließlich war ich auch mal 13 Jahre im Einzelhandel tätig.

friends of carlotta on :

Na, da ham wir sie ja, die geballte Servicewüste Deutschland. Auf einen Schlag. Kunden behindern einen eben nur beim - zutreffendes bitte ankreuzen - Büroschlaf, Geldverdienen, Regal einräumen etc.

Sollten wir hierzulande irgendwann mal die ghandische Ansicht verinnerlichen, das der Kunde der einzige Grund der aufgenommenen Geschäftstätigkeit ist, wird es uns möglicherweise irgendwann auch mal besser gehen.

cs on :

jetzt warte ich nur noch auf einen kommentar über das service-paradies usa. schon mal in den usa gewesen? nein? dachte. ich.

service-paradies my ass.

marcc on :

@foc: Es ist andersherum. Wegen der Servicewüste Deutschland haben es sich einige Kunden damals angewöhnt gleich unfreundlich daherzukommen. Denn dann wurden die Kellner und Verkäufer plötzlich hilfsbereit. Wer nett war, galt bei denen als freundlicher Idiot, den man nicht ernstnehmen muss und den man mal warten lassen kann.

Allerdings stimmt das mit der Servicewüste Deutschland aus meiner Erfahrung so nicht mehr. Denn seitdem der Begriff (von wem eigentlich?) geprägt wurde sind einige Jahre nicht ganz spurlos vergangen.

Wenn aber jetzt ein klassisch konditionierter Kunde auf von Haus aus hilfsbereites Personal trifft, dann geht das natürlich schief.

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