Bislang haben wir jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit weihnachtliche Motive zum Ausmalen für die Kinder ausliegen gehabt. Wer das Bild abgegeben hat, bekam eine kleine Überraschung und die ausgemalten Bilder bekamen für einige Wochen einen Platz an einer Wand hier im Laden.
Auch dieses Jahr lag wieder ein dicker Stapel A3-Bögen zum Mitnehmen hier auf dem Packtisch. Die Ausbeute der zurückgegeben Bilder ist dieses Jahr allerdings recht dürftig. Gerade mal zehn Bilder gab es bislang zurück. Entweder liegt es an dem geänderten Motiv oder die digitale Entwicklung hat überhand genommen und die Kids versuchen immer noch, die weißen Flächen auf den Bögen via drag & drop zu füllen... :)
Eine Kundin wunderte sich an der Kasse über einen "Kasten", der dort seit einigen Monaten steht. "Das ist das Lotto-Gerät", antwortete einer meiner Mitarbeiter.
Die Frau überlegte einen Moment und antworte dann, dass, wenn man hier ja nun zusätzlich auch noch Lotto spielen könne, sie wohl zukünftig hier nicht mehr einkaufen kommen wird, da ihr die Wartezeiten an der Kasse wohl zu lange werden würden.
Die Kundin hinter ihr, die das Gespräch mitbekommen hat, sah sie recht mitleidig an: "Lange Wartezeiten? Mir geht das hier manchmal sogar zu schnell. Da kommt man gar nicht mit einpacken nach..."
Die einen so, dier anderen so. Ich fasse die Aussage der letzten Kundin übrigens als Kompliment auf. :)
Nachtrag: Zitat "Selbst an der Kasse sehen die Mitarbeiter uns erst in die Augen, bevor die Artikel gescannt werden. Wenn man dann noch als Kunde mit einem authentischen Lächeln verabschiedet wird, denkt man fast an eine versteckte Kamera." Wir haben für unsere außerordentliche Freundlichkeit an der Kasse einen Servicepreis bekommen. :)
Nachtrag 2: Wir haben an der Kasse einen speziellen Service, wir helfen beim Einpacken, wenn der Kunde es wünscht.
Zu diesem Zweck kassiert die Kassiererin einfach stehend in die bereitgehaltene Einkauftasche oder Tüte. Es handelt sich bei dem obigen Zitat also tatsächlich um ein Kompliment dieser Stammkundin. :)
Eine gute Stammkundin suchte als Backzutat: Ammoniak
Sie hat es angeblich vor zwei oder drei Jahren schon einmal bei mir bekommen und würde es jetzt gerne wieder für ihre Weihnachtskekse verwenden.
Ich habe leider keine Idee, was sie tatsächlich gemeint haben könnte. Von den gängigen Backtriebmitteln hat sie dann Hirschhornsalz mitgenommen.
Sie kauft schon lange bei uns ein. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann sie mir zum ersten Mal hier im Laden begegnet ist, aber sie ist seit dem eine mehr oder weniger regelmäßige Kundin von mir. Unter anderem hat sie bei ihren Besuchen hier im Markt immer die billigen Toastwaffeln unserer Eigenmarke gekauft.
Eines Tages waren die Waffeln komplett ausverkauft und da fiel sie uns zum ersten Mal richtig auf. Sie stand vor dem leeren Regal unterstellte uns, dass wir sie verhungern lassen wollten. An weitere Details kann ich mich nicht erinnern, da dies schon mindestens zwei Jahre her ist und damals nicht weiter von Bedeutung war.
Was vorhin geschah:
Sie war wieder da.
Sie stand an der Kasse und bezahlte gerade einen Tee aus Fairem Handel, als ich sie darauf ansprach, ob ihr eigentlich schon einmal aufgefallen sei, das ihre geliebten Waffeln jetzt immer da sein würden.
Ich kaufe keine Waffeln mehr. Gar nicht mehr.
Nicht?
Nein. Ich nehme die gar nicht mehr.
Warum das denn? Haben sie eine Weizenallergie? Glutenunverträglichkeit? Darunter leiden ja sehr viele Menschen.
Nein. Mit dem Nah-Ost-Krieg will ich nichts zu tun haben.
[?!?]
Was dort passiert, das geht ja gar nicht.
Was? Nah-Ost-Krieg? Ich meinte die Waffe-L-n! Die Toastwaffeln mit Puderzucker. Keine Waffen.
Das habe ich schon verstanden, dass Sie von Waffeln reden. Aber Waffeln und Waffen, das klingt so ähnlich. Mit dem Nah-Ost-Krieg will ich nichts zu tun haben. Gar nichts! Und bei den Waffeln, da kommen bei mir Assoziationen zu Waffen und zum Nah-Ost-Krieg. Nein, das geht gar nicht.
Ich weiß, dass wir mal fertigen hatten, konnte mich aber eben beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, ob der nun noch im Sortiment war, oder doch nicht mehr. Während wir vor dem Regal mit den Backzutaten standen, schlug ich ihr vor, den Zuckerguß doch einfach selber zuzubereiten.
Die Kundin fragte mich, woraus sie denn den benötigten Puderzucker machen soll.
Den verkaufen wir doch hier.
Ja, mehr will ich doch auch gar nicht.
[Kurze Pause...]
Hatte ich "Zuckerguß" gesagt?
Wir mußten beide herzlich über ihre Verwechselung lachen. In Gedanken war sie schon einen Schritt weiter und hatte mich tatsächlich nicht nach der gewünschten Zutat, sondern gleich nach dem fertigen Zuckerguß gefragt... :)
Eine Kundin war dabei, ganz oben im Regal mühevoll und recht umständlich alle Bio-Brote nach vorne zu ziehen, um sich eine Packung von ganz hinten zu nehmen.
Ich sparte mir die Kraft für eine Diskussion und behielt für mich, dass die Brote alle das selbe Datum hatten... :)
Ein Kunde fragte mich nach Kürbiskernen, woraufhin ich ihm zum Regal mit Nüssen etc. führte. Er guckte etwas irritiert und meinte dann, dass die in der Dose sein sollten, für Salat.
Eine Kundin (Erfahrene Blogleser kennen "Sie"!) und ein weiterer Kunde gingen zur Kasse. Er stellte seine Waren am äußersten Ende auf das Förderband und ging bis zur Kassiererin weiter, die Frau hingegen deponierte Ihre Artikel unbeabsichtigt vor denen des anderen Kunden und stellte sich dann hinter dem Mann an. Die Reihenfolge der Ware paßte also nicht zur Reihenfolge der Kunden.
Meine Kassiererin zog die Artikel der Kundin über den Scanner und wollte dann, da er ja der erste in der Reihe war, das Geld von dem Kunden kassieren. Was sich in den folgenden Sekunden abgespielt hat, weiß ich leider nicht, sie dürften aber höchst dramatisch gewesen sein...
Plötzlich stand diese Kundin an der Lagertür und diskutierte mit einem meiner Mitarbeiter. Sie erklärte, dass "sie keine geimsame Kasse" hätten und ...äh... dass sie keine gemeinsame Kasse hätten. Etwas irritiert und um die Situation zu klären, ging ich mit ihr an die Kasse.
Dort standen einige Kunden in der Schlange, der erste Kunde und meine Kassiererin sahen mich erwartungsvoll an. Die Kundin erklärte wieder, dass sie mit dem Herren keine gemeinsame Kasse hätte, dies aber meine neue Kassiererin nicht wissen könne. Meine Mitarbeiterin ist tatsächlich noch relativ neu hier, allerdings hatte sie ausschließlich die Artikel der Kundin verbucht und wollte von ihr auch nur das Geld für diese Artikel haben.
Die restlichen Kunden verdrehten mittlerweile die Augen, aber die Kundin weigerte sich, "die Waren von dem Herren mitzubezahlen". Ich versuchte ihr zu erklären, dass wirklich nur ihr eigener Einkauf eingebucht wurde und dass sie von dem anderen Kunden nichts mitbezahlen müsse. Sie stand da, hielt den Betrieb auf und versicherte uns, dass sie mit dem Kunden keine gemeinsame Kasse hätte.
Nun reichte es mir und im Interesse der Nerven der wartenden Kunden sagte ich ihr in mittlerweile einem recht ernsten Tonfall: Wenn Sie diese Waren haben wollen, bezahlen Sie die JETZT oder lassen sie es einfach ganz sein!
Sie warf mit aller Kraft die paar Teile, die sie mittlerweile die ganze Zeit auf dem Arm hielt, demonstrativ in einen unserer Einkaufskörbe und verließ fluchend den Laden.
Zurück blieben ein paar herzlich lachende Kunden... :)
Klar: Solange der Kunde sich noch im Geschäft befindet, braucht er Schäden durch z.B. fallengelassene Waren nicht zu bezahlen. Bei mir ist das so und in eigentlich allen anderen Läden, die ich kenne, bzw. in der Zeit vor meiner Selbständigkeit gearbeitet habe, auch. Die Begründung dafür ist relativ naheliegend: Ein Mitarbeiter, der etwas bei der Arbeit beschädigt, braucht dies nicht zu bezahlen und in Selbstbedienungsläden ist der Kunden nunmal sozusagen sein sich selbst bedienender Verkäufer.
Wie in einem Laden mit Vollbedienung sehe ich auch bei mir die Kasse als den Ort der Gefahrenübergabe an. Wenn die Ware bezahlt ist, ist der Kunde selber dafür verantwortlich und trägt das Risiko für Schäden. Natürlich zeigt man sich bei kleineren Schäden kulant oder, wenn z.B. die Tragetasche reißt, ersetze ich die kompette beschädigte Ware.
Vorhin war eine stark alkoholisierte Kundin hier und hat eine Flasche Wodka für fast 15 Euro gekauft. Als sie am Packtisch stand, hat die Frau ihre Flasche allerdings nicht in ihre Tasche, sondern daneben gesteckt. Die Erdanziehung in Verbindung mit dem Fußboden sorgte für Scherben und den Einsatz eines Wischlappens.
Die Kundin wollte eine neue Flasche haben, was wir zuerst verweigerten. Nachdem sie anfing, lautstark herumzupöbeln und damit drohte, hier nicht mehr einkaufen zu gehen, machte ich ihr das Angebot, den Schaden zu halbieren und ihr eine neue Flasche zum halben Preis zu geben. Sie nahm das Entgegenkommen murrend an. Offensichtlich war sie der Lösung nicht im geringsten zufrieden.