Anruf bei einer Kundin, Monolog mit dem Anrufbeantworter. Ich berichtete, dass sie wohl ihre ec-Karte hier vergessen hätte und dass wir diese gefunden haben und die Kundin sie hier abholen könne.
Die Frau war ganz überrascht von dem Anruf. Bislang vermißte die sie Karte nämlich noch gar nicht.
Heute Vormittag habe ich kurz an der Kasse gesessen. Es war relativ leer im Laden, ein Kunde hielt eine Packung Tomaten in der Hand und nahm sich einen Einkaufswagen, in den er das Gemüse legte. Die Situation sah völlig alltäglich aus: Der Kunde kommt rein, merkt, dass er noch mehr braucht und nimmt sich daraufhin einen Korb oder Wagen.
Ich mußte kurz nach hinten ins Lager. Normalerweise läßt man die Kasse nicht aus den Augen, dies ist sogar Bestandteil der Kassenanweisung für meine Mitarbeiter, aber da außer dem Kunden mit den Tomaten, der offensichtlich noch länger für seinen Einkauf brauchen würde, niemand im Geschäft war, sah ich darin kein Problem.
Wer konnte auch ahnen, dass jemand den Laden betritt, sich eine Packung Cocktailtomaten in der Gemüseabteilung greift, sich danach einen Einkaufswagen nimmt, die Tomaten hineinstellt - und direkt zur Kasse geht.
Eine Stammkundin hat gerade angerufen und war ganz entsetzt. Zu Hause hat sie festgestellt, dass ich ihr heute Morgen wohl ein Brötchen zu wenig abgezogen habe. Beim nächsten Einkauf wird sie den Bon aber ganz bestimmt mitbringen und dann "der Gerechtigkeit wegen" das Brötchen doch noch bezahlen.
Ich hätte ihr natürlich sagen können, dass es so schon okay wäre und dass sie sich jetzt nicht extra wegen meines Fehlers so eine Mühe zu machen braucht. Aber irgendwie habe ich mich gar nicht getraut, gegen die Kundin anzureden. Sie war so euphorisch am reden...
Vom Blumenkohl die Blätter abzureißen, ist ja nun völlig normal und vollkommen unproblematisch. Die meisten Kunden werfen das Grünzeug dann in den Mülleimer. Manche Kunden lassen sie einfach in der Kiste mit dem restlichen Blumenkohl liegen. Nicht schön, aber okay.
Warum jemand die Blätter auf fast einem Meter Länge auf dem Fußboden verteilt, ist mir allerdings ein Rätsel.
Ein Kunde ging mit einem Handy am Ohr duch den Laden. Ich hörte ein paar Fragmente, unter anderem etwas wie "...fahr früh los, hier ist Straßen-Chaos..."
Die Kundin, der vor acht Tagen das Portemonnaie gestohlen wurde, war gerade da und hat mir freudestrahlend berichtet, dass ihre Sachen wieder aufgetaucht sind. Zumindest die Geldbörse und ihr Ausweis. Das Bargeld ist fort, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet.
In einem Postbriefkasten wurde es entdeckt und von der Post an die Polizei weitergeleitet. Diese hat dann meine Kundin benachrichtigt und ihr das Portemonnaie dann sogar noch nach Hause gebracht.
"Von jetzt an", sagte sie stolz, "stelle ich die Tasche nicht mehr einfach so in den Wagen."
Dann fuhr sie weiter und ihr Leinenbeutel schwankte am Haken - hinten am Einkaufswagen...
Wir haben gerade Tafeltrauben im Angebot. Sorte "Italia", für 69 Cent pro Kilogramm-Schale. Das war ein Sonderpreis, den ich zu gestern bekommen hatte und natürlich auch an die Kunden weiterreiche.
Die in solchen Fällen öfter auftauchenden Fragen nach dem "Warum" sind mitunter sehr frustrierend. Was soll man denn dem Kunden erklären, außer das man einen Sonderpreis wegen Überbestand im Großlager bekommen hat?
Manchen Leuten reicht dies nicht als Erklärung und darum bohren sie dann trotzdem noch weiter. Ich glaube, die geben erst Ruhe, wenn man ihnen erzählt hat, dass die Trauben in Wirklichkeit Gammelfleisch sind oder genmanipuliert...
Viele Kunden kaufen ohne jegliche Behältnisse ein. Kein Korb, kein Einkaufswagen, nicht einmal mitgebrachte Taschen werden gefüllt. Oft ergibt sich aus den ursprünglich wenigen benötigten Produkten ein nicht mehr ganz so kleiner Einkauf, der oft mühsam irgendwie mit Händen und Armen transportiert wird.
Wann immer wir einen Kunden sehen, der so durch den Laden geht, drücken wir ihm einen roten Einkaufskorb in die Hand. Zum einen als freundliche Serviceleistung, zum anderen natürlich auch, weil so möglicherweise noch das eine oder andere Teil zusätzlich gekauft wird. Der Ursprungsgedanke war aber tatsächlich der Kundenservice und bislang hat sich noch jeder Kunde über einen Korb gefreut.
Eben war eine Kundin hier, die ebenfalls einige Dinge auf ihrem angewinkelten linken Arm balancierte. Ich lief natürlich sofort los und holte einen Korb. Als ich wieder zu der Kundin kam, war sie gerade im Gespräch mit einem meiner Mitarbeiter. Als ich näher kam sah ich, dass er auch einen Einkaufskorb in der Hand hielt und sie gerade ganz erfreut ihren Einkauf dort hineinstapelte.
Ein herrlicher Zufall jedenfalls. Zwei Doofe, ein Gedanke.
Unsere Kunden hier sind wirklich an Service und Geschwindigkeit gewöhnt. Wenn es an der Leergutkasse klingelt und von uns nicht sofort jemand loslaufen kann, klingelt es meistens spätestens nach 20 Sekunden erneut.
Das macht schon Stress, aber irgendwie freut es mich auch. Wenn ich mir vorstelle, wie schlecht die Laune dieser Kunden werden dürfte, weil sie in anderen Geschäften oftmals deutlich länger warten müssen. Und wie sehr sie sich dann über den Service hier freuen könnten.
Schade nur, dass viele das gar nicht zu schätzen wissen.
"Wo haben Sie denn jetzt den Spinat? Der stand doch sonst immer hier!", sprach die Kundin, während sie etwas verzweifelt auf eine kleine Kühltruhe zeigte.
"Der steht da drüben in den Schränken. Aber schon seit über einem Jahr."
Anm.d.Red.: Ich wußte von nichts. Die geplante Lieferung hatte die Kundin direkt mit meiner Botin ausgemacht. Aber mit 'nem doofen Verkäufer kann man's ja machen.