Eine Kundin hat gerade nach "vegetarischer Ente" gefragt. Es soll sich dabei um ein Fertiggericht mit Stücken aus Soja- oder Weizeneiweiß in Soße handeln. Es soll wohl "entenähnlich" schmecken und ihr bei Bekannten letztes Jahr zu Weihnachten serviert worden sein.
Ich habe ja nun selber viele vegane und vegetarische Produkte im Laden und habe auch in der Vergangenheit schon viel gesehen: Gyros, Hackfleisch, Gulasch, Kasseler und vieles mehr - aber Entenersatz ist mir bislang noch nicht untergekommen.
Da mir die Kundin leider keinen Hersteller oder Marken- bzw. Produktnamen nennen konnte, bleibt mir nichts weiter übrig, als mich einfach mal "auf gut Glück" auf die Suche zu machen.
Eine Kundin sprach mich im Laden an und wollte wissen, ob wir eine bestimmte Sorte Grünkohl im Sortiment hätten. Dabei hielt sie mir eine Packung tiefgefrorenen Grünkohl als Muster vor die Nase: "Den hier habe ich von woanders."
Ich zeigte ihr das Gewünschte und überlegte noch, ob ich sie auf den (angeblich?) mitgebrachten Grünkohl ansprechen sollte. Immerhin hätte dies auch der Versuch sein können, sich eine Packung zu erschleichen. "Im Zweifel für den Angeklagten", dachte ich mir, vor allem auch bei einem Warenwert von gerade mal etwas über einem Euro, und sagte dazu nichts weiter.
Einige Minuten später rief mich meine Kassiererin nach vorne: "Die Kundin hat zweimal Grünkohl und sagt, dass sie eine Packung schon mitgebracht hätte." Ich erklärte ihr, dass das so okay wäre und gab der Kundin noch den Hinweis, beim nächsten Einkauf unbedingt beim Betreten des Marktes Bescheid zu sagen, wenn sie Waren aus einem anderen Geschäft mitbringt.
Während ich ihr das sagte, suchte sie den zum Grünkohl gehörigen Kassenbon, da sie mir unbedingt noch zeigen wollte, dass die Ware wirklich nicht aus meinem Laden stammt. Erstaunlich, dass sie den Bon überhaupt gefunden hat - während ihrer Suche türmte sich auf dem Packtisch ein Haufen aus abermillionen etlichen Kassenbons verschiedener Geschäfte. Wie kann man nur so viel Zeugs mit sich rumschleppen... :)
Eine Kundin beschwerte sich darüber, dass das auf diese Konservendose aufgedruckte Haltbarkeitsdatum schon längst überschritten ist:
Das Datum steht bei Konservendosen (fast) immer auf dem Etikett und ist meistens bis zum Ende eines Jahres angegeben. Welchen Teil dieses Aufdrucks sie als Datum identifiziert haben will, ist mir sowieso schleierhaft. Ich würde dort höchstens den 17. Februar 2009 erkennen:
Ich bin eigentlich relativ stolz auf diesen starken persönlichen Umgang, den wir hier im Laden umzusetzen versuchen. Manche Kunden (gerade jüngere, vor allem auch Studenten) gehen nicht "zu SPAR", sondern "zu Björn". Eigentlich cool, oder? Eigentlich, wenn nicht...
...wenn nicht sogar schon manche ältere Kunden, die zwar nett, aber dennoch "nur" Kunden sind und mit denen ich persönlich nichts weiter zu tun habe, quer durch den Laden "Bjööörn!" rufen, wenn sie was wollen.
Das geht sogar mir manchmal eine Nummer zu weit. :(
Ich sollte ganz schnell zur Kasse kommen. Ein Kunde ist zusammengebrochen und lag auf dem Boden. Ein paar Kunden kümmerten sich um ihn, richteten ihn auf und sprachen mit ihm.
Während ich noch die Leitstelle der Feuerwehr am Telefon hatte, kam der Kunde langsam wieder zur Besinnung. Er stand auch selbständig wieder auf und sagte, dass er den Weg nach Hause alleine schaffen würde. Der Mann am anderen Ende der Leitung freute sich, dass sich das Problem von alleine erledigt hat und auch meinen Kunden, anwesenden Mitarbeiten und mir spürte man die Erleichterung an.
Eine Stammkundin packte sich eben ein paar Brötchen ein. Ich beobachtete sie zufällig dabei, wie sie nicht die Zange benutzte, sondern mit den Händen in die Boxen griff. Okay, dachte ich mir, das machen viele so, weil die Zangen zugegebenermaßen manchmal etwas umständlich sind. Wer die Brötchen mit den Händen anfaßt, besitzt aber normalerweise auch so viel Anstand, darauf zu achten, nur die Brötchen zu berühren, die auch hinterher in der Tüte landen.
Die Kundin eben hat einige Brötchen nach deren Sichtung wieder in die Kiste zurückgeworfen und sich stattdessen ande (Schöner, heller, dunkler - wer weiß, wie ihre Kriterien waren...) genommen. Ich sprach sie direkt darauf an, dass sie bitte die Zange dazu verwenden soll und konnte mir nicht verkneifen, ihr demonstrativ zu zeigen, dass die Zangen an jeder Schütte hängen und wie man sie benutzt.
Natürlich wußte sie das alles, winkte ab und hatte es plötzlich ganz eilig, zur Kasse zu kommen...
Manchmal möchte man echt den Kunden Kopf schütteln.
Eigentlich sollte der Kaffee aber gar nicht gemahlen sein und geöffnet schon gar nicht. Oder zumindest nicht mehr hier im Laden. Aber von vorne:
Ein Kunde hat eine Packung Espresso (in ganzen Bohnen) aus dem Regal genommen, diese geöffnet und den Inhalt ungefragt in einer Kaffeemühle, die hier momentan für ganz spezielle Zwecke im Laden steht, gemahlen. Das wäre ja zu verschmerzen gewesen, wenn dieser Kunde nicht plötzlich an der Kasse gemerkt hätte, dass sein Geld nicht reicht, um den Kaffee zu bezahlen.
Verkaufen kann ich den in dem Zustand natürlich nicht mehr. Zum wegwerfen finde ich den Kaffee allerdings auch zu schade. Vielleicht finden sich ja ein paar Mitarbeiter, die ihn gerne in der nächsten Zeit zum Frühstück trinken möchten...
Nachtrag: Der Kunde kam ein paar Tage später wieder und nutzte gerade die Kaffeemühle für seinen Espresso, als ich ihn ansprach, ob er schon früher seinen Espresso dort gemahlen hätte. Daraufhin konnte ich ihm das andere Paket Espresso aushändigen. :)
Ein Kunde wollte gerade den Kaffee aus dem Angebot kaufen und erkundigte sich danach an der Lagertür. "Wieviel brauchen Sie denn?", fragte ich ihn.
Er wollte einen ganzen Karton (mit 12x 500g-Packungen) haben. Das war auffällig - hatte doch keine zehn Minuten zuvor bereits eine Kundin auch eine komplette Einheit haben wollen. Ich erzählte ihm das als unwichtige Anekdote eher beiläufig, während ich ins Lager ging. Plötzlich hielt der Kunde inne, überlegte und erkundigte sich nach dem Aussehen der genannten Kundin.
Die Beschreibung schien jedenfalls auf seine Frau zu passen und bevor er nun noch einmal die wohl gemeinsam besprochene Kaffeemenge kaufen würde, wollte er sich doch vorsichtshalber noch vorher zu Hause erkundigen.
Zwei kleine Jungs hielten mir ihren Einkaufszettel vor die Nase. Teebeutel sollten sie mitbringen. Auf dem kleinen Notizzettel stand nichts weiter drauf als Teebeutel. Sonst nichts. Weder eine Marke, noch ob es z.B. Schwarztee oder Früchtetee sein sollte.
Verstanden haben sie meine Fragen leider nicht, aber eine türkische Mitarbeiterin konnte den beiden dann helfen.
Es ist echt eine Schande, daß viele Migrantenkinder hierzulande einsprachig aufwachsen und im Grundschulalter kaum Deutsch sprechen.
Da stimme ich Horst Köhler zu: "Kinder aus Einwandererfamilien stehen leider auf allen Bildungsstufen schlechter da. Eine frühe Förderung käme vor allem Kindern aus bildungsfernen Familien zugute."
Viele Politiker fordern einen verpflichtenden Kindergartenbesuch. Für Kinder aus Migrantenfamilien erhöht der Besuch einer Kindertageseinrichtung die Chancen, ihre Sprachkenntnisse nachhaltig zu verbessern. Das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung soll kostenlos sein – dieses Thema wird derzeit in jeder Gemeindevertretung, in jedem Stadtparlament behandelt.
So, genug politisiert. Und auch nur aus aktuellem Anlaß hier im Laden. :)