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Behalten wollen

Eine Kundin stand eben mit zwei Leinenbeuteln voller leerer Flaschen an der Leergutannahme und klingelte. Ich ging hin und sie hielt mir einen der Beutel geöffnet hin, damit ich die Flaschen herausnehmen konnte.
Damit ich nicht mehrmals laufen mußte, griff ich mir allerdings beide Beutel und nahm sie, wie ich es sonst bei allen anderen Kunden ebenfalls mache, mit ins Lager.

Die Kundin rief hinter mir her, dass sie die Leinenbeutel aber behalten wollte und wiederhaben möchte.

Natürlich sollte sie die wiederbekommen. Irgendwo muß die Frau mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wir haben hier jedenfalls noch nie einen Beutel unaufgefordert weggeworfen...

Herrenlos

Seit vorgestern Abend steht dieses Untergestell eines Trolleys hier im Laden. Bislang hat sich noch kein Besitzer gemeldet, dabei sieht das Teil recht stabil aus und nicht so, als ob man es nur bei mir entsorgen wollte.

Ich werde die Karre mal im Eingangsbereich stehen lassen. Irgendjemand wird's schon mitnehmen... :-)


Ein Dankeschön

Auf spezielle Anfrage eines Kunden hatte ich einen Artikel bestellt und ohne den Kunden weiter darüber zu informieren, einfach in der letzten Woche ins entsprechende Regal eingebaut.

Gerade eben ist dieser Kunde extra zu mir gekommen, nur um sich freundlich dafür zu bedanken, dass ich diesen Artikel bestellt habe und dass alles so gut geklappt hat. Ein wenig Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen tut auch mal gut, jawohl. :-)

Er piepte

Ein Stammkunde kam gerade gezielt zum Lager und sprach mich an, nachdem er den Alarm der Warensicherungsanlage am Eingang ausgelöst hatte: "Ich piepe!"

Seine Vermutung, dass es das mitgebrachte Tabakpäckchen gewesen sein könnte war richtig. In dem Päckchen klebte ein nicht deaktviertes Sicherungsetikett. Mir fallen nur zwei Unternehmen in Bremen ein, die Tabakwaren verkaufen und diese mit einer ADT-Anlage sichern: Rossmann und Extra. Ich fragte den Kunden also, ob er den Tabak in einer Filiale der genannten Firmen gekauft hat.

"Nein, bei einem Kiosk.", war seine Antwort.

Wenn das mal keine Hehlerware ist, die der Kiosk dort an den Mann bringt, würde ich mich sehr wundern.
Ich habe in der Vergangenheit schon oft gehört, dass z.B. gestohlene Spirituosen an Gastronomen verkauft werden. Warum nicht also auch Tabak an andere Wiederverkäufer. Ausschließen würde ich jedenfalls, dass der Kiosk bei Extra zugekauft hat. Zum einen wäre das wirtschaftlicher Blödsinn und zum anderen wären die Sicherungsetiketten dann entwertet.

Der Kunde überlegte, zur Polizei zu gehen und den Vorfall zu schildern. Ich hoffe, dass er mir hinterher davon berichtet.

Geldsäckchen

Ein Kunde sollte seinen Einkauf bezahlen und stellte dabei fest, dass er sein Portemonnaie zu Hause vergessen hatte.

Plötzlich zog er etwas aus seiner Tasche und rief freudestrahlend, dass er ja sogar noch einen ganzen Sack voll Geld dabei hätte. Okay, es war nur ein kleiner Sack, aber immerhin. :-)


Piepiepiep

Eben hat sich die Warensicherunsanlage mal wieder gemeldet. Immer, wenn ein Stammkunde an einer der Antennen vorbei ging, ertönte der Alarm. Wir suchten und fanden - nämlich ein Etikett hinten an seiner Hosentasche, das offenbar auch noch nicht sehr lange dort klebte.

Der Kunde überlegte kurz und meinte dann, dass er seit einigen Tagen in einem anderen Supermarkt (ebenfalls mit Warensicherungsanlage) arbeiten würde und dass seine Kollegen ihm wohl einen Streich gespielt hätten.

Ich würde den Kollegen jedenfalls meine Meinung geigen. :-)

Enttarnt

Ein Kunde sprach mich eben im Laden an:

Na, wie geht's?

Och... Stressig, viel Arbeit, wie immer...

Ach, erzähl' doch nichts. Ich hab dich in den letzten fünf Jahren hier immer nur Lächeln gesehen.

Hmm... :-)

Gestürzt

Während ich vorhin gerade am bestellen war, hörte ich plötzlich einen Schrei von draußen. Vor dem Laden, sogar direkt vor der Tür, war eine ältere Kundin gestürzt und lag hilflos auf der Seite.

Ich befürchtete Schlimmstes. So ein Sturz belastet die Hüftknochen stark und gerade viele Ältere haben damit große Probleme. Nachdem mir ein anderer Kunde geholfen hatte, sie wieder aufzurichten, haben wir ihr erstmal einen Stuhl und ein Glas Wasser angeboten, damit sie sich nach dem Schreck erstmal wieder beruhigen konnte. Sie versuchte es locker zu nehmen, aber die Aufregung war ihr deutlich anzusehen.

Glücklicherweise ist ihr aber nichts weiter passiert. :-)

Waffeln backen

Was mir gerade noch einfällt...

Immer wieder outen sich ja bloglesende Kunden.

Vor ein paar Tagen kam Gregor ins Büro. Eine Kundin hatte ihn angesprochen, weil sein Chef ja Tagebuch führen würde und das immer so inspirierend sei.

Sie ergänzte: "Gestern hatte ich Lust, Waffeln zu backen."

Kleiner Chef

Eine Kundin wollte mich sprechen.

Sie meinte schon mich.

Gefragt hat sie, die etwa 20cm kleiner als ich ist, allerdings nach "dem kleinen Chef mit der Brille".

"Klein"... Bei 185cm?!? :-)

Dramatisch, aber irgendwie auch nicht...

Eine relativ alte Stammkundin reklamierte Eier, die sie bei uns gekauft haben will. Mitgebracht hat sie die Packung nun nicht, aber sie soll bis zum 25. Dezember haltbar sein - die Eier darin: Angebrütet. Und zwar nicht nur eins, sondern gleich mehrere. Sagte die Kundin.

Wäre es wirklich so, könnte ich den Ekel verstehen. Ich habe selber schon einmal ein angebrütetes Ei gekocht und hatte nach dem ersten Bissen keinen Appetit mehr auf den Rest vom Frühstück. Ich bat die Kundin schließlich darum, mir die Packung unbedingt herzubringen, damit ich mir die Sache näher angucken kann.

Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Nicht, dass ich mich für die Sorgen meiner Kunden nicht interessieren, aber skeptisch bin ich dennoch. Vielleicht waren die Eier ja nur bis Dezember 2005 haltbar und inzwischen verdorben und eingetrocknet. Aber angebrütete Eier dürften es kaum gewesen sein, denn zum einen fehlt den Hühnern, die heutzutage in der Massenproduktion verwendet werden, der Trieb zum Brüten, zum anderen werden gelegte Eier sofort mit einem Förderband aus den Nestern abtransportiert, so dass die Hühner gar keine Chance haben, sich überhaupt zum Brüten niederzulassen.
Sollte trotz allem tatsächlich ein Huhn irgendwo in der Halle oder auf dem Freigelände Eier legen und dann noch tatsächlich anfangen, diese zu bebrüten - nun, diese "Schmutzeier" werden gesondert behandelt und vermischen sich in ordentlichen Betrieben nicht mit dem Rest der Produktion.

Nur zehn Bilder

Bislang haben wir jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit weihnachtliche Motive zum Ausmalen für die Kinder ausliegen gehabt. Wer das Bild abgegeben hat, bekam eine kleine Überraschung und die ausgemalten Bilder bekamen für einige Wochen einen Platz an einer Wand hier im Laden.

Auch dieses Jahr lag wieder ein dicker Stapel A3-Bögen zum Mitnehmen hier auf dem Packtisch. Die Ausbeute der zurückgegeben Bilder ist dieses Jahr allerdings recht dürftig. Gerade mal zehn Bilder gab es bislang zurück. Entweder liegt es an dem geänderten Motiv oder die digitale Entwicklung hat überhand genommen und die Kids versuchen immer noch, die weißen Flächen auf den Bögen via drag & drop zu füllen... :-)


Gegensätze

Eine Kundin wunderte sich an der Kasse über einen "Kasten", der dort seit einigen Monaten steht. "Das ist das Lotto-Gerät", antwortete einer meiner Mitarbeiter.
Die Frau überlegte einen Moment und antworte dann, dass, wenn man hier ja nun zusätzlich auch noch Lotto spielen könne, sie wohl zukünftig hier nicht mehr einkaufen kommen wird, da ihr die Wartezeiten an der Kasse wohl zu lange werden würden.

Die Kundin hinter ihr, die das Gespräch mitbekommen hat, sah sie recht mitleidig an: "Lange Wartezeiten? Mir geht das hier manchmal sogar zu schnell. Da kommt man gar nicht mit einpacken nach..."

Die einen so, dier anderen so. Ich fasse die Aussage der letzten Kundin übrigens als Kompliment auf. :-)

Nachtrag: Zitat "Selbst an der Kasse sehen die Mitarbeiter uns erst in die Augen, bevor die Artikel gescannt werden. Wenn man dann noch als Kunde mit einem authentischen Lächeln verabschiedet wird, denkt man fast an eine versteckte Kamera." Wir haben für unsere außerordentliche Freundlichkeit an der Kasse einen Servicepreis bekommen. :-)

Nachtrag 2: Wir haben an der Kasse einen speziellen Service, wir helfen beim Einpacken, wenn der Kunde es wünscht.
Zu diesem Zweck kassiert die Kassiererin einfach stehend in die bereitgehaltene Einkauftasche oder Tüte. Es handelt sich bei dem obigen Zitat also tatsächlich um ein Kompliment dieser Stammkundin. :-)