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Waffeln backen

Was mir gerade noch einfällt...

Immer wieder outen sich ja bloglesende Kunden.

Vor ein paar Tagen kam Gregor ins Büro. Eine Kundin hatte ihn angesprochen, weil sein Chef ja Tagebuch führen würde und das immer so inspirierend sei.

Sie ergänzte: "Gestern hatte ich Lust, Waffeln zu backen."

Kleiner Chef

Eine Kundin wollte mich sprechen.

Sie meinte schon mich.

Gefragt hat sie, die etwa 20cm kleiner als ich ist, allerdings nach "dem kleinen Chef mit der Brille".

"Klein"... Bei 185cm?!? :-)

Dramatisch, aber irgendwie auch nicht...

Eine relativ alte Stammkundin reklamierte Eier, die sie bei uns gekauft haben will. Mitgebracht hat sie die Packung nun nicht, aber sie soll bis zum 25. Dezember haltbar sein - die Eier darin: Angebrütet. Und zwar nicht nur eins, sondern gleich mehrere. Sagte die Kundin.

Wäre es wirklich so, könnte ich den Ekel verstehen. Ich habe selber schon einmal ein angebrütetes Ei gekocht und hatte nach dem ersten Bissen keinen Appetit mehr auf den Rest vom Frühstück. Ich bat die Kundin schließlich darum, mir die Packung unbedingt herzubringen, damit ich mir die Sache näher angucken kann.

Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Nicht, dass ich mich für die Sorgen meiner Kunden nicht interessieren, aber skeptisch bin ich dennoch. Vielleicht waren die Eier ja nur bis Dezember 2005 haltbar und inzwischen verdorben und eingetrocknet. Aber angebrütete Eier dürften es kaum gewesen sein, denn zum einen fehlt den Hühnern, die heutzutage in der Massenproduktion verwendet werden, der Trieb zum Brüten, zum anderen werden gelegte Eier sofort mit einem Förderband aus den Nestern abtransportiert, so dass die Hühner gar keine Chance haben, sich überhaupt zum Brüten niederzulassen.
Sollte trotz allem tatsächlich ein Huhn irgendwo in der Halle oder auf dem Freigelände Eier legen und dann noch tatsächlich anfangen, diese zu bebrüten - nun, diese "Schmutzeier" werden gesondert behandelt und vermischen sich in ordentlichen Betrieben nicht mit dem Rest der Produktion.

Nur zehn Bilder

Bislang haben wir jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit weihnachtliche Motive zum Ausmalen für die Kinder ausliegen gehabt. Wer das Bild abgegeben hat, bekam eine kleine Überraschung und die ausgemalten Bilder bekamen für einige Wochen einen Platz an einer Wand hier im Laden.

Auch dieses Jahr lag wieder ein dicker Stapel A3-Bögen zum Mitnehmen hier auf dem Packtisch. Die Ausbeute der zurückgegeben Bilder ist dieses Jahr allerdings recht dürftig. Gerade mal zehn Bilder gab es bislang zurück. Entweder liegt es an dem geänderten Motiv oder die digitale Entwicklung hat überhand genommen und die Kids versuchen immer noch, die weißen Flächen auf den Bögen via drag & drop zu füllen... :-)


Gegensätze

Eine Kundin wunderte sich an der Kasse über einen "Kasten", der dort seit einigen Monaten steht. "Das ist das Lotto-Gerät", antwortete einer meiner Mitarbeiter.
Die Frau überlegte einen Moment und antworte dann, dass, wenn man hier ja nun zusätzlich auch noch Lotto spielen könne, sie wohl zukünftig hier nicht mehr einkaufen kommen wird, da ihr die Wartezeiten an der Kasse wohl zu lange werden würden.

Die Kundin hinter ihr, die das Gespräch mitbekommen hat, sah sie recht mitleidig an: "Lange Wartezeiten? Mir geht das hier manchmal sogar zu schnell. Da kommt man gar nicht mit einpacken nach..."

Die einen so, dier anderen so. Ich fasse die Aussage der letzten Kundin übrigens als Kompliment auf. :-)

Nachtrag: Zitat "Selbst an der Kasse sehen die Mitarbeiter uns erst in die Augen, bevor die Artikel gescannt werden. Wenn man dann noch als Kunde mit einem authentischen Lächeln verabschiedet wird, denkt man fast an eine versteckte Kamera." Wir haben für unsere außerordentliche Freundlichkeit an der Kasse einen Servicepreis bekommen. :-)

Nachtrag 2: Wir haben an der Kasse einen speziellen Service, wir helfen beim Einpacken, wenn der Kunde es wünscht.
Zu diesem Zweck kassiert die Kassiererin einfach stehend in die bereitgehaltene Einkauftasche oder Tüte. Es handelt sich bei dem obigen Zitat also tatsächlich um ein Kompliment dieser Stammkundin. :-)

NH3

Eine gute Stammkundin suchte als Backzutat: Ammoniak

Sie hat es angeblich vor zwei oder drei Jahren schon einmal bei mir bekommen und würde es jetzt gerne wieder für ihre Weihnachtskekse verwenden.
Ich habe leider keine Idee, was sie tatsächlich gemeint haben könnte. Von den gängigen Backtriebmitteln hat sie dann Hirschhornsalz mitgenommen.

Gedanken machen

Mich haben heute zwei Kunden unabhängig voneinander etwa folgendermaßen angesprochen: "Arbeiten Sie hier?", bzw. "Gehören Sie hier zum Laden?"

Sollte ich anfangen, mir Gedanken zu machen?

Einen an der Waffe

Vorgeschichte:

Sie kauft schon lange bei uns ein. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann sie mir zum ersten Mal hier im Laden begegnet ist, aber sie ist seit dem eine mehr oder weniger regelmäßige Kundin von mir. Unter anderem hat sie bei ihren Besuchen hier im Markt immer die billigen Toastwaffeln unserer Eigenmarke gekauft.
Eines Tages waren die Waffeln komplett ausverkauft und da fiel sie uns zum ersten Mal richtig auf. Sie stand vor dem leeren Regal unterstellte uns, dass wir sie verhungern lassen wollten. An weitere Details kann ich mich nicht erinnern, da dies schon mindestens zwei Jahre her ist und damals nicht weiter von Bedeutung war.


Was vorhin geschah:


Sie war wieder da.
Sie stand an der Kasse und bezahlte gerade einen Tee aus Fairem Handel, als ich sie darauf ansprach, ob ihr eigentlich schon einmal aufgefallen sei, das ihre geliebten Waffeln jetzt immer da sein würden.

Ich kaufe keine Waffeln mehr. Gar nicht mehr.

Nicht?

Nein. Ich nehme die gar nicht mehr.

Warum das denn? Haben sie eine Weizenallergie? Glutenunverträglichkeit? Darunter leiden ja sehr viele Menschen.

Nein. Mit dem Nah-Ost-Krieg will ich nichts zu tun haben.

[?!?]

Was dort passiert, das geht ja gar nicht.

Was? Nah-Ost-Krieg? Ich meinte die Waffe-L-n! Die Toastwaffeln mit Puderzucker. Keine Waffen.

Das habe ich schon verstanden, dass Sie von Waffeln reden. Aber Waffeln und Waffen, das klingt so ähnlich. Mit dem Nah-Ost-Krieg will ich nichts zu tun haben. Gar nichts! Und bei den Waffeln, da kommen bei mir Assoziationen zu Waffen und zum Nah-Ost-Krieg. Nein, das geht gar nicht.

Huhuhihi

Sie war wieder da.

Sobald der Lachkrampf weg ist, versuch ich's mal mit einem entsprechenden Blogeintrag dazu. :-)

Zuckerguß

Eine Kundin suchte Zuckerguß.

Ich weiß, dass wir mal fertigen hatten, konnte mich aber eben beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, ob der nun noch im Sortiment war, oder doch nicht mehr. Während wir vor dem Regal mit den Backzutaten standen, schlug ich ihr vor, den Zuckerguß doch einfach selber zuzubereiten.

Die Kundin fragte mich, woraus sie denn den benötigten Puderzucker machen soll.

Den verkaufen wir doch hier.

Ja, mehr will ich doch auch gar nicht.

[Kurze Pause...]

Hatte ich "Zuckerguß" gesagt?

Wir mußten beide herzlich über ihre Verwechselung lachen. In Gedanken war sie schon einen Schritt weiter und hatte mich tatsächlich nicht nach der gewünschten Zutat, sondern gleich nach dem fertigen Zuckerguß gefragt... :-)

Vergebliche Mühe

Eine Kundin war dabei, ganz oben im Regal mühevoll und recht umständlich alle Bio-Brote nach vorne zu ziehen, um sich eine Packung von ganz hinten zu nehmen.

Ich sparte mir die Kraft für eine Diskussion und behielt für mich, dass die Brote alle das selbe Datum hatten... :-)

Leberwurststollen

Eine Kundin im Gespräch mit einem Mitarbeiter:

Ich suche Christstollen und Leberwurst.

Klar, zeige ich ihnen.

Und scherzhaft hinterher: Das soll doch wohl nicht für ein Gericht sein, oder?

Doch.

Kürbis

Ein Kunde fragte mich nach Kürbiskernen, woraufhin ich ihm zum Regal mit Nüssen etc. führte. Er guckte etwas irritiert und meinte dann, dass die in der Dose sein sollten, für Salat.

Ach, soo... Sie meinen Kürbisstücke.

So in der Dose.

Ich hab die im Glas. Würfel aus Fruchtfleisch.

Nennt man das so?

Ja.

[Kurze Gedankenpause...]

Nein, Maiskörner brauche ich.

Sie-ben

Dies ist jetzt der siebte Eintrag mit ihr.

Eine Kundin (Erfahrene Blogleser kennen "Sie"!) und ein weiterer Kunde gingen zur Kasse. Er stellte seine Waren am äußersten Ende auf das Förderband und ging bis zur Kassiererin weiter, die Frau hingegen deponierte Ihre Artikel unbeabsichtigt vor denen des anderen Kunden und stellte sich dann hinter dem Mann an. Die Reihenfolge der Ware paßte also nicht zur Reihenfolge der Kunden.

Meine Kassiererin zog die Artikel der Kundin über den Scanner und wollte dann, da er ja der erste in der Reihe war, das Geld von dem Kunden kassieren. Was sich in den folgenden Sekunden abgespielt hat, weiß ich leider nicht, sie dürften aber höchst dramatisch gewesen sein...

Plötzlich stand diese Kundin an der Lagertür und diskutierte mit einem meiner Mitarbeiter. Sie erklärte, dass "sie keine geimsame Kasse" hätten und ...äh... dass sie keine gemeinsame Kasse hätten. Etwas irritiert und um die Situation zu klären, ging ich mit ihr an die Kasse.

Dort standen einige Kunden in der Schlange, der erste Kunde und meine Kassiererin sahen mich erwartungsvoll an. Die Kundin erklärte wieder, dass sie mit dem Herren keine gemeinsame Kasse hätte, dies aber meine neue Kassiererin nicht wissen könne. Meine Mitarbeiterin ist tatsächlich noch relativ neu hier, allerdings hatte sie ausschließlich die Artikel der Kundin verbucht und wollte von ihr auch nur das Geld für diese Artikel haben.

Die restlichen Kunden verdrehten mittlerweile die Augen, aber die Kundin weigerte sich, "die Waren von dem Herren mitzubezahlen". Ich versuchte ihr zu erklären, dass wirklich nur ihr eigener Einkauf eingebucht wurde und dass sie von dem anderen Kunden nichts mitbezahlen müsse. Sie stand da, hielt den Betrieb auf und versicherte uns, dass sie mit dem Kunden keine gemeinsame Kasse hätte.

Nun reichte es mir und im Interesse der Nerven der wartenden Kunden sagte ich ihr in mittlerweile einem recht ernsten Tonfall: Wenn Sie diese Waren haben wollen, bezahlen Sie die JETZT oder lassen sie es einfach ganz sein!

Sie warf mit aller Kraft die paar Teile, die sie mittlerweile die ganze Zeit auf dem Arm hielt, demonstrativ in einen unserer Einkaufskörbe und verließ fluchend den Laden.

Zurück blieben ein paar herzlich lachende Kunden... :-)