Da bietet man einer alten Dame mit Gehhilfe, die dringend einen Stuhl brauchte, in aller Hektik einen an und reicht ihr dann noch aus lauter Freundlichkeit und Entgegenkommen einen gerade frisch gekochten Kaffee...
...um sich dann ausschließlich sagen lassen zu müssen, dass das Heißgetränk ja "nur zu 50% aus Kaffee" bestehen würde, zu alt wäre und mit zu viel Wasser zubereitet worden wäre.
Manchmal würde man ja am liebsten... Aber das verbietet ja leider das Strafgesetzbuch meine gute Erziehung. :)
Diese "freundliche" Notiz lag auf einem unserer Lotto-Terminals. Bei manchen Leuten wundert man sich, dass sie überhaupt einen Stift halten und erkennbare Schrift zu Papier bringen können...
Ein Kunde hatte mich in der vergangenen Woche nach einem bestimmten Artikel des Herstellers Panificio Italiano Veritas GmbH aus München gefragt. Da ich ihm spontan keine Antwort geben konnte, bat ich ihn, mir die leere Packung bei seinem nächsten Einkauf einfach mitzubringen.
Nun halte ich hier einen leeren Beutel "Focaccia con Olive" in der Hand und habe eben einfach mal ganz optimistisch probiert, den Artikel über den SPAR-Nachfolger zu bestellen. Ob's geklappt hat, werde ich am Mittwoch mit unserer nächsten Lieferung erfahren...
Hat jemand spontan eine Idee, wo es diese Produkte zu kaufen gibt? Mir sind sie nämlich bis heute noch nie begegnet.
Ein Kunde hat gestern einen relativ großen Einkauf bezahlt. Die meisten Kunden kaufen bei uns einen Teil der ökologischen Sortimente, also Bio und Fairtrade, und gleichzeitig aber eben auch oft ein paar der konventionellen Produkte. Wenige Kunden kaufen bei uns nur Bioprodukte. So wie dieser Kunde gestern:
Er hatte einen halbvollen Einkaufswagen mit zur Kasse geschoben und stapelte ausschließlich Ökologisches auf das Laufband: Aufschnitt, Milch, Tee, Tofu, Saft und so weiter.
Naja, fast...
...denn ganz zum Schluß lag da noch eine einzelne ganz unökologische Ferrero Kinder-Milchschnitte auf dem Förderband. :)
Ich wurde eben hektisch nach vorne gerufen: "Eine Kundin ist mit einer Packung Eier einfach rausgegangen!"
Nicht nur ein Mitarbeiter, sondern auch mehrere Kunden hatten die Situation beobachtet. Eine Kollegin war bereits dabei, die "Diebin" zu verfolgen. Mit dem Ergebnis, dass die Eierpackung zum einen leer, zum anderen nichtmal von uns war.
Warum die Frau die leere Packung überhaupt mitgebracht hat, konnten wir nicht mehr herausfinden. Allerdings hätte sie auch einfach jemandem Bescheid sagen und damit viel Aufregung vermeiden können...
Während ich eben im Laden am packen war, stand eine Kundin mit ihrem Einkaufswagen in meiner unmittelbaren Nähe.
Plötzlich sprach die Frau etwas und ich drehte mich zu ihr, da ich davon ausging, dass sie eine Frage an mich hatte. Sie meinte mich aber offenbar gar nicht, sondern blickte weiter konzentriert in das Regal, vor dem sie stand.
Da fiel mir erst auf, dass sie die ganze Zeit mit Gottmit dem Rest der Welt mit sich selber sprach. Nicht nur gedankenverlorenes Murmeln, sondern klare, artikulierte Sätze. Sehr verwirrend, sowas...
Fast so schlimm, wie die Leute, die einen plötzlich mit "Hallo!" ansprechen, einen dann aber völlig ignorieren, weil sie nur ihren Anrufer meinten, den sie über ihr Headset hören... :)
Zwei Heranwachsende betraten eben den Laden. Sie schauten sich um, fassten dieses und jenes an und verhielten sich ihrem Äußeren entsprechend: Absolut verdächtig.
Ich beobachtete die beiden mehrere Minuten mit der Videoanlage. Schließlich kamen sie zur Lagertür, wo einer der beiden einem meiner Mitarbeiter die Frage stellte: "Gann isch hier Pragtigumm mache'?"
Natürlich...
...NICHT!
Ich habe schon genug Praktikanten gesehen und kennengelernt. Die Entscheidung, nur noch Praktikanten einzustellen, die mir persönlich bekannt sind (z.B. (Kinder von) Kunden), kommt nicht aus heiterem Himmel...
Mit diesem Salat kam eine Kundin an die Kasse und fragte meine Mitarbeiterin ziemlich genervt, welcher Preis denn nun stimmen würde, aber dass sie den Salat für 1,00€ kaufen würde.
Die Erklärungsversuche meiner Kassiererin, dass auf der Schale nur ein Preis stehen würde und "0,100kg" die Füllmenge angibt, halfen nicht. Die Kundin warf die Schale unsaft zurück in die Kühltruhe und verließ aufgebracht den Laden.
Zwei ältere Kundinnen standen in der Getränkeabteilung und betrachteten die Platzierung der Mehrwegkisten. Im Vorbeigehen hörte ich eine der beiden bewusst laut und aufgebracht reden: "Jede Woche steht das hier anders..."
Ich hatte in dem Moment zugegebenermaßen absolut keine Lust, mich auf eine Diskussion mit der Frau einzulassen und ging weiter, obwohl ich schon neugierig war, was sie wohl gemeint haben könnte.
Einige Minuten später betrachtete ich die Kistenstapel ausführlich und stellte fest, dass absolut nichts anders stand, als es normalerweise auch stehen soll.
Gut, dass ich die Kundin nicht ansprach. Wenn ich ihr gesagt hätte, dass alles so wie immer steht und sie sich ganz gewiss nur täuscht, wäre sie mir bestimmt um an den Hals gefallen, weil ich sie der Lüge bezichtigen würde. :)
Von einem Kunden wurde ich gestern per E-Mail gefragt:
Warum sind bei Euch die Kondome in einer Vitrine an der Kasse??
Total blöd wenn jemand, mit ein wenig Hemmungen, an der Kasse steht und sich erst einmal umdrehen muss, die Vitrine öffnen muss
und dreißig Augen ihn anstarren und diese Aktion mit großem Grinsen verfolgt wird...
Geht das auch anders?
Viele Grüße von einem neuen Kunden und Du darfst dieses ruhig bloggen ;-)
Nun, die Antwort ist relativ leicht: Im normalen Regal wurden uns die Kondome ständig geklaut. Ob es nun daran lag, dass den Leuten der Kauf zu peinlich war oder ob ihnen die Gummis einfach zu teuer waren, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass auch die Warensicherung nicht helfen konnte, da einfach die Pappverpackung aufgerissen und einzelne Kondome entwendet wurden.
Also stehen die Verhüterlis bei mir in einer Vitrine in unmittelbarer Kassennähe, auch wenn diese Lösung für die etwas schüchternen Kunden nicht unbedingt optimal ist...
Anruf einer sehr alten und ganz lieben Stammkundin, die sich zwar nicht mit ihrem Namen gemeldet hat, aber die ich sofort an ihrer Stimme erkannt habe:
SPAR-Markt Harste, Guten Tag.
Ja, hier ist eine Kundin von Ihnen. Diese klapprige Oma, die gestern einkaufen war. (Hat sie wirklich so gesagt. War natürlich scherzhaft gemeint...)
Oh, ja. Was kann ich für Sie tun?
Ich wollte mich nur noch einmal dafür bedanken, dass die Leute bei Ihnen alle so nett sind. So ein tolles Team hat man ja sonst nirgends. Ich erledige ja sowieso alle meine Einkäufe bei Ihnen. Und dann hat mir noch ihre nette Kassiererin an der Tür geholfen, weil ich doch meinen Stock vergessen hatte. Also... Ganz herrlich bei Ihnen.
Auf so viel Lob war ich am frühen Morgen gar nicht gefasst und wusste spontan überhaupt nicht, was ich der guten Frau nun antworten könnte. Glücklicherweise war sie gar nicht weiter auf Smalltalk aus und beendete das Gespräch selber relativ zügig.