Ich glaube, ich werde nie verstehen, warum irgendwelche Kunden immer und immer und immer wieder leere Eierkartons bei uns abwerfen müssen, manchmal sogar gleich stapelweise.
Dass ich mit den Dingern nichts anfangen kann und sie auch wegen möglicherweise rechtlichen Konsequenzen nicht hier liegen haben möchte, habe ich ja schon an anderer Stelle erklärt.
Abgesehen davon verkaufe ich hier im Laden schon seit Monaten gar keine losen Eier mehr.
Es ist mir eigentlich völlig egal, ob dem Mann mit den starken Ausdünstungen, der vor einigen Tagen einen Kollegen als "Arschloch" und heute eine Mitarbeiterin von mir als "Schlampe" bezeichnet hat, nur ein paar Tassen im Schrank fehlen, oder ob er tatsächlich unter irgendeiner definierbaren Krankheit leidet.
Ein fünfjähriger Junge brauchte unbedingt Batterien für seine neue Rennbahn. Um auch wirklich die richtigen mitzubringen, malte er genau auf, welche Größe er braucht.
Als ich das Blatt in der Hand hielt, guckte ich etwas sparsam. Seine Skizze war etwa 3cm hoch und entsprach damit nicht ganz der gewünschten Monozelle.
Eine Kundin rief vorhin an und erkundigte sich, ob ein bestimmter Artikel, den sie am Vormittag wohl an der Kasse liegengelassen hatte, wiedergefunden worden wäre.
Ich ging nach vorne, entdeckte das Gesuchte im Kassentisch und teilte der Frau mit, dass sie sich ihre Ware einfach rausholen könnte. Sie bräuchte nur an der Lagertür nach mir zu fragen.
Da sie erwähnte, dass sie keinen Kassenbon hätte, sah ich vorsichtshalber im Warenwirtschaftssystem nach, ob dieser Artikel heute überhaupt schon verkauft worden ist.
Es war es nicht. Vermutlich ist die Packung noch vor dem Scanner unbemerkt vom Laufband gefallen und lag auf dem Fußboden oder im Kassentisch.
Das sagte ich der Frau auch eben, als sie kam, um das Vermißte abzuholen. Sie wirkte etwas irritiert, glaubte mir aber dann doch nahm meine Aussage dann aber so hin, dass sie die Ware noch nicht bezahlt hatte. Ich bot ihr zwar noch an, den entsprechenden Bon aus dem fortlaufenden Kassenjournal herauszusuchen, aber darauf verzichtete sie dankend.
Eine Kundin stand eben mit zwei Leinenbeuteln voller leerer Flaschen an der Leergutannahme und klingelte. Ich ging hin und sie hielt mir einen der Beutel geöffnet hin, damit ich die Flaschen herausnehmen konnte.
Damit ich nicht mehrmals laufen mußte, griff ich mir allerdings beide Beutel und nahm sie, wie ich es sonst bei allen anderen Kunden ebenfalls mache, mit ins Lager.
Die Kundin rief hinter mir her, dass sie die Leinenbeutel aber behalten wollte und wiederhaben möchte.
Natürlich sollte sie die wiederbekommen. Irgendwo muß die Frau mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wir haben hier jedenfalls noch nie einen Beutel unaufgefordert weggeworfen...
Seit vorgestern Abend steht dieses Untergestell eines Trolleys hier im Laden. Bislang hat sich noch kein Besitzer gemeldet, dabei sieht das Teil recht stabil aus und nicht so, als ob man es nur bei mir entsorgen wollte.
Ich werde die Karre mal im Eingangsbereich stehen lassen. Irgendjemand wird's schon mitnehmen...
Auf spezielle Anfrage eines Kunden hatte ich einen Artikel bestellt und ohne den Kunden weiter darüber zu informieren, einfach in der letzten Woche ins entsprechende Regal eingebaut.
Gerade eben ist dieser Kunde extra zu mir gekommen, nur um sich freundlich dafür zu bedanken, dass ich diesen Artikel bestellt habe und dass alles so gut geklappt hat. Ein wenig Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen tut auch mal gut, jawohl.
Ein Stammkunde kam gerade gezielt zum Lager und sprach mich an, nachdem er den Alarm der Warensicherungsanlage am Eingang ausgelöst hatte: "Ich piepe!"
Seine Vermutung, dass es das mitgebrachte Tabakpäckchen gewesen sein könnte war richtig. In dem Päckchen klebte ein nicht deaktviertes Sicherungsetikett. Mir fallen nur zwei Unternehmen in Bremen ein, die Tabakwaren verkaufen und diese mit einer ADT-Anlage sichern: Rossmann und Extra. Ich fragte den Kunden also, ob er den Tabak in einer Filiale der genannten Firmen gekauft hat.
"Nein, bei einem Kiosk.", war seine Antwort.
Wenn das mal keine Hehlerware ist, die der Kiosk dort an den Mann bringt, würde ich mich sehr wundern.
Ich habe in der Vergangenheit schon oft gehört, dass z.B. gestohlene Spirituosen an Gastronomen verkauft werden. Warum nicht also auch Tabak an andere Wiederverkäufer. Ausschließen würde ich jedenfalls, dass der Kiosk bei Extra zugekauft hat. Zum einen wäre das wirtschaftlicher Blödsinn und zum anderen wären die Sicherungsetiketten dann entwertet.
Der Kunde überlegte, zur Polizei zu gehen und den Vorfall zu schildern. Ich hoffe, dass er mir hinterher davon berichtet.
Ein Kunde sollte seinen Einkauf bezahlen und stellte dabei fest, dass er sein Portemonnaie zu Hause vergessen hatte.
Plötzlich zog er etwas aus seiner Tasche und rief freudestrahlend, dass er ja sogar noch einen ganzen Sack voll Geld dabei hätte. Okay, es war nur ein kleiner Sack, aber immerhin.
Die Kundin, die am letzten Freitag hier vorm Markt gestürzt ist, hat uns einen Neujahrsgruß geschickt, in dem sie sich auch für die geleistete Hilfe bedankt. Eine nette, kleine Geste.
Eben hat sich die Warensicherunsanlage mal wieder gemeldet. Immer, wenn ein Stammkunde an einer der Antennen vorbei ging, ertönte der Alarm. Wir suchten und fanden - nämlich ein Etikett hinten an seiner Hosentasche, das offenbar auch noch nicht sehr lange dort klebte.
Der Kunde überlegte kurz und meinte dann, dass er seit einigen Tagen in einem anderen Supermarkt (ebenfalls mit Warensicherungsanlage) arbeiten würde und dass seine Kollegen ihm wohl einen Streich gespielt hätten.
Ich würde den Kollegen jedenfalls meine Meinung geigen.
Während ich vorhin gerade am bestellen war, hörte ich plötzlich einen Schrei von draußen. Vor dem Laden, sogar direkt vor der Tür, war eine ältere Kundin gestürzt und lag hilflos auf der Seite.
Ich befürchtete Schlimmstes. So ein Sturz belastet die Hüftknochen stark und gerade viele Ältere haben damit große Probleme. Nachdem mir ein anderer Kunde geholfen hatte, sie wieder aufzurichten, haben wir ihr erstmal einen Stuhl und ein Glas Wasser angeboten, damit sie sich nach dem Schreck erstmal wieder beruhigen konnte. Sie versuchte es locker zu nehmen, aber die Aufregung war ihr deutlich anzusehen.
Glücklicherweise ist ihr aber nichts weiter passiert.