Skip to content

Blabla E-Plus

Ein paar Frauen und ein Mann mit vermutlich südosteuropäischer Herkunft standen bei mir an der Kasse und kauften einige Dinge ein. Eine der Frauen wollte eine E-Plus-Guthabenkarte für ihr Handy haben.

Kurze Zeit später begann der Mann mit den Frauen offenbar über die Telefonkarte oder die verschiedenen Telefonanbieter zu diskutieren. Ich habe schon oft erlebt, dass Ausländer sich auf ihrer Muttersprache unterhalten und hin und wieder vereinzelte deutsche Wörter in ihre Sätze einbauen. Gerade bei Migrantenkindern, die oft ihre Muttersprache als Zweitsprache lernen, erlebt man das recht häufig und führt immer wieder zu erstaunten Blicken bei den Zuhörern. Zumindest geht mir es regelmäßig so.

Zwischendurch fiel der Gesprächsfetzen "Blabla E-Plus". Und nun überlege ich schon seit Stunden, ob "Blabla" wohl die offizielle Übersetzung von "Telefongesellschaft" auf Rumänisch, Serbisch oder Albanisch ist...

Lautes Genuschel

Eine Kundin sprach mich vorhin an:
"Äntuldungwehmsedemüselmifruchwiederbekokönsemiainzurkleg."

Ich verstand nur Bahnhof, Endstation, sah sie etwas irritiert an und stellte die knappe Frage: "Wie, bitte?"

Sie wiederholte, diesmal deutlich lauter:
"ÄNTULDUNGWEHMSEDEMÜSELMIFRUCHWIEDERBEKOKÖNSEMIAINZURKLEG!!!"

Nach einigem Nachfragen wusste auch ich dann, dass wir, sobald wir ein bestimmtes Früchtemüsli wieder geliefert bekommen würden, für sie eine Packung davon zurücklegen sollen.

HA(r)S(t)E

Lieferkunde am Telefon:

Wie ist denn Ihr Name?

Harste.

Hase. Wie der Hase?

Harste. Hah, Aah, Err, Ess, Tee, Eeh!

Oh, sind sie mit dem Inhaber verwandt?

Nein, ich bin es selber.

Ach, Herr Harste? Sie haben ja eine ganz andere Stimme.

Hmm. Keine Erkältung, keine Kreide auf dem Speiseplan, kein Helium inhaliert. Eigentlich sollte alles so sein wie immer... :-)

Das dritte Teil

Eine Kundin kam eben zu mir an die Kasse, legte zwei Teile, einmal Blättchen und ein Teil aus dem Kühlregal, auf das Förderband und ließ mich an ihren Überlegungen teilhaben: "Ich wollte eigentlich nur zwei Teile kaufen. Von den beiden hier ist aber eins sogar schon das dritte Teil. Mir will aber nun gar nicht einfallen, was ich denn auf jeden Fall noch haben wollte."

Ich versuchte, ihr zu helfen:

Vielleicht den Tabak zu den Blättchen?

Nein.

Etwas zu Trinken?

Nee, auch nicht.

Gemüse vielleicht? Oder etwas für's Frühstück?

Nein, nichts von dem. Mir fällt es überhaupt nicht ein. Ich gehe nochmal eben durch den Laden, vielleicht komme ich ja wieder darauf.

Zwei Minuten später stand ein dickes Paket Toilettenpapier vor mir auf dem Kassentisch. "Das brauchte ich noch unbedingt!"

Gut, dass ihr das nicht erst zu Hause wieder einfiel. :-)

Entschuldigung

Eine Kundin hat gerade eben ihr Leergut in einer Penny-Tragetasche abgegeben. Ich sortierte die Flaschen weg (Ihr erinnert euch: Der Leergutautomat streikt...) und gab ihr die Tüte zurück.

Während ich den Pfandbon ausstellte, entschuldigte sie sich für die Tüte: "Das ist gar nicht meine. Ich habe das Leergut nur für meine Mitbewohnerin mitgenommen. Ich wäre viel zu faul, bis zur Ecke zu laufen..."

Nice try

Folgendes ereignete sich am Sonntag Nacht gegen 0:45 Uhr. Der Laden war (zwangsläufig) schon geschlossen. Wir standen in Sichtweite des Eingangs, als es plötzlich an der Tür klopfte. Aufgrund der späten Stunde ignorierten wir dieses.

Kurz darauf klopfte es erneut, diesmal energischer.

Wir gingen nun doch zur Tür, öffneten das Oberlicht und fragten die junge Dame, die wir noch nie zuvor gesehen haben, ob wir ihr helfen könnten.

Ich brauche noch ganz dringend Zigaretten.

Wir haben leider schon geschlossen. Wir dürfen auch um diese Zeit nichts mehr verkaufen.

Bitte!

Es gibt doch genug Kioske und Quick-Shops hier in der Nähe, die jetzt noch geöffnet haben.

Ja, aber die verkaufen mir keine Zigaretten.

Warum das denn nicht?

Weil ich erst sechzehn bin.

Da half alles Betteln und Flehen nichts. Auch wir haben ihr natürlich keine Zigaretten verkauft... :-)

Lupen

Eine Kundin hat vorgeschlagen, doch an den Regalen Lupen zu befestigen, damit "ältere Kunden" die auf machen Packunen recht klein gedruckten Zutatenlisten und Nährwertangaben auch problemlos lesen können. "Das ist in vielen Supermärkten im Süden so üblich", sagte sie mir. Ich hatte davon zwar auch schonmal gehört, aber dass das "üblich" sei, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Ich denke, ich werde hier keine Lupen an den Regalen befestigen. Es wäre wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie zerkratzt, zerbrochen oder gänzlich verschwunden sind...

Rhabarberrhabarber

Kleine Kinder sind faszinierend: Sie stellen sich plötzlich und unerwartet neben einen und erzählen irgendwas Unverständliches. Das Erzählte, selbst wenn man es verstünde, interessiert wahrscheinlich nicht wirklich und weil man gerade sowieso beschäftigt ist, ignoriert man den Zwerg. Und was macht der?

Erzählt munter weiter, anstatt aufzugeben. :-)

Cocktail-Rezepte

Ob ich Rezepte für Cocktails hätte, wollte der Kunde wissen.

Ich konnte spontan zwar nur verneinen, ihm aber dennoch helfen. Google und Laserdrucker sei Dank.

So macht man Kunden glücklich. Und Cranberrysaft und Pfirsichlikör für seinen anschließend ausgewählten "Sex on the Beach" konnte ich ihm auch verkaufen. :-)

Maria und Josef

Ein drei- bis vierjähriger Junge ging gerade weihnachtslieder singend johlend durch den Laden. Mariiiia und Joooosef, Ihr Kiiiinderlein kooooommet...

Das ist...


Das ist...


Das ist...

Psychoterror! :-O

Befehlston

Eine Gruppe von sechs Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren stand bei mir an der Kasse und wollte einige Teile kaufen. Einige von ihnen, unter anderem derjenige, der mir das Geld gab, sagten nur wenig bis gar nichts.

Der größte Junge dafür umso mehr: "Fresse halten!", "Gib das Geld hin, du Arsch!", "Sieh zu!" und beim Rausgehen zu einem der anderen Kinder: Fick dich!", zumindest klang es so.

Ich staune nur noch.

Kopfkino

Gerade eben hatte ich einen Kunden an der Kasse.
2 Tüten Maggi Fix für Gulasch
2 Dosen Hundefutter
Ich habe den Gedanken schnell wieder verworfen. :-O

Jugendliche unter Nikotinentzug

Zwei Mädchen standen bei einer meiner Kassierererinnen an und wollten Zigaretten kaufen. Da nicht eindeutig zu erkennen war, ob die beiden schon volljährig waren oder nicht, ließ sich meine Mitarbeiterin von ihnen den Ausweis zeigen.
Einen Personalsausweis hatte keine der beiden mit. Stattdessen zückte eine einen Schülerausweis aus der Tasche. Nicht nur, dass die Dinger sowieso am heimischen PC recht leicht nachzumachen sind - zu allem Überfluss war das nicht gestempelte Foto auch noch mit Heftklammern befestigt. Alles in allem also definitiv kein akzeptabler Altersnachweis.

Es gab also keine Zigaretten, dafür allerdings böse Beschimpfungen für meine Kassiererin : Als "blöde Fo**e" bezeichneten die beiden Mädchen sie beim Herausgehen. Der gesetzlich auferlegte Zwangsentzug scheint echt hart zu sein... ;-)

Sadece acil aramalar

Ein türkischer Mann wollte eine Guthabenkarte für sein Handy kaufen. Das ist nicht weiter ungewöhnlich.

Seine Deutschkenntnisse waren eher bescheiden und so bat er uns, die Aufladung für ihn vorzunehmen, da er die Anleitung auf der Rückseite der Karte nicht lesen konnte. Auch das ist nicht weiter ungewöhnlich.

Die Tastensperre des Telefons war aktiviert. Die Hinweise, wie man sie entfernen konnten, standen zwar in türkischer Sprache auf dem Display, aber wer schon einmal ein Nokia-Gerät bedient hat, kommt auch so klar. Das war also auch nicht weiter problematisch.

Die komplette Menüführung im Handy war auf Türkisch. Auch das wäre nicht weiter problematisch gewesen, da man zum Aufladen des Guthabenkontos nur die auf der Karte angegebene Nummer anzurufen und dann den gesprochenen Anweisungen zu folgen braucht.

Jetzt aber fingen die Probleme an: Die Nummer ließ sich nicht wählen. Es stand die Meldung "Sadece acil aramalar" auf dem Display und da meine Türkischkenntnisse eher bescheiden sind, war mir deren Bedeutung zunächst vollkommen unklar. Der Kunde versuchte, uns klarzumachen, dass er die Guthabenkarte deshalb gekauft hätte um wieder telefonieren zu können und dass es deshalb wohl nicht möglich wäre, eine Telefonnummer anzurufen. Noch während ich mich bemühte, ihm zu erklären, dass die Nummer kostenlos ist, fiel mir ein, dass ich doch ein Türkisch-Deutsch-Wörterbuch im Büro liegen habe. Sicherlich nicht hundertprozentig richtig übersetzt, aber auf jedenfall zu verstehen war folgendes: "Sadece" - "lediglich", "acil" - "Leid", "aramalar" - "anrufen". Ich vermutete dahinter das türkische Pendant zu "Nur Notrufe möglich", ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas mit der SIM-Karte nicht in Ordnung ist.

Wir bauten den Akku ab und entdeckten, dass der SIM-Kartenschacht nicht richtig geschlossen war. Die Karte war zwar eingesteckt, aber die Verriegelung nicht geschlossen. Okay, das konnte nicht funktionieren.

Dummerweise fiel dem guten Mann danach seine PIN nicht mehr ein und nach zwei Fehlversuchen haben wir abgebrochen und er ist nach Hause gegangen um dort nach der PIN und vorsichtshalber auch nach der PUK zu suchen.

Wir haben ihm das Angebot mit auf den Weg gegeben, ihm dennoch beim Aufladen der Karte zu helfen. Bin mal gespannt, ob er wiederkommt...

Handschuhsammlung

Die Fensterbank neben dem Leergutautomaten scheint sich geradezu dafür anzubieten, dass Kunden ihre Handschuhe darauf ablegen, während sie ihr Leergut in den Automaten stecken.

Im Laufe der letzten Tage hat sich dort eine kleine Sammlung gebildet. Drei verschiedene Einzelstücke liegen dort inzwischen... :-O