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Bisquitrollenumtausch

Ein junges Pärchen wollte eine Bisquitrolle umtauschen, die sie vor knapp 1,5 Stunden hier gekauft hatten. Draußen sind ja auch nur über 20 Grad und strahlender Sonnenschein. Er sagte zwar, dass sie die zu Hause "im Kühlschrank" stehen hatten, aber die Rolle, bzw die Verpackung derselben fühlte sich nicht annähernd mehr gefroren an. Zurücknehmen konnte ich die Ware verständlicherweise nicht mehr.

Gesagt haben sie "Okay, dann nicht", aber die Blicke des Paares sprachen Bände. Zum Glück sind nicht noch auf die Idee gekommen, dass ich ja "verpflichtet bin, alle Ware zurückzunehmen". Zugetraut hätte ich es ihnen.

Bierzeltgarnitur für 4 Euro

Hin und wieder habe ich hier ja schon erwähnt, dass ich hier ganz offiziell Bierzeltgarnituren (na, diese Dinger hier) verleihe. Um meine Kunden darauf hinzuweisen, habe ich mir dazu vor einiger Zeit ein A1-Fensterplakat gedruckt, dass ich immer wieder im Wechsel mit anderen Plakaten an den Schaufenstern abringen. So auch wieder in dieser Woche. Mein Preis pro Verleihtag ("von heute auf morgen") beträgt vier Euro pro Set.

Vorhin kam ein Kunde an, und wollte die Bierzeltgarnituren aus dem Sonderangebot kaufen. Etwas enttäuscht war er schon, hat dann aber zum Glück doch eingesehen, dass es reichlich optimistisch von ihm gedacht gewesen war, dass die Sets für vier Euro den Besitzer wechseln könnten. :-)

So, wie es passt...

Ein älteres Ehepaar kommt regelmäßig hier einkaufen. Er ist einfach nur ein alter schwacher Mann, der wenig spricht und immer nur langsam hinter dem Einkaufswagen herschlurft. Sie ist nicht weniger betagt, das Gebiss verrutscht ihr beim Sprechen und ihrer eigenen Aussage nach ist sie "fast blind". Sie wünscht immer jemanden, der sie beim Einkauf begleitet und die Produkte zeigt und ihr genau vorliest, was auf den Verpackungen steht. Das ist mittlerweile auch kein Problem mehr, denn wir haben mit dem alten Ehepaar eine feste Zeit vereinbart, zu der auch garantiert jemand in Ruhe für sie da sein kann.
Interessanter ist das Phänomen, dass ihre Augen offenbar gar nicht so schlecht sind, wie sie immer sagt. Wenn sie alleine ist, manövriert sie jedenfalls immer recht zügig durch die Gänge und sieht auch Dinge auf weitere Entfernungen.

Eine Kollegin hat das heute als "bedarfsblind" bezeichnet. :-)

Umtausch nach zwei Monaten

Eine Frau kam mit einer kleinen Saftflasche (Bio-Speizialität) im Wert von knapp fünf Euro an die Kasse und fragte, ob ich die zurücknehmen könne. Der Kassenbon war auf Mitte März (!) datiert.

Der Inhalt der Flasche hatte auf diese Weise eine Haltbarkeit von nur noch zwei statt vier Monaten. Zurückgenommen habe ich sie verständlicherweise nicht mehr. Irgendwo findet sogar meine Kulanz eine Grenze.

"Herr Harste"

Normalerweise werden wir hier von etwa gleichaltrigen Kunden gedutzt. Das "Sie" verwenden eher jüngere, bzw. ältere Kunden. Manche Stammkunden (meistens ebenfalls ältere) sprechen einen mit Namen an.

Sehr ungewöhnlich, wenngleich natürlich nicht unfreundlich, war eine Kundin, die etwas jünger war als ich und mich die ganze Zeit ausdrücklich mit "Herr Harste" angeredet hat. Vollkommen korrekt, aber doch irgendwie sehr irritierend... :-O

Vieltelefoniererin

Eine junge Frau mit geschätzer ost- oder südosteuropäischer Herkunft kauft hier seit letzter Woche schon täglich Handy-Guthabenkarten in einem Wert, der der Höhe meiner monatlichen Handyrechnungen entspricht.

Eben meinte ich scherzhaft zu ihr, ob ein Festvertrag nicht langsam günstiger wäre. Das hat sie nur mit einem gequälten Lächeln abgetan.

Ich frag' lieber gar nicht weiter.

Quark

Eine Kundin suchte Quark von Landliebe. Haben wir aber nicht, hatten wir auch noch nie und genau das erklärte die Kollegin der Kundin auch so. Die Kundin beharrte darauf, den Quark noch in der vergangenen Woche gekauft zu haben, unterstellte meiner Mitarbeiterin, keine Ahnung zu haben und forderte sie auf, die Chefin zu holen, da die immer alles wissen würde.

"Stellvertretend für die Chefin" ging ich zu der Kundin und fragte sie vorsichtshalber noch einmal, welchen Quark sie genau suchen würde. Es wäre immerhin möglich gewesen, dass sie etwas verwechselt oder meine Angestellte etwas falsch verstanden hat.

Den Landliebe-Quark. Den habe ich immer hier gekauft!

Den habe ich hier aber wirklich noch nie gehabt.

Doch, natürlich. Der stand sonst immer da vorne um die Ecke in dem anderen Kühlregal.

Da stand der Quark definitiv noch nie, da das "andere Kühlregal" immer nur für Wurst und Convenience-Produkte gedacht war.

Das kann nicht sein. Der stand da noch nie.

Ach, klar. Aber so ist das, wenn hier im Laden immer alles umgestellt wird.

Wähnte sie sich etwa noch bei "Kaiser's"? Ich riskierte es:

Kann es sein, dass das schon über acht Jahre her ist?

Na, so alt bin ich ja auch noch nicht.

Da half leider nur noch eins:

Tut mir sehr Leid, Ihnen das sagen zu müssen: Den Quark bekommen wir leider nicht mehr wieder, da der ausgelistet ist.

Dafür hatte sie dann Verständnis. Bedankte sich für die Information und überlegte, welchen Quark sie dann "stattdessem" zukünftig kaufen wird.

Ich glaube, ich werd's nie verstehen... :-O

(Kein) Selbstgespräch

Gaga oder Headset?

Irgendwie fällt es schwer, sich daran zu gewöhnen, wenn Leute deutlich "mit sich selber" sprechend durch den Laden wandeln.
Solange Bluetooth-Headsets zumindest noch so groß sind, dass man sie aus mehreren Metern Entfernung erkennen kann, lässt sich die Frage, ob jemand mit sich oder einem Anrufer redet, jedenfalls noch relativ leicht selber beantworten... :-)

Tatterich

Ein älterer Kunde bringt immer Massen an leeren Energy-Drink-Dosen her und kauft selbe auch gleich kartonweise wieder neu. Von mir wollte er eine Beratung bezüglich Geschmacksrichtungen und Preise haben, dem neugierigen Kollegen an der Kasse hat er eben jedoch erklärt, die Getränke für seinen Neffen einzuholen.

Dem Zittern seiner Hände nach zu urteilen, drückt er sich das Zeugs wahrscheinlich im Halbstundentakt selber in den Hals... :-O

Mal eben mitnehmen

Vom Samstag Abend standen noch zwei leere Bierflaschen auf dem Fußboden im Hauptgang. Nach der Feierabend-Erfrischung hatten wir sie dort vor dem Verlassen des Ladens abgestellt.

Als ich eben aufgeschlossen habe, hat sich die die erste Kundin ungeniert und ohne zu fragen die beiden Flaschen gegriffen. Zum Glück hat sie die ohne Diskussion wieder hergegeben, nachdem ich sie darauf hinwies, dass das nicht ihre Flaschen sind.

Pfandflaschen auf der Straße einzusammeln ist eine Sache, aber wie kommen die Leute darauf, dass sie sich hier im Laden einfach so bedienen dürfen??? Vor dem Leergutautomaten die gleichen Szenen: Wenn dort etwas steht, was der Automat verweigert hat, wird's einfach mitgenommen.

Technohupf

Im Laden läuft Chromanova.

Ein etwa zehnjähriges Mädchen stand eben vor dem Kühlregal, hielt dabei ein Baby auf dem Arm, hüpfte im Takt der Technoklänge auf und ab und schwenkte das Bündel mit zwei Armen dabei ebenso "taktvoll" hin und her.

Jaja, gleich an die Zappelmusik gewöhnen, das Kleine.

Seit einer halben Stunde!

Im Verlauf eines etwa fünfminütigen Telefongesprächs klopfte im Hintergrund ein weiterer Anrufer an. Dieser Anrufer war erstaunlich ausdauernd, ließ einmal komplett durchklingeln und versuchte es nach einigen Sekunden erneut. Etwa eine Minute später beendete ich mein Gespräch und hatte den anklopfenden Kunden am Telefon:

SPAR-Markt Harste, guten Tag.

Bei Ihnen geht ja gar keiner ans Telefon.

Doch, ich bin rangegangen.

(Auch ohne, dass er sich gemeldet hatte, erkannte ich ihn an der Stimme. Ein älterer, mitunter recht wundersamer Herr, der sich schon seit Jahren von uns beliefern lässt. Zeitweise mit frischer Milch in rauhen Mengen. Da er weder gegrüßt noch sich bemüht hat, freundlich zu sprechen, fand ich die Antwort angemessen.)

Ich versuch das schon seit einer halben Stunde.

Naja, ganz so lange dürfte es nicht gewesen sein.

Aber zwanzig Minuten bestimmt.

Dass es höchstens drei Minuten waren, versuchte ich erst gar nicht mit ihm auszudiskutieren. So war ein "Hmm..." alles, was ich dazu sagte.

Ich habe am Montag Bier bestellt. Das sollte heute geliefert weden! Ich warte!

Das wird heute Nachmittag geliefert. Das hatte ich Ihnen am Montag aber auch gesagt.

[War Dienstag, aber egal...]

Ich warte schon die ganze Woche. Und jetzt muss ich noch mehr warten!

Wie gesagt: Wir bringen die heute Nachmittag. Gegen 16 Uhr.

Naja, ich warte, Herr Ha... [KLICK!]

Aber nicht schnell genug auflegen können... :-)

Hinten rauslassen

Ein Typ, der vor einigen Monaten hier rausgeflogen ist, weil er ein paar Tüten Chips klauen wollte, kam ins Lager gerannt. Etwas außer Atem und irgendwie "neben sich" forderte er uns hektisch auf, ihn aus dem Hinterausgang rauszulassen. "Sie wollen mich vermöbeln!", erklärte er.

"Wer, 'sie'?", wollte ich wissen.

"Na, so ein paar Typen auf der Straße."

Ein Kollege fragte ihn ziemlich direkt, ob er irgendwas eingesteckt hätte, schließlich befand sich in der selben Umhängetasche schon einmal nicht bezahlte Ware von mir. Wer weiß, vielleicht sollte das nur ein Trick sein, um "auffällig unauffällig" den Laden verlassen zu können. Er zeigte allerdings bereitwillig die leere Tasche vor und wiederholte nur: "Die verfolgen mich."

Wir zeigtem ihm dann nicht den Weg durch das Lager sondern begleiteten ihn bis zum Haupteingang. "Wenn da jemand ist, kann ich immer noch die Polizei rufen.", versuchte ich ihn zu beruhigen. Da war aber niemand zu sehen. Und plötzlich nahm der Typ die Füße in die Hände, wie man so schön sagt, und verschwand binnen Sekunden um die nächste Häuserecke.

Was in manchen Menschen wohl vor sich geht..? :-O

Küstennebel in Berlin

EIne Kunde betrat den Laden, ging zur Kasse, warf einen Blick auf die dort platzierten Taschenflaschen Spirituosen und wollte den Laden gerade wieder taten- und wortlos verlassen. Ich war aber neugierig geworden: "Suchten Sie etwas Bestimmtes?"

"Die janz kleenen Flaschen Küstennebel wollt' ick eijentlich haben. Wissen 'se, det jib's bei uns nich. Da krie'jn'se nur die großen Flaschen von in Berlin."

Ich versuchte eine Erklärung dafür zu finden und schob die Schuld auf Berlins fehlende Nähe zur Meeresküste. Morgen gibt's ja auch bei uns wieder Nachschub.

Aber war schön, mal wieder einen echten Berliner reden zu hören. Ich mag sowieso die meisten Dialekte und finde sie durchweg sprachlich sehr interessant. Hier oben im Norden ist ja Plattdeutsch die einzige Variation, die man häufiger zu hören bekommt...

Das Sparbuch

Das Sparbuch hatten wir übrigens letzte Woche zur Bank gebracht.

Vermisst hätte es aber niemand mehr, denn das Konto wurde schon längst aufgelöst.