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Zum gleichen Preis

Woher stammt eigentlich der Irrglaube, dass ein Einzelhändler, wenn eine Ware nicht mehr vorrätig ist, eine hochwertigere zum Preis der günstigereren abzugeben habe?

Bookcrossing im SPAR-Markt

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein Foto von einem in einem Regal liegenden Buch zeigen. Und mit Regal meinte ich in diesem Fall auch kein Bücherregal, sondern eines meiner Stahlregale. Aber leider war ich zu langsam und so ist das Buch, das erst noch im Regal lag, schon wieder weg.

Also berichte ich ohne Buch. Ein paar Bookcrossing-Freunde haben offenbar meinen Laden als Tauschplattform entdeckt. In letzter Zeit finden sich immer wieder die verschiedensten Bücher in mehreren unserer Regale für ökologische Produkte, die auch nie lange liegenbleiben. Finde ich irgendwie schön, hier innerhalb meines Ladens so eine Tauschplattform zu haben. :-)

Mehr dazu direkt bei bookcrossing.com


Ein frohes, neues Jahr

Wir wissen nicht, warum – aber eine Kundin wünscht uns schon seit Jahren "frohe Ostern" an der Kasse zur Verabschiedung.

Eben war sie wieder da, bezahlte und sagte nur: "Einen schönen Sonntag noch."

Meine Mitarbeiterin konnte es sich nicht nehmen lassen und erkundigte sich: "Wie? Heute kein 'frohe Ostern'?"

Kundin, toternst: "Stimmt. Aber ein frohes, neues Jahr."

Häh?!? :-O

Anbieterwirrwarr

Ein Kunde mit einem Handy mit "Vodafone"-Aufdruck auf dem Gehäuse wollte eine Guthabenkarte für "T-Mobile" haben. Die hat ihm aber gar nichts geholfen, da er eine E-Plus-Karte in seinem Handy hat.

Tzzz... :-)

Vergessenes Portemonnaie

"Wissen Sie, was ich jetzt mache? Ich lege jetzt einfach auf.", sprach's und drückte auf die Taste mit dem kleinen roten Telefon auf meinem Mobilteil. Der telefonische Kundenservice bei der Deutschen Bank war mir gerade echt zu blöde und wenn ich dort Kunde wäre, wäre ich jetzt ziemlich vergrätzt.

Was war geschehen? Wir haben gestern ein Portemonnaie eines Kunden gefunden. Darin befand sich zwar keine direkte Kontaktmöglichkeit zu diesem Kunden, aber doch immerhin eine Karte seiner Bank. Sehr nützlich, denn in der Vergangenheit habe ich in solchen Fällen immer über die Bank die Kunden kontaktieren lassen. Häufig haben Banken die Telefonnummer der Kunden und können ihnen so mitteilen, wo sie ihre Karte und den Rest wieder abholen können.

Nicht so bei der Deutschen Bank. Nachdem ich mein Anliegen vorgetragen hatte, wurde ich umgehend mit der Abteilung verbunden, die für Kartensperrungen zuständig ist. "Zur Sicherheit des Kunden, um Missbrauch mit dieser Karte zu vermeiden", hieß es. Sehr schön, aber ich möchte und werde diese Karte sicherlich nicht missbrauchen. Warum hätte ich auch sonst bei der Bank anrufen sollen. Naja, mir sollte es egal sein – ich bin da ja nicht Kunde.

"Ich veranlasse jetzt die Sperrung und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und vielen Dank für den Anruf."

""Ähhh!?! Halt! Sie haben doch meine Kontaktdaten noch gar nicht."

"Die braucht der Kunde auch nicht. Wir werden uns mit ihm in Verbindung setzen, ihn über die Kartensperrung informieren und ihm eine neue Karte zukommen lassen."

"Und seine restlichen Sachen? Portemonnaie? Ausweis, Versicherungskarte, Bargeld? Was soll damit passieren? Wie soll er wissen, wo er die Sachen abholen kann?"

"Das ist nicht unser Problem."

Daraufhin beschloss ich, das Gespräch zu beenden.
Zum Glück lag noch eine Visitenkarte der Mutter meines Kunden im Portemonnaie, die sich sehr über den Anruf gefreut hat und die gute Nachricht nun gleich an ihren Sohn weiterleiten will.

Ich bin kein Kunde bei der Deutschen Bank. Spätestens nach so einer Aktion wäre ich sowieso keiner mehr. Was soll denn sowas? "Nicht unser Problem"... Na, die haben ja nette Vorstellungen von Kundenservice. :-(

Plumps

Wenn einem eine Packung Fruchtgummi auf den Boden fällt und man selber gerade mal 1,15m groß ist, dann darf man sich ruhig mal danach bücken und diese wieder ins Regal legen.

Man muss nicht. Es ist aber ein Zeichen für gutes Benehmen. (Obwohl es eigentlich eher eine Selbstverständlichkeit sein und nicht auch noch als "gutes Benehmen" herausgestellt werden sollte, etwas wieder aufzuheben, was man selber auf den Boden hat fallen lassen.)

Hexe

Ah, so ist das. Eine Hexe ist meine Süße also. Eine "blöde Hexe", die sich "auf ihren Besen setzen" soll und die "früher sowieso verbrannt worden" wäre.

Und das alles musste sie sich anhören, nur weil sie einem Heranwachsenden, der keinen Ausweis dabei hatte, keine Zigaretten verkaufen wollte.

Nicht weiter darüber nachdenken. Lohnt nicht.

Noch niemand versucht

Ein 20-Cent-Stück lag in der Kasse im Fach mit den 50-Cent-Stücken. Und genau dieses eine 20-Cent-Stück hat eine Kollegin einer älterin Kundin versehentlich anstatt des geplanten Fünfzigers als Wechselgeld rausgegeben.

Lautstark entrüstete sich die Kudin vor allen anwesenden, dass "sowas" ja noch niemand bei ihr versucht hätte. Eine Unverschämtheit wäre das. Und so weiter.

Augenmaß, liebe Leute.

Ausweiskontrolle

Und noch ein nächtliches Erlebnis mit der Polizei an der Kasse:

Ein relativ junger, bzw. relativ jung wirkender Polizist wollte Zigaretten kaufen. Ordnungsgemäß fragte ihn mein Mitarbeiter nach seinem Ausweis.

Der Mann in Uniform war irritiert. "Das meinste doch nicht ernst, oder? Ist hier irgendwo eine versteckte Kamera?", erkundigte er sich. Mein Angestellter erklärte ihm, dass er doch gerade bei der Polizei nicht ins sprichwörtliche Fettnäpfchen treten wolle und da es schließlich auch minderjährige Mitarbeiter bzw. Praktikanten bei der Polizei gäbe, sei die Frage mehr als berechtigt gewesen.

Der Kollege des Polizisten kam gerade mit seinem Einkauf zur Kasse, erblickte die Szene und fing laut an zu lachen. Der Zigarettenkäufer war immerhin schon Mitte dreißig. :-)

Spaghetti

In der Nacht hatte einer meiner Kollegen sogar zweimal mit der Polizei zu tun. Aber natürlich nur rein geschäftlich. Unser Geschäft, wohlgemerkt.

Zuerst kam eine Polizistin mit ihrem Kollegen in den Laden. Sie kaufte die verschiedensten Dinge ein, die man für ein ordentliches Spaghettigericht benötigt: Spaghetti, Hackfleisch, Tomaten und einiges mehr. Um nicht nur leise dazusitzen, begann mein Mitarbeiter mit etwas Smalltalk und erkundigte sich, ob sie denn auf der Polizeiwache genug Zeit und Ausstattung hätten, um richtig zu kochen.

"Kochen? Die esse ich immer so wie sie sind!", und stopfte sich die Packung Nudeln so weit es ging in den Mund. Mein Mitarbeiter bemerkte seinen kleinen Patzer und wusste in dem Moment, dass sie nur sein Schild übersehen hatte.

(Und ja, das mit dem Schild sollte ich so schreiben: :-) )

Reis und Mais

Eine Kundin suchte Puffreis. Dabei dachte ich zuerst an die süße, bunte Variante für Kinder. Sie suchte jedoch die nicht gefärbten Kügelchen und so zeigte ihr verschiedene Sorten Reiswaffeln, von natur bis zu Waffeln mit Schokoladenseite – aber das wollte sie alles nicht. "So in der Tüte ist das immer. Meine Bekannte sagte, dass das vorne beim Gemüse liegt."

"Popcorn?"

"Ja, genau."

Da soll mal einer drauf kommen. Wenn man vom Fach ist, unterscheidet man eben zwischen Mais und Reis. :-)

So'n scheißigen Beruf

Zwei aufgedonnerte "Chicks" standen an der Kasse und unterhielten sich, unter anderem über meine Kassiererin:

C1: "Ey, so'n scheißigen Beruf würd'sch nie machen."

C2: "Verkäuferin und ganzen Tag an der Kasse sitzen..."

C1: "Isch glaub', das machen nur die dümmsten Leute."

Kassiererin: "Was macht ihr denn so beruflich"

C2: "Isch hab' noch kein' Beruf.

Kassiererin: "Ah, dann ihr geht noch zur Schule?"

C1: "Neeee. Hab'sch abgebrochen Schule ist doch voll scheiße."

Der Autoschlüssel ist kein Altersnachweis

Eben wollte eine Kundin Zigaretten kaufen. Ihren Ausweis hatte sie nicht dabei, aber doch zumindest ihren Autoschlüssel.

Nur was beweist der? Richtig. Nichts. Also gab es keine Zigaretten und das lange Gesicht war zu verstehen.

Und wenn es jetzt doch eine siebzehnjährige Testkäuferin gewesen wäre, der jemand einen x-beliebigen Autoschlüssel mitgegeben hat, um der Kassiererin eine Falle zu stellen?

Man entwickelt eine gewisse Paranoia.

Das mit dem Sortimentskarton

Eine Stammkundin möchte einen ganz bestimmten Artikel haben und davon am liebsten 3-4 Stück pro Tag. Der Haken an der Sache ist, dass wir diesen Artikel nur zusammen mit einem anderen in einem sogenannten Sortimentskarton bekommen – und wir von dem anderen Artikel bei weitem nicht 3-4 Stück pro Tag verkaufen können. Dieser landet deshalb bei uns regelmäßig kurz vor dem MHD zum Sonderpreis in der Restekiste. Und dann erst bestellen wir wieder nach.

Das haben wir schon so oft erklärt, mindestens einmal pro Woche. Und gerade eben schon wieder.

Ich soll mich endlich mal beim Hersteller beschweren, sonst wird sie das irgendwann mal der BILD-Zeitung melden. Richtig so.

Verwöhnt

Ich habe gerade mal wieder festgestellt, wie verwöhnt viele meiner Kunden doch sind. Es hat sich eben innerhalb von Sekunden eine Schlange an der Kasse gebildet, weil sich mehrere Kunden gleichzeitig angestellt haben. Noch bevor ich reagieren konnte, rief schon eine Kundin ins Lager, ob wir nicht mal eine zweite Kasse öffnen könnten.

Schön, dass wir das sofort können und tun – was meinen Laden hier von etlichen Mitbewerbern deutlich abhebt. :-)