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Der falsche Bericht

Ein Kunde hat Leergut abgegeben. Eine kleine Sammlung, die nach Fundstücken aussah. Mit dabei war eine 1,5-Liter-PET-Mehrwegflasche von Coca-Cola. Allerdings hat die Flasche wohl jemand im Backofen oder mit einem Heißluftgebläse bearbeitet, denn sie war etwa auf die halbe Größe zusammengeschrumpft. Auf dem unförmig ausgebeulten Torso prangte noch das zusammengeschrumpelte Etikett, auf dem eindeutig zu erkennen war, um was es sich einst handelte.

"Die kann ich leider nicht annehmen." erklärte ich. "Die können Sie wegwerfen. Das war wohl mal eine große Flasche, aber die ist völlig zusamengeschrumpelt."

"Sie müssen die aber annehmen. Das ist eine Pfandflasche."

"Aber die ist zerstört. Für eine Glasflasche werden Sie auch kein Pfandgeld bekommen, wenn Sie die irgendwo in Scherben abliefern."

"Da habe ich wohl den falschen Bericht gelesen."

(Hat er wohl, sagte ich ihm aber nicht. :P )

Sie geht zum Gesundheitsamt

Eine Frau kam an die Lagertür und wollte "den Chef" sprechen. In den meisten Fällen, in denen jemand ausdrücklich "den Chef" sprechen wollte, waren es "Bewerber", die nur einen Stempel haben oder Leute, die auf Kredit kaufen wollten. So habe ich mir angewöhnt, grundsätzlich einen Mitarbeiter vorzuschicken, wenn kein konkreter Grund vorliegt. Außerdem war ich gerade am telefonieren.

Die Kollegin kam 30 Sekunden später wieder ins Büro und berichtete: "Sie will den Chef sprechen, sonst würde sie zum Gesundheitsamt gehen."

Damit wusste ich aber immer noch nicht, was sie wollte. Inzwischen hatten wir aber gesehen, dass sie eine kleine Plastiktüte mit einem Jogurtbecher darin in der Hand hielt. Vermutlich ein schlecht gewordenes Milchprodukt. Das kann bei sommerlichen Temperaturen leicht passieren.

Eine andere Kollegin ging zu der Kundin und erklärte, dass ich gerade im Gespräch wäre und bot ihrerseits Hilfe an. Ohne weitere Diskussion drehte die Frau sich um und giftete noch, bevor sie ging: "Wenn ihr Chef nicht mit mir reden will, dann gehe ich jetzt zum Gesundheitsamt!

Viel zu viel berechnet

Eine Mitarbeiterin hat sich an der Kasse vertippt und einer Kundin einen Artikel zum Preis von über 100 Euro mitberechnet. Das heißt, eigentlich hat sie ihn gar nicht mitberechnet. Sie hat ihn nämlich storniert.

Die Kundin hat zwar den Posten "109,00 Euro" auf ihrem Kassenbon entdeckt, aber den dahinter stehenden Storno nicht verstanden. Kommt öfter mal vor.

Wieso sie sich aber aufregt darüber, dass wir ihr "viel zu viel berechnet" hätten, obwohl sie letztendlich gerade mal knapp 15 Euro bezahlt hat, verstehe ich allerdings beim besten Willen nicht.

Heilig's Kuh'le

Ein Kunde suchte Pizza "with Chicken". Ich dachte, er wäre Muslim und suchte vor allem eine Alternative zu Schweinefleisch. Ich drückte ihm die "Ofenfrische" in der Sorte "Bolognese" in die Hand und erklärte ihm, stolz, eine weitere Alternative gefunden zu haben: This ist with beef.

Angewidert warf er die Packung wieder weg.

Okay, Hindu. :)

Alte Anruferin

Vor ein paar Tagen rief eine ältere bis ziemlich alte Frau an und hat inständig darum gebeten, dass wir ihr einige Lebensmittel, vor allem auch Getränke nach Hause bringen. Die genannte Straße war zu weit, als dass ich mal eben einen Mitarbeiter hätte rüberschicken können und da ich sowieso gerade an der Kasse zu tun hatte, bat ich sie, später wieder zurückzurufen.

"Das kann ich nicht. Ich habe die Auskunft angerufen und die haben mich weiterverbunden. Ich habe ihre Nummer gar nicht. Aber wissen Sie was? Ich schicke Ihnen ein Taxi vorbei. Dem Fahrer gebe ich eine Einkaufsliste und dann helfen Sie ihm doch bitte dabei."

Das Taxi kam nie hier an und seit dem überlege ich, ob die Frau einfach nur Großalarm auslösen wollte, wie man es bei älteren menschen hin und wieder mal erlebt, und sich schließlich doch anderweitig versorgt hat – oder ob sie, und danach klang ihre Stimme eher – richtig verzweifelt und dabei so durcheinander war, dass sie nicht (mehr) in der Lage war, überhaupt ein Taxi an meine Adresse zu schicken.

Braucht er nicht

Meinem Mitarbeiter Stephan ist gerade beim Lesen dieses Blogeintrages ein Erlebnis aus der vergangenen Nacht eingefallen:
Übrigens: Im Bezug auf deinen BE (Ausweiskontrollen) habe ich gestern einen "interessanten" Kunden gehabt:

Mitbürger kommt mit Wodka an die Kasse.
Wie üblich verlange ich nach dem Ausweis, woraufhin er (wie üblich...) anfängt rumzupöbeln.

"Ey, seh' isch aus wie 14, oder was?!?"

Wie üblich (...) erkläre ich ruhig und gelassen, dass es sich um eine Vorschrift handelt, die wir durchführen müssen.

Er: "Ja weisste, isch scheiss' auf Gesetze und Vorschriften. Mir ist das doch egal man, isch brauch' sowas nich'."
Was der Kunde da jetzt "nicht braucht", haben wir übrigens nicht verstanden...

6 Dinger

Kundin: "Sie müssen mal wieder das Ding mit den sechs Dingern bestellen. Die gekühlt werden müssen.

Häh?!? :O

Zu stehen

Wie oft hört man das: "Das brauchst du nicht machen." oder "Das braucht nicht gesäubert werden." – und jedes Mal bekomme ich einen Knick in der Ohrmuschel und denke mir das fehlende "zu" hinzu. "Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen erst gar nicht zu gebrauchen." – diesen Spruch kannte ich schon mit 6 Jahren und es hat sich tief eingebrannt.

Hat zwar damit jetzt gar nichts zu tun, aber eben wollte ein Kunde wissen: "Enstschuldigung, wo haben Sie denn die Butter zu stehen?"

Ist das einfach nur eine vollkommen falsche Verwendung des oben genannten "zu" gewesen oder ist das irgendeine Eigenart eines Dialekts?

Total gefährlich

Gespräch mit einer Kundin. Es ging um Kartoffelchips, deren relativ kurzen Haltbarkeitsdaten und dass sie die eigentlich zu einer Bekannten nach Fernost schicken wollte, was natürlich ein paar Tage dauern kann. Nicht, dass die Zeit für den Versand nicht reichen würde, aber trotzdem sorgte sie sich um das Datum, da ihre Bekannte die Chips ja nicht alle sofort aufessen würde.

Ich erwiderte, dass das normalerweise kein Problem darstellen sollte. So schnell passiert mit der Ware ja nichts.

"Werden die nicht giftig oder sowas?"

Ich erklärte ihr, dass es sein könnte, dass die Snacks etwas pappig oder fade werden können, aber dass sie sich keine Sorge wegen möglicher Gesundheitsgefährdungen zu machen braucht.

Kein Wunder, dass so viele Leute Lebensmittel regelrecht angeekelt wegwerfen, nur weil die aufgedruckte Zahl mit der auf dem Kalender übereinstimmt. Eigentlich eine Schande.

Entsetzt

Eine Kundin sprach einen Kollegen an, der gerade mehrere Einwegflaschen in den Leergutautomaten steckte:
Warum macht das Ding so komische Geräusche?

Der Automat schreddert die Flaschen, das klingt nunmal so.

Sie machen die kaputt?!?

Ja.

Die haben Ihnen doch gar nichts getan!
:O :)

Flucht

Ist es gemein oder einfach nur eine vorbeugende Maßnahme, wenn man sich beim Gang durch den Laden ein Telefon an das Ohr drückt und ein bisschen mit sich selber redet...

...um zu verhindern, dass eine berühmt-berüchtigte Kundin einen festhält und mindestens zweimal ihre komplette Lebens- und Leidensgeschichte aufsagt? :O

Tengelmann

Eine Kundin hat im Gespräch meinen Laden gerade gegenüber einer dritten Person als "Tengelmann" bezeichnet. Irre, wie fest sowas in den Köpfen sitzen kann.

Schließlich war "Tengelmann" an dieser Stelle noch vor "Kaiser's" – und die sind hier vor knapp 10 Jahren ausgezogen.

Den Leinenbeutel, den man hinstellen kann

Ein Mann, mindestens nebenberuflicher Flaschensammler, hat einen Leinenbeutel, in dem er seine Fundstücke zu uns bringt. Normalerweise muss ich den nicht anfassen, aber da unser Automat gerade streikt, war händische Leergutannahme angesagt.

Bei der ersten Runde habe ich den Beutel noch mit spitzen Fingen angefasst und nichts gesagt.

Als der Mann knapp zwei Stunden später wieder da war, habe ich den Beutel wieder mit spitzen Fingern angefasst und gefragt, ob er ihn nicht mal waschen wollte.

Tolle Antwort: Ein hämisches Lachen.

Seit dem lasse ich siffige Tüten von den Kunden selber auspacken und die Flaschen direkt in die Kisten stellen.

Die schönen und die ätzenden Momente

Schön: Ein Pärchen, dass irgendwie angetrunken und heruntergekommen wirkte, hat eine Packung hochwertiges Eis kurzentschlossen wohl doch nicht mehr kaufen wollen und es deshalb einfach vor der Kasse in einen der dort stehenden Körbe geworfen.

Zwei Minuten später hat ein Stammkunde die Packung genommen und in eine Tiefkühltruhe gebracht. Einfach so, weil er nett war und mitgedacht hat.


Ätztend: Eine Kundin, die kaum Deutsch sprach, hat eine E-Plus-Guthabenkarte für ihr Handy gekauft. Beim Aufrubbeln mit einem scharfkantigen Gegenstand hat sie die Aufladenummer gleich mit weggerubbelt. Da sie aber gar kein original E-Plus sondern so eine Aldi/Medion-Karte hat, konnte ich ihr zunächst gar nicht weiterhelfen. Zu allem Überfluss kannte sie nichtmal ihre eigene Telefonnummer. Schuld an der Misere bin ich natürlich gewesen, weil ich diese Karte verkauft habe. Sie traf keine Schuld, sie kenne sich da nämlich aus, schließlich habe einen eigenen Laden.

Noch ein Notfall

Sonntag Morgen gegen 2:50 Uhr klingelte mein Handy. Aus dem Tiefschlaf hochgerissen meldete ich mich entsprechend müde:
Hallo?

Ja, ich steh' hier vor dem SPAR-Markt...

Ja. Und?

Ich dachte, der hat 24 Stunden geöffnet.

Sonntags nicht. Und darum rufen Sie mich jetzt einfach so mitten in der Nacht an?

Da steht dran, im Notfall anrufen.
Hat langsam das Zeug zum Running Gag. :O