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Gegessen und abgezogen

Wenn ein Kunde ein Brötchen aus der Schütte nimmt und noch im Laden aufisst, ist das dreist. Vor allem dann, wenn er an der Kasse nichts davon sagt. Das ist dann sogar schon Diebstahl.

Eigentlich schade, dass er gar nicht gemerkt hat, dass wir ihm die Semmel gleich ungefragt und ohne etwas zu sagen einfach an der Kasse mit abgezogen haben. Die Diskussion haben wir auf diese Weise zwar vermieden, aber sie wäre bestimmt interessant geworden.

Fachmann

Ein Mann sprach meine Mitarbeiterin an der Kasse an: Er wäre ein erfahrener Ladendetektiv und damit Fachmann auf dem Gebiet und wir sollten doch so langsam mal die offensichtlichen Kamera-Atrappen hier im Laden gegen echte austauschen, zumal da doch sowieso keiner drauf reinfallen würde.

Wer hier schon länger mitliest weiß: Der Typ hat sich auf ganzer Linie disqualifiziert. :-)

Doppelt gebucht

Eine Stammkundin sprach mich an, da ihr ein Artikel doppelt berechnet worden ist. Kann ja mal passieren und wird selbstverständlich unbürokratisch gelöst. Da es gerade an der Kasse relativ voll war, schlug ich ihr scherzhaft vor, doch einfach einen zweiten Jogurt mitzunehmen. Sie fand den Vorschlag sogar akzeptabel und tat es.

Cool. Das probieren wir demnächst mal mit hochwertigen (und entsprechend teuren) Spezialitäten... :-)

Rangeleien wegen Wodkaflasche

Zwei Kunden standen hintereinander an der Kasse. Sie kannten sich offenbar nicht oder nur sehr flüchtig und waren zudem beide angetrunken. Der hintere wollte unter anderem eine Flasche Wodka kaufen, welche schon eingescannt auf der "Kundenseite" vom Förderband stand.

Der erste Kunde packte währenddessen noch schwankend seine Waren ein und stieß dabei gegen die Flasche. Diese fiel vom Tisch, der Kontakt mit den Bodenfliesen ging glimpflich aus. Für die Fliesen allerdings nur.

Partylaune, Alkoholpegel – was auch immer es war, wir hatten Mühe, die beiden davon abzuhalten, noch im Laden aufeinander loszugehen. So blieb es bei Beschimpfungen und "Komm doch her-"Sprüchen mit geschwollener Brust. Eine neue Flasche gab es auf Kosten des Hauses und das hat vermutlich den schwächeren der beiden vor Schlimmerem bewahrt.

50% mehr

Artikel im Bonuspack. 50% mehr Inhalt zum gleichen Preis. (Statt 2 Stücke sind also nun drei Stücke darin.)

Zwei Kundinnen waren begeistert: "Cool, dann brauchen wir nur eine statt zwei Packungen zu kaufen. Da haben wir glatt die Hälfte gespart und haben trotzdem die vier Stück, die wir brauchen."

Rechenkünstler. :-)

Der Kollege gewährt aber Kredit

Eine Frau mittleren Alters sprach einen meiner Mitarbeiter an, dass sie "so" einkaufen und später bezahlen möchte. Er erklärte, dass wir grundsätzlich keinen Kredit gewähren würden.

Daraufhin wurde sie etwas unfreundlich: "Ihr Chef macht das immer so. Das können Sie mir schon glauben."

Komisch nur, dass ich mich überhaupt nicht daran erinnern konnte. Die Drohung der Frau, hier nicht mehr einkaufen zu kommen, fruchtete jedenfalls übrigens auch nicht. :-)

Pizza Bio Wagner Salami

Eine Kundin reklamierte ihren Kassenbon. Es wäre ihr eine Pizza zu viel abgezogen worden und sie möchte (verständlicherweise) das Geld für die zu viel berechnete Pizza erstattet haben.

Was mich schon während des Telefongesprächs wunderte war, dass es sich um zwei verschiedene Pizzas gehandelt haben soll. Dass ein und der selbe Artikel mal doppelt über den Scanner rutscht, kann passieren. Aber ein anderer Artikel? Ich war irritiert.

Auf dem Bon standen (unter anderem) diese Artikel:
Salami Pizza
Bio Wagner
Ihre Wagner-Bio-Salami-Pizza erkannte sie in der unteren Zeile. Die andere Salami-Pizza hat sie aber nicht gekauft.

Nach vielem Hin und Her kam schließlich heraus, dass die Pizza tatsächlich die Pizza war und sich hinter "Bio Wagner" lediglich ein paar Bio-Vanilleschoten von Wagner-Gewürze versteckten.

Gut, dass der Kollege an der Kasse so ein gutes Gedächtnis hat und sich noch ziemlich an den Einkauf erinnern konnte. :-)

Auffälliger geht es kaum

Ein etwas heruntergekommener Kunde kam mit leeren Händen in den Laden. Auf dem Weg durch die Gänge zog er plötzlich eine leere Tragetasche aus der Jacke.
So bewaffnet hockte er sich vor ein Regal und begann, darin etwas zu suchen. Als er aufstand und sich umdrehte, ließ er einen Gegenstand in die Tüte fallen.

Dann nahm er sich noch eine Tüte Chips, ging zur Kasse und bezahlte das Knabbergebäck. Der Inhalt der Tüte blieb unangetastet. Natürlich stellten wir ihn zur Rede und wollten wissen, was er dort eingesteckt hatte. Eine Flasche Bier war es. Bei der Konkurrenz gekauft, zunächst in der Jackentasche deponiert und hier im Laden aus der Tasche gefummelt und in die mitgebrachte Tüte fallen lassen.

Ich entschuldigte mich, aber er sah auch ein, dass man sich in einem Supermarkt kaum auffälliger hätte verhalten können. :-)

Kleinformatdruck

Mein T1100 begann zu rattern und das Druckwerk vorzubereiten. Einen A1-Ausdruck für meine Rahmen am Schaufenster sollte er ausspucken. Vollständig bedruckt. Was kam war eine leere Seite im A1-Format.

Halt!

Nicht ganz leer. In der Mitte prangte ein kleines, buntes Rechteck.

Was zum..?

Des Rätsels Lösung: Ich hatte im Grafikprogramm das Bild nicht auf eine Breite von 84,1 Zentimetern skaliert, sondern auf niedliche 84(,1) Pixel. Das zu bedruckende Format blieb allerdings A1 und was blieb dem Plotter anderes übrig, als die Anweisung auszuführen... :-)

Der seltsame Gedanke

Herr B. war übrigens am Samstag wieder da. Die komplette Geschichte um ihn könnt ihr mitsamt weiter in die Vergangenheit führenden Links an dieser Stelle nachlesen.

Das ausgesprochene Hausverbot war ihm bekannt und er wollte doch nur darum bitten, hier wieder einkaufen zu dürfen. Es täte ihm doch alles so sehr Leid...
Und dann befindet man wieder in dieser komischen Situation. Da steht nicht irgendein kaputter Typ vor einem, der möglicherweise nur eine tolle Show abzieht – nein, es ist ein alter Mann. Hager und kraftlos, schon beinahe zerbrechlich wirkend. Einsam vermutlich dazu, denn wann immer ich ihn mal in der Öffentlichkeit sehe, geht er gerade alleine an seinem Stock spazieren.

Noch bevor ich irgendeine Antwort aussprechen konnte, versprach er, "sowas" doch bestimmt nie wieder zu machen. Ich hob das Hausverbot mit gemischten Gefühlen auf und er freute sich sehr. Diese Freude, dieses Lächeln, dass mir vor langer Zeit schon einmal aufgefallen war. Danach ging er nach Hause.

Vorhin war Herr B. hier im Laden und kaufte einige Dinge ein. Ein aufmerksamer Mitarbeiter, der von der neuen Situation noch nichts wusste, kam sofort zu mir ins Büro und berichtete mir von dem alten Mann und erkundige sich, ob er ihn rauswerfen soll. Ich klärte ihn über die neue Situation auf und alles war gut.

Irgendwie. Etwas später war ich wieder im Büro. Ich war neugierig und doch beunruhigt zugleich. Ob er jetzt wirklich ehrlich ist, zumindest zu mir? Immerhin hatte er schon einmal eine zweite Chance und auch die hat er hingeworfen. Ich blätterte auf der Videoaufzeichnung etwas zurück, wollte mir seinen Weg durch den Laden noch einmal ansehen, um sichergehen zu können.
Während ich den schnell rückwärts laufenden Kunden, die hektisch irgendwelche Dinge in die Regale legten, zusah, kam mir ein seltsamer Gedanke. Ich stoppte den Schnelllauf und ließ den Rekorder wieder ungestört seine Arbeit machen.

Was hat Herr B. denn damals eingesteckt? Mal zwei Brötchen, mal einen Apfel, ein kleines Brot, ein Päckchen Butter. Immer nur ein paar Lebensmittel, Kleinigkeiten. Ich beschloss aus irgendeinem unerklärlichen Grund, ihn einfach zu ignorieren. Sollte er sich wirklich mal wieder etwas einstecken, verbuche ich das jetzt für mich selber einfach als kleines Geschenk an einen armen, alten Mann.

Zweimal drüberziehen

Ein ziemlich heruntergekommen wirkender Mann betrat den Laden, steuerte direkt auf den Leergutautomaten zu und fütterte diesen umständlich und langwierig.

Anschließend ging er direkt zur Kasse. Er war der einzige Kunde dort, legte meiner Mitarbeiterin den Leergutbon hin und forderte sie dreist wie direkt auf, ihn doch gleich zweimal über die Kasse zu ziehen.
Wenngleich sie das schon richtig verstanden hatte, erkundigte sie sich vorsichtshalber noch einmal nach seinem Anliegen. Hätte ja sein können, dass sie seinen Wunsch irgendwie missverstanden hat. Dem war aber offensichtlich nicht so, denn er erklärte: "Wenn Sie den zweimal darüber ziehen, habe ich etwas mehr Geld. Und Ihnen kann das doch egal sein, das ist doch nicht Ihr Problem."

Da frage ich mich doch gerade, ob er das woanders auch probiert hat – und ob er damit irgendwo schonmal Erfolg hatte..?

Pfandbon aus Juli 2008

Bei der Kassenabrechnung sind mir zwei ziemlich vergilbte Leergutbons aufgefallen. Bei genauerer Betrachtung sah ich, dass sie aus Juli und August 2008 stammen. Die hat wohl irgendein Kunde noch in einer dunklen Ecke in seinem Portemonnaie entdeckt. Natürlich verweigern wir die Annahme dieser Bons nicht. Warum sollten wir auch? Wir haben schließlich dafür auch das Leergut bekommen.

Woanders sieht man das nicht so: Hier beim Penny-Markt steht ein großer Hinweis am Leergutautomaten, dass Pfandbons am selben Tag eingelöst werden müssen, da sie ansonsten ihre Gültigkeit verlieren würden. Unterzeichnet mit "Die Marktleitung".

Eilig, eilig...

Eine Kundin stand an vierter oder fünfter Stelle an der Kasse und rief quer durch den Laden einem meiner Mitarbeiter zu, dafür zu sorgen, dass eine weitere Kasse geöffnet wird. Sie warte dort schon seit fünf Minuten und ihr tiefgefrorener Fisch würde bereits auftauen.

Eine zweite Kasse wurde geöffnet.

Die Frau drängte sich an der wartenden Schlange vorbei, um auch garantiert als erste bedient zu werden.

Sie traf direkt am Ausgang eine Bekannte, die gerade meinen Laden betreten wollte.

Die Unterhaltung zwischen den beiden dauerte ziemlich genau eine Viertelstunde.

Der arme Fisch. :-P

Früher rein

Immer wieder wieder erlebt man (gut, zugegeben, wir hier seit der 24-Stunden-Öffnung auch nicht mehr so häufig), dss Kunden vor der offiziellen Ladenöffnung schon einkaufen wollen. "Ich kann auch noch an der Kasse warten, aber ich könnte dann schonmal eben meinen Einkauf zusammensuchen." heißt es dann sehr oft.

Warum scheinen so viele Leute nicht zu verstehen, dass man einfach nicht möchte, dass schon jemand durch die Gänge läuft, während das Tagesgeschäft noch vorbereitet wird? Kassen einzählen, Ware auffüllen, saubermachen, umziehen etc. sind alles Tätigkeiten, die man gerne auch mit dem Wissen erledigt, dass eben noch niemand im Laden umherirrt.