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50-Cent-Stücke

Ein Stammkunde sprach mich an:

Hallo, Björn, kannst du mir ein bisschen Kleingeld wechseln?

Klar.

Kleingeld kann ich immer gebrauchen, schließlich befördern wir das regelmäßig mühsam von der Bank hierher.

Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich aber wahrscheinlich nicht so leichtfertig "Klar." gesagt. In dem offensichtlich recht schweren Leinenbeutel befand sich ein großer Sack voller 50-Cent-Stücke. Insgesamt müssen das insgesamt rund 500 Euro gewesen sein. Etwa die Hälfte habe ich ihm abgenommen, mir sind nämlich meine eigenen Gefäße während der Zählerei ausgegangen... :-O

Plötzlich ist es da...

Eine Kundin suchte einen etwas ausgefalleneren Artikel, den ich zwar besorgen könnte – aber nicht mehr vor Weihnachten.

Sie nahm es mit Humor und stellte fest, dass Weihnachten jedes Jahr so plötzlich und vollkommen unerwartet kommen würde. Genau. :-D

Ruhe und Besinnlichkeit

Jedes Jahr vor Weihnachten die selben Erlebnisse: Es ist hektisch und unruhig in den Läden. Das ist gewissermaßen verständlich: Es sind mehrere Tage frei und dazu möchte man sich über Weihnachten auch noch kulinarisch verwöhnen und hat lieber zu viel als zu wenig im Kühlschrank. Entsprechend viele Leute kaufen ein und entsprechend voll wird es in den Läden.

Die Kasse klingelt, eigentlich sollte man sich darüber freuen. Was ich persönlich aber als extrem unangenehm empfinde ist nicht die Hektik, sondern die Aggression, die viele Kunden plötzlich an den Tag legen. Wenn es irgendwo mal nicht schnell genug geht, wird gleich gedrängelt, geschubst und gebrüllt.
Dabei kann diese Warterei auch nur gefühlt lange sein. Gestern Abend kam ein Kunde mit einer Laune "auf 180" zu einer Kollegin und motze sie an, da die Schlange an der Kasse so lang sei und er "stundenlang" warten müsse. Tatsächlich stand er zuvor gerade mal zehn Sekunden (Keine Untertreibung!) an und dampfte dann gleich wieder ab in den Laden.

Leute, es ist Weihnachten.

DVDs kaufen

Ein etwas heruntergekommener Mann betrat den Laden und wollte nicht nur "dem Chef", sondern auch noch den Mitarbeitern, die ihm auf dem Weg durch den Laden begegnet sind, günstige DVDs anbieten.

Dass auf den Scheiben dick und fett das "amango.de"-Logo prangte, schien den Mann dabei herzlich wenig zu stören...

Dabei wären die Filme bestimmt bessere Schnäppchen gewesen als der fragwürdige Drucker, den hier ein anderer Kunde vor einigen Wochen versilbern wollte... :-O

Etwas Anstand

Eine junge Frau wollte Kaffee aus der Vitrine haben. Der Vorgang des Aufschließens dauert natürlich ein paar Sekunden und praktischerweise erkundige ich mich währenddessen schonmal nach der gewünschten Sorte oder erkläre, warum der Kaffee eingeschlossen ist.

In diesem Fall musste ich dabei "etwas" lauter reden. Die Kundin hielt nämlich die ganze Zeit ihr Handy in Bauchhöhe in der Hand. Ihr Handy, aus dem auf Maximallautstärke aus dem eingebauten Lautsprecher verzerrt und schrabbelig irgendwelche HipHop-Mucke plärrte.

Wir, die Honks

Eine Kollegin war in Zivilbekleidung im Laden. So bekam sie mit, wie eine kleine Gruppe besonders "cooler Checker" etwas suchte und einer von Ihnen die tolle Idee hatte, mal "einen von den Honks, die hier herumrennen" zu fragen.

Eigentlich schade, dass man mittlerweile so abgestumpft ist, dass einem solche Sprüche links rein und gleich rechts wieder herausgehen. So im Nachhinein betrachtet, hätte man denen eine passende Antwort um die Ohren hauen müssen.

Kulturschock

Ein Mann und eine Frau betraten eben als erste Kunden der Woche den Laden. Offenbar waren sie Kollegen und arbeiten für die Stadt Bremen. Während die Situation hier für ihn vollkommen normal war, kam sie aus dem Staunen nicht mehr heraus und konnte nicht oft genug betonen, dass sie noch nie um diese Zeit in einem Supermarkt war und dass das ein total komisches Gefühl sei.

Den kompletten Kulturschock verpasste ich ihr vermutlich in dem Moment, als ich ein Blech voller frisch gebackener Brötchen in die Schütte gleiten ließ. :-)

Geschätzte Brötchen

Eine Kundin legte eine Tüte voller Brötchen auf das Kassenband. Als sie dran war, nahm ich die Tüte in die Hand, versuchte abzuzählen, wieviele Brötchen da wohl drin sein dürften und fragte die Kundin: "Fünfzehn Stück?"

Sie zuckte nur mit den Schultern.

Okay, fünfzehn. Vielleicht habe ich ihr jetzt auch ein oder zwei Stück geschenkt. Oder vielleicht hat sie jetzt auch ein oder zwei Stück zu viel bezahlt. War ihr vermutlich auch egal... :-)

Wir, die bösen Betrüger

Es kann immer mal ein Fehler passieren. Schlechte Ware, an der Kasse doppelt oder falsch gebuchte Artikel. Natürlich ist das für den Kunden ärgerlich. Aber da kann man ja auch mal was sagen und die Ware wird umgetauscht, bzw. zu viel berechnetes Geld erstattet.

Was ich persönlich überhaupt nicht ertrage: Wenn Kunden anrufen, sich nichtmal vorstellen, sondern gleich losmeckern, einem dabei unterstellen, dass man sie absichtlich um ihr Geld bringen würde – und einen weder erklären noch ausreden lassen.

Im Geiste möchte man diese Leute erwürgen. Da hilft mir dann auch das Argument "Ich bin langjährige Stammkundin bei Ihnen" nicht mehr.

10 Euro / 50 Euro

Eine Kundin behauptete steif und fest, sie hätte meinem Kassierer nicht einen 10-, sondern einen 50-Euro-Schein gegeben und dehalb 40 Euro zu wenig Wechselgeld bekommen.

Auf der Videoaufzeichnung war ohne jeden Zweifel zu erkennen, dass die Banknote rosarot leuchtete – womit sie sich eindeutig als "Zehner" auswies.

Die Kundin blieb bei ihrer Behauptung. Sie habe zu Hause doch nur Fünfziger eingesteckt und daher kann das nicht anders gewesen sein.

Nachdem ich ihr angeboten hatte, mit mir zusammen die Aufzeichnung anzusehen, war's plötzlich "egal". Wenn wir das sagen, würde das das wohl stimmen; winkte ab und ging.

Seltsam, seltsam...

LG BL 40

Ein junger Mann betrat den Laden und sprach einfach so einen meiner Mitarbeiter an. Ein Handy wollte er ihm anbieten: "Total günstig, kaum gebraucht."

Der Preis in Höhe von 200 Euro mag ja angemessen gewesen sein. Wir haben trotzdem abgelehnt. Eigentlich hätte man mal die Reaktion beobachten sollen, wenn man vorgeschlagen hätte, die Polizei anzurufen und die IMEI-Nummer überprüfen zu lassen.

6,66€

Die Kundin wirkte recht "fromm": Mittleres Alter, geschlossene Bekleidung in gedeckten Farben, ruhiges Auftreten. Das muss natürlich nichts bedeuten.

Könnte aber ihren Blick erklären, als ich ihr an der Kasse den zu zahlenden Betrag in Höhe von 6,66€ nannte. Sie guckte so entsetzt, als wäre sie dem Teufel persönlich begegnet.

Die Not(gedrungene )Lüge

Manche Kunden wollen einfach, dass man ihnen Märchen erzählt, oder?

Eine Kundin wollte eine bestimmte Sorte Lebkuchen haben. Ich ließ durch die Kollegin, die sie zuerst angesprochen hatte, ausrichten, dass wir diese Lebkuchen dieses Jahr leider nicht da haben, da sie diesmal nicht gelistet waren. Sicherheitshalber blätterte ich sogar noch einmal schnell das Bestellbuch für die Weihnachtssüßwaren durch. Wie ich richtig in Erinnerung hatte, war dieses spezielle Sorte nichtmal darin vorhanden. Das sagte meine Mitarbeiterin der Kundin schließlich auch.

Die sehr aufgebracht wirkende Reaktion der Kundin war etwa folgende: Sie hat hier in den letzten Wochen immer diese Lebkuchen gekauft und meine Verkäuferin hätte ja keine Ahnung und sie solle mal ihr Sortiment besser kennenlernen.

Was tun? Nun: Eine andere Kollegin erklärte dann zwei Minuten später der Kundin, dass die von ihr gesuchten Kuchen auch geliefert wurden, aber leider schon alle ausverkauft sind. Und dass Weihnachtsgebäck schon Monate vor dem Verkauf bestellt werden muss und das wir deshalb "ihre" Lebkuchen leider nicht wiederbekommen können.

Da war sie wieder ganz friedlich: "Naja, dann ist das eben so. Aber trotzdem vielen Dank für die Mühe.

Unnütze Aufregung

Man muss nicht gleich mit der Verbraucherzentrale drohen und und unfreundlich zu "belehren", dass ein Bon bei einer Reklamation eben nicht vorzuliegen braucht – nur weil man bei einer solchen mal freundlich nach dem Kassenbon gefragt wird.

Manchmal möchte der Verkäufer für die Erstattung nämlich auch einfach nur wissen, wie teuer der Artikel war – ohne durch den halben Laden laufen zu müssen.

Drucker versetzen

Ein Kunde stelle mir ein größeres Paket an die Lagertür, das mit mehreren ineinandergeschachtelten Plastiktüten umhüllt war.

Ohne weitere Erklärungen fing er an, den Inhalt der Tüten zu beschreiben. Da er ohne Umschweife zur Sache kam und direkt losplapperte, bekam ich nur halbwegs mit, was er da beschrieb. Irgendwas mit HP-Drucker, drei Monate alt, mit Faxfunktion und Treiber-CD. Ich sah ihn fragend an:
Und?

20 Euro.

Wie, 20 Euro?

Naja, für 20 Euro geben wir den her. Der gehört einem Bekannten von mir und der braucht dringend Geld.

Aber ich brauche das Ding nicht.

Der Preis ist gut.

Ich zuckte mit den Schultern.

Der ist gerade drei Monate alt. Da sind 20 Euro echt geschenkt. Da ist alles dabei, auch die Kabel und so.

Aber ich brauche keinen Drucker. Wir sind hier in der Firma bestens ausgestattet.

Und das Fax?

Haben wir auch. Ich brauche den kleinen Drucker wirklich nicht...
...und verwies auf ein Warenhaus hier in der Gegend, das sich auf gebrauchte Ware spezialisiert hat. Auf was für Ideen die Leute nur immer kommen... :-O