Ich habe hier gerade noch den ec-Cash-Beleg von der Transaktion gefunden, bei der vor ein paar Monaten ein Mitarbeiter einer Kundin versehentlich 900 Euro zu viel belastet hat.
Die Sache war nicht ganz einfach zu lösen, mit Hilfe der Bank in Form von mindestens einem zugedrückten Auge klappte es dann aber doch.
Ein wenig verwundert bin ich schon, dass ich nie wieder etwas von der Frau gehört habe. Keine Kritik für den Fehler, kein Lob für die Lösung, nichtmal ein bisschen Smalltalk um die Sache als solche. Einfach nichts. Irgendwie auch komisch.
Ein Kunde wollte ein Fax verschicken. Kein Problem, das ist ein Arbeitsaufwand von unter einer Minute und auch körperlich nicht sehr anstrengend.
Nachdem alles erledigt war, drückte ich ihm sein Original wieder in die Hand. Er quittierte dies mit einem Dank und der Frage nach dem, was ich dafür bekommen würde.
Ich erklärte ihm, dass das so in Ordnung sei, woraufhin er sehr verwundert wirkte: "Schreibwarenläden und Copyshops nehmen dafür einen Euro oder sogar einen Euro fünfzig."
Finde ich krass. Klar müssen wir hier auch Geld verdienen und von irgendetwas leben. Aber für eine Leistung, die im Zeitalter von Telefonflatrates faktisch nichts kostet, kann ich nicht ruhigen Gewissens auch noch Geld verlangen.
Eine Kundin drückte mir eine abgelaufene Tütensuppe in die Hand. Ist zwar nicht schön, wenn Kunden sowas finden, aber passiert nunmal auch in den besten Häusern immer wieder.
Ich nahm die Tüte entgegen, bedankte und entschuldigte mich und wollte mich gerade umdrehen, als die Frau noch etwas ergänzte:
"Ähm..?"
Ja? Haben Sie noch eine Frage?
Bekomme ich die fünf Euro an der Kasse?
Welche fünf Euro?"
Es ist doch so, dass man fünf Euro bekommt, wenn man ein abgelaufenes Teil findet."
Also bei mir nicht. Im Grunde kenne ich überhaupt keinen Laden mehr, bei dem man für das Finden abgelaufener Ware noch etwas bekommt.
Aber das ist doch Vorschrift.
Sie schien mein Kopfschütteln zu akzeptieren. Aber zumindest drohte sie nicht damit, die Sache dem Gesundheitsamt, der BILD-Zeitung, dem Papst oder Amnesty International zu melden.
Eine ältere Kundin erkundigte sich bei einem meiner Kollegen, ob sie denn auch ein paar ihrer selbstgerollten Münzrollen annehmen würden. Klar, warum auch nicht. Wir transportieren unser Kleingeld schließlich immer mühsam von der Bank hierher und nehmen es folglich auch gerne von unseren Kunden an.
Keine Ahnung, wie alt die Rollen sind. Die Aufdrucke sind stellenweise jedenfalls schon total verblasst und sogar der Kleber von den Klebestreifen löste sich bereits auf.
Ein Kunde von mir, der sich vermutlich überwiegend überwiegendausschließlich zu einem großen Teil von Wein im Tetrapak ernährt, ist immer wieder hier in den Straßen unterwegs und schnorrt Passanten um Geld an.
Dabei handelt es sich gar nicht m große Summen oder den üblichen "Haste mal'n Euro"-Euro". Nein, es sind immer nur Kleinstbeträge, die ihm zu fehlen scheinen. Zwei Cent, fünf Cent, vielleicht auch mal 10 Cent. Aber von mehr ist mir nichts bekannt.
Witzigerweise sagt dieser Kunde fast immer "stimmt so", wenn er seine Sachen bezahlt. Meistens bleibt er, der "9er-Preise" sei Dank immer kurz vor den vollen Eurobeträgen hängen. Er reicht dann eine oder mehrere Münzen mit einem Ring aus Messing oder Kupfernickel herüber und will die "roten" nie haben.
Ein Mann aus Nordafrika, der dieses Glas Geflügelwürsten bei uns gekauft hat, brachte es wieder zurück und hat darum gebeten, es umtauschen zu dürfen.
Auch wenn bei der Geflügel-Deklaration ein Anteil von 20% Schweine- oder Rindfleisch enthalten sein darf, fühlte sich der Kunde sich – zu Recht – veräppelt.
Ich war am Freitag schon überrascht darüber, dass so viele Kunden nicht wussten, dass Samstag ein Feiertag ist. Am häufigsten stolperten die Leute über unsere Öffnungszeiten und die Tatsache, dass wir am Freitag Abend um 24 Uhr die EIngangstür abgeschlossen haben.
Am Samstag Nachmittag habe ich hier ein paar Stunden gearbeitet. Dabei hatte ich auch immer wieder den Eingangsbereich im Auge. Erstaunlich, wie viele Leute da immer wieder an der Tür klopften und rüttelten...
Wenn mir ein Kunde erzählt, dass er seinen Gästen frisch geschossenen Hirschbraten servieren möchte, dann glaube ich das erstmal. Warum auch nicht?
Aber dazu einen lieblichen Billig(st)rotwein (immerhin schon aus der Flasche und nicht aus dem Tetrapak) anzubieten, wirkt irgendwie grotesk. Vielleicht schmeckt ihm der Wein ja. Trotzdem...
"Scheiße, Scheiße...", tönte es lautstark durch den Laden.
Und wieder.
Und jetzt aus einer anderen Ecke. Was zum..?
Der Urheber war ein Kunde, der in –öhm– nicht mehr ganz nüchternem Zustand einkaufen wollte und den ihm dabei die eine oder andere Bewegung mit der Hand direkt am Ziel vorbeiführte.
Immerhin hat letztendlich das Bezahlen und Einpacken ohne größere Flüche und sogar ohne Sachschaden geklappt.
Eine Kundin beschwerte sich darüber, dass die ganzen Artikel "auf dem Aktionstisch da hinten" alle unmittelbar vor dem Ablaufdatum oder teilweise sogar schon abgelaufen sind. Das wäre eine Unverschämtheit, sowas anzubieten und extra so aufzubauen.
Im Gespräch mit einer sehr alten Stammkundin bezeichnete sie meinen Laden mehrmals als "Tengelmann".
Ja, Tengelmann war an dieser Stelle mal. Dann haben die irgenwann auf "KAISER'S" umfirmiert und seit inzwischen rund 9,5 Jahren betreibe ich hier mein Geschäft mit der SPAR-Tanne.
So gesehen wundert es einen auch nicht, dass die Leute nach knapp 8 Jahren noch D-Mark zum Euro sagen...
Eine ältere Kundin kommentierte vorhin unsere Kaffeevitrine und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten (nämlich, dass immer ein Mitarbeiter mit einem Schlüssel anrücken muss) mit dem Ausdruck "Schrecklich!"
Naja, wie mann's nimmt. Vorher wurde uns immer schrecklich viel Kaffee geklaut.
Die Gastfeldstraße ist zwar immer noch voll gesperrt, aber ich habe mitunter schon das Gefühl, dass die Kunden unsere "neue Erreichbarkeit" zu schätzen wissen. Lange Zeit standen, wenn ich am Montag Morgen um 0 Uhr den Laden aufgeschlossen habe, nur ein paar Kunden – wenn überhaupt – vor der Tür.
Eben ist eine Kolonne von 13 Leuten in den Laden gewatschelt. Sehr auf eine Art zugegebenermaßen sehr lustig aus. Und erfreute auf der anderen Seite auch den Einzelhändler, der in den letzen Monaten sehr gelitten hat.
Eine Kundin suchte Streichhefe. Soll man als Brotaufstrich verwenden können. Spontaner Vorschlag meinerseits: Marmite oder Vegemite – war aber beides falsch. Die "Streichhefe" sei nicht so sirupartig in der Konsistenz.
Keine Ahnung, was sie meint. Was soll denn bloß Streichhefe sein? Mal Google befragen: Die Antwort lautet: Null Treffer.
Noch jemand eine Idee?
Nachtrag: Okay, ein Treffer bei Google. Allerdings frage ich mich gerade, warum der auf den Blogeintrag mit dem Flensburger Wasser zeigt. Sehr seltsam.