Von einer meiner beiden Kühlhaustüren sind die Scharniere kaputt. Die Geschichte dahinter ist schon ein paar Jahre älter und begann sogar weit vor diesem Blog. Wenn ich mich richtig erinnere, war damals das aus Aluminium bestehende Stück an der Tür gebrochen. Ersetzt hatte es mein damaliger Kältemonteur durch ein aus Edelstahl gefertigtes Teil. Da dieses aber nicht 100%ig richtig passte und Edelstahl und Alu nunmal zwei ungleiche Gegner sind, wurden im Laufe der Zeit von dem aus Aluminium gefertigten Teil des Scharniers mehrere Millimeter Material abgefräst. Dadurch sackte die Tür immer tiefer und die Kraft zwischen den beiden Teilen wurde immer größer. Ein Teufelskreis... Bevor die Tür rausfällt, müssen jetzt endgültig zwei neue Scharniere her.
Dazu hatte ich vorletzte Woche ein Schreiben mit detaillierten Informationen an ein Dutzend Schlossereien / Metallbaubetriebe gefaxt. Es war fast zu erwarten: 10 Betriebe haben sich gar nicht gemeldet, ein Fax kam mit der Information, dass kein Interesse an dem Auftrag besteht, zurück. Nur ein einziges Unternehmen hat sich die Sache angesehen und wird die Teile nun bauen und installieren. Ich werde berichten...
Thomas hat eine Frage:
Hallo Björn,
angeregt von diesem Post hätte ich eine Frage an dich als Supermarktexperten:
Warum gibt es bei Aldi und Lidl eigentlich keine Kondome? Ich erinnere mich, dass unser Lidl einmal einige Packungen an der Kasse stehen hatte aber niemals im regulären Sortiment. Müsste man damit nicht eigentlich gut Geld verdienen können?
"Geld verdienen" ist relativ. Der Stücknutzen ist zwar hoch, aber die Absatzzahlen halten sich nunmal in Grenzen.
Warum es bei den Discountern keine Verhüterlis gibt, weiß ich nicht. Ist das überhaupt so? Kann das jemand bestätigen?
Wisst ihr, wie lästig es ist, zwei Onlineshops parallel pflegen zu müssen? Den
alten Shop, der momentan einfach noch aktuell und im Betrieb ist und dann ist da noch der neue Shop, der sich zwar gerade erst noch im Aufbau befindet, der aber trotzdem schon einen möglichst aktuellen Artikelstamm bekommen soll.
Andere nennen sowas vermutlich "Luxusproblem".
Gerade festgestellt, wie lästig es ist, wenn Unternehmen ihre Telefonanlagen so einstellen, dass die Warteschleifenmusik in kaum hörbarer Lautstärke abgespielt wird.
Ansonsten hätte ich die rund zehn Minuten Wartezeit nämlich mit einem mit aktivierter Freisprecheinrichtung vor mir stehenden Telefon arbeitend verbringen können und hätte mir nicht das Telefon ans Ohr drücken müssen.
Wenn irgendwo Fleisch verarbeitet wird, vom Transport-LKW über Metzgereien bis hin zur Imbissbude, sieht man immer lachende Schweine, Rinder, Hühner. Ziemlich absurd und sehr weit fern der Realität.
Fast schon erschreckend realistisch fand ich dagegen diese Bemalung auf einer Würstchenbude auf dem
Hamburger Dom: Ganze Schweine rein, Würstchen raus, grillen – und auf den Tisch.
Meine Kassiererin hatte versehentlich die Artikelnummer für Bananen als Preis eingegeben. So stand ein Posten
LEBENSMITTEL 85,00
auf dem Kassenbon. Genau darunter war die Zeile
LEBENSMITTEL 85,00-ST
zu sehen. Die erste Zeile war die Buchung, die zweite Zeile war die Stornierung.
Nun hat eine Kundin doch tatsächlich moniert, dass wir ihr zweimal fündunfachtzig Euro berechnet hätten und dass das eine Unverschämtheit wäre.
Bei einem Bon in Gesamthöhe von knapp 20 Euro...
Und
so sieht es dann in der Dunkelheit aus:
(Sollte so aber natürlich (außer durch die Schaufenster) kein Kunde zu sehen bekommen. Halloween-Shopping ist erst im nächsten Jahr wieder und dann hängt die Weihnachtsdeko natürlich noch nicht...)
Seit Anfang an besteht meine dritte Kasse hier im Laden aus einem kleinen rollbaren Tisch, der ursprünglich nur bedarfsweise in die Kassenzone geschoben werden sollte. Inzwischen steht die "Notkasse" seit 10,5 Jahren da vorne herum und wird nicht nur zu Spitzenzeiten eingesetzt, sondern z.B. auch als eine für alle Mitarbeiter leicht erreichbare Kasse, an der Artikel überprüpft werden können.
Manche Sachen sind einfach so wie sie sind und auch wenn sie besch****eiden aussehen, rennt man jeden Tag daran vorbei und nimmt sie irgendwann
nicht mehr als negativ wahr. So hing zum Beispiel all die Jahre aus dem Kassentisch der gesamte Kabelwust vorne heraus, weil durch die geschlossenen Blechwände des Tisches die Kabel nunmal nicht durchgeführt werden konnten. Das war schon immer so, fertig.
Aber irgendwie hat mich vor ein paar Tagen im wahrsten Sinne des Wortes "im Vorbeigehen" dieses Kabelzeugs auf einmal mächtig gestört. Und weil's so schön ist, habe ich auch jetzt erst entdeckt, dass die Blechteile des Tisches vorgestanzte Öffnungen haben, die man einfach mit einem Hammerschlag benutzbar machen konnte. Ach, manchmal ist es doch so einfach. Man muss nur seinen Allerwertesten bewegen.
Tataaaa!
Ein Mann, den ich noch nie zuvor gesehen hatte und der auch nicht sonderlich vertrauenerweckend aussah, hielt einer Kollegin eine Tüte mit Plastikbierflaschen vom Discounter vor die Nase. Ob wir die bei uns im Kühlraum unterbringen und für ihn kühlen könnten.
Hätte uns natürlich nicht materiell wehgetan. Aber es gibt nunmal ein paar Dinge, die man einfach ganz persönlich nicht machen will – und dies war eines davon.
Wir sind doch kein öffentlicher Kühlschrank.
Und dass es beim Discounter das Billigbier nicht gekühlt gibt, hat schon seinen Grund. Wer kalte Getränke kaufen will, soll auch für den Mehrwert bezahlen.
Hat zwar gerade üüüüberhaupt nichts mit dem Laden hier zu tun, aber aus gegebenem Anlass muss ich das mal eben loswerden:
Als Alternative für "Freund", "Mann", "Lebensgefährte" oder auch "Partner" wählen weibliche Angehörige des Prekariats (bei anderen ist mir das jedenfalls nie aufgefallen) sehr gerne den Begriff "Menne", wenn sie mit Dritten reden. ("Mein Menne geht morgen mit mir ins Kino.")
Ich finde den Begriff jedenfalls absolut grausam und mir klappen sich immer wieder die Zehennägel hoch, wenn sich jemand so ausdrückt. Aussterben will dieses Wort aber leider überhaupt nicht.
Eine junge Frau stand mit einem durchschnittlich gefüllten Einkaufswagen in der Schlange der ersten Kasse. Plötzlich fiel ihr wohl auf, dass sie einige Becher Jogurt doch nicht kaufen möchte und stellte diese einfach in das nächstbeste Regal. In diesem Fall zwischen die sich noch im Verkauf befindlichen Glühlampen.
Hinter dieser jungen Frau stand eine ältere Stammkundin. Dieser war aufgefallen, dass der Jogurt ins Kühlregal und nicht in die Leuchtobstabteilung gehört und deshalb sprach sie die junge Kundin an:
"Wollen Sie das nicht wieder wegbringen?"
Es folgte keine Reaktion.
"Hallo? Wollen Sie die Sachen so da stehenlassen? Die müssen nämlich gekühlt werden. Und der nächste freut sich dann, weil er verdorbenen Jogurt gekauft hat.
Die junge Frau verdrehte die Augen, griff die Jogurtbecher und trottete mit schweren Schritten in Richtung Kühlregal.
Super Reaktion! Also von der alten Kundin, natürlich.
Eine ältere Kundin hatte ihre Einkäufe zusammengesucht und war an der Kasse bereits dran. Mein Mitarbeiter zog alle Artikel über den Scanner, bis die Kasse plötzlich piepte: "Artikel nicht gefunden." stand auf dem Display. Eine Aushilfe hatte das mitbekommen, flitzte zum Kühlregal und nannte den Preis für die Bio-Wurst.
Hinterher sprach mich mein Mitarbeiter an, warum wir hier Artikel mit REWE-Aufdruck verkaufen würden. Bitte?!? Ja, genau. Auf der Wurst hätte "REWE Bio" gestanden.
Gemeinsam suchten wir das Regal ab. Artikel für Artikel, Fachboden für Fachboden – aber irgendwelche Produkte mit dem Logo des Mitbewerbers konnten wir nicht finden. Und auch die Aushilfe konnte auch nicht mehr sagen, wie sie auf den Preis gekommen war und vermutete, dass sie auf die gleiche Sorte Wurst von unserer Bio-Marke gesehen hatte.
Und wir stehen nun da und rätseln: Woher kam diese Wurst? Oder hatte die alte Kundin die vielleicht schon woanders gekauft und bei uns nur versehentlich mit auf das Kassenband gelegt? Werden wir vermutlich nie erfahren...
Ein hetwas heruntergekommener Typ betrat den Laden. Leider balancierte ich gerade mit einem heißen Blech Brötchen herum, aber ich nahm mir vor, sofort danach ins Büro zu gehen und dem Mann ein bisschen zuzusehen.
Als ich 30 Sekunden später vor den beiden Monitoren der Überwachungsanlage stand, staunte ich nicht schlecht, denn der Typ war im Laden nicht mehr zu finden. Wo war der so schnell hin? Ich spulte die Aufzeichnung etwas zurück und sah, dass er reinkam, in die Getränkeabteilung ging, zwei Dosen Bier nahm, diese auf dem Weg nach vorne in seiner Jacke verschwinden ließ und direkt den Laden wieder verließ. Draußen war er leider schon unauffindbar.