Skip to content

Bruch im flexiblen Kupferrohr

Glückwunsch: In der Kühlanlage im Markt in Findorff ist im Maschinenraum ein kleines Leck in einer flexiblen Kupferleitung entstanden, durch die ein nicht unerheblicher Teil des verfluchten Kältemittels R404a entwichen ist. Zum Glück haben wir von dem Zeugs noch was gehabt, nämlich den gesamten Bestand aus der alten Anlage hier in der Neustadt. Ein Neukauf wäre nur zu exorbitanten Preisen (pro Kilogramm bis zu 100 Euro) möglich gewesen.

Die Anlage in Findorff muss zwar nicht außer Betrieb genommen werden und Altbestände von, bzw. recyceltes Kältemittel darf noch einige Jahre verwendet werden – aber irgendwann ist auch damit Schluss und spätestens dann muss eine neue Lösung her.


Warum keine Bio-Zertifizierung?

Wir verkaufen hier im Markt in der Neustadt schon sehr lange Bio-Produkte, vor allem schon lange in überdurchschnittlicher Menge und auch mit für einen konventionellen Supermarkt ungewöhnlichen Artikeln. Das ist alles auch völlig unkompliziert: Die Produkte sind abgepackt und entsprechend deklariert. Wir verarbeiten sie nicht, wir machen damit im Grunde gar nichts, außer sie vom Hersteller / Großhändler zu den Kunden weiterzureichen. Das darf "jeder" und setzt prinzipiell erst mal keine besonderen Kontrollen oder Handlungsweisen voraus.

In unserem Brotregal könnten wir auch hier vor Ort gebackene Bio-Brötchen anbieten. Nur eine kleine Auswahl, aber immerhin Bio. Das setzt jedoch eine Zertifizierung nach der EU-Bio-Richtlinie voraus, die wir nicht haben. Da für mich momentan die Chance besteht, diese Zertifizierung zu bekommen, ohne die Kosten dafür tragen zu müssen, die immerhin schon knapp bei einem mittleren dreistelligen Betrag liegen, habe ich mich damit mal näher beschäftigt. Stellen wir fest: Diese Zertifizierung ist kein Jodeldiplom, sondern erfordert einiges an Mitarbeit, Dokumentationen und Kontrollen.

Auf der Seite von Ökolandbau.de kann man öffentlich nachlesen, was alles dazugehört. Für alle, die keine Lust haben, das durchzulesen und sich die Konsequenzen für uns daraus abzuleiten, fasse ich das mal (die Brötchen betreffend) grob zusammen:

Alle Unterlagen sind übrigens ein Jahr aufbewahrungspflichtig und könne jederzeit bei unangemeldeten Kontrollen verlangt werden.

Dazu gehören Lieferscheine und Rechnungen über den Wareneingang und auch die ausgehenden Mengen. Es muss monatlich Inventur gemacht werden, aus denen eine Plausibilität bezüglich der Ein- und Verkäufe hervorgeht. Die verkauften Mengen dürfen zwangsläufig nicht über den eingekauften Mengen liegen.

Strikte Trennung von Bio- und konventionellen Produkten. Dass nicht alles wild durcheinandergewürfelt wird, sollte sich mit gesundem Menschenverstand von selbst erschließen. In diesem Fall geht es so weit, dass z. B. nicht die selben Backbleche verwendet werden dürften und dass idealerweise die Bio-Ware nicht einmal am selben Arbeitsplatz wie die konventionelle Ware verarbeitet wird. Gebacken werden dürfen die Brötchen zwar zusammen, aber dabei müssen die Bio-Bleche im Ofen über den Blechen mit den anderen Brötchen eingeschoben werden, damit keine Nicht-Bio-Krümel nach unten krümeln und die Bio-Ware kontaminieren (Instand Death!) können. Gleiches gilt auch für die Lagerung der Kartons im Kühlraum. Die Bio-Ware muss oberhalb der anderen Ware stehen. Wichtig ist, dass die Ware jederzeit eindeutig getrennt und auch eindeutig identifizierbar ist.

Die Arbeitsabläufe müssen zumindest einmalig Dokumentiert werden, inklusive der daran beteiligen Personen und deren Aufgabenbereiche.

Das mag so jetzt zwar alles ganz harmlos und überschaubar klingen, aber diese Abläufe für ein paar Bio-Aufbackbrötchen (aktuell ohnehin nur zwei verfügbare Sorten!) hier noch parallel zum normalen Alltag umzusetzen und zu überwachen, halte ich für viel zu aufwändig und in keinem Verhältnis zum Nutzen – und darum werde ich dieses eigentlich tolle Angebot mit der Kostenübernahme durch den Lieferanten mit einem weinenden Auge verfallen lassen.

MW-Etikett auf EW-Flasche

Mal wieder ein Versuch, das Etikett einer Mehrwegflasche mit Klebestreifen auf einer etikettenlosen Einwegflasche zu befestigen. Ob das in betrügerischer Absicht oder aus purer Verzweifelung passiert ist, stand jedoch nicht dran. :-)


Fehlender Handlauf

Anruf des Metallbauunternehmens: An unserer neuen Treppe fehlt noch der an der Wand montierte Handlauf. War inklusive mir selber überhaupt niemandem aufgefallen und nun hat der Meister das bereits hergestellte Ding bei denen noch im Lager gefunden.

Wird in den nächsten Tagen irgendwann zwischendurch mal angeschraubt.

Milch, Rückruf, Interview

Den öffentlichen Milch-Rückruf dürfte inzwischen jeder mitbekommen haben. Ich hatte es heute Morgen schon vorm Aufstehen in den Nachrichten gelesen, sehr schnell und noch bevor die offiziellen Unterlagen bei uns ankamen stand aber schon fest, dass wir von der betroffenen Milch nichts im Laden stehen haben. Vermutlich haben wir auch Milch mit einem oder mehreren der betroffenen Haltbarkeitsdaten bei uns auch angeboten, denn schließlich bekommen wir diese Ware täglich frisch, aber das ist dann nun auch schon wieder ein paar Tage her.

Ein paar Minuten später rief auch schon Nonstopnews an, da konnte ich aber nicht helfen und heute Mittag kam eine Anfrage von Buten un Binnen, ob sie hier ein paar Schnittbilder und Kundeninterviews drehen dürften. Sie durften. Ich hab dann selber auch noch erzählt, dass wir diese Ware gar nicht, bzw. gar nicht mehr im Laden stehen hatten, eine Kollegin hat für die Kamera Milch eingeräumt und nach ein paar Minuten war das Team von Radio Bremen auch schon wieder verschwunden…




Verheiztes Gras

Die Kiffer unter euch werden jetzt weinen, aber dieses kleine Tütchen mit Marihuana, das wir vor einer Weile im Laden gefunden hatten, hat seinen Weg über unseren Großmüllbehälter in das Müllheizkraftwerk Bremen gefunden. Sorry.

Ach, kommt, so hatte über die Rauchgase aus der Müllverbrennungsanlage immerhin jeder hier in der Stadt etwas davon. :-D


Drahtbügelklorollenhalter

Da meine Aufenthalte auf der Damentoilette eher selten sind, war mir dieses Meisterwerk, so es dort schon länger hängen sollte, bislang noch nicht aufgefallen. Die Toilettenpapierhalterung ist kaputt, bzw. gar nicht mehr vorhanden, und jemand hat aus einem Drahtbügel und etwas Klebeband eine neue Halterung gebastelt. Ich schwanke noch irgendwo zwischen bescheuert und genial.

Aber zugegebenermaßen habe ich eine Weile überlegt, ob ich das Kunstwerk hier nicht als neuen Shop-Art-Teil mit ins Blog aufnehmen soll. :-)


Kleingeld am Monatsende?

Michael hatte eine Frage:

Ist eigentlich im Supermarkt an den Mengen der rein- und rausgehenden Münzen zu spüren, wie weit der Monat schon vorangeschritten ist?

Sprich, zum Zahltag kommen vermehrt Kunden mit größeren Scheinen an, und drei Wochen danach braucht man bei Euch quasi kaum noch Münzrollen, weil die Leute vermehrt ihr angesammeltes Kleingeld aus Geldbörsen und Jackentaschen zusammenklauben... und das geht so, bis sie wieder frisches Geld auf ihr Bankkonto bekommen haben.

... ist so ein Effekt tatsächlich bei Euch spürbar?
Lange Frage, sehr kurze Antwort: Nein. :-)

Okayokay, um Michael nun nicht nur mit vier Buchstaben abzufertigen, hier eine etwas längere Antwort: Was auffällt ist, dass kurz vor Monatsende aber auch kurz vor der Monatsmitte mehr Leute ihr Kleingeld zusammenzukratzen scheinen. Da werden teilweise alle Taschen der Bekleidung nach irgendwelchen Münzen durchsucht. Es scheint also so, als ob die Gedanken des Fragestellers nicht ganz so abwegig sind.

Dass wir hier zu den genannten Zeiten spürbar mehr Münzgeld-Rollen benötigen, kann ich so jedoch definitiv nicht bestätigen. Das ist dann maximal nur in so geringem Umfang, dass mir das in knapp zwei Jahrzehnten noch nicht mit irgendeiner erkennbaren Regelmäßigkeit aufgefallen ist.

Rampe beim Eingang?

Eine Frau im Rollstuhl, die hier im Stadtteil wohnt, hat mich auf der Straße angesprochen und gefragt, ob es nicht möglich wäre, eine Rampe beim Eingang dauerhaft zu installieren, damit sie und andere bereifte Kunden hier leichter oder generell überhaupt mal selbstständig in den Laden kommen könnten.

Leider ist das nicht so leicht zu machen. Wir haben nun mal die Stufe vorne im Eingang. Diese schräg oder zu einem Teil schräg auszuführen, ist nicht möglich, da sich genau darunter Kellerräume befinden und diese Stufe Teil der Kellerdecke ist. Wenn wir da so viel Material entfernen, kämen wir in Konflikt mit der Statik – falls wir damit nicht sogar gleich zusätzliche Oberlichter in den Keller bauen würden. Kurz: Das geht einfach beim besten Willen nicht. Dies wurde vor ein paar Jahren auch schon einmal (noch vom vorigen Eigentümer veranlasst) von einem Baubüro untersucht und bestätigt.

Einer meiner lieben Kollegen hatte nun die Idee, dass man ja mal bei der Stadt beantragen könnte, dass der Gehweg im Bereich unseres Eingangs angehoben wird, so dass ein nahtloser Übergang bei uns in den Laden entsteht. Ob so eine Anfrage überhaupt einen Versuch wert ist? Und wer müsste die Kosten dafür tragen? Hmm …

Ultrafrisch

Eine Vertreterin von "Frau Ultrafrisch" besuchte uns hier im Laden und stellte ihre Produkte vor. Ob das was für uns ist? Keine Ahnung. Sind Bowls wirklich so ein angesagtes Produkt? Werden wir wohl erst mal nicht erfahren, da es diese Produkte nur als Aufsteller gab und wir das wohl nicht riskieren werden.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist die Anekdote am Rande: Ines hatte mit der Dame geredet und beim Namen "Frau Ultrafrisch" zu allererst und einzig an Damenhygiene gedacht. Aber nicht annähernd an Produkte, die man sich zum Frühstück einverleibt. :-D


Klimaanlagen-Überbleibsel

Ein letztes Überbleibsel von meinem alten Büro: Das Außengerät der Klimaanlage, das noch an der Rückwand unseres Gebäudes hängt. Die Löcher sind längst verschlossen, nur dieses Teil erinnert noch an meinen alten Arbeitsraum in der Ecke, in der jetzt das Fleischkühlregal steht.

Vier Schrauben mit Sechskantkopf, das wird wohl keine große Herausforderung werden. Sobald ich ein paar Minuten Zeit finde, da mal auf dem Dach des Trafohäuschens herumzuklettern, wird die alte Anlage endgültig verschwinden:


Sperrmüll an der Straßenecke

Hier an der Straßenecke liegt wächst seit gestern ein Sperrmüllhaufen. Ob der Gehweg noch nutzbar ist oder nicht, interessiert nicht wirklich jemanden. Zumindest vorhin war der Durchgang lückenlos vollgestapelt, die Fußgänger (und wir selber) mussten über die Schrankteile steigen.

Irgendwelche "unerlaubten Sondernutzungen" hier im Stadtteil werden aufgrund der beengten Verhältnisse allgemein etwas anders bewertet, als woanders, denke ich. :-D

(Nochmal für die Spezialisten unter euch: Das ist nicht mein Haufen!)


Bierdose unterm Sweatshirt

"Ich hab nix eingesteckt", versuchte sich der Mann zu verteidigen, aber was wir mit eigenen Augen gesehen hatten (und auch auf der Videoaufzeichnung zu erkennen war), sprach eindeutig gegen ihn und so hielten wir ihm vor dem Ausgang des Marktes an und ließen ihn auch erst mal nicht mehr raus. Es stellte sich in der Folge heraus, dass er tatsächlich ohne die Bierdose, die er zunächst unter seinem Oberteil verschwinden lies, den Markt verlassen wollte. Vermutlich war er aufgrund unserer Mitarbeiterpräsenz misstrauisch geworden und hatte die Dose in der Nähe der Kasse wieder abgestellt.

Vielleicht hätten wir ihn einfach so rausgeworfen und ihm noch ein Hausverbot mit auf den Weg gegeben. Es folgte aber dennoch eine Anzeige wegen des vollzogenen Diebstahls. Das mag kleinlich wirken, aber bei der Steilvorlage mussten wir es einfach tun. Immerhin hat Typ gleich, als wir ihn ansprachen, selber sein Handy gezückt und die Polizei angerufen, um uns wegen "Freiheitsberaubung" anzuzeigen – und da die Beamten schon mal da waren, haben wir den Spieß einfach mal umgedreht. :-)