Zwei junge Männer auf dem Weg durch den Laden. Ich habe nicht mitbekommen, um was es gingt, es hörte sich unter anderem wie ein deutlich betontes "Scheißladen" an.
Vielleicht sprachen sie ja auch gar nicht von meinem Laden hier. Irgendwie mochte ich das auch nicht hinterfragen – und nun killt mich die Neugierde.
Ein Kunde hat gestern seine ec-Karte bei mir im Laden verloren. Mitten im Laden in einem der Hauptgänge lag sie leuchtend blau auf dem Boden. Noch bevor wir den Kunden über seine Bank darüber informieren konnten, kam er heute Morgen aber schon ganz besorgt auf uns zu: "Ich habe gestern meine Bankkarte verloren, muss mir aus der Hosentasche gefallen sein. Ist die hier aufgetaucht?"
Ich übergab sie ihm und der Mann stopfte die Karte mitsamt etwas Kleingeld direkt wieder in seine Gesäßtasche...
Der Fahrer eines Lieferanten quälte sich bei uns auf den vollgeparkten Hof und fluchte beim Aussteigen aus seinem Lieferwagen über die Besucher der Moschee: "Beten können die. Sollen mal lieber einparken lernen."
Wäre nicht lustig, wenn er nicht selber Türke wäre.
Bei realkommastrich kann man in dieser Woche mit D-Mark bezahlen. Für die Aktion haben sie eine riesige Werbetrommel gerührt, heute Vormittag lief hier in Bremen auf mindestens einem Radiosender ständig ein kurzer real-Werbespot, in dem für die Aktion geworben wird.
Und was passiert? Ein Kunde sieht mein Plakat, das hier im Laden darauf hinweist, dass man hier auch mit der alten Währung bezahlen kann und bemängelt, dass es ja typisch sei, dass immer alles gleich nachgemacht werden würde. Kaum könne man bei dem einen mit D-Mark zahlen, würden die anderen nachziehen.
Andreas hat mich auf ein "Kunst-Fenster" der Zeppelin Universität am Bodensee hingewiesen, das von der schwedischen Künstlerin Gunilla Klingberg gestaltet wurde:
"Ihr Werk Brand New View wurde für die südliche Fensterfront konzipiert und verwandelt aus dem Wirtschaftsleben entlehnte Formen und Zeichen, Logos von Billigdiscountern zu ekstatischen und verführerischen Strukturen."
Ob SPAR nun ein "Billigdiscounter" ist, sei mal dahingestellt. Die Idee mit den Logos ist trotzdem originell. Hier sind übrigens noch zweiFotos von dem Kunstwerk zu sehen.
Seit ich diesen Laden habe, hängen wir Jahr für Jahr am Totensonntag die Weihnachtsdekoration auf. So auch gestern wieder.
Wir haben uns nicht nur darüber erschrocken, wie schnell mal wieder ein ganzes Jahr vorübergegangen ist. Und nicht nur das: Die Jahre rasen regelrecht an einem vorbei. Diese Deko benutzen wir inzwischen sogar schon zum vierten Mal. Der eine oder andere Leser wird sich evtl. noch an das Zeitraffer-Filmchen erinnern, das ich vor drei Jahren ganz stolz vom Aufbau gemacht habe.
Ein junger Mann aus Baden-Württemberg hat sich bei mir beworben. Die Absicht, in den Norden zu ziehen, liegt bei ihm wohl nicht vor. Der Bewerber sucht wohl eine Stelle im größeren Umfeld seines Wohnortes, hat dazu ausdrücklich zwei Landkreise im Osten des Bundeslandes aufgeführt.
Und ich frage mich nun: Warum bewirbt der sich bei mir? Und wäre es sehr gemein, ihn zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen?
Gerade mal sechs Wochen ist es her (hüstel), dass ich die Idee hatte, unseren Anhänger für die Hauslieferungen mit ein paar Aufklebern zu versehen. Und seit immerhin schon fünf Wochen (wie die Zeit vergeht...) liegen die Aufkleber hier auf dem Schreibtisch und warten darauf, eingesetzt zu werden.
Bärenfelle kennt man ja. Und Schaffelle. (Wenngleich das Wort gechrieben sehr komisch aussieht...) Und Tigerfelle spätestens seit dem 90. Geburtstag. Und manche Leute tragen Mäntel aus Nerz- oder Chinchillafellen. Und ein Katzenfell hatten wir damals in der Schule im Physikraum, für Experimente mit elektrischen Ladungen. Aber...
Ein mir unbekannter Mann wollte mich privat sprechen. In solchen Fällen fragen die Leute normalerweise, ob sie anschreiben lassen dürfen – das war diesmal allerdings nicht der Fall.
Der Mann sei Auslieferungsfahrer, unter anderem für AMC-Töpfe und da seien noch welche von der Auslieferung "übriggeblieben" und die könnte ich nun zum Spottpreis erwerben.
Wer dabei jetzt das Gefühl hat, dass da doch irgendetwas bestimmt nicht ganz mit rechten Dingen zugehen kann, wird verstehen, warum ich das Angebot dankend abgelehnt habe.
Ein kleiner Junge wedelte mit einem Heft aus dem Zeitschriftenregal vor seiner Mutter herum und bettelte, dass sie es ihm kauft. Da seien die neuesten Sammelkarten drin und die wären total cool und damit wäre er total in und darum müsse er die unbedingt haben.
Die Mutter reagierte zunächst nicht und ich dachte mir, dass sie den Kauf nicht befürworten würde. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon einer riesigen Szene hier im Laden entgegen.
Die Geschichte nahm allerdings einen vollkommen anderen Ausgang. Die Erziehungsberechtigte hielt zwei Pizzakartons aus der Tiefkühltruhe hoch: "Wollen wir heute Pizza essen? Was möchtest du? Mit Salami oder mit Champignons?"
Schlagartig schlug das Interesse des Kindes um, das Heft war vergessen. Denn heute Abend gibt es Pizza!
Seit einigen Monaten haben wir hier "Kalte Muschi" im Angebot, ein Mixgetränk aus Cola und Rotwein. Ich habe das Zeugs (diese Formulierung ist nicht abfällig gemeint, schließlich bezeichnet der Hersteller sein Produkt selber als "Rotwein Cola Zeugs") selber noch nie probiert. Dann lieber separat: Eine kalte Cola, wenn's alkoholfrei sein soll und einen guten Rotwein zum Essen.
Hin und wieder lachen ein paar Kunden über den Namen, vom beschämten "Hihi" bis zur jovial gröhlenden Partyrunde war vermutlich schon alles dabei.
Sich darüber aufzuregen, wie es eine Kundin kürzlich tat, verstehe ich nicht. So etwas anstößiges gehöre nicht ins Sortiment und deswegen würden schon einige andere Kundinnen nicht mehr zu uns kommen. Ich gebe zu, das ist dann, sollte die Aussage überhaupt wahr sein, deren Problem. Wir verkaufen hier auch den Playboy, Kondome und Erdbeeren und Schlagsahne. Sich dann an einem auffälligen Produktnamen zu stören ist meiner Meinung nach albern und kleinlich.