Anruf einer Unternehmensberatung:
Guten Tag, mein Name ist Meiermüllerschulz von der XYZ-Unternehmensberatung. Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie ihr Unternehmen optimieren und den finanziellen Erfolg verbessern können.
Nein, danke, brauche ich nicht.
Aber wir würden Ihnen dazu mit Ihnen einen kostenlosen Beratungstermin vereinbaren. Einer unserer Mitarbeiter würde eineinhalb Stunden die Abläufe bei Ihnen beobachten und Ihnen dann unverbindlich...
Nein, wirklich nicht. Hier ist alles optimal genug.
Es folgte ein etwas längerer Monolog der Anruferin über die Dinge, die nebenbei noch verbessert werden könnten. Etliche Bingo-Bullshit-Buzzwords reihte sie aneinander, bis ich sie irgendwann unterbrach:
Entschuldigung! Darf ich kurz was fragen?
Ja, natürlich.
Was haben Sie an dem Wort "nein" nicht verstanden?
Wieso?
Nun, ich habe Ihnen bereits schon zweimal freundlich gesagt, dass ich keinerlei Interesse an Ihren Dienstleistungen habe. Ich hätte auch einfach auflegen können, das wäre unhöflich gewesen. Aber statt, dass sie es einsehen, reden und reden und reden Sie immer weiter...
Na, dann legen Sie doch jetzt einfach auf.
Gesagt, getan...
Mit dem schnurlosen Telefon am Ohr ging ich quer durch den Laden, als mich plötzlich ein Kunde ansprach: "
Mir ist da ein Glas Honig runtergefallen."
Ich nickte, sagte leise "ist okay" und wollte gerade weitergehen, als der Kunde noch einmal lauter ein Ansinnen wiederholte und mir dabei auch die vollständingen Informationen lieferte: Genauen Ort des Geschehens und was kaputtgegangen war.
"
Kein Problem, ich mache das weg", erklärte ich, nickte dabei noch deutlich mit dem Kopf und versuchte wieder, der Anruferin zuzuhören, die mir gerade ihre Liefer- und Zahlungsbedingungen erläuterte.
Leider verstand ich in dem Moment schon gar nicht mehr, was sie sagte, denn der Kunde redete schon wieder auf mich ein. Diesmal lauter und noch eindringlicher, die Parallele
zu diesem Erlebnis fiel mir erst gerade beim Schreiben dieses Beitrags auf.
Parallel war übrigens auch mein Verhalten. Ich sag's mal so: Bin gespannt, ob der Kunde noch einmal wiederkommt. Seine Sachen hatte er eben jedenfalls noch bezahlt.
Bei der benachbarten Moschee hat man etwas vor. Offenbar soll der Platz vor dem Gebäude oder die Zufahrt zu unserem gemeinsamen Hof neu gepflastert werden. Warten wir's ab, was passiert...
Zwei Mitarbeiter vom Gartenbauamt Bremen oder möglicherweise auch einem beauftragten Fremdunternehmen waren mit einem Trecker mit anhängendem Wassertank unterwegs, um die neuen Bäume hier in der Straße zu bewässern. Der LKW unseres Brotlieferanten stand gerade genau vor dem Laden und somit auch genau vor einem der Bäume.
Das Gespann hielt an, der Mann mit dem Schlauch guckte belämmert in den Himmel, der Treckerfahrer sprang wie ein Berserker aus seinem Fahrzeug, stampfte in den Laden und brüllte in Richtung Kasse, an der ich gerade saß: "
Wo ist Fahrer von LKW? MUSS WEG!!!"
Für diesen Anflug von beinahe schon übertriebener Freundlichkeit hätte man die beiden eigentlich schmoren lassen sollen. Der Auslieferungsfahrer hat es dann aber doch bevorzugt, Stress zu vermeiden und hat seinen Wagen ein paar Meter vorgefahren.
Beim Lesen der Kommentare zu
diesem Beitrag fallen mir die vielen extrem negativen Stimmen auf. Ich frage mich, wieso? War der Text zu missverständlich oder zu verallgemeindernd geschrieben? Stellt euch einfach mal folgendes Szenario vor:
Ihr habt ein eigenes Haus. (Mein Laden) Es steht an einer Straßenecke direkt am Gehweg und ohne einen Vorgarten. Die Fenster und Türen sind also für jeden erreichbar. (Jeder kann hier reinkommen und einkaufen und sich umsehen.)
Jetzt stellt ihr aber fest, dass jemand sich ganz genau mit den Fenstern beschäftigt und sich jedes Detail genau ansieht. Überprüft, ob die Kellertür abgesperrt ist und fasst bei einem auf Kipp stehenden Fenster durch den Spalt, um den Griff zu ertasten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man diese Person ruhigen Gewissens laufen lassen würde. Möglicherweise wollte er sich ja nur informieren, wie er die Fenster in seinem eigenen Haus bauen würde. Aber wahrscheinlicher ist, dass sogar jemand die Polizei wegen des vermeintlichen Einbrechers rufen würde.
Aber wie kann man dem neugierigen Häuslebauer nur unterstellen, in ein fremdes Haus einbrechen zu wollen? Ganz einfach: Er hat sich so verhalten, wie es normale Menschen üblicherweise eben nicht tun. Das erkennt man, weil es eben auffällt, wenn man an anderer Leute Fenster auf eine Art und Weise herumfummelt, wie man es eben normalerweise nicht tut.
So sehe ich hier tagtäglich weit über 1000 Kunden. So wie 1000 Passanten, die auf dem Gehweg um das Haus laufen. Die einen bewundern die Topfblumen, die anderen schimpfen über die hässlichen Gardinen. Einem fällt auf, dass der Briefkasten schief hängt, der vierte hält es für leichtsinnig, das Fenster offen stehen zu lassen – und so weiter. Aber dieser eine Passant, der an den Fenstern herumgefummelt hat... Das war der, der bei den Top-Klauwarengruppen die Artikelsicherungen inspiziert hat.
Und dem habe ich eben nur mitgeteilt, dass er, wenn er wirklich seine Brechstange benutzt und die Kellertür aufhebelt, damit rechnen muss, dass mein Haushund über ihn herfällt. Sinngemäß eben.
Eine Kundin sprach mich an: Sie hatte Pfandflaschen am Automaten abgegeben und dann vergessen, den Bon ausdrucken zu lassen. Und nun ist der aber nicht mehr da.
Kennen wir. Bei Leergut ist die Hemmschwelle extrem niedrig und vergessene Bons werden normalerweise vom nachfolgenden Kunden einfach mitgenommen. Wir spulten die Videoaufzeichnung zurück und entdeckten tatsächlich die nachfolgende Kundin, die sich sogar noch im Laden befand. "Da hing kein Bon dran", erklärte sie und es klang glaubwürdig. Aber wo war der Bon der ersten Kundin hin?
Wir sahen uns den Vorgang noch einmal ganz genau an und wussten bald schon die Erklärung: Wenn einige Zeit keine Flaschen in den Automaten gegeben werden, druckt die Maschine den Bon automatisch aus. Tzja – aber die zweite Kundin war genau in dem Moment an den Automaten getreten, als Kundin Nummer eins schon weg, aber der Bon noch nicht gedruckt war. So gab sie gutgläubig ihr gesamtes Leergut ab, das auf die erste Summe addiert wurde und zog sich anschließend ohne schlechtes Gewissen ihren Bon.
Da konnte man nun wirklich niemandem einen Vorwurf machen. Einzig die Arbeit, die Gesamtsumme hinterher wieder auf beide Kundinnen aufufzuteilen, war etwas mühselig...
Dieses Foto habe ich von Carsten bekommen. Nicht unbedingt ein "seltsames Schild", eher der sorglose Umgang mit Verkehrswegen. Der Platz vor dem Aufzug wird im Falle eines Brandes wahrscheinlich nicht für die Flucht genutzt werden müssen – aber wer weiß, was in dem Unternehmen alles vor den Notausgängen herumsteht...
Mal eben zum Baumarkt, ein Ersatzteil für die Kabeltrommel holen.
Eine
Schukokupplung.
Was für ein Wort.
Ein kleiner, dünner Mann mittleren Alters betrat den Laden. Plastikrucksack, ausgelatschte Turnschuhe, Schirmmütze, dicke Jacke bei den Außentemperaturen, fahle Haut, hässliche Knast-Tatoos auf den Armen und Händen und insgesamt eine ungepflegte Erscheinung. Alle diese Merkmale in einer Person vereint bedeuten selten Gutes und ließen daher bei mir sämtliche Alarmglocken schrillen und der Adrenalinschub sorgte dafür, dass ich mit feuchten Händen in die Videoanlage starrte.
Er ging zum Kaffeeregal und nahm dort verschiedene Artikel zur Hand. Er drehte und wendete die Verpackungen und untersuchte sie genau. Am Schloss der Vitrine rüttelte er ebenfalls, natürlich erfolglos. Dann wanderte er zum Regal mit den Körperpflegeprodukte. Auch hier nahm er wahllos ein paar Teile zur Hand und stellte sie wieder ins Regal zurück. Dritte Etappe: Das Spirituosenregal. Nachdem er feststellte, dass sämtliche Flaschen mit Warensicherungs-Hartetiketten gesichert sind, nahm er eine Flasche im Geschenkkarton. Aber auch da entdeckte er nach kurzer Zeit die Sicherung und stellte die Flasche wieder hin.
Die letzten Zeilen mögen für außenstehende unverständlich sein. Wieso ist jemand auffällig, der sich nur die Waren im Regal ansieht? Ich kann es nicht sagen, bzw. nicht beschreiben. Artikel vergleichen, Zutaten ansehen, die unterschiedlichen Arten der gleichen Marke gegenüberstellen – das sieht anders aus, als wenn jemand eine scheinbar wahllos gegriffene Packung hektisch dreht und untersucht.
Er nahm sich einen Schokoriegel und stellte sich an die Kasse an, um diesen zu bezahlen. Als er an der Reihe war, stellte ich mich neben ihn und sagte ihm: "Wie sie gesehen haben, sind bei uns der Kaffee, Körperpflegeprodukte und auch die Spirituosen gesichert. Das lohnt sich nicht. Außerdem ist der komplette Laden ständig videoüberwacht, wie sie ja gerade daran merken, dass ich sie anspreche."
"Das ist eine ganz böse Unterstellung", erhielt ich zur Antwort. Und: "Dass man nichtmal mehr einkaufen gehen kann, ohne belästigt zu werden. Ich habe nur ein paar Preisvergleiche gemacht, das wird wohl noch erlaubt sein."
Preisvergleiche. Muah..!
Merke: Wenn du deine kleinen Kinder am Einkauf aktiv beteiligen und sie deshalb das Leergut abgeben lassen möchtest, achte darauf, dass die Flaschen entweder überwiegend restentleert oder mit einem Deckel verschlossen sind.
Ist das Kind nämlich deutlich kleiner als die Höhe der Öffnung des Automaten, könnte es da nämlich eine feuchte Überraschung geben.
Ich saß an der Kasse, eine Kundin wollte nichts kaufen und löste lediglich einen Leergutbon in Höhe von 4,43 Euro ein. "
Können Sie mir das klein geben?", fragte sie mich plötzlich.
"
Natürlich, gerne. Wie wollen Sie es denn haben?"
"
Vor allem zwei Zwei-Euro-Stücke, der Rest ist egal."
[...]
Okay,
so kann man sein Leergut auch transportieren: Blauen Müllsack mit losen Bierflaschen (Glas) füllen und einfach hinter sich herschleifen.
Fällt jedenfalls auf.
K U L T U R S C H O C K !
Hihi, sorry, musste mal eben sein.
Diese Bilder hat mir Kunde, Nachbar und Blogleser "C." Mitte Dezember letzten Jahrs zukommen lassen. Damals passte die Weihnachtsdeko natürlich genau in die Jahreszeit. Da ich die vielen SPAR-Markt-Einsendungen aber gleichmäßig verteile und mir dazu einen Plan gebastelt habe, den ich strikt einhalte, können eben solche Stilblüten entstehen. Diese Zeilen tippe ich gerade am 21. Dezember 2009 und mir ist die unpassende Deko "jetzt", Ende Juni, durchaus bewusst.
Macht aber nichts. In ein paar Wochen geht's ja sowieso wieder mit Lebkuchen und Spekulatius los, also was solls...