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Fensterkunst mit Sparlogo

Andreas hat mich auf ein "Kunst-Fenster" der Zeppelin Universität am Bodensee hingewiesen, das von der schwedischen Künstlerin Gunilla Klingberg gestaltet wurde:
"Ihr Werk Brand New View wurde für die südliche Fensterfront konzipiert und verwandelt aus dem Wirtschaftsleben entlehnte Formen und Zeichen, Logos von Billigdiscountern zu ekstatischen und verführerischen Strukturen."
Ob SPAR nun ein "Billigdiscounter" ist, sei mal dahingestellt. Die Idee mit den Logos ist trotzdem originell. Hier sind übrigens noch zwei Fotos von dem Kunstwerk zu sehen.


Weihnachtsdeko 2009

Seit ich diesen Laden habe, hängen wir Jahr für Jahr am Totensonntag die Weihnachtsdekoration auf. So auch gestern wieder.
Wir haben uns nicht nur darüber erschrocken, wie schnell mal wieder ein ganzes Jahr vorübergegangen ist. Und nicht nur das: Die Jahre rasen regelrecht an einem vorbei. Diese Deko benutzen wir inzwischen sogar schon zum vierten Mal. Der eine oder andere Leser wird sich evtl. noch an das Zeitraffer-Filmchen erinnern, das ich vor drei Jahren ganz stolz vom Aufbau gemacht habe.








500km

Ein junger Mann aus Baden-Württemberg hat sich bei mir beworben. Die Absicht, in den Norden zu ziehen, liegt bei ihm wohl nicht vor. Der Bewerber sucht wohl eine Stelle im größeren Umfeld seines Wohnortes, hat dazu ausdrücklich zwei Landkreise im Osten des Bundeslandes aufgeführt.

Und ich frage mich nun: Warum bewirbt der sich bei mir? Und wäre es sehr gemein, ihn zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen?

Fantasie ausschalten, bitte!

Aus dem Flyer eines Second-Hand-Ladens:

Bärenfelle kennt man ja. Und Schaffelle. (Wenngleich das Wort gechrieben sehr komisch aussieht...) Und Tigerfelle spätestens seit dem 90. Geburtstag. Und manche Leute tragen Mäntel aus Nerz- oder Chinchillafellen. Und ein Katzenfell hatten wir damals in der Schule im Physikraum, für Experimente mit elektrischen Ladungen. Aber... :-O


Töpfe vom Auslieferungsfahrer

Ein mir unbekannter Mann wollte mich privat sprechen. In solchen Fällen fragen die Leute normalerweise, ob sie anschreiben lassen dürfen – das war diesmal allerdings nicht der Fall.

Der Mann sei Auslieferungsfahrer, unter anderem für AMC-Töpfe und da seien noch welche von der Auslieferung "übriggeblieben" und die könnte ich nun zum Spottpreis erwerben.

Wer dabei jetzt das Gefühl hat, dass da doch irgendetwas bestimmt nicht ganz mit rechten Dingen zugehen kann, wird verstehen, warum ich das Angebot dankend abgelehnt habe.

Lieber essen als sammeln

Ein kleiner Junge wedelte mit einem Heft aus dem Zeitschriftenregal vor seiner Mutter herum und bettelte, dass sie es ihm kauft. Da seien die neuesten Sammelkarten drin und die wären total cool und damit wäre er total in und darum müsse er die unbedingt haben.

Die Mutter reagierte zunächst nicht und ich dachte mir, dass sie den Kauf nicht befürworten würde. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon einer riesigen Szene hier im Laden entgegen.

Die Geschichte nahm allerdings einen vollkommen anderen Ausgang. Die Erziehungsberechtigte hielt zwei Pizzakartons aus der Tiefkühltruhe hoch: "Wollen wir heute Pizza essen? Was möchtest du? Mit Salami oder mit Champignons?"

Schlagartig schlug das Interesse des Kindes um, das Heft war vergessen. Denn heute Abend gibt es Pizza! :-)

Links LVII

People of Wal*Mart

Glühlampen-Verbot: Sparen mit Nebenwirkungen

Wir Deutsche sind dicksten Europäer

Wie deutsche Videoportale benachteiligt werden

Viren kommen per Werbebanner

Spezielle Lebensmittel für Diabetiker verschwinden

Verbraucherschützer warnen vor Candy Sprays

Was halten Sie vom Nacht-Shopping?

Einkaufen bis Mitternacht

Ja, sowas kann man mit Bonrollen machen

Miez, miez, brrr...

Seit einigen Monaten haben wir hier "Kalte Muschi" im Angebot, ein Mixgetränk aus Cola und Rotwein. Ich habe das Zeugs (diese Formulierung ist nicht abfällig gemeint, schließlich bezeichnet der Hersteller sein Produkt selber als "Rotwein Cola Zeugs") selber noch nie probiert. Dann lieber separat: Eine kalte Cola, wenn's alkoholfrei sein soll und einen guten Rotwein zum Essen.

Hin und wieder lachen ein paar Kunden über den Namen, vom beschämten "Hihi" bis zur jovial gröhlenden Partyrunde war vermutlich schon alles dabei.

Sich darüber aufzuregen, wie es eine Kundin kürzlich tat, verstehe ich nicht. So etwas anstößiges gehöre nicht ins Sortiment und deswegen würden schon einige andere Kundinnen nicht mehr zu uns kommen. Ich gebe zu, das ist dann, sollte die Aussage überhaupt wahr sein, deren Problem. Wir verkaufen hier auch den Playboy, Kondome und Erdbeeren und Schlagsahne. Sich dann an einem auffälligen Produktnamen zu stören ist meiner Meinung nach albern und kleinlich.


Komplett "Du" bei IKEA

Bei IKEA wird man als Kunde konsequent "geduzt". Mich persönlich stört es nicht, der Umgang hier im Laden ist nicht anders. Wir sind hier in der Firma untereinander komplett per Du und auch viele Kunden steigen da mit ein. Ich habe noch nie einen Laden gesehen, wo auch so viele Kunden das "Du" verwenden. Wie gesagt: Ich finde es toll.

Der Unterschied zu IKEA dürfte sein, dass ich für wichtige Schreiben (Arbeitsbescheinigungen, Abmahnungen, Kündigungen (letztere zum Glück nur sehr selten)) dennoch die förmliche "Sie"-Form wähle.
Ein Bekannter von mir hat bei IKEA gearbeitet, allerdings hat er die Probezeit leider nicht überstandenl. Die Gründe dafür spielen jetzt keine Rolle. Die Kündigung sieht so aus:
Hallo xxx,

hiermit kündigen wir Dein Arbeitsverhältnis fristgemäß in der Probezeit zum xx.xx.xxxx. [...]

Wir weisen Dich darauf hin, dass Du nach Kenntnis von der Beendigung Deines Arbeitsverhältnisses verpflichtet bist, Dich unverzüglich persönlich beim zuständigen Arbeitsamt zu melden, damit dort so schnell wie möglich...
Gut, das IKEA-Du soll Schweden vermitteln und nicht besondere Vertrautheit schaffen, aber genauso wirkt das nunmal hierzulande und entsprechend zynisch wirkt eine so formulierte Kündigung.

"Hey, Du, bist ja ein netter Kerl und wir haben uns ja alle ganz lieb. Aber Du musst jetzt trotzdem gehen." :-O

Geforderter Leergutautomat

Die tausende Dosen aus dem letzten Blogeintrag sind für einen Automaten doch nichts im Vergleich zu diesem Sammelsurium, das sich innerhalb weniger Woche in meinem Automaten angesammelt hat.

Gut, dass da mal die Deckel von den Flaschen und Gläsern abfallen und in der Maschinerie landen, ist relativ normal – interessanter ist die Frage, warum Leute dort leere Miniaturflaschen, Kugelschreiber, Taschentücher, Kassenbons und ein Apfelkerngehäuse hineinwerfen... :-O


Der gefühlte Wert der D-Mark

Zu D-Mark-Zeiten war "Silbergeld" wertvoll. Markstücke in allen Größen und auch schon die silbernen "50er" waren das, was man nicht lieblos in eine Flasche oder Spardose geworfen hat. Wenn man einige davon im Portemonnaie hatte, war das unterwegs meistens schon ein etwas beruhigenderes Gefühl.

Ich hatte eben ein Dutzend 50-Pfennig-Stücke in der Hand. Das Gefühl war komisch. Irgendwie aus dem Unbewussten heraus eine Art von "gefühlt wertvoll".

Auch wenn der Euro inzwischen Alltag und auch die Umrechnerei im Grunde gänzlich verschwunden ist – irgendwie sitzt die D-Mark noch tief in einem drin. Zumindest ich empfinde es so, dass die D-Mark-Münzen den eigentlich Wert des Geldes viel besser verkörperten als die Euro-Münzen.

Eigenverbrauch

Timo fragt:
Hallo Björn,

eine Frage, die schon lange in mir brennt:
Bezahlst du deine Waren, die du dir aus dem eigenen Regal nimmst eigentlich ordentlich an der Kasse oder - da es ohnehin dein Eigentum ist? Nimmst du dir einfach das, was du brauchst? Oder schreibst du dir selbst an?
Alle Mitarbeiter von mir müssen natürlich ihre Ware bezahlen und sich, wie in allen anderen Unternehmen auch, den Bon an die Ware heften. Manchmal würde ich gerne als gutes Beispiel vorangehen und ebenfalls alle Artikel, zumindest die, die ich direkt hier verbrauche, mit einem entsprechenden Kassenbon versehen lassen.

Das wäre aber wirtschaftlicher Unsinn, denn es gibt einen pauschalen Satz, der in der Bilanz als Eigenverbrauch berechnet wird. Würde ich diese Waren, die ja nun schon mit der Pauschale besteuert wurden, auch noch über die Kasse ziehen, müsste ich für den entstandenen Umsatz (bzw. weitgreifender: Für den letztendlich daraus resultierenden Gewinn) ja noch zusätzlich Steuern zahlen.

Darum nehme ich mir Dinge eben "einfach so" aus dem Laden. Egal, ob das Getränke zwischendurch sind oder der größere Vorrat für zu Hause.