Damit ist dann auch die dritte Sitzbank, die wir vor dem Markt in der Münchener Straße stehen hatten, in die Annalen der Geschichte (und damit natürlich auch dieses Blog) eingegangen.
Wer auch immer das wie geschafft hat: Nun gibt es keine Bank mehr.
Im Markt in der Münchener Straße ist unsere Fleischtruhe verreckt. Es handelt sich um das gleiche Modell wie hier in der Neustadt und eigentlich sind das grundsolide Linde-Truhen. Aber der Name verrät es ja schon: Sie sind etwas älter und die Reparatur würde mit neuem Kompressor rund 2000 Euro kosten. So viel Geld möchte ich in die alte Truhe nicht mehr investieren.
Aber was nun? Wir brauchen eine neue Truhe, dringend dazu…
Mal gucken, ob ich irgendwas erreichen kann. Ich habe ja nun genug Kontakte in alle Richtungen, aber selbst ein Hersteller von solchen Dingern kann sie nicht mal eben in den Kofferraum laden und hier abwerfen.
Für den geplanten Abriss meines alten (noch aktuellen) Büros und des ehemaligen Vorbereitungsraums der Fleischerei, werden wir einen offiziellen Nutzungsänderungsantrag beim Bauamt stellen. Eigentlich sind die Flächen laut Bauakte zur allgemeinen "Verkaufsfläche" gehörig, aber da sie in den Plänen eingetragen und zumindest dort anders beschriftet sind, werden wir auf Nummer sicher gehen und durch meinen Architekten einen entsprechenden Antrag stellen lassen.
Ihr seht an dieser Stelle mal wieder, dass die geplanten Baumaßnahmen durchaus Hand und Fuß haben und kein Laienstück sind.
Jo. Der eine oder annere von oich weissas ja vielleicht, dass ich in Wiaklichkeit gebüaticher Hamburga bin. Hab da ja nur die ersten Johre meines Leems verbracht, aber der Schnack isma häng'gebliem. Is ja wie Schwimm'n, das verlernsde nich.
Keine Ahnung, was heute vor dem Laden los ist oder ob das eine oder mehrere Baustellen sind – aber seit heute Morgen geben sich hier die Baufahrzeuge die Klinke in die Hand, wie man so schön sagt.
Hier hinten im Büro kommt nur das Dröhnen der Dieselmotoren an. Ist mir alles egal. Solange der Zugang zum Laden erhalten bleibt, können die da buddeln, bis sie Gold finden…
Eine ältere Stammkundin berichtete, dass ihre Bekannten immer noch zu "Tengelmann" gehen, wenn sie hier zu mir in den Laden herkommen.
Erstaunlich, wie sich sowas in den Köpfen der Leute festsetzt… Dabei bin ich hier mit dem SPAR schon knapp 17 Jahre (Nächste Woche ist mal wieder Geburtstag) und unmittelbar davor war der Laden mehrere Monate geschlossen. Das hier zuletzte betriebene Geschäft hieß KAISER's und, wie lange auch immer "KAISER's" hier dran stand, irgendwann DAVOR war es Tengelmann…
Das ist also bestimmt schon knapp 20 Jahre her. Krass.
Treffen sich zwei Kunden im Supermarkt vor dem Leergutautomaten, an dem mal wieder ein "Defekt!"-Schild hängt.
Sagt der eine zum anderen:
"Verdammt, jetzt heißt es hier wieder Leergutannahme von Hand. Und ich habe meine Flaschen in einer Tüte mit Bierpfütze. Da wird der Herr mit der roten Weste mich gleich wieder im Blog erwähnen. Ich will nicht ins Blog!"
(Einsendungen sind willkommen. Weitere Infos dazu an dieser Stelle.)
Das SPAR-Kind war bei der Bestellung gestern auch mal mit dabei. Irgendwie tat es mir ja Leid, Weihnachten derart zu entzaubern. Aber da muss sie durch, sie wächst nun mal in einem Supermarkt auf.
Aber als sie die vielen Leckereien im Katalog entdeckt hat, sind ihr ganz viele Dinge aufgefallen, die wir bestellen müssen. Und natürlich auch die "Windmühlenkekse" (Spekulatius)…
Seit ich den Laden habe muss ich mich alljährlich mit der Weihnachtsbestellung auseinandersetzen und seit dem stolpere ich regelmäßig über fertigen Panettone und bislang habe ich noch nie das Gefühl gehabt, diesen Artikel bestellen zu müssen. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass jemals ein Kunde danach gefragt hätte.
Wie sieht das bei euch aus? Esst ihr Panettone zur Weihnachtszeit? Gehört der dazu oder ist das wirklich nur ein Kuriosum am Rande?
Alle Jahre wieder… Nachdem hier am Samstag schon der Katalog für die Weihnachtssüßwaren 2017 eintrudelte, haben wir uns gestern wieder einmal bei Tee und Kuchen zu Hause für mehrere Stunden zusammengesetzt und darüber sinniert, was wir dieses Jahr hier anbieten werden.
Ein Artikel, bei dem ich erst eine Weile gezögert hatte, war ein "Veganer mini-Christstollen in Bio-Qualität verfeinert mit Bio-Chia-Saaten" von Herzberger. 250 Gramm für immerhin vier Euro. Ja, nein, nee, irgendwie, ja, vielleicht, hmm, ach, oder doch? Wir haben ihm dann eine Chance gegeben und immerhin einen Karton mit 20 Stück Inhalt bestellt. Ob es ein Renner oder Ladenhüter wird, werden wir Ende des Jahres wissen…
Dieser Typ sitzt oder steht seit fast zwei Jahren immer wieder unzählige Stunden hier vor dem Laden und hofft darauf, dass Leute ihm etwas Geld in die Mütze werfen.
Mich stört diese Bettelei, da meiner Meinung nach das unmittelbare Umfeld und damit der Laden abgewertet wird. Machen kann ich dagegen nichts, solange sich die Leute auf öffentlichem Grund befinden. Ab und zu kam er hier in den Laden, entweder um Biernachschub zu kaufen oder um das entsprechende Leergut abzugeben. Habe ihm nur die Wahl gelassen, hier nicht mehr rein zu dürfen oder alternativ die Bettelei hier unmittelbar vor dem Laden zu beenden.
Er möchte lieber nicht mehr reinkommen. Auch gut.
Ich verstehe ohnehin nicht, wie man so sein Leben verbringen kann. Obdachlos sein oder verhungern muss hier im Land niemand, man muss natürlich seinen Allerwertesten mal zum Amt bewegen, denn freiwillig auf einen zu kommen die auch nicht. Aber tagelang mir auf der Jagd nach ein paar Euro die Beine in den Bauch stehen? Also selbst wenn ich gar keine Perspektive mehr hätte, würde ich dann doch zumindest die Zeit dazu nutzen, irgendwie herumzukommen…
Nur weil hier bei mir am Laden irgendwann das blaue E statt der grünen Tanne prangt, wird dieses Blog sicherlich keine Edeka-Werbeplattform, wenngleich sich mit Sicherheit aufgrund der zentralseitig vorhandenen Werbemaßnahmen die Erwähnungen hier häufen werden.
Abgesehen davon: Das hier ist definitiv einer der am geilsten inszenierten Werbespots, die ich je gesehen habe. Chapeau!