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Bettler ausgesperrt!

Dieser Typ sitzt oder steht seit fast zwei Jahren immer wieder unzählige Stunden hier vor dem Laden und hofft darauf, dass Leute ihm etwas Geld in die Mütze werfen.

Mich stört diese Bettelei, da meiner Meinung nach das unmittelbare Umfeld und damit der Laden abgewertet wird. Machen kann ich dagegen nichts, solange sich die Leute auf öffentlichem Grund befinden. Ab und zu kam er hier in den Laden, entweder um Biernachschub zu kaufen oder um das entsprechende Leergut abzugeben. Habe ihm nur die Wahl gelassen, hier nicht mehr rein zu dürfen oder alternativ die Bettelei hier unmittelbar vor dem Laden zu beenden.

Er möchte lieber nicht mehr reinkommen. Auch gut.

Ich verstehe ohnehin nicht, wie man so sein Leben verbringen kann. Obdachlos sein oder verhungern muss hier im Land niemand, man muss natürlich seinen Allerwertesten mal zum Amt bewegen, denn freiwillig auf einen zu kommen die auch nicht. Aber tagelang mir auf der Jagd nach ein paar Euro die Beine in den Bauch stehen? Also selbst wenn ich gar keine Perspektive mehr hätte, würde ich dann doch zumindest die Zeit dazu nutzen, irgendwie herumzukommen…

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Comments

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ednong on :

@Björn:
Das sagt sich immer so leicht. Erahnen, was da alles noch dranhängt und ggf. hindert kann man es erst, wenn man mal in gleicher oder ähnlicher Situation war. Denn je tiefer du fällst, umso schwieriger wird es, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen.

elke on :

Einfaches Gefasel Herr Harste,ich möchte mal sehen wieviel Lebensmut sie noch hätten wenn ihnen ihre Gattin den Laufpass gibt,das Kind mit nimmt und sie dann nur noch den Geldesel spielen dürfen,Frauen sind sehr erfindungsreich wenn es ums Geld geht.....
Es soll Menschen geben die verlieren durch so etwas den Boden unter den Füssen,sind halt sensibel.

ein kleines Beispiel

Unser damaliger Nachbar hatte jemanden in seinem Bekanntenkreis der recht ungepflegt herum lief,meistens Pleite war und sich durchs Leben schnorrte und auch mal irgendwo sass und bettelte.
Dieser Mensch war einst sehr fleissig ,hat gearbeitet und eigentlich ein gutes Leben geführt,dann musste er ins KH weil ein Tumor in seinem Kopf entfernt werden musste,danach war er arbeitsunfähig ,er konnte sich nicht mehr gut konzentrieren und der Betreuer den er gestellt bekam kümmerte sich kaum um ihn.

Nicht alle Menschen die betteln und OFW sind ,sind automatisch faul

Erbse on :

Musikberieselung - ' Indian love call ' - problem gelöst.

Paule on :

Laut Bremer Ortsgesetz ist die Nutzung öffentlichen Grundes über den Gemeingebrauch hinaus erlaubnispflichtig.

LadySolana on :

Den letzten Absatz kann ich so nicht bestätigen.
Vor 2 Jahren landete ich in der Psychiatrie, meine Ehe endete und ich wurde nach der Behandlung in die Obdachlosigkeit entlassen. Ich war bei den Ämtern, mitten in der Hochzeit der Flüchtlingskrise und man konnte nicht helfen. Draussen -10 Grad und Schnee und kein Zuhause. Ich hatte Glück in dieser Zeit meinen Vermieter kennenzulernen so das ich zum Frühling eine Wohnung hatte. Und ich kann nachvollziehen weswegen Menschen in dieser Situation aufgeben, besonders wenn noch psychische Erkrankungen dazukommen.

Nicht der Andere on :

Widerspricht das Eine dem Anderen denn? Zum einen weiß man ja garnicht, ob der Bettler nicht eine feste Anschrift hat und sowas wie Sozialgeld oder Grundsicherung erhält. Zudem war es doch zumindest früher so, daß Obdachlose sich täglich vom Amt den entsprechenden Tagessatz auszahlen lassen konnten. So oder so steckt man da ja nicht drin. Aber genauso so oder so natürlich blöd für einen Ladeninhaber, wenn man nicht nur vorübergehend zum unfreiwilligen Handelspartner gemacht wird.

Nika on :

Hmm naja, manche können wirklich nichts dafür. Ich finde aber, dass es ruhig ein paar staatlich finanzierte Suppenküchen geben sollte, die die Bettelei eindämmen.

Das mit dem Bier kaufen finde ich auch schlimm und deswegen gebe ich nie Geld sondern immer nur Essen und Trinken direkt.

Der eine on :

"Obdachlos sein oder verhungern muss hier im Land niemand"

Sorry aber das ist typisches Bild Niveau. Es gibt Menschen die durch das Soziale Netz fallen und eben keine Unterstützung bekommen, denen bleibt nichts mehr übrig als zu betteln.
Klar sind es wenige, weniger als wirklich auf den Straßen betteln, aber es gibt sie und woher willst Du wissen dass genau der Bettler vor Dir NICHT zu denen gehört?

Fängt schon bei einer Kleinigkeit an: um Sozialhilfe zu bekommen brauchst Du einen Wohnsitz. Um einen Wohnsitz zu haben brauchst Du... Na? Geld. Das Du aber erst bekommst wenn Du einen Wohnsitz vorweisen kannst.

Dazu kommt das viele gar nicht Bescheid wissen das es sowas wie ein Soziales Netz überhaupt gibt. Wieder andere haben so eine Angst vor Ausgrenzung (Bild und Co mit ihrer Harz 4 Hetze sei Dank) durch Harz 4 dass sie lieber irgendwo Betteln gehen wo sie niemand kennt.

Ist einfach zu sagen "niemand muss xy" wenn man selbst auf der schönen Seite des Lebens steht.

Rumpel on :

Es braucht keinen Wohnsitz um Sozialhilfe zu beziehen, das ist ein Mythos.

Man muss sich nur viel häufiger Melden auf der entsprechenden Stelle, zum Nachweis dass man nicht bereits weiter gezogen ist.

struppi on :

Genau genommen muss man oft weit ausserhalb das Tagesgeld entgegen nehmen. Damit ist aber nach x-Tagen (je nach Gemeinde) Schluss und wie man dort hinkommt - ohne Geld für den Bus - ist dem Amt auch egal.

Insofern ist der "Mythos" zum Teil schon richtig, da du nicht einfach das Geld für einen Monat bekommst.

Asd on :

Angeblich sollen viele Obdachlose psychisch erkrankt sein und daher nicht mehr in der Lage sein sich um notwendige Amtsgänge zu kümmern.
Früher hat mich das betroffen gemacht. Mittlerweile habe ich einen Dauerauftrag für eine internationale Hilfsorganisation, die ich für seriös halte und sehe damit meinen Teil als getan an. Jedem helfen kann ich nunmal nicht.

throwaway on :

Das ist ein Irrglaube. Erstmal gibt es die Hartz-4-Maßnahmen. Dann: Versuch mal Hilfe vom Amt zu bekommen wenn du keinen Wohnsitz angeben kannst. Oder gar keine Papiere mehr hast.

Sascha on :

"Obdachlos sein oder verhungern muss hier im Land niemand"

Ich halte den Satz auch für sehr leichtfertig. Nicht wenige der Obdachlosen sind männliche Scheidungsopfer. Und durch die Annahme eines fiktiven Gehalts kann man dabei unter den Selbstbehalt gepfändet werden. Das muss dieses Patriarchat sein, von dem immer alle reden.

muetze on :

gibt durchaus auch die Menschen die nicht zum Amt gehen weil sie sich nicht komplett "nackt" machen wollen und ihr komplettes Leben offenlegen wollen vor Leuten die es nichts angeht. Oder die, die noch einen gewissen Stolz haben und generel kein Geld vom Staat nehmen wollen (auch wenn der Staat dauernd Geld haben will)

struppi on :

Naja, das das unter dem Tag "Nachdenkliches" steht, ist bei der Schlußfolgerung etwas verwirrend. Tatsächlich ist es, wenn alles gut läuft, sicher möglich sich gegen Obdachlosigkeit zu Wehr zu setzen. Letztlich werden aber viele menschliche Faktoren eine Rolle spielen, die zu einer solchen führen.

Wenn man sich wirklich diese Position vorstellen möchte, sollte man sich von der eigenen Lebenssituation (gedanklich) verabschieden. Viele Obdachlose haben ein Martyerium in ihrem Leben hinter sich, das über dieses hier genannte "Mann-verliert-Familie" Klischee hinausgeht.

Wer als Kind in einer Alkoholikerfamilie aufgewachsen ist, hat nur wenige Orientierungspunkte und viele Optionen zum abstürzen. Wer keine Chance auf einen geregelten Schulbesuch hatte, wird auch danach kaum eine gesicherte Existenz aufbauen können. Und wenn das alles noch in verminderten mentalen Fähigkeiten kumuliert, ist auch jedes Schreiben vom Amt und jedes Formular eine Überforderung. Die wir nur in Ansätzen kennen, wenn wir wieder vor der Lohnsteuererklärung sitzen.

Ich habe in meinem Leben einige Obdachlose kennengelernt. Menschlich waren das oft feine Kerle, aber für ihr Leben brauchen solche Menschen jemanden, der sie an die Hand nimmt. Für sowas gibt es aber heutzutage kaum noch Mittel. Alles was angeboten wird sind Minimalhilfen, damit niemand verhungert, erfriert oder elendig an einer Krankheit eingeht. Für mehr wird ein Betroffener kaum jemanden finden.

Natürlich spielt auch Alkohol und/oder Drogen eine Rolle. Aber du hast gut reden, dich hat vermutlich nicht dein Vater grün und blau geschlagen und alle Kinder in der Nachbarschaft verachtet, wegen deinen Eltern. Du hast keinen Sonderschulabschluss - wenn überhaupt, ich habe auch einige die nicht oder wenig schreiben konnten kennengelernt - und verstehst was dir das Amt mitteilt. Dann läßt es sich leicht meistern, das Leben. Aber nicht jeder hat es so leicht, auch wenn er deiner Meinung nur rumsteht und nichts macht.

Webwookiee on :

Der "gemeine" deutsche Bettler wird sich wohl meistens zusätzlich zum Bettelgeld sein "Tagegeld" abholen.

Eine postalische Anschrift braucht man dafür nicht. Anwesenheit reicht.

Ggf. wird das wohl für "Stamm-Obdachlose" mitunter vereinfachend zusammengefasst auf vielleicht eine Zahlung pro Woche - oder gar Monat(?) (da mag ich mich aber auch irren). Wenn man alles abholt, entspricht das Tagegeld summa summarum AFAIK dem Sozialhilfesatz, bzw. dem Hartz-IV-Mindestsatz.

Hartz-IV-Bezieher müssen hingegen arbeitsbereit (will halt nicht jeder) und somit auch postalisch erreichbar sein. Obdachlose Hartz-IVler bekommen von Amts wegen eine Adresse, wo sie ihre Post abholen können/müssen. Dafür sorgt die Kommune oder eine Hilfsorganisation im Auftrag der Kommune.

Obdachlose haben ein Recht auf Unterkunft - allerdings nur wenn es kalt wird. D.h. mindestens ab Spätherbst bis in den frühen Frühling müssen die Kommunen Unterkünfte für jeden bereitstellen - notfalls auch in Hotels/Pensionen.

Massenunterkünfte (übrigens nur für Übernachtung) sind allerdings wohl ziemlich unbeliebt: Ungeliebte Regeln (kein Alkohol) und Obdachlose beklauen sich auch gegenseitig - auch nachts wenn gemeinhin Nachtruhe herrscht.

Normalerweise gebe ich Bettlern kein Geld. Aber da war der Obdachlose vor meinem Stammsupermarkt, und ich holte mein Hartgeld aus der Hosentasche. Die Polizei kam gerade (um ihn zu verscheuchen), und einer der Polizisten versuchte mich abzudrängen ("Geben Sie dem nichts! Der fühlt sich sonst nur ermuntert!"). Ich habe ihn ärgerlich angeschaut und ihm klargemacht, dass ER ganz bestimmt MICH nicht daran hindern wird, dem Mann mein Geld zu geben.

Ich habe dem Polizisten ferner erzählt, dass ich den Obdachlosen kenne. Es war ein ehemaliger (sehr beliebter) Arbeitskollege, den der Tod seiner Frau komplett aus der Bahn geworfen hat.

Letztlich konnten weder Freunde noch Arbeitgeber/Arbeitskollegen noch irgendein ein Amt die Abwärtsspirale stoppen ...

... Versuche hat es so einige gegeben.

Übrigens: Sofern man nicht klaut (->Hausverbot), darf der Besitzer eines Ladenlokals der Öffentlichkeit das Betreten/Einkaufen/Flaschen rückgeben übrigens nicht verwehren.

Man mag als Supermarktbesitzer Polizei bzw. Ordnungsamt verständigen, damit er verscheucht wird, aber rechtlich hat man keine Chance, jemanden das Betreten des öffentlich zugänglichen Ladens zu verbieten (man muss also z.B. auch als katholischer AfD-Wähler Schwarze oder Schwule in seinen Laden lassen und bedienen).

Nur: Solche Leute wehren sich ja nicht unbedingt. Darauf spekulieren ja auch regelmäßig gewisse Behörden.

Aber sowohl da wie hier, hinterlässt es doch einen etwas bitteren Nachgeschmack ...

SK on :

Hoi, hast Du etwas "schriftliches" zu Deiner Aussage, dass man den Zutritt zum Geschäft nicht verweigern darf?

Bisher nahm ich an, dass man als Eigentümer/Pächter von einem Geschäft Hausrecht hat?

S.

Webwookiee on :

Natürlich hat auch ein Ladenbesitzer das Hausrecht. Aber wenn das Geschäft dem "allgemeinen Publikumsverkehr" dient, kann er es nur eingeschränkt ausüben.

Klar, bei Diebstahl. Aber auch, wenn der "Kunde" pöbelt oder besoffen ist. "Deine Nase gefällt mir nicht" ist hingegen kein Grund.

Hat der BGH 1993 entschieden, und zuletzt 2012 konkretisiert bzw. was Ladengeschäfte angeht nochmal bekräftigt.

Siehe auch http://www.slp-anwaelte.de/Rechtstipp-Eintrag-lesen.29.0.html?&tx_ttnews%5Bpointer%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=47&tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&cHash=081cecbeb76a40fd4bb96ff323053bcf

Sascha on :

Da das Geschäft für die Allgemeinheit geöffnet ist (keine Clubkarte oder ähnliches), hat man lediglich ein eingeschränktes Hausrecht. Danach kann man dann mal googeln.

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