Ein Kunde wollte gerade den Kaffee aus dem Angebot kaufen und erkundigte sich danach an der Lagertür. "Wieviel brauchen Sie denn?", fragte ich ihn.
Er wollte einen ganzen Karton (mit 12x 500g-Packungen) haben. Das war auffällig - hatte doch keine zehn Minuten zuvor bereits eine Kundin auch eine komplette Einheit haben wollen. Ich erzählte ihm das als unwichtige Anekdote eher beiläufig, während ich ins Lager ging. Plötzlich hielt der Kunde inne, überlegte und erkundigte sich nach dem Aussehen der genannten Kundin.
Die Beschreibung schien jedenfalls auf seine Frau zu passen und bevor er nun noch einmal die wohl gemeinsam besprochene Kaffeemenge kaufen würde, wollte er sich doch vorsichtshalber noch vorher zu Hause erkundigen.
Nach einem langen Arbeitstag von 6-22 Uhr noch Etiketten zu stecken, kann echt hart sein. Und am nächsten Tag kamen noch 726 Etiketten dazu.
Da muß man vorletzte Nacht mal mit nur einer Stunde Schlaf auskommen.
Ohne Steffi hätten wir das hier jedenfalls nicht geschafft. Sie hat gesehen, daß ICQ online war und mich kontaktiert, hat dann nachts um 3:23 Uhr den Bus genommen und von 4-10 Uhr mitgeholfen. DANKE!!!
Und so sah das Ganze ein Teil davon ausgedruckt aus:
E-Mail (mit Blog-Erlaubnis) von einem Onlineshopkunden:
Das Paket ist angekommen. Und die erste Schokolade
hat schon Liebhaber gefunden, die ist wirklich gut.
Meine Eltern waren aber vor allem von Deiner
Karton-Shredder-Maschine begeistert, so dass mein
Vater das Füllmaterial aufbewahren will, falls er
mal ein Paket zu verschicken hat.
Kannst ja mal drüber nachdenken, auch Deine alten
Kartons im Shop anzubieten!
Lustig, dass meine geschredderten Kartons mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit bekommen haben, wie die darin verpackte Schokolade.
Während der Renovierung und Einrichtung des Marktes in Findorff hatte einer der Handwerker aus dem Gehweg einen Holzpfahl gezogen, um mit dem Lieferwagen bis direkt vor die Eingangstür fahren zu können.
Der Begrenzungspfahl lag einige Meter von seinem eigentlichen Standplatz entfernt. An seiner Stelle klaffte dort ein ca. 40cm tiefes Loch, die umliegenden Pflastersteine waren abgesackt und mußten wieder fachmännisch eingesetzt werden. Abgesehen von dem Schaden stellte das Loch auch eine erhebliche Stolpergefahr für Fußgänger/Radfahrer dar.
Damals rief mich ein Polizist des zuständigen Polizeirevieres an und nahm meine Personalien als Verantwortlicher und Ansprechpartner für den Laden und dessen Umbau auf. Einige Tage später wurde die Schadstelle im Bürgersteig wieder repariert.
Nun kam eine Rechnung von der Stadt Bremen, genauer gesagt vom Amt für Straßen und Verkehr, über knapp 350 Euro. Anbei lag die Schadensmeldung der Polizei, in der ich als Verursacher eingetragen bin.
Hey, davon war nie die Rede. Verursacht haben könnte das nämlich der Maler, der Heizungsbauer, der Elektriker, der Telekomiker, der Alarmanlagentechniker, der Bäckerei-Handwerker, unser Kältemonteur, der Aufzugsmonteur oder sogar schon einer der Lieferanten. Ich weiß nur, dass ich das Ding nicht aus dem Boden gezogen habe und dementsprechend auch nicht gewillt bin, die Kosten der Wiedereinpflanzung zu tragen.
Sollte es mir zu Denken geben, wenn auf dem Schreibtisch in meinem Markt in Findorff ausgerechnet eine Visitenkarte eines Kampfmittelbeseitigungsdienstes liegt?
Da ich von nichts weiß, tippe ich nicht auf einen Zusammenhang mit meiner Firma. Ansonsten wäre es allerdings wirklich mal langsam Zeit für eine leichte Panik.
Jetzt spekulieren wir mal alle wild drauflos, wieso das Gitter diese Lampe in der Decke vom Lageraufzug in Findorff eingedrückt und die Leuchtstoffröhre dahinter zerbrochen ist.
Ich habe dann mal ein paar "Von Kunde zu Kunde"-Karten mit SPAR-Aufdruck für den Markt in Findorff bestellt.
Daran hat bislang nie jemand gedacht - aber die Tatsache, dass Kunden dort die Karten vom Mitbewerber aufhängen, fand ich schon bedenklich. Autsch!