Blogleser Clemens hat eine Frage zu meinen Öffnungszeiten:
Hallo Björn,
kurze Frage zur 24h-Öffnung: Gibt es denn Leute, die bewusst nachts ihren Großeinkauf tätigen um einfach ihre Ruhe beim Einkaufen zu haben oder dem Trubel tagsüber zu entfliehen? Oder sind es ausschließlich Spontankäufer, denen gerade das Bier ausgegangen ist?
Der Großteil der Nachteinkäufe besteht tatsächlich aus Spontankäufen. Hauptsächlich gehen in der Zeit Tiefkühlpizza, Bier, Chips, Zigaretten, Tiefkühlpizza, Spirituosen, Zigaretten, Bier und Tiefkühlpizza.
Allerdings gibt es vom Gefühl hier immer mehr Leute, die ihren normalen Einkauf in den Nachtstunden hier erledigen. Ist zwar mit etwa 10% Anteil noch eher die Ausnahme, aber doch ist ein gefühltes leichtes Wachstum zu verspüren.
"Oh, cool, ein Bier aus Norwegen.", strahlte ich Matthias, Blogleser, Nachbar und Kunde, an. War leider nur eine leere Dose norwegisches "Ringnes" für's Blog.
Ich glaube, ich muss mal irgendwann eine Europa-Bier-Tour machen und mich durch die Gerstensäfte sämtlicher Nachbarstaaten trinken. Ist bestimmt mal eine ganz interessante Erfahrung.
Vom Blogleser Pitch, der mich schon einmal mit einem SPAR-Markt-Foto versorgt hatte, habe ich diesmal zwei Bilder eines Ladens in Dublin bekommen. (Den es hier übrigens schon einmal zu sehen gab...)
Mitgeschickt hat er mir ein Bild eines Posters, das sich aus lauter Fotos von Lebensmittelgeschäften in Dublin zusammensetzt. Man könnte es auf den ersten Blick glatt für ein Extrakt aus meinem Blog halten.
Nachtrag vom 21.12.2009:
Hier noch ein Bild, das mir Blogleserin Silvia zugeschickt hat. Noch einen dritten Blogeintrag wollte ich diesem speziellen Laden nicht widmen und so ergänze ich es eben hier:
Die Zettel hängen gerade mal ein paar Stunden an der Tür, schon kann ich eine erste Zwischenbilanz liefern: Drei Bewerber habe ich bislang gehabt. Zwei Studentinnen, die die "Probezählung" mit Bravour gemeistert haben und am nächsten Samstag direkt und ohne Einweisung mit der Arbeit beginnen können. Und einen Typen, der es nichtmal fertiggebracht hat, das Zählblatt so auszufüllen, wie ich es ihm zweimal erklärt habe.
Aber immerhin schonmal eine 2/3-Trefferquote. Nicht schlecht.
Es tropft mittlerweile im Bereich von mehreren Litern pro Stunde aus der Decke. In der durchsichtigen Folie kann man sehr deutlich die kleinen, kontinuierlichen Rinnsale beobachten, die sich aus den einzelnen Tropfen zusammensetzen.
Hin und wieder, wenn sich etwas Wasser gesammelt hat, fließt es "kontrolliert" durch ein in die Folie geschnittenes Loch in einer Kunststoffwanne.
Montag kommt der Klempner und kümmert sich um das Rohr...
Heute Nachmittag hat unser Hausverwalter hier eine große Kunststoffplane an der Decke befestigt, in der jetzt das Tropfwasser aufgefangen und an einer Stelle, die mit einem kleinen Loch versehen ist, kontrolliert ablaufen kann.
Der Bereich erstreckt sich über mehrere Quadratmeter und von der Gemüseabteilung über die Einkaufswagenbox bis hin zur Kasse rieselt das Wasser herunter, das aus einem in einer Wand über meinem Laden verlaufenden, geplatzten Frischwasserrohr stammt.
Sieht so zwar etwas seltsam aus, aber funktioniert:
Derzeit habe ich hier intensiv an den Vorbereitungen für die unausweichliche Bilanzinventur. Die findet bei mir auch dieses Jahr wieder am zweiten Samstag im Januar statt.
Mal sehen, wie hoch die Quote an "erfahrenen" Bewerbern diesmal ist. In einem Punkt bin ich ja froh: Einige Leute machen schon seit ein paar Jahren mit und fragen immer schon Ende Dezember nach dem genauen Termin für die Inventur.
Naja, mal sehen, wie es diesmal ausgeht. Ich gehe jetzt und werde die Schilder an der Tür aufhängen.
Diesen Zettel haben wir im Laden gefunden. Ich weiß, dass manche (jüngere) Kunden tatsächlich sagen, dass sie "zu Björn" und nicht "zu SPAR" gehen. Zumindest in einigen Studenten-WGs hier in der Umgebung ist das so Usus. Dass das jemand aber auch tatsächlich so auf seinem Einkaufszettel notiert, finde ich absolut beeindruckend und extrem cool.
(Nach kurzer Überlegung kam ich zu dem Entschluss, dass es auch die Notiz eines kleinen Kaffeelieferanten gewesen sein könnte, die Batterie an der hier deponierten Waage auszutauschen.)
In der Nacht auf Sonntag hatten wir bemerkt, dass Wasser von der Decke tropfte. Am Dienstag hieß es, dass sich leider erst am kommenden Montag ein Handwerker darum kümmern können wird.
Nein. So lange werde ich nicht durchhalten. Gleich werde ich mich ans Telefon klemmen und die Hausverwaltung oder den Vermieter oder wenn alle Stricke reißen, selber einen Handwerker anrufen. Als wir heute morgen hier reingekommen sind, folgte die erste unangenehme Überraschung des neuen Jahres: Der gesamte Fußboden im Kassenbereich stand unter Wasser. In der Gemüsetheke schwappte es halben Zentimeter hoch, die Ladendecke ist voller brauner Flecken und aus den Lampen (!) tropft es.
Heute Morgen haben wir, wie nach Feiertagen üblich, nicht schon um Mitternacht, sondern erst um 6 Uhr geöffnet. Die Eingangstür stand zwar offen, ein Lieferant brachte gerade Ware und der Großteil der Ladenbeleuchtung war noch dunkel. Aus technischen Gründen konnten wir heute nunmal nicht ganz pünktlich anfangen, allerdings handelte es sich bei der Verzögerung nur um einige Minuten.
Eine Frau wollte plötzlich in den Laden, wurde aber von meinem Lieferanten darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich noch einen Moment gedulden müsse.
Den Hinweis ignorierte sie jedoch gepflegt, und bewegte sich langsam, Zentimeter für Zentimeter, immer weiter in den Laden. Nachdem sie die Schranke passiert hatte, ging sie einfach rein.
"So nicht.", dachten wir uns und schalteten spontan die Ladenbeleuchtung wieder aus. Davon zeigte sich die Frau alledings wenig beeindruckt und ging weiter durch die dunklen Gänge. Plötzlich entdeckte sie eine meiner Mitarbeiterinnen und begann sofort, sie anzumachen: Wir müssten um 6 Uhr die Kunden reinlassen, wenn das da steht und wir können uns nicht weigern, ihr etwas zu verkaufen etc.
Das mit den technischen Schwierigkeiten an der Kasse hatte sie offenbar nicht verstanden und so stampfte sie vor sich hin fluchend wieder davon.
2008 war sehr turbulent, aber dennoch ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Bin gespannt, was im nächsten Jahr kommt. Ich glaube zwar nicht an Horoskope, aber eine gute Freundin hat mich vor ein paar Tagen darüber aufgeklärt, dass 2009 ein Büffel-Jahr ist. Da ich ja nicht nur Elch, sondern auch Büffel bin, kann ich das neue Jahr also ganz optimistisch angehen.
Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Eine Geschichte hat mir gerade noch eine meiner Kassiererinnen berichtet: Zwei – öhm – finstere Typen hatten diverse Feuerwerksartikel auf dem Kassenband liegen. Bei jedem Teil fingen sie an, über den Preis zu diskutieren. Da würden viel billigere Preise draufstehen, als an der Kasse berechnet worden sind.
Die Feuerwerksartikel sind bei uns zwar an der Kasse scanbar, aber dennoch einzeln mit Klebeetiketten ausgezeichnet. Die beiden Typen haben die Etiketten schlicht und einfach von billigeren Artikeln auf hochwertige Batterien und Raketensortimente umgeklebt. Von einer Packung Raketen (24,99€) hatten sie das Etikett komplett abgerissen und wollten meiner Mitarbeiterin lautstark klarmachen, dass die 12,99€ kosten würden.
Nice try. Aber dann noch 'ne dicke Welle machen und sich aufregen, wass das für ein Scheißladen wäre. Schade, dass ich das nicht selber mitbekommen habe. Ich hätte denen schon meine Meinung gesagt. Und zwar sehr deutlich.
Bei manchen Leuten fragt man sich, warum sie überhaupt ein Handy benutzen. So laut, wie er das kleine Gerät angebrüllt hat, hätte es sein Gesprächspartner vermutlich auch ohne bestehende Verbindung gehört.
Zumindest wissen jetzt alle anwesenden Kunden, dass er sich einen schwarzen Eiertopf mit 16GB Speicher kaufen möchte.