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Blaue Lasche

Ein Kunde wollte zwei Red-Bull-Dosen abgeben. Davon eine mit aufgedrucktem Pfandwert und eine, die entweder aus der Zeit vor dem Einwegpfand stammte oder nicht für den Verkauf in Deutschland bestimmt war.

Eine Kollegin sagte ihm, dass die Dose ohne Pfand wäre und sie die nicht annehmen könne und bot an, sie zu entsorgen.

Kunde: "Nein, die nehme ich wieder mit. Die werde ich schon noch woanders los."

Optimist. :-)

3001ml

Tach Pfand äh Shopblogger,

ich war gerade im Staples einkaufen und neben diesen war und ist ein
Getränkemarkt.

Als ich gerade ins Auto steigen wollte fiel mir direkt ein
Sonderpreisstand mit großen Getränkeflaschen auf auf denen groß
draufstand: "Pfandfrei" (siehe angehängtes Bild).

Nun frage ich mich warum? Ich habe tatsächlich kein Pfand bezahlen
müssen und diese Getränke sind eindeutig Limonaden mit Kohlensäure
(wobei das ja nun keinen Unterschied mehr macht) und das einzige was mir
an den Flaschen auffällt ist die Größe 3001 ml!

Haben die dort irgendein Schlupfloch gefunden? Auf der Internetseite, die auf der Flasche angegeben ist (http://www.drinks4you.net/) ist auch keine Begründung zu lesen aber es wird groß mit der Pfandfreiheit geworben (Siehe auch http://www.drinks4you.net/pdf/Sortiment2006.pdf).

Auf der Webseite des Umweltministeriums konnte ich auch nichts finden, das meine Verwirrheit aufgehoben hat aber vielleicht hat ja der Pfandmaster den Durchblick :-)

Bis denne denn

Christian


Nachtrag: Ok, doch noch auf der Seite des Umweltministeriums gefunden. Ich hätte beim Überfliegen nicht auf die 3000 bzw. die 3001 Ml achten sollen, sondern auch auf die 3 Liter :-)


Echt beeindruckend, auf was für Ideen die Getränkehersteller alles kommen. Einfach ein paar Tropfen mehr in die Flasche und schon ist's 1ml über der pfandpflichtigen Füllmenge.

Ich weiß nur nicht, was unbequemer ist: Eine leere Flasche wieder zurückzubringen oder mit einem rund 3kg wiegenden Behältnis aus wabbeligem Kunsstoff herumhantieren zu müssen. Zumindest das Aus-der-Flasche-Trinken dürfte zu einem Balanceakt werden... :-)

Dänische Beck's-Dose

Gruß vom Leergutblogger. :-)

Hier das Einwegpfandsymbol der Dänen eines skandinavischen Landes. Trotz des Aufdrucks konnte ich dem Kunden, der die Dose aus dem Ausland mitgebracht hatte, natürlich kein Pfand auszahlen. Er hatte aber volles Verständnis und entschied, dass ich das Behältnis entsorgen sollte.


Pilze sammeln

Ich habe vor langer Zeit mal einen Bericht über selbst gesammelte Pilze im Fernsehen vefolgt. Dort wurde geraten, dass man, falls man nicht ganz sicher ist, den Fund bei der Verbraucherberatung, bzw. Giftzentrale durchsehen lassen soll, damit nicht doch der eine oder andere Giftpilz mit in der Pfanne landet.

Aus diesem Service heraus entwickelte sich wohl zeitweise eine ganze andere Methode. Es wurde jedenfalls dringend davon abzuraten, alles, was nach Pilz aussieht, abzuschneiden und hinterher Spreu und Weizen fachmännisch trennen zu lassen.

So ähnlich geht es mir mitunter hier in der Leergutanname: Die Leute kommen mit großen Säcken voller leerer Gebinde. Und dann steht man da und sortiert: Einweg, Mehweg, ohne Pfand, vom Discounter (okay, das ist jetzt weggefallen), Importdosen, Gurkengläser, ganz alt mit Pfandmarke etc.

Da bekommt man immer das Gefühl, dass jemand seinen Keller ausgemistet hat und das ganze Zeug einfach mal auf gut Glück herbringt...

Mehrweg -> Einweg (PetCycle & frz. Wasser)

Ich habe vorhin mit Frau Böttcher vom dpg-Pfandsystem telefoniert und dabei die folgenden Themen mit ihr besprochen:

Beschädigte Gebinde: Bis zu welchem Beschädigungsgrad müssen Einweggebinde angenommen werden und wie ist das Clearing möglich, wenn z.B. der Strichcode fehlt.

Die Aussage vom Umweltministerium ist eindeutig: "Auch beschädigte Einweg-Getränkeverpackungen muss der Einzelhändler zurücknehmen und das Pfand auszahlen. Der Händler sollte allerdings an Hand der auf der Verpackung aufgebrachten Kennzeichnung erkennen können, dass es sich um eine bepfandete Verpackung handelt."

Erkennen kann ein Händler ein pfandpflichtiges Einweggebinde dann nicht, wenn das Etikett fehlt. Die Argumentation, dass der Automat bei Aldi die Flasche dennoch akzeptiert, mag dem Kunden logisch erscheinen. Aber: Der Automat scannt die Flaschenform. Dies kann ein Mitarbeiter in einer Leergutannahme nicht. Er muß sich auf die Angabe auf den Etiketten verlassen können.
Genauso bei Importgetränken oder in Verkehr gebrachte Gebinde, für die tatsächlich nie Pfand verlangt wurde (wie wir es hier in Bremen schon bei vielen Kiosken und freien Lebensmittelgeschäften erlebt haben). Wie sollte ein Einzelhändler erkennen, dass für die Dose oder Flasche Pfand bezahlt wurde, wenn sie keinem Pfandsystem angehört?

Kunden, die stark beschädigte/unvollständige oder unbekannte Gebinde abgeben wollen, müssen sich also damit abfinden, dass sie sie nicht überall loswerden können.

PET-Cycle-Flaschen, z.B., sind eindeutig über den Neckring identifizierbar. Für mich auch ohne Etikett und selbst dann noch, wenn die Flasche plattgedrückt ist. Ich könnte und müßte sie eigentlich annehmen. Aber ich würde diese Flasche selber nicht wieder gutgeschrieben bekommen, da sie in den automatischen Zählzentren nicht erfaßt werden könnte und würde. Dieses Problem wird Frau Böttcher in einer der nächsten dpg-internen Besprechungen zu Worte bringen.


PET-Cycle: Genau wie einige bekannte französische Mineralwässer eine Einwegverpackung im Mehrwegkasten.

Auch zukünftig werden alle Getränke PET-Cycle-Flaschen und z.B. Volvic, Vittel und Evian in den bekannten Mehrwegkästen ausgeliefert und auch in diesen Kästen über die Großhändler wieder zurückgenommen.

Alternativ ist es ab sofort möglich, diese Flaschen auch über das dpg-System zurückzuführen. Damit können sie bei jeder Verkaufsstelle abgegeben werden, die Einwegflaschen verkauft. Das gilt natürlich nicht für die Kästen, sondern ausschließlich für die einzelnen Flaschen.

Dosenpfand: Pfandschlupf Discounter 2.Teil

http://www.heise.de/newsticker/meldung/72526:
Der erste Händler, der die Getränkepackung verkauft (Erstinverkehrbringer), zahlt 25 Cent an den Abfüller. Dieses Geld dürfen die Abfüller zunächst behalten. Zurückgenommen Verpackungen können die Händler mit dem im EAN-Code angegebenen Abfüller direkt abrechnen, sofern sie mit diesem Verträge haben. Fremdverpackungen laufen über eine Clearing-Stelle, die zurückgenommenes Leergut dann mit den jeweiligen Abfüllern abrechnet. Der so genannte Pfandschlupf, also das Geld für nicht zurückgegebene Verpackungen, verbleibt demnach den Abfüllern.

Das hat den Discountern Lidl und Aldi offenbar missfallen. Sie haben für ihre Handelsmarken ein autarkes Clearing vereinbart. Damit bleiben die Abverkaufszahlen im Dunklen -- und der Pfandschlupf in der eigenen Tasche. Nach Schätzungen der Automatenhersteller wird der Pfandschlupf von rund zehn Prozent (1,2 Millarden Euro in 2005) auf maximal zwei Prozent sinken.
Durch den Pfandschlupf werden von Discountern die Getränke selbst quersubventioniert.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa hatten die Discounter 2005 einen Anteil von über 70 Prozent am Einweg-Markt.
Aus Sicht von Verbraucherschützern nutzt der Handel das ungeliebte Pfand als Vorwand, um die wegen der Mehrwertsteuererhöhung ohnehin vorgesehenen Preisrunden durchzusetzen: "Dann ist es natürlich gut, wenn man behaupten kann, das ist alles das böse Dosenpfand schuld", sagt Carel Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Er verweist auf Schätzungen, wonach die Verbraucher bis zu 1,4 Milliarden Euro nicht eingelösten Pfands dem Einzelhandel geschenkt hätten: "Die Kassen müssten also gut gefüllt sein.

Klar. Vor allem die Kassen der Discounter. Nicht meine. :-(

Dosenpfand: Interseroh rechnet ab

Die SPAR-Zentrale Nordwest Gerhard Prahm GmbH & Co. KG (unser rechtlich eigenständiger Großhändler) hat sich entschlossen, die INTERSEROH Pfand-System GmbH mit der Rückführung und Pfandauszahlungsorganisation der durch uns vertriebenen pfandpflichtigen Einweggetränke zu beauftragen und schließt sich damit dem Vertrag der "E" an.
Die leeren Kunststoffflaschen und Getränkedosen aus dem Einwegpfand werden in den Zählzentren elektronisch über den EAN-Code gezählt und erfasst und anschließend gepresst bzw. geschreddert, um Pfandmissbrauch zu verhindern. Die gewonnenen Daten geben Informationen über den Hersteller der Verpackung, so dass die Pfandverrechnung mit diesem und mit der Annahmestelle vorgenommen werden kann

Auch diese Information verdeutlicht, warum Einwegverpackungen nicht unleserlich zerdrückt sein dürfen. Das ist keine Willkür des Handels, um das Dosenpfand zu boykottieren. Die Abfüller müssen das Pfand nämlich wieder herausrücken, damit der Händler es ersetzt bekommt. Und das geht nur über das Abrechungs-Verfahren (Clearing).
Neugierig? Eine Videoanimation von Interseroh zeigt den weiteren Weg von Dosen und Flaschen sehr anschaulich.



(Bild: Ausschnitt aus dem Interseroh-Video)

Dosenpfand Einzelfragen: Altpfand-Erstattung bis wann?

"Ich habe vor Kurzem im Aldi eine Flasche Mineralwasser gekauft und musste 7 Cent Pfand bezahlen. Kann ich das später zurückbekommen? (Bin nicht sooft in Deutschland)" Danke!
Der ausgebende Händler muß drei Jahre lang die Pfanderstattung für bepfandete Gebinde vornehmen.
Weitere Infos und Links zur Altpfand-Erstattung gibt es später. Nicht unbedingt an einem Samstag vor einem Feiertag.

BTW: Sieben Cent? Kann nicht sein. Einwegpfand beträgt bundesweit 25 Cent Pfand und Aldi hat kein Mehrweg (8 Cent oder 15 Cent).

Dosenpfand: Einzelfragen Powerade

Ich habe gerade einen Schriftwechsel per ICQ geführt, der vielleicht auch andere interessiert.

"Vielen Dank für die Pfandübersicht, sehr interessant"

F: Nehmen eigentlich die Läden die jetzt alles zurücknehmen auch die Flaschen zurück die noch ohne Logo sind?
A: Die alten ohne Logo sind Importware. Alle anderen MÜSSEN ein Logo haben, meistens P-Pfand.
F: Aber z.B. Powerade. Das war ja vorher Pfandfrei. Und ich hab mir diese Woche eine Flasche völlig ohne Logo gekauft. Und hab Pfand berechnet bekommen.
A: Powerade darf ab 1.5. nur noch mit Pfand verkauft werden. Und die alten Bestände müssen bis dann verkauft sein.
F: Na toll...also bleib ich drauf sitzen... :-D
A: Nee. Da durfte gar kein Pfand berechnet werden.
F: Naja, die 25 cent tun mir jetzt nicht weh, aber seltsam isses schon.
A: Dann nimm die Flasche wieder mit und den Kassenbon und mach Dampf. :-)

Da wußte bestimmt der Verkäufer nicht Bescheid.
Ist ja auch nicht ganz so einfach, die Übergangsregelung versteht eben nicht jeder.
Wie gut, dass ich mich intensiv und stundenlang für Euch (und natürlich auch mich, meine Firma, meine Mitarbeiter und meine Kunden) durch die Materie gewühlt habe. :-)

Dosenpfand: Insellogos und Embleme

Dass die neuen Rücknahme-Regeln nur für Verpackungen gelten, die nach dem 1. Oktober 2003 in Deutschland verkauft wurden, versteht sich von selbst.
Diese umfassende Pfanderstattungspflicht gilt natürlich auch für Getränkevertreiber, die sich nicht an dem vorerwähnten Rücknahmesystem beteiligen. Klar ist ferner, dass man das Pfand nicht erstattet verlangen kann, wenn man kein Pfandkennzeichen vorweisen kann. Denn für Getränkeverpackungen, die vor Inkrafttreten der Pfandpflicht oder im pfandfreien Ausland gekauft wurden, kann natürlich kein Pfand herausverlangt werden.
Folgende alte Einwegpfandlösungen fallen weg:
- Wegfall der handelseigenen Insellösungen
- Wegfall der Herstellerlösungen (Red Bull)
- Wegfall P-System
- Wegfall Pet-Cycle-System
- Wegfall der Inseln für französische Mineralwässer. Es fällt damit auch das bewährte Mehrwegsystem für Vittel, Volvic und Evian, welches es schon vor Einführung des Einwegpfandes gab.

Auf der Seite der DPG gibt es eine Übersicht der alten Insellogos, die ich ein wenig angepasst habe. Alles, was nicht auf dieser Übersicht steht, kann ich nicht annehmen, da es laut Hotline der DPG eventuell eine Fälschung oder illegal belabelt sein kann. Und das Risiko will und muss ich nicht eingehen. Denn das Pfandkennzeichen ist laut Gesetz zwingender Bestandteil der allgemeinen Rücknahmeverpflichtung.

Dosenpfand: Werden Dosen teurer?

Werden Getränkedosen und Einweg-Flaschen durch das Pfand teurer?
Das Bundesumweltministerium und das Bundeswirtschaftsministerium rechnen damit, dass die Preise für Getränke in Einwegverpackungen selbst bei Umlage aller zusätzlichen Kosten für die Einrichtung und den Betrieb von Pfand-/Rücknahmesystemen auf die Verbraucher um weniger als 1 Cent pro Verpackung erhöhen werden.

Pustekuchen!
Mal ganz abgesehen von der Anschaffung von Leergutautomaten, die viele Kollegen jetzt einführen, weil sich die Abgabemengen noch drastisch erhöhen werden, wenn auch Eistee und Co. zukünftig nicht mehr pfandfrei im Müll landen.

Alleine die Zählkosten betragen 1,9 Cent pro Gebinde. Mit Sammelsystemen (Sammelsäcke von 120 -1000L), Sammelbehälter, Transportkosten etc. ergibt sich eine Belastung von 2,4 bis 3,5 Cent je nach Füllung der Säcke und Packungsarten.
Ergo: Nicht weniger als ein Cent, sondern doppelt und dreifach soviel.
Da ist es wohl nachvollziehbar, wenn die Dosen und PET-Flaschen bei Abgabe im Handel (nicht vorher, bitte!) gepreßt werden, um Platz zu sparen. Der Abholrhythmus wirkt sich schließlich auf die Transportkosten aus.
Nach Angaben des Geschäftsführers der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, schätzt die DPG Deutsche Pfandsystem GmbH die Kosten pro Einwegverpackung auf fünf bis zehn Cent. (Quelle: tagesspiegel.de)

Hierzu ein Interview im Deutschlandradio: "Verbraucher müssen Zeche zahlen"
"Es werden sicherlich nicht alle Getränke zehn Cent teurer, aber viele, einige können sogar noch ein bisschen teurer werden. Dazu kommen ja Preissteigerungen auf Grund der hohen Energiepreise, und dann die Mehrwertssteuer natürlich ab Anfang nächsten Jahres. Diese Preiserhöhungen werden sich auch über einen längeren Zeitraum hinziehen, aber die Konsumenten müssen sich darauf einstellen, dass Getränke teurer werden."

Pfand als Vorwand für Preiserhöhungen? Nein, das ist kein Vorwand. Wirklich nicht.

Dosenpfand: Beschädigte Dosen

Was macht man mit beschädigten Dosen und Einweg-Flaschen?
Das Umweltministerium schreibt: "Auch beschädigte Einweg-Getränkeverpackungen muss der Einzelhändler zurücknehmen und das Pfand auszahlen. Der Händler sollte allerdings noch erkennen können, dass es sich um eine bepfandete Verpackung handelt und er diese in seinem Sortiment führt."
Update: Der Händler sollte allerdings an Hand der auf der Verpackung aufgebrachten Kennzeichnung erkennen können, dass es sich um eine bepfandete Verpackung handelt.

Erkennbarkeit ist natürlich relativ. Nicht lesbare Dosen werden dem Händler nämlich nicht gutgeschrieben. Und die Diskussion mit den Kunden darf ich dann führen.

Auf der Website der DPG heißt es, dass die Gebinde unbeschädigt sein müssen. Desweiteren habe ich noch die Aussage des Tomra-Vertreters im Kopf, der mir gesagt hat, dass "plattgedrückt=entwertet" ist. Diese Aussagen werden sich sicherlich in der Form nicht halten lassen.
Klar, ich werde entsprechende Werbemittel einsetzen, um meine Kunden zu informieren. Aber auch DinA3-Plakate können übersehen werden. :-(

Dosen Comeback

lvpnet : Die Dosenhersteller freuen sich aufs Comeback.
Ein vorwiegend jüngere Zielgruppe soll über Großflächenplakate, TV-Trailer auf MTV und VIVA, Dosen-Wettbewerbe in Beach-Clubs und anderen Szene-Treffpunkten sowie über die Webseite www.can-open.de erreicht werden.

Ich rechne damit, dass sie Erfolg haben werden. Denn ich war monatelang einer der wenigen, die Dosen verkauft haben und habe mitbekommen, wie erstaunt und glücklich jüngere Kunden über mein Angebot waren.

Nach wie vor halten rund 70 Prozent der Bundesbürger Dosen für eine praktische Getränkeverpackung – besonders für unterwegs. Händler, die Getränke in Dosen verkaufen, müssen ab Mai alle in Deutschland gekauften Getränkedosen zurücknehmen und das Pfand erstatten, auch wenn der Konsument die Verpackung anderswo gekauft hat.

Und genau das ist wohl auch der Grund, warum Aldi, Lidl und Plus die Dosen nicht wieder einführen wollen und auf Glas und PET setzen.
Dosen machen nämlich trotz Automaten viel Arbeit, sind störungsanfälliger (zerdrückte Dosen) und viel siffiger als geschlossene und zugeschraubte PET-Einwegflaschen.

Die Industrie zittert jedenfalls laut wams.de dem Dosen-Neustart entgegen.
Wird Deutschland vielleicht sogar Einwegland? Wir werden sehen...

Dosenpfand: Kein Raum für Mehrweg?

Bei "E" geht man davon aus, "dass sich das Verhältnis Mehrweg/Einweg durch die neue Regelung wieder zugunsten von Einweg-Verpackungen verschieben wird."

"Ursprünglich sollte mit dem 2003 eingeführten Zwangspfand auf Einwegverpackungen das umweltfreundlichere Mehrwegsystem gestärkt werden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall." (kritischer Artikel von faz.net: Ab in die Tonne)


Es ist pervers, aber das Handling vom Einweg-Leergut ist für die Einzelhändler wesentlich einfacher. Dosen und PET-Flaschen werden in großen Behältern gesammelt. Das Mehrweg-Leergut hingegen benötigt sehr viel Platz. Ich habe hier im Markt weit über 30 (dreißig!) verschiedene Kisten-Typen stehen.
Pro Kisten-Typ gibt es einen bis mehrere Dutzend Hersteller, vor allem bei Bier, Saft, Mineralwasser und Limonade.
Man benötigt sowohl für die leeren (ohne Flaschen) als auch die vollen (mit Flaschen) Kisten Stellfläche in der Leergutannahme.
Und auch deshalb habe ich keinen Leergutautomaten. Ich weiß nicht, wohin damit :-(

Dosenpfand: Übersicht

Am besten fange ich mit der Pressemitteilung der Edeka zum Dosenpfand an und unterfüttere sie mit weiterführenden Links, u.a. aus der Seite des Bundesministeriums für Umwelt. (Kommentare und Shopbloggerbeiträge in Klammern)

"Auf welche Produkte wird Pfand erhoben, welche sind pfandfrei? Und wo kann ich welche Flasche zurückgeben? Mit diesen Fragen müssen sich seit der Einführung des Einwegpfands am 1. Januar 2003 die meisten Verbraucher auseinandersetzen. Nicht selten landen Pfandflaschen deswegen einfach im Müll - Schätzungen zufolge werden etwa zehn Prozent der Pfandflaschen nicht zurückgegeben." (Pfandschlupf)

"Die Verwirrung hat zwei Gründe. Zum einen die derzeit noch geltende Regelung, dass Einweg-Pfand zwar auf Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure, Bier und Mineralwasser erhoben wird, auf Erfrischungsgetränke ohne Kohlensäure, Wein, Sekt, Milch und Säfte aber nicht. Zum zweiten die so genannten Insellösungen für einige Discounter, die nur Pfandflaschen ihrer Eigenmarken anbieten und wieder zurücknehmen. Das führt dazu, dass Verbraucher manchmal vier bis fünf verschiedene Geschäfte ansteuern müssen, um all ihre leeren Flaschen wieder loszuwerden.

Dieses zeitraubende Prinzip ist ab 1. Mai 2006 vorbei. Dann können Pfandflaschen und Dosen in jedem Markt zurückgegeben werden, der so genannte Einweg-Gebinde im Sortiment führt, die mit Pfand belegt sind. "(Ab 1. Mai 2006 sind sie zur Rücknahme aller pfandpflichtigen Einweg-Getränkeverpackungen der Materialart verpflichtet, die sie vertreiben). "Einzige Ausnahme: Einzelhändler mit einer Verkaufsfläche von weniger als 200 Quadratmetern müssen nur pfandpflichtige Verpackungen von Marken zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment führen."

"Grund zur Freude für die Verbraucher, komplizierter wird es für die Einzelhändler. So werden in EDEKA-Märkten sowohl neue Rücknahme-Automaten als auch umgerüstete Automaten zum Einsatz kommen. In kleineren Märkten sind Mitarbeiter für die händische Rücknahme zuständig." (Mit Handarbeit wird's wohl auch hier zumindest vorerst weitergehen. Hier ist wirklich kein Platz für einen Automaten...)

"Bei EDEKA geht man davon aus, dass sich das Verhältnis Mehrweg/Einweg durch die neue Regelung wieder zugunsten von Einweg-Verpackungen verschieben wird." (leichteres Handling von Einweg-Leergut für die Einzelhändler)
"Außerdem wird ab 1. Mai Pfand auf zwei weitere Getränkearten in Einwegverpackungen erhoben: Auf Erfrischungsgetränke ohne Kohlensäure und die so genannten Alcopops. "(Problem Fruchtsaftgetränke?)