Die Post erhöht das Briefporto in den letzten Jahren irgendwie schneller, als ich meine (auch immer wieder an das aktuelle Porto angepassten) Briefmarken verbrauchen kann.
Es nimmt hier mitunter schon lächerliche Ausmaße an, einen Brief mit den passenden Marken zu bekleben:
In der Futterspendenbox für das Tierheim lagen drei Packungen Corned Beef von Aldi. Seit mehreren Tagen abgelaufen und ungekühlt. Wenn die Box in ein paar Wochen geleert wird, hätte es unter umständen eine unappetitliche Überraschung gegeben.
Bleibt die Frage, ob da jemand mutwillig irgendjemandem schaden wollte. Ich vermute ja eher, dass es einfach nur gut gemeint war. Aber "gut gemeint" ist ja bekanntlich das Gegenteil von gut.
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Preisauszeichnungsverordnung folgendermaßen abzuändern:
Preisangaben, die nur für einen bestimmten Aktionszeitraum gelten, müssen mit dem Gültigkeitszeitraum gekennzeichnet werden, oder zu beschließen, dass Preisangaben an Regalen verbindlich erklärt werden.
Das finde ich sehr bedenklich und auch zweifelhaft.
Erstens: "Preisangaben die nur für einen bestimmten Aktionszeitraum gelten, müssen mit dem Gültigkeitszeitraum gekennzeichnet werden" ist doch sowieso schonmal Käse. Wenn sie nicht mit dem Gültigkeitszeitraum gekennzeichnet wären, wüsste man ja gar nicht, dass sie nur für einen bestimmten Aktionszeitraum gelten sollen.
Zweitens: Wenn die Preisangaben an der Ware verbindlich werden sollen, müssten die Regaletiketten und Schilder fälschungssicher werden. Da drucken sich sonst irgendwelche Leute ein Schild aus "Jack Daniels 1,99€" und kaufen für ein paar Euro den kompletten Regalbestand leer und berufen sich auf die Verbindlichkeit der Preisangabe. Das kann's nicht sein.
In der Praxis wird der Händler eigentlich immer aus Kulanz den Artikel zum ausgezeichneten Preis mitgeben. In den wenigsten Fällen sind die Preisänderungen so dramatisch, dass man deswegen einen schweren finanziellen Verlust hinzunehmen hätte und danach kann man das Schild ja unverzüglich korrigieren. Sowieso: Wenn das Falschauszeichnen bei einem Händler Methode haben sollte, würde ich als Kunde den Laden einfach zukünftig meiden.
Traurige Sammlung am "Diensteinkaufswagen" einer Kollegin, die während der Ladenbestellung immer wieder abgegerissene Warensicherungsetiketten findet und diese aus trauriger Tradition immer an ihren Wagen pappt. Man kann davon ausgehen, dass pro Etikett wenigstens ein teurer Artikel geklaut wurde.
Da predige ich den Aushilfen für die Inventur eindringlich, mit den Zählblättern sorgsam umzugehen. Die Listen sind nummeriert, beschriftet und zu einzelnen Bereichen zusammengefasst und beim Inventurtraining ermahne ich, da nichts drauf herumzumalen oder die Blöcke auseinanderzureißen. Um das alles auch noch zu bekräftigen, habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal dazu gesagt, dass das 10 Jahre aufbewahrungspflichtige Dokumente für's Finanzamt sind.
Und dann kommt einer meiner festen Mitarbeiter daher, kopiert sich aus einem der Blöcke Seiten raus, beschriftet und nummeriert sie neu und überlässt mir das Zettelchaos unkommentiert auf dem Schreibtisch
Vor einer Weile hatte mir Luis dieses Bild geschickt und sich Gedanken gemacht, wie sehr wohl die Leergutannahme behindert wird, wenn die Kunden auch noch anfangen, bei allen Flaschen die Deckel abzuschrauben.
Ich hatte spontan einen anderen Gedanken. Die Gebinde gehören nach der Rückgabe der DPG und werden verwertet. Wenn da nun die Deckel "geklaut" werden… Aber halt!!! Wo steht denn, dass man die Flaschen mit Deckel zurückzugeben hat? Eben. Muss man gar nicht, also sollte alles gut sein.
Wir haben hier selber schon seit Jahren keine Produkte von Vileda mehr im Laden. Zumindest nicht für den Verkauf. Allerdings benutzen wir dennoch den großen Vileda-Eimer mitsamt Kunststoff-Auswringer für Reinigungstätigkeiten.
So einem massiven Eimer passiert meistens nicht viel, das filigrane Kunststoffteil obendrauf wird allerdings ständig zusammengestaucht und belastet und hat daher nur einen Bruchteil der Lebensdauer des Eimers.
Kann Vileda mal erklären, warum man den nicht einzeln nachkaufen kann?
Ich habe eine E-Mail von einer Frau bekommen, die einen Musikworkshop für Flüchtlinge organisiert und zur Durchführung des Projekts noch "ein wenig finanzielle Unterstützung" benötigt. So weit, so gut.
An Spenden benötigt werden laut mitgesendeter Kostenkalkulation knapp 6.500 Euro. Davon werden allerdings nur rund 1.000 Euro für den eigentlichen Workshop (Fahrkarten für die Teilnehmer, Miete von Technik und Instrumenten, Werbung etc) benötigt. Der Rest dient einzig dazu, die Workshopleiterin selber, ihre beiden Kollegen, zwei Musiker und einen Fotografen/Kameramann zu bezahlen. Mal ehrlich – wenn ich schon unbedingt mit meinem Einsatz für andere Menschen hausieren gehen würde, hätte ich die von mir selber aufgewendete Zeit als Freizeit abgetan (ebenso meine Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung) und zumindest dafür kein Geld haben müssen und hätte diese Einstellung auch von allen anderen Mitstreitern erwartet.
So wirkt es auf mich einzig wie der Versuch, sich ohne nennenswerten persönlichen oder finanziellen Aufwand schön als Wohltäter ins Rampenlicht zu stellen.
Draußen sind es dreizehn Grad und hin und wieder kommt die Sonne raus. Eigentlich könnte man ja mal über einen kleinen Grillaufbau hier im Laden nachdenken. Ist doch gar nicht so schlecht, die Überlegung – ich meine, wer hat denn schonmal seinen Weihnachtsbraten auf der Terrasse zubereitet? So eine Entenkeule vom Grill oder sogar eine Gans aus dem Smoker ist bestimmt mal eine interessante Erfahrung.
Habe gerade nochmal die Blogeinträge der letzten Wochen (bzw. im Archiv nur deren Überschriften) durchgeforstet und bin dabei nochmal wieder über den Beitrag mit der alten Cola-Flasche von Anfang September gestolpert. Da erinnerte ich mich an eine Begebenheit, die hier im Markt in den ersten Jahren (und noch zu Zeiten der D-Mark) passiert war. Aber das hatte ich hier relativ weit am Anfang dieses Blogs im Beitrag "Erinnerungen" vom 21. September 2006 schonmal festgehalten. Wer zu faul ist, da jetzt draufzuklicken, kann den Text hier noch einmal nachlesen:
Ein Stadtstreicher gab eine leere Colaflasche an der Leergutannahme ab. Ich hatte die Flasche damals persönlich entgegengenommen und erinnere mich noch gut daran: 70 Pfennig Pfandgeld gab es zu der Zeit noch für die PET-Flaschen - viel Geld für einen Obdachlosen. Der Mann ging zur Kasse, ließ sich das Geld auszahlen und verließ den Laden.
Kurze Zeit später ging ich auch nach vorne und sah, dass sich unter dem Süßwarenregal eine braune Pfütze gebildet hatte. Auf der Suche nach dem Grund dafür stellte ich fest, dass mehrere Etagen Gitterkörbe voller Tüten (Haribo etc.) naß und klebrig waren.
Im nächsten Moment fiel mir ein, dass ich den Mann ein paar Sekunden, bevor er die leere Flasche abgab, beim Cola-Regal gesehen hatte. Er ging daraufhin mit einer vollen Flasche Coca-Cola nach vorne in Richtung Kasse und ich beachtete ihn nicht weiter.
Der Typ hatte damals definitiv den Inhalt der Flasche einfach zwischen der restlichen Ware ausgekippt, um das Pfandgeld kassieren zu können.
Ich hätte schreien können. Weniger wegen der erschlichenen 70 Pfennig als viel mehr über die wahnsinnige Arbeit, sämtliche Tüten und das Regal wieder sauberzubekommen.
Sowas haben wir hier vor ein paar Jahren mit einer (seit dem Ex-Kundin) auch schonmal erlebt, aber den dazugehörigen Beitrag finde ich leider nicht mehr. Die hatte für 15 Cent (!) eine Flasche Limo in der Getränkeabteilung über dem Vollgut ausgeschüttet…
Die akustomagnetischen Sicherungsetiketten, die in vielen Geschäften und auch bei mir hier verwendet werden, dürfen nicht verbogen werden. Eine ganz geringe Toleranz haben sie, aber sobald die Metallstreifen im Inneren des Etiketts nicht mehr frei schwingen können, ist es vorbei. Ich habe schon immer meine Mühe, das stets allen neuen Mitarbeitern dauerhaft einzutrichtern.
In der Drogeriekette mit dem Zentauren leidet man offenbar unter den selben Problemen. Sieht natürlich immer toll aus, die stark haftenden Etiketten den Kurven von gebogenen Verpackungen anzupassen. Hilft aber ungefähr nichts, außer dass vielleicht der eine oder andere Gelegenheitsdieb abgeschreckt wird…
Das Schnoorviertel ist ein Viertel mit mittelalterlicher Bebauung und eine der Top-Sehenswürdigkeiten für Bremen-Touristen.
Dann gibt es ein Bier mit dem schönen Namen "Schnoor Bräu", das mit dem Slogan "Das Dunkelbier für Bremen" wirbt. Natürlich fragen auch bei mir hier immer wieder Kunden danach, aber ich habe das Bier nicht im Sortiment. Warum das so ist, wollt ihr wissen? Nun… Gebraut wird diese Hopfenkaltschale nämlich in der Herbsthäuser Brauerei in Bad Mergentheim-Herbsthausen, einem 22000-Seelen-Örtchen im nordöstlichen Baden-Württemberg. Die Brauerei ist zudem austauschbar, vor ein paar Jahren stand noch die Engel-Brauerei in Crailsheim auf dem Etikett.
Auch wenn die Ursprünge vielleicht typisch bremisch sind und das Bier möglicherweise auch ganz lecker ist (hab's nie probiert) – aber dagegen ist ja selbst ein in Issum gebrautes Beck's noch heimatverbundener.
"Kein Verkauf unter 18 Jahre", steht auf dem Preisschild für dieses Kinderbesteck (inkl. wenig scharfem Messer, das noch links neben der Gabel lag). Ist vielleicht auch besser. Manch Serienmörder hat vielleicht erst durch einen Löffel seine Leidenschaft entdeckt.