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Offene Wurstdose

Keine Ahnung, was in den Köpfen mancher Zeitgenossen Idioten vor sich geht… Vielleicht "Oh, 10% mehr, da fällt es dann ja gar nicht auf, wenn ich ein Würstchen esse und diese Dose wieder zurück ins Regal stelle…" – anders kann ich mir sowas schon nicht mehr erklären:


Leerer Rahmen aus dem Lager

Ein Typ hat sich in einem unbeobachteten Moment einen leeren Rahmen ohne Flaschen aus dem Lager gegriffen und wolle diesen neben seinen mitgebrachten Bierflaschen im Leergutautomaten versilbern. Unser Automat hat natürlich wie immer die Annahme verweigert. Ich hatte die Aktion an der Videoanlage mitverfolgt und ging wie zufällig am Automaten vorbei und fragte scheinbar unwissend: "Wollte er die nicht?"

"Nein, leider nicht.", antwortete der Kerl.

"Dann nehme ich Ihnen die so ab."

"Das ist nett. Danke."

Nahm die Kiste und stellte sie einfach wieder ins Lager und ging zurück ins Büro. Ich wollte einfach mal ausprobieren, wie der Typ reagieren würde. Ich rechnete damit, dass er sich trollen würde. Stattdessen klopfte er nach etwa einer Minute gegen die Tür und fragte, ob da gar kein Pfand drauf wäre, weil ich ihm keinen Bon ausgestellt hätte.

Ich antwortete: "Wenn Sie die Kiste mitgebracht hätten, dann hätte ich Ihnen dafür auch Geld ausgezahlt. So können Sie froh sein, wenn Sie ohne Anzeige davonkommen. Lassen Sie sich vorne ihr Geld auszahlen und dann verschwinden Sie aus meinem Laden. Für immer!

Ein Karton Kaugummi

Ein Mann nahm sich an der Kasse einen kompletten Karton mit "5-Gum"-Kaugummis, wickelte ihn in seine Jacke ein und spazierte einfach an der Kasse aus dem Laden. Dabei löste er allerdings den Alarm der Warensicherung aus, so dass einer meiner Mitarbeiter, der gerade zufällig in der Nähe des Eingangs stand, aufmerksam wurde und sofort hinterherrannte. Der Dieb hatte schon beim Ertönen des Alarms sofort die Beine in die Hände genommen und hatte dadurch leider einen Vorsprung, den mein Angestellter auch nicht wieder aufholen konnte. Kleiner Trost: Der Täter verlor unterwegs die Beute, vielleicht hatte er den Ballast auch absichtlich abgeworfen. So hielt sich der Schaden schonmal in Grenzen.

Leider haben wir von dem flüchtigen Mann kein brauchbares Videobild. Als er den Laden verließ, guckte er nämlich die ganze Zeit zu besagtem Kollegen, der sich nun ausgerechnet auch in Blickrichtung der Kameras befand.

Rotzen

Ein Ladendieb (nur Kleinkram, zwei Bier und eine Tüte Haribo), der aber keinen Ausweis dabei hatte, saß im Lager auf einer leeren Getränkekiste und sabberte, während wir auf die Polizei warteten, ständig auf den Boden.

Auch nach mehrmaliger Aufforderung und der irgendwann recht entnervten Androhung körperlicher Gewalt, hörte er nicht damit auf, Sabberfäden zwischen seinen Zähnen herauslaufen zu lassen. Zum Glück kam die Polizei relativ schnell und die haben ihm dann, nachdem er wieder gespuckt hat, auch eine konkrete Ansage gemacht.

Was soll man in so einer Situation eigentlich noch groß machen? Rauswerfen wollten wir ihn natürlich nicht, vielleicht hatte er darauf gehofft…

Um den Rest hat sich schließlich die Wischmaschine gekümmert.

Bio-Geflügel-Hackbällchen

Die Bio-Hackbällchen für knapp sieben Euro haben demjenigen, der sie sich hier im Laden einverleibt und die Packung hinterher zwischen den Müslipackungen entsorgt hat, hoffentlich geschmeckt. Mein nachträglicher Wunsch, dass sie ihm buchstäblich im Hals steckenbleiben, hat sich wohl leider nicht erfüllt. :-(


Umsortierte Eier

Eine ältere Frau stand vor dem Eierregal und legte einige Eier aus einer der Packungen beiseite. Ich dachte mir nichts Böses dabei und behielt sie auch nicht im Auge. "Vielleicht will sie nur gucken, ob die alle heile sind und macht das etwas arg umständlich oder sie sucht sich aus zwei Packungen die schönsten Eier zusammen", dachte ich noch.

Als ich nach knapp zehn Minuten dort wieder vorbeiging, sah zunächst alles ganz normal aus. Dann entdeckte ich eine Packung der Bioland-Eier, die sie u.a. in der Hand hielt und stellte fest, dass die zehn XL-Bio-Eier "geschrumpft waren": Es lagen zehn M-Eier aus Bodenhaltung in der Schachtel.
Danaben stand eine Packung der Eier aus Bodenhaltung, bei der sich der Deckel allerdings auf einer Seite nach oben wölbte. Beim Öffnen der Verpackung sah ich, dass sich darin noch zwei kleine und vier der dicken Eier befanden.

Die restlichen sechs Bioland-Eier dürften sich in der Packung befunden haben, welche die Frau in der zwischenzeit bezahlt hatte. Leider war sie schon spurlos verschwunden.

Was für einen Aufwand die Leute betreiben, um ein paar Cent zu sparen… :-(

Angezeigte Weindiebin

Die Weindiebin von gestern war wieder da. War schon mit vier Paketen Tetrapak-Rotwein (Was ist an dem Zeugs eigentlich so toll, dass man es unbedingt klauen muss?!) auf dem Weg zur Kasse, als wir sie abgefangen haben.

Zuerst leugnete sie den gestrigen Diebstahl, hatte aber gegen die Macht der Videoaufzeichnung keine Chance und so gab sie es dann auch zu.

Ausweis, Anzeige, Hausverbot, Tralala…

Bombe

Eine angetrunkene Ladendiebin fluchte noch, als wir sie rauswarfen, dass sie "eine Bombe" in meinen Laden schmeißen würde.

Ich glaube, die kann schon froh sein, wenn ihr überhaupt mal jemand zu Silvester ein paar Knallerbsen aushändigt. :-)

Verschwundene Weindiebin

Meine Kassiererin kam zu mir ins Büro und erzählte, dass sie das Gefühl hätte, dass wir beklaut worden sein. Eine ihr unbekannte Frau mittleren Alters sei schon die ganze Zeit in der Weinabteilung herumgeschlichen und plötzlich hatte sie, als meine Mitarbeiterin gerade zum Ware verräumen von der Kasse aufgestanden war, relativ spontan den Laden verlassen.

Draußen war sie schon nicht mehr zu sehen, und so guckten wir uns auf dem Video an, was passiert war. Wir sahen das, was uns schon bekannt war, bzw. was wir befürchtet hatten: Eine uns unbekannte Frau verweilte eine Zeitlang beim Wein und den Spirituosen, nahm sich plötzlich zwei Packungen (ja, genau, Kartonverpackungen) Rotwein und ging einfach raus. Hat nichtmal gezögert oder sich an der Kasse nach einem Mitarbeiter umgesehen. Das ist schon stumpf. :-O

TK-Hühnersuppentopf

Eine ältere Frau betrat den Laden und ging zielstrebig zu den Tiefkühlschränken. Dort nahm sie sich eine Packung gefrorene Hühnersuppe heraus, die sie auf ihrem Weg durch den Markt aus der Kartonverpackung schälte. Die Pappe legte sie auf einen Aufsteller und den Inhalt stopfte sie in ihre Umhängetasche. Wortlos ging sie hinter den an der Kasse wartenden Kunden vorbei und verließ mein Geschäft wieder.

Aufgefallen ist es leider erst hinterher, da ich die leere Packung dort liegen sah und auf der Videoaufzeichnung nachschaute, woher sie kam… :-(


AHA!

Mir kam gerade eine Idee: Man könnte die Behandlung von Ladendieben zukünftig mal mit einem griffigen Akronym beschreiben.

"AHA" zum Beispiel: Auspacken, Hausverbot, Anzeige.

Oder "ARSCH": Ausweis, Rauswurf, Schönes Leben noch.

Los, vortreten, wer hat noch einen? :-)

Verknickt und zerdrückt

Auf einem Aufsteller mit "DeBeukelaer NatSnacks" stand noch ein letzter Karton, den ich mit sehr lädiertem Inhalt vorgefunden habe. Mit hundertprozentiger Sicherheit konnte ich sagen, dass er zu meinem Feierabend am frühen Abend noch vollkommen intakt war.

Die intensive Suche in der Videoanlage offenbarte dann eine Gruppe Jugendlicher Heranwachsender Vollpfosten, von denen es einer extrem lustig fand, im Vorbeigehen einmal die Faust quer über die Packungen zu ziehen.

Man wundert sich nicht mehr und regt sich auch nicht auf. Man gewöhnt sich bei manchen Leuten einfach an ein gewisses Verhalten.


Papier beim Tier (futterregal)

Eine Gruppe Jugendliche stromerte durch den Laden. Da sie recht laut waren und dabei nicht wirklich vertrauenserweckend aussahen, beobachtete ich sie vom Büro aus über die Videoanlage.

Mein Gefühl über deren Gesellschaftstauglichkeit täusche mich tatsächlich nicht. Sie haben zwar letztendlich nichts geklaut und auch keinen nennenswerten Sachschaden angerichtet, aber auf dem Weg zur Kasse zog einer von ihnen vor dem Tierfutterregal seine Hand aus der Tasche und warf eine benutzte und zerknüllte Papierserviette im hohen Bogen in das Regal.

Sofort sprang ich mit der festen Absicht auf, den Jungs an der Kasse den Müll wieder zuzustecken. Aber so weit kam ich gar nicht mehr. Ich war nämlich davon ausgegangen, dass ich das Papier mal eben im Vorbeigehen aus dem Regal mit der Tiernahrung greifen kann – aber leider war das erst nach einer knappen Viertelstunde intensiver Suche der Fall. Habe mir sogar mehrmals die Videoaufzeichnung angesehen, um die genaue Stelle herauszufinden oder ob ich das überhaupt richtig gesehen hatte. Ja, hatte ich. Die zerknüllte Serviette war ganz geschickt zwischen die Dosen und Pappe gerutscht und hat sich so ganz erfolgreich eine Weile meinen Blicken entzogen.

Da haben die Jungs echt Glück gehabt.

Kokos-Öl

Warum klaut jemand zwei Gläser Kokos-Öl?

Wir haben ja schon echt viele merkwürdige Dinge gesehen. Aber da kommt ein junger Mann in den Laden, geht beinahe zielstrebig zum Regal mit Öl und Essig und packt sich die beiden Gläser in seine Tasche und geht wieder raus, als wäre nichts gewesen. Abgesehen davon, dass ich dem Kerl ganz persönlich ein paar neue Zierstreifen im Gesicht verpassen könnte, bleibt die Frage: Warum?! :-O

Urban Stealing

Vor ein paar Wochen hat mich ein Mann, ich kenne ihn als langjährigen Stammkunden, angesprochen und um etwas Unterstützung für ein "Urban Gardening"-Projekt gebeten. Da dort auch eine alternative Küche stattfindet, würden sie sich sehr über Lebensmittel aller Art freuen. Wir einigten uns auf das täglich aussortierte Gemüse, das wir in der Vergangenheit auch schon einem Suppenküchenprojekt zukommen ließen.

Da Ladendiebe immer wieder die selben Verhaltensmuster an den Tag legen, spielt der Status "Stammkunde" keine Rolle mehr. Diese kleinen, speziellen, inneren Alarmglöckchen schlagen einfach immer an und es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um einen "kaputten Junkie" oder einen "wohlsituierten Stammkunden" handelt. Ich kan es nicht genau beschreiben, aber 20 Jahre Berufserfahrung ermöglichen sowas. Lesen hier Polizisten mit? Ihr kennt dieses Gefühl, diese Erfahrung.

Eine Dose Bier unbezahlt in der Jackentasche aus diesem Gebäude zu entfernen, löst bei mir bekanntermaßen folgende Ereignisse aus: Hausverbot und Anzeige – und in diesem Fall noch Ende der Gemüsespenden.