Samstags morgens geht es hier gewohnheitsgemäß ziemlich hektisch zu. Das kann man bei uns hier auflockern, indem man am Freitag Abend ein paar bestimmte Dinge vorbereitet. Dazu gehört zum Beispiel der gesamte Kram mit den Aufbackbrötchen.
Wie gesagt: Kann man auflockern. Kann man auch sein lassen. Dann wird's am Samstag eben unnötig stressig. So wie heute.
…und wieder einen Bewerber im Kassentraining. Momentan haben wir aber auch einen Bedarf an Aushilfen, beinahe schon lästig. Das Dumme ist, dass man sich aufgrund des Aufwands auch bei erhöhtem Bedarf nur um einen Bewerber nach dem anderen kümmern kann und nicht um mehrere gleichzeitig. Wenn jemand nicht zum Vorstellungsgespräch erscheint oder während der "Ausbildung" an der Kasse merkt, dass der Job doch nichts für ihn/sie ist, muss der nächste angeschrieben werden. Wieder einen Termin ausmachen und den ganzen Sermon von vorne anfangen. Da kann es sich unter Umständen wochenlang hinziehen, auch nur einen brauchbaren neuen Mitarbeiter zu bekommen.
Vor
knapp einem halben Jahr hatten wir zwei neue Taschenrechner gekauft, damit meine Mitarbeiter vernünftig ihre Abrechnungen machen können. Die beiden Geräte haben einen festen Platz in einer Schublade mit den Vordrucken für die Kassenabrechnungen bekommen.
Bilanz heute: Ein Taschenrechner ist weg, von dem anderen ist der Deckel abgebrochen. Herzlichen Glückwunsch.
Nach längerer Zeit verbringe ich mal wieder einen Sonntag hier in der Firma. Meistens erledige ich an den "kundenfreien Tagen" angenehme Dinge. Aufräumen, Neuplatzierungen, Sortimentspflege und teilweise auch private Angelegenheiten.
Heute musste ich ein weniger schönes Thema angreifen. Dieses Schreiben habe ich eben in den Briefkasten geworfen:
Fristlose Kündigung des bestehenden Arbeitsverhältnisses
Sehr geehrte Frau xxx,
ich kündige das mit Ihnen seit xxx bestehende Arbeitsverhältnis außerordentlich und mit sofortiger Wirkung. Vorsorglich spreche ich die ordentliche Kündigung zum nächstmöglichen Termin aus, falls die außerordentliche Kündigung wider Erwarten unwirksam sein sollte.
Die Kündigung erfolgt, da Sie nachweislich in mindestens einem Fall Bargeld aus der Kasse genommen haben. Damit erfüllen Sie den Tatbestand des Diebstahls!
Ein solches Fehlverhalten kann ich weder dulden noch entschuldigen und sehe aufgrund Ihrer Handlung und aufgrund des zerstörten Vertrauens keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit.
Das noch offene Monatsgehalt wird von mir als Vertragsstrafe und zum Ausgleich des entstandenen Schadens einbehalten. (§3.4 des Arbeitsvertrages vom xxx)
Mit freundlichem Gruß,
Das sind die negativen Seiten der Selbstständigkeit. Dass man hier tagtäglich von irgendwelchen Ladendieben beklaut wird, daran hat man sich ja schon beinahe gewöhnt. Aber wenn es die eigenen Leute sind, die "mein" und "dein" nicht unterscheiden können, bin ich um ein Vielfaches enttäuschter.
Ich saß bei mir im großen Büro am Schreibtisch, als eine SMS eintrudelte: "
Kannst du eben die Kasse abrechnen? Ich warte im Lager."
Jaja, in Zeiten von SMS-Flatrates spart man sich eben schonmal 20 Meter Fußmarsch und macht stattdessen lieber etwas Daumenakrobatik auf der Tastatur.
(Okay, der Gedanke dahinter war ein anderer und durchaus löblich: Meine Mitarbeiterin wollte einfach nur nicht mit dem Geld in der Hand einmal quer durch den Laden laufen.)
Ein Mitarbeiter hat mich gerade darauf hingewiesen, dass in seinem Zeitkonto an einem bestimmten Tag Minusstunden bei ihm eingetragen sind, obwohl der Tag ein Feiertag war.
Bei genauerer Betrachtung fiel mir dann auf, dass in meiner Software für das gesamte Jahr noch keine Feiertage hinterlegt sind. Ich könnte schwören, dass die bis 2010 schon vorgegeben waren.
Naja, die Arbeit des Eintragens der Feiertage ist eine Sache von unter fünf Minuten und auch nicht kompliziert. Aber gut, dass das wenigstens überhaupt einem mal aufgefallen ist.
"
Ordentlich in einer Reihe hintereinander und mit den Etiketten nach vorne", sollen die Waren bei mir gepackt werden. Eine kleine wie nachvollziehbare Anweisung, die manche Leute aus meinem Packteam aber offenbar überfordert.
Eine Kollegin brauchte spontan ein paar Lesezeichen für ihre Bestellvorlage. Also hat sie kurzerhand den nächstbesten Artikel dafür aus dem Regal gegriffen: BiFi-Minisalamis.
Für die abendliche Bettlektüre eignen sich die Würstchen übrigens nur bedingt. Gebundene, aber auch Taschenbücher sind nur für dünne Lesezeichen geeignet und sollte man während der Lektüre plötzlich Appetit bekommen, werden sicherlich bald schon ein paar Fettflecken die Buchseiten zieren.
Eiiiiiiiiigentlich wollte der Kollege ja schnell nach Hause. Aber dann wollte er doch unbedingt noch wissen, ob das Zählbrett mit dem Kleingeld aus seiner Kasse den Aufprall auf dem Fußboden bei uns im Aufenthaltsraum gut übersteht.
Hat übrigens nicht geklappt.
Die Außendienstmitarbeiterin eines Lieferanten wartete im Lager vor der Bürotür auf einen Kollegen, der gerade noch telefonierte.
Einer meiner Mitarbeiter betrat währenddessen das Lager und stellte der Frau, als er sie entdeckte, eine direkte wie uncharmante Frage: "
Sind Sie Kundin oder Ladendiebin?"
Ihre Reaktion… Naja, gut… Also… War ja vielleicht berechtigt. Aber ich finde, sie hätte es mit Humor nehmen sollen.
Bislang hat keiner meiner Mitarbeiter freiwillig gestanden, die Telefonnummer von der Filiale in Findorff unter einem recht eigenartigen Namen in einem unserer schnurlosen Telefone gespeichert zu haben.
Witzbolde.
Wenn die Papierhandtücher auf der Herrentoilette alle sind, läuft man eben mit tropfnassen Händen eine Tür weiter und trocknet sich in der Damentoilette die Hände ab.
Mitarbeiter…
(Werbe)anruf einer Krankenversicherung. Man möchte mir in einem persönlichen Gespräch zeigen, wie meine Mitarbeiter ihre
Vermögenswirksame Leistungen verdoppeln können, ohne dass generell zusätzliche Kosten entstehen würden.
Klingt pauschal natürlich interessant, allerdings wird die Versicherung sicherlich nicht herumtelefonieren und Leuten davon berichten, ohne einen Nutzen davon zu haben. Das Gespräch habe ich erstmal abgelehnt und stattdessen weiterführende Informationen via E-Mail angefordert – bin gespannt, ob es berichtenswert ist, falls die Infos überhaupt bei mir ankommen.
Nein, liebe Mitarbeiter, diese Packungen mit Kosmetiktüchern sind
keine "ordentlich, aufrecht, mit dem Bild nach vorne und linksbündig am Regaletikett orientiert" gepackte Ware.
Vielleicht sollte ich aufhören, darüber zu schreiben. Vielleicht wird es
mit jedem weiteren Blogeintrag über die "LIDL GmbH" schlimmer und immer häufiger werden Ausbildungsplatzsuchende mich im Web finden und sich immer häufiger bei mir bewerben. Andererseits habe ich so endloses Futter für's Blog. Ich bitte im Vorfeld um Entschuldigung, falls die Thematik sich dann kanalisiert und es sich hier nur noch um fehlgeleitete Bewerbungen dreht.
Vor ein paar Tagen hat sich eine junge Frau bei mir beworben. Erstaunlicherweise kamen hier zeitgleich
zwei große Umschläge an. In
beiden Umschlägen lag jeweils eine komplette Bewerbungsmappe, die auch beide an die selbe Person gerichtet waren. Ich vermute, dass damit eine Art Bezirksleiter (Bereichsleiter, Gebietsleiter, wie auch immer die bei LIDL heißen) gemeint war. Den Adressen auf den Anschreiben nach zu urteilen, sollten sie wohl ursprünglich an zwei verschiedene LIDL-Filialen gehen, die offenbar von der selben Person betreut werden. Möglicherweise wollte die Bewerberin damit sicherstellen, dass ihre Bewerbung auf jeden Fall bei dem Verantwortlichen ankommt.
Die beiden Bewerbungen habe ich kommentarlos zurückgeschickt. Allerdings konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ihr eine E-Mail zu schreiben, in der ich sie auf ein paar Missstände in ihren Unterlagen hingewiesen habe. Trotz, oder möglicherweise auch gerade wegen des Gefühls, dass das anmaßend wirken könnte, schrieb ich dazu, dass es mir ja eigentlich vollkommen egal sein könnte und ich es nur gut meinen würde. Unter anderem auch, dass ich es an Stelle des LIDL-Mitarbeiters seltsam gefunden hätte, über die Postadresse von zwei "meiner" Filialen angeschrieben zu werden.
Leider kam keine Antwort, aber vielleicht sind meine Tipps ja nicht vollkommen an ihr abgeprallt und sie hat sie sich für die zukünftigen Bewerbungen zu Herzen genommen.