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Und die BILD

Auf einem Einkaufszettel, den ich im Markt auf dem Fußboden gefunden habe, stand neben drei weiteren Artikeln auch "Bild".

Man stelle sich vor, die wäre vergessen worden. :-)

Damenhandtäschchen

Was soll man davon halten, wenn ein Heranwachsender alleine im Laden unterwegs ist und unter dem Arm eine zierliche Handtasche aus glattem Leder hält, die besser zu jeder Frau gepaßt hätte, als zu ihm.

Also ich hätte mich damit nicht vor die Tür getraut. :-)

So lange nicht mehr

Irgendwie vollkommen demotivierend und ernüchternd, wenn man sich mit (alten) Kunden über z.B. sehr lange Haltbarkeitsdaten unterhält (Aktuelles Beispiel: Batterien, die bis 2011 halten) und die Reaktion der Kunden etwa so aussieht: "Ach, so lange lebe ich sowieso nicht mehr..."

Mir verschlägt's dann jedes Mal die Sprache. Meistens antworte ich dann etwas in der Art von "Na, das wollen ja alle nicht hoffen." - aber auch das klingt in meinen Ohren immer wieder plump und unbeholfen...

Lesestunde vor dem Duschgel

Wer Zeitungen und Zeitschriften verkauft, muß auch mit lesenden und stöbernden Kunden rechnen. Ich habe damit normalerweise kein Problem, solange auch dies nicht übertrieben wird. Über eine Stunde lang ein komplettes Heft zu lesen oder eine Anzeigenzeitung auseinanderzublättern um dann die Telefonnummern abzuschreiben, finde ich schon arg übertrieben.
Warum diese Kundin mit meiner der BILD-Zeitung ausgerechnet in den Gang mit Waschmittel und Körperpflegeprodukten gegangen ist, um dann auf einem Elefantenfuß sitzend in Ruhe zu lesen, ist mir allerdings ein völliges Rätsel...


Kompott

Manchmal wird einem das sachliche Denken auch zum Verhängnis. Eine ältere Kundin hat eben nach Kürbiskompott gefragt. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob wir ihn überhaupt mal im Sortiment hatten - aber auf jeden Fall haben wir ihn zur Zeit nicht im Angebot.
Eine andere Kundin, die unser Gespräch mitverfolgte, hakte ein und rief herüber, dass Kürbis im Glas doch im Regal stehen würde.
Ich entgegnete, dass es sich dabei aber um Kürbisstücke handeln würde und nicht um Kompott...

...aber die ältere Kundin freute sich, weil sie genau diese gesucht hatte.

Soooooooo'n Hals - Teil 2

Unmittelbar nach der Ladendiebin:

Eine junge Frau kam auf mich zu und stelle sich als Grundschullehrerin vor, die in ihrem Unterricht momentan über ökologische und bewußte Ernährung spricht und diesbezüglich mit den Kindern eine Verkostung im Rahmen eines kleinen Frühstücks durchführen möchte. Da sie als Referendarin nicht so viel Geld hätte, erkundigte sie sich bei mir danach, ob wir zumindest einen Teil davon sponsern würden.

Ich sagte zwar generell meine Hilfe zu, hätte aber doch gerne vorab ein paar Informationen über die benötigte Gesamtmenge gehabt, um die Größe meines Teils genauer festlegen zu können. Wir einigten uns dann darauf, dass sie erstmal überlegt, was sie genau haben möchte. Nach einiger Zeit kam sie mit einem zum Teil gefüllten Einkaufswagen wieder zu mir. Ohne eine konkrete Summe festzulegen, bot ich an, ihr die Hälfte der Ware zu schenken. Ein Angebot, dass ich nach wie vor für relativ großzügig halte. Bio-Produkte sind relativ teuer und zum einen zahle ich das von meinem privaten Geld, zum anderen dürfte die Werbewirksamkeit eher nicht vorhanden sein. Egal, man ist ja nett. Also Augen zu und die Hälfte von sowohl der im Wagen liegenden, als auch der an einem Folgetag benötigten, Ware verschenkt.

Der dankbare enttäuschte Blick von ihr überraschte mich. Sie sei davon ausgegangen, dass ich alles übernehmen würde. Sie hätte nicht viel Geld und muß Unterrichtsmaterialien aus eigener Tasche bezahlen, hier dagegen würde doch bestimmt SPAR die Ware bezahlen. Ich erklärte ihr, dass das nicht so ist und das, was sie nicht privat zahlen könne, ich für sie privat bezahlen würde.

Dann wollte sie plötzlich nur noch genau den Teil mitnehmen, den ich spendieren würde und eben auf den kompletten Rest verzichten, damit sie gar nichts selber bezahlen müsse.

Die ganze Diskussion war unglaublich zäh und anstrengend und ich ganz knapp davor, mich heute mal überhaupt nicht spendabel zu zeigen.
Undankbare Leute, echt... :-(

Ruhe

Die WM läuft seit rund 20 Minuten, es steht in diesem Moment 2:1 für Deutschland und nun wissen wir auch, warum es hier im Laden momentan so fürchertlich ruhig ist: Die Leute sitzen wahrscheinlich alle zu Hause vor den Fernsehern.

Kleiner Trost: So dürfte es nicht nur bei mir im Laden aussehen.

Körperverletzung: Nachtrag

Nach einer leider ziemlich blogeintragarmen Woche möchte ich hier noch einen Kommentar auf den letzten Eintrag veröffentlichen. Es lesen ja nicht alle die Kommentare und darum wäre es zu schade, wenn dieser, geschrieben von Torsten Karwoth, einfach in Vergessenheit geraten würde:

Aus dem Tagebuch einer verwirrten Frau:
...
Captains log, 28. September 2005:
Liebes Tagebuch. Heute war ich wieder einkaufen. Nun ist mir allerdings etwas komisches aufgefallen: Man kann dort auch Getränke kaufen, die 37% Alkohol enthalten. Ich habe dem Geschlechtsführer sofort mitgeteilt, dass ich dieses mißbillige. In diesen Laden gehe ich nicht mehr. Ich fühle mich so enttäuscht...

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6. Oktober 2005:
Meine Vorräte von letzter Woche gingen zu Ende. Schweren Herzens ging ich daher heute wieder einkaufen. Es hätte ein harmonischer Einkauf werden können, aber leider liefen da heute so merkwürdige Leute rum. Ein Mann hat eine Frau unsittlich berührt und ich bin resolut dazwischen gegangen - das muß doch nicht sein daß die vor meiner Nase Sex haben!? Der Mann wollte mich noch verwünschen, aber ich habe nicht zugehört.

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8. Oktober 2005:
Vorgestern hatte ich vergessen zu kontrollieren, ob es in diesem komischen Laden immernoch Alkohol gibt... Das wollte ich heute nachholen. Die 37%igen Flaschen gibt es immernoch! Ich beschließe, den Staatsschutz anzurufen und will eine Telefonkarte erwerben. Allerdings wollen die mir eine offensichtlich leere Karte andrehen um dieses zu verhindern. Diese leere Karte sollte 5 Euro kosten. Ich habe abgelehnt. Während des Heimweges gehen mir diese Zahlen nicht aus dem Kopf. 37... 5... immer wieder 37...5... 37 + 5 ... 42! Ich habe Angst!

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15. Oktober 2005:
Ich mußte wieder was einkaufen. Heute ging fast alles glatt, aber dann als ich an der Kasse stand... Ein Mann war ganz dicht hinter mir. Wollte er mit mir etwa das gleiche machen wie das was ich vor 9 Tagen hier erlebt hatte? Das ist ein Sündenpfuhl, kein Laden!

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9. Dezember 2005:
Habe heute eine komische Frau mit Pferdeschwanz gesehen, die hat mich so komisch angeschaut. Außerdem hatte sie kurze Haare. Was will die von mir?

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10. Dezember 2005:
Heute wieder eine Frau gesehen. Es war zwar nicht die gleiche Frau wie gestern, aber eine Frau. Und sie hatte auch einen Pferdeschwanz. Es war aber nicht der gleiche Pferdeschwanz, da es ja eine andere Frau war. Es war auch ein anderer Laden. Morgen treffe ich mich endlich mit meinem Doktor....

...
3. Juni 2006:
Seit zwei Wochen bin ich wieder daheim. Mein Arzt sagte mir gestern, ich wäre auf dem Weg der Besserung. Ich fühle mich gut und werde gleich Einkaufen gehen!

Nachtrag: Ich komme grade vom Einkaufen wieder. Ich habe dort 37%igen Alkohol gesehen. Eine Frau mit Pferdeschwanz hat sich von einem Mann küssen lassen - oder bildete ich mir das nur ein? Ich lief ganz schnell zur Kasse und bezahlte. Ich glaube, ich bin wieder von einem Mann berührt worden der ganz dicht hinter mir stand. Ich wollte eben meinen Therapeuten anrufen aber das kann ich erst nächste Woche tun. Muß mir erst eine Telefonkarte kaufen...


Damit verabschiede mich für diese Woche und wünsche euch allen ein paar schöne Pfingsttage.

Körperverletzung

Eine Kollegin kam direkt von der Kasse zu mir, war sichtlich irritiert und sprach mich ganz besorgt an: An der Kasse war eben eine Kundin, die die ganze Zeit etwas von "Körperverletzung" und "Sie zeigt uns alle an." erzählt hat.

Worum es ging? Keine Ahnung. Wer es war? Klar: SIE mal wieder.

Merkwürdiges

Ein Mädchen, ca. 7 Jahre alt, klingelte eben an der Leergutkasse. Sie öffnete ihre Schultasche und zog eine Plastiktüte voller leerer Getränkedosen heraus.
Nachdem ich feststellte, dass ich ihr für die Dosen kein Pfand auszahlen konnte, stopfte sie alles wieder zurück in ihre Tasche und verlangte anschließend noch eine Rolle Gelbe Säcke.

Faszienierend, was manche Kinder mit sich herumschleppen...

Da steht doch...

Eine Kundin sollte für eine Flasche Sekt 3,09€ bezahlen.

Das war ihr zu viel und es folgte natürlich die obligatorische Diskussion an der Kasse. Schließlich rief mich meine Mitarbeiterin an und erkundigte sich, ob dieser spezielle Sekt gerade im Angebot sei. Ich verneinte.
Die Kundin behauptete allerdings, dass am Regal 2,99€ stehen würde. Nachdem ich alles überprüft hatte, aber keine Erklärung für den zu hohen Preis finden konnte, wollte ich gerade der Kassiererin sagen, dass sie der Kundin erstmal die 10 Cent wiedergeben soll. Anschließend wäre ich dann ans Regal gegangen und hätte überprüft, ob die Kundin überhaupt auf das richtige Etikett gesehen hat. Aber so weit kam es gar nicht...

...denn plötzlich sagte die Stimme am Telefon: "Schon gut, die Kundin hat ja noch eine Plastiktüte für zehn Cent dabei."

Hmpf... :biggrin:

Brötchenpapier

Es gibt echt ätzende Kunden. Beispiel gefällig?

Eine Kundin hat ihre Einkäufe auf das Kassenband gelegt und ihre eigene große Einkaufstasche im Wagen belassen. Die Tasche war offen und relativ einsehbar. Zu sehen waren einige Artikel aus einem anderen Geschäft. Oben guckte der Zipfel einer Papiertüte heraus, die unseren Brötchentüten zumindest sehr ähnlich sah.

Meine Mitarbeiterin sprach sie freundlich und in keiner Weise vorwurfsvoll oder verdächtigend auf die Tüte an. Die Kundin explodierte förmlich, fing an, sich möglichst laut (warum nur immer...) vor allen anderen Kunden zu blamieren darüber aufzuregen, dass wir sie des Diebstahls(!) bezichtigen würden. Schließlich sollte meine freche und unverschämte [sic!] Kassiererin sogar noch ihren Chef rufen.

Ich lief also nach vorne, wußte in dem Moment natürlich noch gar nicht, um was es überhaupt ging, und stand plötzlicher einer laut fluchenden Frau gegenüber. Ich versuchte, sie zu beruhigen, unter anderem damit, dass ihr keiner einen Diebstahl unterstellt hätte. Aber davon wollte sie nichts hören. Sie fluchte vor sich hin, dass das Verhalten der Kassiererin eine Frechheit gewesen wäre, dass sie es bestimmt nicht nötig hätte, ein paar Brötchen zu stehlen, dass sie hier nicht mehr herkommen würde usw.
Währenddessen stopfte sie die Ware in ihre Tragetasche und verließ den Laden. Zurück blieben ein paar kopfschüttelnde Beobachter...

Anwesende Kunden bestätigten übrigens hinterher, dass das Verhalten meiner Mitarbeiterin völlig korrekt war und die Frau einfach nur absolut überreagiert hatte.

Fettgehalt

Eine Kundin hielt einer Mitarbeiterin zwei Packungen Speisequark vor die Nase und wollte wissen, was denn nun die Aufschriften "Magerstufe" und "20%" bedeuten sollen.

Mitarbeiterin: Die Werte geben den Fettgehalt an.

Kundin: Das weiß ich selber!

Das Schild, wo ist das Schild???

Dollars

Eine Stammkundin erkundigte sich danach, ob sie bei uns mit Dollar bezahlen könne. Sie erklärte, dass es sich dabei um echte US-Dollar handeln würde und sie dringend noch zwei Schachteln Zigaretten benötigen würde.

Auch wenn ihr ein Mitarbeiter von mir das angeblich vor ein paar Tagen zugesagt haben soll, blieb ich sehr beharrlich bei meiner Aussage, dass wir hier im Euroland sind. :-)

Nachtrag:
Ich habe den Eintrag mal umbenannt. Offenbar machen die $-Zeichen im Titel bei einigen Probleme.

Entenfilets

Vorige Woche bestellte ein Kunde 10 Packungen frische Entenfilets. Ich sagte sie ihm für heute, Freitag, zu und bestellte dementsprechend eine größere Menge dieser Fleischstücke.

Eben war der Kunde hier und wollte die Filets abholen. Er schien gar nicht glücklich und tat war sehr schockiert über den Preis von rund drei Euro pro Stück und erzählte mir, dass er vor 2-3 Wochen doch nur etwa 1,70€ dafür bezahlt und er für den Preis sogar eine Doppelpackung bekommen hätte. Damit sind die Stücke, die ich ihm jetzt verkaufen wollte, ja gleich vier mal so teuer. Die könne er natürlich nicht kaufen.

Daraufhin erfuhr er von mir, dass ich die Entenfilets extra für ihn bestellt hätte und dies normalerweise nur mit Anzahlung tun würde. Wir einigten uns darauf, dass er sechs Stück mitnimmt. Über die restlichen werden sich hier im Laden bestimmt noch ein paar andere Kunden freuen.

Wie er auf "Doppelpacks" kommt, ist mir schlicht und einfach ein Rätsel. Sowas hatten wir definitiv noch nie. Der "halben", aber runde Preis ist schnell erklärt: Er hat bestimmt ein heruntergesetztes Stück gekauft.
Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass ein Kunde einen preisreduzierten Artikel kauft, diesen nachbestellt und sich dann darüber aufregt, dass er "so teuer" ist...