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1,5 Millionen

Vor ein paar Tagen ist mir beim groben Überschlagen aufgefallen, dass hier im Geschäft in der Gastfeldstrasse seit Geschäftseröffnung rund 1,5 Millionen Kunden durchgelaufen sind. Eine recht beachtliche Zahl, wie ich finde.

Diese große Anzahl an Besuchern und der Zeitraum von inzwischen mehr als sechs Jahren haben ihre Spuren hinterlassen: Vieles hier im Markt ist inzwischen abgenutzt oder sogar beschädigt. Einiges ist schmuddelig und der Laden ist im Laufe der Jahre einfach immer mehr verbaut worden. Jetzt, im direkten Vergleich mit dem neuen, hellen Markt in Findorff, fällt mir das erst recht auf. Bislang war's immer eine Mischung aus Betriebsblindheit und Gewohnheit, denke ich - aber nun wird aufgeräumt und neu gestaltet. Zwar nicht gleich nächste Woche, aber schon noch dieses Jahr.

Frisch umgebaut

Entschuldigung, wo habt ihr denn jetzt die H-Milch?

Ich interpretiere in das Wort "jetzt" irgendwie den Vorwurf hinein, gerade erst und vor allem mal wieder umgebaut zu haben. Vielleicht bilde ich mir das ja auch nur ein, aber ich empfinde es nunmal so.

Der Umbau ist ja auch erst fast ein Jahr her...

Unter der Gürtellinie

Ob der Mann irgendwelche Drogen oder Alkohol genommen hatte, kann ich nicht sagen. Vielleicht war er auch einfach nur krank oder behindert. Jedenfalls wirkte er zeitweise sehr normal (Typ seriöser Endfünfziger im entspannten Müßiggang). Im Grunde suchte er nur schlendernd einen kleinen Einkauf zusammen, stellte sich an der Kasse an und bezahlte seine Waren.

Wie gesagt: Im Grunde.

Tatsächlich war es so, dass er sehr kommunikativ war und alle möglichen Leute anquatschte. Dazu gehörten auch ein paar Mitarbeiter/innen und ich. Er warf mit obszönen Begriffen um sich und sprach die anderen Kunden teilweise sehr direkt auf ihr Sexualleben an und unterstellte ihnen diverse Vorlieben und Neigungen.

Nach einigem Zureden blieb er dann halbwegs friedlich und verließ nach dem Bezahlen auch freiwillig den Laden. Ich war sehr dicht davor, ihn gezielt an die frische Luft zu setzen.

Muffin

Mitten im Laden lag auf dem Fußboden ein Taschentuch. Ich hielt an, hob es mit spitzen Fingern auf und stellte dabei fest, dass es relativ schwer war. Der Grund dafür war der schwarzbraune, matschig-feste Klumpen, der im Taschentuch klebte.

Ich rede mir jetzt ein, dass es ein Stück Schokokuchen war.

Do you?

Ein Kunde traf im Laden auf eine Bekannte, begrüßte sie winkend und stellte ihr die obligatorische Frage: "Kaufst du gerade ein?

Ihre Antwort hatte ich im Vorbeigehen leider nicht mehr mitbekommen. Ich wünschte mir allerdings insgeheim, dass es irgendetwas Schlagfertiges war, das sich auf den bereits gut gefüllten Einkaufswagen bezog, den sie vor sich her schob... :-)

Ich, sprachlos.

Eine Kundin sprach mich gerade an der Kasse an:

In welche Mülltonne schmeißt ihr denn eure alten Lebensmittel?

Wie bitte?!?

In welche Mülltonne ihr alte Lebensmittel schmeißt, wollte ich wissen.

Warum?

Weil ich Hunger habe.

Über einen Monat

Eine Stammkundin sprach mich gerade sehr ernst an. In der Hand hielt sie etwas sehr Flaches, das mit Alufolie umwickelt war.

Ich nahm das geschlossene Paket entgegen und sie sagte:

Diesen Schinken habe ich vor ein paar Tagen gekauft!!!

Was ist denn damit?, wollte ich wissen.

Der ist übelst abgelaufen!

Oops, sowas kann natürlich bei hunderten verschiedenen Artikeln passieren. Was mit "übelst" gemeint war, kam beim Auspacken des Schinkens ans Tageslicht: Das aufgedruckte MHD vom 2.6.2006 war inzwischen seit mehr als einem Monat überschritten. Sofort fing ich an, darüber nachzudenken, woher der Schinken stammen könnte. Immerhin machen wir hier tägliche Kontrolle mit wöchentlicher Komplettaufnahme der Kühlregale. Klar kann da mal etwas übersehen werden - aber vier Wochen hintereinander? Ich hatte schon oft das Gefühl, das Leute alte Ware aus ihrem Kühlschrank mit frisch gekaufter Ware verwechseln. Aber das würde ich dieser Kundin nicht zutrauen.

Ich war jedenfalls sehr beruhigt, als ich die aufgedruckte Marke sah: Es handelte sich bei dem Produkt nämlich um die Eigenmarke von Penny, meinem Wettbewerber an der Ecke. :-)

Olivenöl, die 2.

Die Kundin, für die ich ein bestimmtes und ganz genau definiertes Olivenöl bestellten wollte, war eben hier.

Sie hatte wohl Bedenken, dass ich etwas falsches bestellen würde und hat mir nun auch noch eine leere Flasche gebracht. Seufz...

Das Olivenöl

Eine Kundin rief an und erkundigte sich danach, ob wir ein bestimmtes Olivenöl führen würden. Das Öl kenne ich und es ist nicht mit einer anderen Marke zu verwechseln.

Nachdem sie den Namen des Öls genannte hatte, sagte ich der Kundin, dass ich versuchen werde, es zu bestellen und es zum Wochenende da sein müßte.

Sie hatte wohl Bedenken, dass ich etwas falsches bestellen würde und ergänzte: Das Öl ist kaltgepreßt und aus erster Pressung.

Ja, genau. Ich versuche mal, ob ich es bekommen kann.

Sie hatte wohl Bedenken, dass ich etwas falsches bestellen würde und ergänzte: In einer grünen Flasche mit Henkel.

Ja, genau. Ich versuche mal, ob ich es bekommen kann.

Sie hatte wohl Bedenken, dass ich etwas falsches bestellen würde und ergänzte: Mit einem halben Liter Inhalt.

Ja, genau. Ich versuche mal, ob ich es bekommen kann.

Sie hatte wohl Bedenken, dass ich etwas falsches bestellen würde und nannte mir den Hersteller in Italien.

Ja, genau. Ich versuche mal, ob ich es bekommen kann.

Sie hatte wohl Bedenken, dass ich etwas falsches bestellen würde und ergänzte noch den Namen und die Adresse des Importeurs.

Ja, genau. Ich versuche mal, ob ich es bekommen kann.

Ich glaube, sie hatte sogar recht große Bedenken, dass ich etwas falsches bestellen würde... :-)

Die Knödel

Ich hab's ja hier im Blog schon öfter erwähnt, aber ich komme einfach nicht darüber hinweg: Draußen haben wir 30 Grad und die Kunden fragen nach Meisenknödeln.

Urban Legend?

Ich vermute hoffe mal, dass die Geschichte ins Reich der Urband Legends gehört - aber es soll ja schon Einzelhändler gegeben haben, die als "Saure Sahne" normale Schlagsahne verkauft haben, deren MHD schon deutlich überschritten ist.

Ich übergebe an Darwin.

Telefonnummer vergessen

Eine Lieferkundin hat eben über das Handy ihres Betreuers oder "Zivis" bei uns angerufen. In der Folge habe ich aber überwiegend mit ihm gesprochen.
Die gute Frau hat nämlich ein kleines Problem: Sie hat ihre eigene Telefonnummer vergessen und diese nirgends hinterlegt. Die (alte) Nummer, die noch auf dem Telefon notiert ist, existiert nicht mehr.
Leider konnte ich auch nicht weiterhelfen. Die einzige Nummer, die ich herausfinden konnte, war ihre inzwischen auch nicht mehr existente Handynummer.

Der freundliche Supermarkt um die Ecke kann ja nun auch nicht bei jedem Problem behilflich sein. :-)

Zu hell, zu dunkel

Unsere aufgebackenen Brötchen fallen immer leicht unterschiedlich aus. Dies hängt von vielen Faktoren ab, vor allem aber vom Aufheizgrad und der Füllmenge des Backofens. Ob das nun positiv oder negativ anzusehen ist, bleibt sicherlich eine sehr subjektive Einschätzung. Auf jeden Fall gibt's so immer mal etwas Abwechslung im Brötchenregal.

Aber eigentlich ist es auch vollkommen egal, ob man nun heller oder dunkler gebackene Brötchen anbietet: Es gibt immer Kunden, die sich lobend äußern und sich darüber freuen, dass die Brötchen "so genau richtig sind" - und natürlich gibt es die anderen, die sich darüber beschweren, dass wir sie "immer zu hell/dunkel backen" würden...

Extra-Korb

Ein Kunde hat beim Betreten meines Marktes den Alarm der Warensicherung ausgelöst. Er trug einen roten Einkaufskorb von "extra" voller Leergut in der Hand und ansonsten eigentlich nur ein T-Shirt, Shorts und Sandalen.
Mein Gefühl sagte mir, dass der Korb den Alarm ausgelöst hat, denn a) arbeitet "extra" mit der gleichen Technik wie wir und b) trug er eigentlich nichts bei sich, was üblicherweise alarmauslösend ist.

Es war übrigens tatsächlich der rote Korb, an den jemand ein Sicherungsetikett geklebt hatte. Es hat ihn jedenfalls nicht davor bewahrt, gestohlen zu werden...