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Die doppelte Menge

Unsere beiden Hauptkassen waren besetzt und vor ihnen warteten jeweils mehrere Kunden. Mit einer Bewerberin, die ein Kassentraining bekommen sollte, stand ich vor dem Pult mit der dritten Kasse und erklärte ihr die einzelnen Funktionen.

Plötzlich drängte sich ein Mann an den beiden Schlangen vorbei, nahm sich ein Feuerzeug vom Zigarettenträger, stellte sich neben mich und hielt mir das Feuerzeug und eine 2-Euro-Münze hin.

"Ich kann hier leider nicht wechseln, da wir für das Training noch gar kein Geld in der Kasse haben. Nehmen Sie doch einfach zwei Feuerzeuge", sagte ich augenzwinkernd.

Nicht gerechnet hatte ich damit, dass der Kunde sich tatsächlich noch ein zweites Feuerzeug nimmt, mir das Geld in die Hand drückt, "Stimmt so!" lacht und glücklich den Laden verlässt.


Müsste man mal bei einem Großeinkauf probieren. ;-)

Käse aus der Hölle

Kundin: "Ich suche Höllenkäse.

Ich: "Sagt mir jetzt gar nichts. Ist das einer mit Chili oder Wasabi?

Neinein, ein ganz normaler Käse.

Hmm... Haben Sie den schonmal irgendwo gekauft?

Ich nicht, mein Sohn hatte den mal mitgebracht und ich bin ganz sicher, dass der den hier gekauft hat.

Keine Idee, was das sein könnte. Beschreiben Sie den doch mal so gut sie können. Ist das ein Schmierkäse oder ist der am Stück oder in Scheiben?

Am Stück war der. So ein längliches Stück und der kommt aus Dänemark.

Mit der Beschreibung ließ sich was anfangen.

Meerschweinchen

Die wichtigsten Küchenkräuter (Petersilie, Dill und Schnittlauch) verkaufen wir in kleinen Bunden, die mit einem Gummiband zusammengetüdelt sind. Geliefert bekommen wir sie in großen Bunden, die jeweils aus mehreren kleinen bestehen und ebenfalls wieder mit einem Gummiband zusammengehalten werden.

Während wir noch dabei waren, Gemüse zu packen, kamen ein Mann und eine Frau an die Kasse und stapelten ihren frühen Großeinkauf auf das Förderband. Nach und nach zog ich die Artikel über den Scanner, bis ich plötzlich das gerade angelieferte große Petersilienbündel in der Hand hielt. "Oh", sagte ich. "Da wollten Sie bestimmt nur ein einzelnes Bündel haben, oder?"

"Ach, das sind mehrere?"

Ich bejahte, aber der Kundin war's egal: "Machen Sie sich keine Umstände. Ich kaufe die einfach alle. Was ich nicht verbrauchen kann, gebe ich dann unserem Meerschweinchen. Das mag Petersilie total gerne."

Na, denn. :-D

Einkaufswagenzurückbringservice

In einer der Seitenstraßen hier in der Gegend stehen immer wieder mal Einkaufswagen von mir. Leider ist nicht eindeutig erkennbar, wer nun genau für die Entführung der Wagen verantwortlich ist, denn sie stehen immer wieder unter einem der Bäume am Straßenrand.

Aber eben immer wieder an der selben Stelle.

Zufälligerweise genau an der Stelle, an der ich regelmäßig auf meinem Weg zur Firma vorbeikomme. Und genauso regelmäßig nehme ich die Wagen natürlich wieder mit zum Laden.

Und mal wieder habe ich mich dabei ertappt, dass ich darüber nachdenke, ob das nun gut oder schlecht ist, dass ich das mache. Gut, weil ich dadurch mein Eigentum wieder zurückhole und auf Dauer Geld spare. Oder schlecht, weil ich demjenigen, der die Wagen immer entführt, auch noch die Arbeit abnehme, sie wieder zurückzubringen und so möglicherweise einen größeren Anreiz biete, immer wieder meine Wagen irgendwo auf der Straße stehenzulassen.

Drei Lieferungen

Mein Mitarbeiter, der die Hauslieferungen erledigt, kam mit einem Einkaufswagen an die Kasse. Im Wagen standen eine Packung H-Milch, eine Flasche Wasser und eine Dose Bier.
"Oha", scherzte ich, "das ist ja eine kleine Lieferung."

"Nein, nein!" sagte er. "Das sind drei Lieferungen.
Und tatsächlich: Eine Kundin wollte 60 Liter H-Milch haben, eine weitere Kundin zwei Kisten Mineralwasser. Und ein älterer Herr ließ sich 48 Dosen Pils ins Haus bringen.

Ungewöhnlich war vor allem, dass alle drei Lieferungen des Tages aus nur jeweils einem Artikel in hoher Stückzahl bestanden.

Kosten voll teuer!

Zwei Kundinnen unterhielten sich, dabei fiel dann auch der folgende Satz die folgende Aneinanderreihung von Wörtern: "Eh, nee, die kauf isch nisch, die kosten voll teuer!"

Mein Tipp: Das Geld lieber in eine Tüte Deutsch investieren.

VIER Euro? DAS ist zu viel!

Eine ältere Kundin rief an und erkundigte sich nach unserem Lieferdienst. Nachdem ich ihr die Telefonnummer meines Mitarbeiters, der die Lieferungen durchführt, gegeben hatte, wollte sie noch den Preis wissen. "Vier Euro kostet das", sagte ich ihr.

In empörtem wie vorwurfsvollen Tonfall bekam ich zu hören, dass das "viel zu viel" wäre und dass sie in dem Fall den Lieferdienst natürlich nicht Anspruch nehmen könne.

Hallo??? Vier Euro! Dafür, das jemand durchschnittlich eine Dreiviertelstunde dafür aufbringt, die Einkaufsliste aufzuschreiben, die Sachen hier im Laden zusammenzusuchen und schließlich zum Kunden zu bringen. Unglaublich, was die Leute immer für Vorstellungen haben, wieviel eine Leistung kosten muss... :-(

Nur ein Tag

Angewidert war der Kunde die Packung Frischfleisch zurück in die Truhe: "Igitt, das ist ja nur noch einen Tag haltbar."

Oh, Mann...

Vernichtetes Beweismaterial

Ein Kunde reklamierte einen Kuchen. Vier hätte er davon gekauft und die anderen drei hatte sein kleiner Sohn gegessen, dem es jetzt total elend davon gehen würde. (Ich hätte nach drei dieser Snacks auch Bauchschmerzen, aber das nur am Rande...)

Alle vier sollten wir ihm erstatten. So ganz ohne Anhaltspunkt, zum Beispiel einen Kassenbon oder zumindest die leere Packung, zahle ich aber nicht einfach Geld aus. Also schlug ich vor, dass er die drei leeren Packungen auch herholt.

In der Zwischenzeit haben wir das reklamierte Stück probiert, für absoulut gut befunden – und aufgegessen. Als der Mann wiederkam, bot ich ihm natürlich an, den gegessenen vollständig zu erstatten. Weiter kam ich aber gar nicht. Er nahm zwar das Geld, aber unter der Androhung, dass wir uns vor Gericht wiedersehen und dem Hinweis, dass ich soeben Beweismaterial vernichtet hätte, verließ er den Laden.

Aber leckeres Beweismaterial. :-)

Feierabend

Ich saß an der Kasse und stellte, nachdem alle Kunden abkassiert waren, das "Kasse geschlossen"-Schild auf. Die letzte Kundin packte gerade noch ihre Sachen zusammen und freute sich für mich:
Da haben Sie ja jetzt auch endlich Feierabend. War ja bestimmt auch schon ein langer Tag. Dann schnell nach Hause und genießen Sie das Wochenende.
Wenn's nur so wäre...

Aber vom Schließen der Kasse gleich auf den (später sicherlich wohlverdienten) Feierabend zu schließen, finde ich gewagt. :-O

Schüchtern

Eine Kundin stand vor einem der Kühlschränke und fragte ganz schüchtern eine vorbeilaufende Kollegin:
Können Sie mir da ein Bier rausgeben oder darf ich da ran?

Schn'ta'nch!

In letzter Zeit, vielleicht aber auch erst bewusst seit diesem Erlebnis, stelle ich fest, dass Kunden auf ein verabschiedendes "Ciao!" mit "Wünsche ich auch.", "Gleichfalls.", "Ja, Ihnen auch..." oder ähnlichen Floskeln antworten.

Ich kann es mir nur so erklären, dass das "Ciao" irgendwie in deren Ohren wie ein sehr schnelles "Schönen Tag noch!", also eher wie ein "Schn'ta'nch!" ankommt.

Mir soll's Recht sein. Die Leute freuen sich, dass man ihnen noch einen schönen Tag wünscht und man selber kommt mit einem schlichten Einwort-Gruß davon. :-)

Jimmy Eisbecher

Ein Kunde hat sich gerade nach einem Eis(becher) mit dem Namen "Jimmy" erkundigt. Soll neu sein und er würde sie gerne mal probieren.

Ich weiß von nichts. Und auch die Recherche führt mich zwar immer wieder zum legendären "Himmy Jimmy", aber das wird ja wohl nicht gemeint sein.

Weiß jemand mehr? Oder kennt jemand irgendein Produkt (ggf. Discounter-Eigenmarke), mit dem mein Kunde das Eis verwechselt haben könnte?

Verquer

Eine Kundin erledigte ihren Einkauf und hatte sich dazu einen meiner großen Einkaufswagen genommen.

Warum sie den Wagen aber nicht am Griff, sondern am seitlichen, unhandlichen Gitter anfasste, kann ich nicht erklären. Auch nicht, warum sie sich die Mühe machte, den Wagen quer durch die doch teilweise sehr engen Gänge zu bugsieren. Bisschen sehr umständlich. :-)

Das Handy mit der schwergängigen Tastatur

Ein Mann mittleren Alters, der nicht sonderlich gut Deutsch sprach, wollte eine E-Plus-Guthabenkarte für sein Handy kaufen. Nicht nur das: Er hielt mir das Handy hin und signalisierte mit seinen Händen, dass ich den Aufladevorgang für ihn durchführen soll. Klar, kein Problem. Dachte ich jedenfalls.

Das Aufrubbeln der Karte ging noch ganz einfach. Die Tastensperre bei seinem Handy konnte ich nach einigem Herumprobieren, trotz der türkischen Spracheinstellung, auch lösen. Der Anruf beim Anbieter klappte auch noch und schließlich war es so weit, dass ich die 16stellige Aufladenummer eintippen und mit der "Rautetaste" bestätigen musste.

Wenn ich diese Nummern eingebe, gucke ich normalerweise auf das Display des Handys. Die einzelnen Ziffern werden im Regelfall dort angezeit und man hat gleich die Kontrolle, ob man alles richtig eintippt. Aber in diesem Fall waren keine Ziffern auf dem Display zu sehen. Ich hielt mir nach ein paar Tastendrücken das Telefon ans Ohr, zum zu hören, ob die Tastendrücke angenommen werden. Gehört habe ich nichts und so dachte ich mir nichts weiter dabei, nahm das Handy wieder runter und tippte weiter. Ein paar Ziffern sah ich auf dem Display, aber die könnten auch noch von der zuvor gewählten Nummer und den Menüauswahlen stammen. Die Ansage quttierte die Eingabe mit der Ansage, dass ich eine fehlerhafte Nummer eingegeben hätte. Mist.

Zweiter Versuch: Ich ließ mich durch die fehlende Anzeige nicht irritieren und gab einfach nacheinander sämtliche 16 Ziffern ein. Dann drückte ich auf die Taste mit dem kleinen Knastfenster und durfte mir erneut die Meldung anhören, dass ich eine fehlerhafte Nummer eingegeben oder die abschließende Bestätigung vergessen hätte. Und, dass ich nun nur noch einen Versuch hätte.
Da ich nicht für irgendeine Karten- oder Handysperrung verantwortlich sein wollte, brach ich ab und beendete die Verbindung. Naja, ich wollte sie beenden. Ging aber nicht, da ein Druck auf die Taste überhaupt keine Reaktion bewirkte. Da fiel mir erst auf, dass die anderen Tasten genauso schwergängig waren und dass das der Grund für das Nichterscheinen der Ziffern auf dem Display war. Argh.
Ich versuchte, dem Mann zu erklären, warum das mit der Aufladung nicht funktioniert hat. Die PIN für seine SIM-Karte hatte er auch nicht, ansonsten hätte ich diese kurzerhand in mein eigenes Handy gesteckt.

Etwas mürrisch zog der Kunde ab und kam rund zwanzig Minuten später mit einem anderen Mann wieder. Dieser versuchte zunächst, vor meinen Augen das Guthaben aufzuladen, scheiterte aber an der selben Stelle wie ich zuvor. Inzwischen musste ich mich der Diskussion stellen, dass ich eine falsche Karte verkauft hätte. Auf den Karten steht nämlich (unter anderem) "Ay Yildiz" drauf, aber man wollte ja eine E-Plus-Karte haben und so hätte ich mit Sicherheit die falsche Karte verkauft.
Meine Einwände, dass der Fehler mit Sicherheit nicht an der Karte, sondern am Telefon liegt, wurden als Unsinn abgetan. Aber zum Glück hatte der zweite Mann die PIN für die Karte und so legte ich diese schließlich doch mal in mein Handy.

Erstversuch. Aufladung. Erfolgreich.