Skip to content

Geöffnet?

Heiligabend, irgendwann nach 14 Uhr.

Das Telefon hier im Markt klingelt ständig. Zunächst bin ich noch rangegangen und habe durchgängig umständlich erklären müssen, dass wir nicht bis 24 Uhr, sondern heute gar nicht mehr geöffnet haben und auch, warum das so ist.

Nun ignoriere ich das Gedüdel.

Gleich ist sowieso Feierabend, auch für mich. Euch allen wünsche ich ein paar schöne und besinnliche Weihnachtstage.

Schubkarre

Ich habe in den Jahren schon viel gesehen, aber dass ein Kunde sein Leergut mit einer Schubkarre herbringt, habe ich bis dato auch noch nicht erlebt. :-)

Gruselnacht

Eine ältere Stammkundin erkundigte sich neugierig bei mir: "Wann ist denn nun ihre Gruselnacht?"

Verpasst. :-P

Der Scheiß

Ein Gesprächsfetzen zwischen zwei männlichen Kunden, der durch zwei geöffnete Türen bis zu mir ins Büro durchdrang: "Ich will was normales kaufen, keinen Bio-Scheiß."

Es wird noch ein langer Weg… :-O

Rotweinflecken

Dass Kunden nicht Bescheid sagen, wenn ihnen im Laden etwas zerbrochen ist, ist glücklicherweise eher die Ausnahme. Ärgerlich allerdings, wenn ein Kunde a) mal nicht sagt und es sich bei der zerbrochenen Ware b) um Rotwein handelt und dies c) um kurz vor Feierabend an einer wenig frequentierten Stelle passiert, so dass die Pfütze bis zum nächsten Morgen Zeit hat, einzuwirken… :-(


NOTFALL!!!!!11111einself

Nächtliche Ruhestörung. Ein Mann war der Überzeugung, dass der Joghurtbedarf seiner Frau um halb zwei in der Nacht allen Ernstes einen Notfall darstellt.

Wie dumm kann ein erwachsener Mann sein?!

Geruch

Alter Schwede… Es gibt Leute, die duften riechen stinken so dermaßen wie eine alte Mülltonne, dass es vom Laden durch einen Nebenraum bis in mein Büro zieht – und zwar so intensiv, dass mir selbst aus knapp zehn Metern Entfernung von dem Mann fast schlecht wird.

Schlaf

Eine Kundin, die ein Problem mit dem Leergutautomaten hatte, kam zu mir an die Kasse und sprach mich von hinten an: "Ich habe gerufen, aber da ist noch keiner. Schlafen die noch alle?"

Ist wohl die naheliegendste Möglichkeit. 8-)

Brötchen auf den Boden

Wenn mir hier mal ein gebackenes Brötchen runterfällt, lege ich es (natürlich!) nicht wieder in die Auslage zurück, aber normalerweise hindert das weder mich noch jemanden aus dem Kollegenkreis daran, es zu essen.

Viele Kunden handhaben das genauso. Wenn ihnen, meistens beim Hantieren mit den zugegebenermaßen etwas unpraktischen Zangen, ein Brötchen auf den Fußboden fällt, packen die meisten Kunden es einfach in ihre Tüte. Einige Kunden legen das Brötchen dann auch irgendwo ins Brotregal (nur eben nicht in die Brötchenschütten zurück) oder geben es einem meiner Mitarbeiter.

Und dann war da noch dieser Kunde:

Angelte sich mehrere Brötchen mit der Zange aus der Box und stellte irgendwann fest, dass der Appetit größer als die Hände war. Um sich eine Tüte zu holen, legte er seine Brötchen einfach kurzerhand vor dem Brotregal in einer Reihe auf den Boden und sammelte sie dort nach ein paar Augenblicken wieder ein.

Brötchen auf dem Fußboden. Da hätten die meisten anderen Leute schon ziemlich schwer Panik geschoben. :-)

Sparsame Kinder, rauchende Eltern

Mein Mitarbeiter Gregor saß an der Kasse, als gegen Mittag ein junges Pärchen mit drei Kindern, davon eins im Kinderwagen, einkaufte. Naja, Zigaretten wollten sie haben. Sie erzählen, dass sie mit den Kindern zur Sparkasse wollen, die Sparschweine schlachten. Für sie selbst gebe es nichts. Bis auf Zigaretten, "natürlich". Gregor blieb wertneutral und stumm.

Der eine der beiden Jungs nimmt die beiden Zigarettenschachteln und pfeffert sie Richtung Scanner. "Ich bekomme dann 13 €", verkündete mein Mitarbeiter.

Sie durchwühlte alles, was sie an Klamotten trug, räumte auch kurz das Baby aus dem Kinderwagen – aber es war keine Geldbörse zu finden. "Ey, wie kann man so blöde sein und ohne Geld aus'm Haus?", sagt er. Gregor versuchte es mit beruhigenden Worten: "Das kann doch mal passieren…"

Er sagte dann: "Dann schlachten wir halt das Kindersparschwein!" und dann noch in Richtung der Kinder "Krichtihrzuhausewieder, ey, halt's Maul, jetzt fang nicht an zu heulen. Bah, du bist peinlich!"
Der eine Junge schluchzte stumm, der andere wartete bis sich genügend Wut aufgestaut hatte, und schrie und trat nach der Mutter. Sinngemäss könnte sein Gebrülle bedeutet haben: "Wir sollen Verzicht üben. Und Ihr könnt keinen beschissenen Tag ohne Zigaretten auskommen."

Die Mutter zu mir, als ob es mich was anginge: "Die kriegen das wieder, wir haben ja prinzipiell Geld."
Der Vater blafaselte, dass er sich das nächste Mal furchtbar aufregen werde, wenn den Kindern ein teures Geschenk gemacht werde. "Wie viele Zigaretten man für selbe Geld hätte kaufen können", schien dabei seine primäre Sorge gewesen zu sein.

Draussen fiel ein Schuss, aber er hörte ihn vermutlich nicht.

"Selbstscannen"

Warum finden es eigentlich so viele Kunden witzig oder spannend, ihre Ware selber (von ihrer Seite des Kassentisches dann natürlich überkopf zu erleben) am Scanner vorbeizuziehen?

Hmm, diese Begeisterung müsste man ausnutzen… Bin ich der einzige, der sich gerade an die Geschichte von Tom Sawyer und den Gartenzaun erinnert, den er eigentlich streichen sollte?

Tzz… Kunden!

Eine Kundin wollte einen bestimmten vegetarischen Artikel haben, den wir aber nicht über unsere regulären Lieferanten beziehen können. Wir haben (u.a. am Sonntag von zu Hause aus) etwa eine halbe Stunde herumtelefoniert und haben alles versucht, diese Produkte zu bekommen.

Das Ergebnis war, dass wir die Produkte zwar bei einem Online-Händler bestellen könnten, dieser aber auch Privatpersonen beliefert und die Kundin deshalb am besten und günstigsten direkt selber bei ihm bestellen könnte.

Das sagten wir ihr auch so. Böser Fehler. So durften wir uns ihr Gemecker über unseren schlechten Service und mangelnde Kundenfreundlichkeit anhören.

Glücklicher wäre sie wohl gewesen, wenn wir das Zeugs bestellt und ihr teu(r)er verkauft hätten. Aber Undank ist ja bekanntlich der Welt Lohn… :-(

Verbrauchertipp

Denkt immer daran: Wenn man aus dem Kühlregal Produkte von ganz hinten rauskramt, ungeachtet dessen, wie mühsam das ist, wie das Regal hinterher aussieht und wie die aufgedruckten Haltbarkeitsdaten lauten – die Ware wird mindestens zehn Jahre halten. :-P

Ti**tenhefte

Ein paar Heranwachsende zu groß geratene Kleinkinder fanden es ganz witzig, sämtliche Hefte, in denen mehr Fleisch als im Kochmagazin "Beef" zu sehen ist, aufgeschlagen im Zeitungsregal zu verteilen. Als die Idee für das Foto kam, war ein Teil der Magazine bereits wieder eingesammelt:


Wieder da!

Wenn man denkt, es kann nicht sonderbarer werden, kommt jemand daher und beweist einem das Gegenteil…

An der Eingangstür des Marktes hier in der Gastfeldstraße klebt(e) das unten abgebildete Schild, ein Hinweis auf die endlich wieder lieferbare Club-Mate Winteredition. Wir haben diesen Hinweis für eindeutig und unmissverständlich gehalten.

Bis gestern Nachmittag dieser Mann hier auf der Gastfeldstraße in zweiter Reihe mit seinem Auto anhielt, ausstieg und etwa eine Minute an der Ladentür klopfte und drückte (schließlich war ja licht im Markt an) und letztendlich diesen gedruckten Hinweis entdeckte. Er setzte sich wieder in sein Auto und wartete dort fast zehn Minuten – immer noch in zweiter Reihe auf der Straße stehend. Dann hatte er irgendwann mich durch's Schaufenster in der Nähe der Kasse erspäht. Schnell sprang er aus seinem Wagen und klopfte und klopfte. Zunächst ohne jegliche Reaktion, aber schließlich haben wir uns doch erbarmt und versucht, ihm durch die geschlossene Tür mitzuteilen, dass wir geschlossen haben.

Tzja…

Da hatte der gute Mann das Schild doch tatsächlich so interpretiert, dass wir nur kurz geschlossen hätten und gleich "wieder da" sein würden. Und da ich da ja herumlief, muss der große Moment eingetroffen sein. Wie kann man den Zettel so missverstehen? :-)