Eine ältere Kundin monierte die
neue Platzierung unserer Kaffeefilter.
Mein Mitarbeiter erklärte ihr die Beweggründe und das nun ein großer Teil der Kunden die Filter nun endlich dort finden würde, wo sie sie schon immer gesucht hätten.
Die Kundin entgegnete folgendermaßen: "
Dann räumen die das mal eben wieder um und dann habe ich noch eine Frage an Sie!"
Als wenn das "mal eben" in ein paar Minuten ginge…
Eine Stammkundin sprach uns an und erklärte, dass sich bei denen im Garten in einer alten Kiste
Bienen eingenistet hätten. Ob wir etwas hätten, mit dem man die wegmachen könne, wollte sie wissen.
Hoffen wir mal, dass sie unseren Rat befolgt hat, einfach mal die Feuerwehr anzurufen und dort um professionelle Hilfe durch einen
Fachmann zu bitten.
Ein Kunde feilschte recht zäh (aber letztendlich erfolgreich) um einen erheblichen Rabatt bei zwei Ananas, die schon ein paar welke Blätter hatten.
Es war nicht so, dass er nicht das Geld für den ursprünglichen Preis der Früchte dabei gehabt hätte. An der Kasse zog er ein dickes Bündel Banknoten aus der Tasche, in dem die Farben violett, grün und braun absolut dominierten.
Die paar Cent Wechselgeld ließ er dann liegen: "Stimmt so."
Mit meinen Mitarbeitern und dem Brotlieferanten standen auch zwei ziemlich kaputte Typen mit mehreren Tüten Leergut vor dem Laden. Dudeldick waren sie und schliefen augenscheinlich vor dem Leergutautomaten schon fast im Stehen ein.
Der eine lief vor dem Spirituosenregal hin und her überlegte, was er für sie beide zum Nachtanken kaufen könnte. Seine Wahl fiel schließlich auf das Produkt mit dem besten Preis-Dröhnungs-Verhältnis – "Klarer", also letztendlich Alkohol, der mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt wurde.
Der andere nahm sich derweil ein Eis aus der Eistruhe und aß es gleich noch im Laden auf und knüllte sich die Verpackung in die Tasche. Ich wusste schon, warum ich die beiden die ganze Zeit vom Büro aus beobachtet hatte.
An der Kasse ließ ich sie das Eis mitbezahlen. Weitere Diskussionen und Erklärungen sparte ich mir allerdings, denn ich glaube, dass sie von all dem nicht ernsthaft viel mitbekommen haben. Sie wirkten auf mich tatsächlich schon so, als wären sie kurz vor nicht mehr ansprechbar.
Und sowas am frühen Morgen…
Eine ältere Kundin hatte heute Vormittag ihre Sonnenbrille bei uns an der Kasse vergessen, dieses Fehlen zu Hause bemerkt und gleich angerufen. "Wäre lieb, wenn Sie sie vorbeibringen könnten. Ich bin auch den ganzen Tag zu Hause", versicherte sie noch am Telefon.
Mitarbeiterinnenkind mit der Aussicht auf Trinkgeld hingeschickt. Dem enttäuschten Kind nach der Rückkehr ein Eis spendiert.
Eine Kundin hatte ein paar Probleme mit dem Leergutautomaten, der auf seine letzten Tage mit ein paar provisorischem Einstellungen läuft und daher nicht mehr alles annehmen kann. Nachdem ich ihr erklärte, dass wir ihn in ein paar Tagen sowieso in Rente schicken, sagte sie, dass sie dann jetzt ganz besonders lieb zu ihm sein wird.
Wir hätten die Mitleidstour schon früher fahren sollen.
Eine Frau stand vor dem Eierregal und hielt eine Packung mit zehn Bio-Eiern in der linken Hand. In der anderen Hand hielt sie ihr Handy, auf dem sie mit der Taschenrechner-Funktion den Preis für ein einzelnes Ei ausrechnete. Grübelnd stand sie dort und murmelte vor sich hin: "
Das sind dann ja Zweiunddreißig Komma Neun Cent pro Ei."
Immerhin war das Ergebnis richtig.
Eine Kundin sprach mich mit einem leeren Karton in der Hand an:
Können Sie mal nachsehen, ob sie davon noch was haben?
Ich blickte ins Regal, stellte mich auf die Zehenspitzen und untersuchte auch, ob bei den Artikeln links und rechts des leeren Platztes noch etwas stehen würde. Fehlanzeige.
Nein, leider ist nichts mehr da.
Ich meinte hinten im Lager.
Da haben wir leider auch nichts mehr.
Zwei Kartons ist ein bisschen wenig, finden Sie nicht?
Normalerweise reicht die Menge.
Offenbar nicht, sehen Sie ja.
Auf jede weitere Diskussion oder Erklärungen wollte ich mich nicht einlassen. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man ein gewünschtes Produkt nicht bekommt – aber welche Mengen hier angemessen sind, können wir bestimmt besser beurteilen. Es ist ja nicht so, dass der Artikel ständig nicht vorrätig wäre, nur weil wir zu doof sind.
Eine Kundin wollte etwas aus der Vegan-Vitrine haben. Da die beiden Fächer jeweils ein eigenes Schloss haben, stellte ich die übliche Frage: "
Was darf's denn sein? Ober noch viel wichtiger: Oben oder unten?"
Sie antwortete: "
Aus der Mitte, bitte."
Ich wies vorwichtig darauf hin, dass wir nur
zwei Fächer hätten und schließlich konnten wir auf das untere der beiden einigen.
Das Leben könnte so einfach sein…
Kunde: "Ich dachte, ihr solltet schon vor Monaten einen neuen Leergutautomaten bekommen. Wo ist denn der? Immer nur Sprüche."
Ich: "Ist bestellt, dauert aber noch mindestens vier Wochen."
Kunde: "Der ist hoffentlich besser als der alte."
Ich: "Ich denke nicht. Aus Kostengründen habe ich ein gebrauchtes Gerät aus dem vorletzten Jahrhundert mit Dampfantrieb genommen."
Eine Kundin gab zu, nicht oft einkaufen zu gehen.
Das war nicht zu übersehen. Zumindest die Kernkompetenzen "Kühltruhendeckel wieder schließen" und "Waren nicht irgendwie ins Regal zurückwerfen" waren bei ihr nicht nennenswert ausgeprägt.
"Das ist zwar Zucker pur, aber lecker."
So und nicht anders beschrieb ein Vater seinem kleinen Sohn im Buggy den Inhalt einer Packung Kekse, die er dann gekauft hat.
Eine Frau gab Leergut ab und hatte letztendlich noch ein paar Einweg-Bierflaschen aus Glas in ihrer Tasche, die der Automat nicht annehmen wollte. Zu Recht, da wir keine pfandpflichtigen Einweg-Gebinde aus Glas verkaufen und sie auch nicht aus Kulanz annehmen, um uns damit bei der Rückgabe nicht auch noch zu belasten.
Immerhin drohte sie nicht damit, uns beim Gesundheitsamt anzuzeigen, aber sie regte sich schon sehr über dieses Verhalten auf und wies lautstark und eindringlich darauf hin, dass wir hier "über 100 Quadratmeter" groß wären und damit auf jeden Fall verpflichtet wären, alles anzunehmen! Sie käme schließlich selber aus dem Einzelhandel und darum wüsste sie es ganz genau! (*)
Wie schön, dass ich hier mit Einzelhandel gar nichts zu tun und deshalb auch nicht den kleinsten Schimmer einer Ahnung von solchen Dingen habe. Da nimmt man doch solche hilfreichen Belehrungen immer wieder dankbar entgegen.
(*) Mal eben zur rechtlichen Situation beim Einwegpfand: Es ist so, dass Geschäfte ausschließlich das Einwegleergut in der Materialart zurücknehmen müssen, die auch dort verkauft wird. Wer Dosen verkauft, muss sämtliche Dosen zurücknehmen. Wer PET-Flaschen verkauft, muss alle zurückgebrachten Plastikflaschen zurücknehmen und die Geschäfte, die Einweg-Glasflaschen im Sortiment haben, müssen Einweg-Glasflaschen zurücknehmen. Und zwar ist es dabei egal, um welche Marken es sich handelt. Da kommt nun allerdings die Quadratmeterangabe ins Spiel: Geschäfte unter 200qm Verkaufsfläche brauchen nämlich nur das Leergut von den Marken zurückzunehmen, die sie auch selber verkaufen.
Es klingelte an der Leergutannahme. Ich ging hin, aber keiner der beiden dort stehenden Männer wollte es gewesen sein.
Leute… Alkohol nur in Maßen trinken!
Eine Frau wollte etwas aus unserem verganen Sortiment kaufen, im Speziellen von den Artikeln, die in der kleinen Vitrine im Kühlregal eingeschlossen stehen.
Nachdem meine Mitarbeiterin den Schlüssel geholt und der Kundin auf ihre Anfrage erklärt hatte, dass diese Produkte in der Vergangenheit einfach zu oft geklaut wurden, regte diese sich demonstrativ auf, sagte, dass es eine Frechheit wäre, sie so zu diskriminieren und dass sie nicht stehlen würde und verließ daraufhin unseren Laden ohne etwas gekauft zu haben.
Nun…