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Holzleim

Ein Kunde hat gerade nach Holzleim gefragt. Habe ich hier nicht im Sortiment und konnte dem Kunden daher leider nicht weiterhelfen.

Hat mich aber wieder daran erinnert, dass ich ursprünglich eigentlich einen Baumarkt eröffnen sollte. ;-)

Ein Signal

Ein Zahnpastatubentray, in dem ein einsamer Tubendeckel steckt.

Vermutung: Da die Tuben vom Kunststofftray recht gut festgehalten werden, ist irgendjemand auf die Idee gekommen, das Objekt der Begierde einfach herauszudrehen. Fällt es denn gar nicht auf, wenn der Deckel fehlt? Beschwert hat sich jedenfalls noch niemand...


Versprochen, Herr Freud!

Eine ältere Kundin, die sich regelmäßig Ware nach Hause liefern läßt, wollte u.a. eine Packung Dallmayr Prodomo Kaffee haben.

Sie bestellte allerdings versehentlich einmal "Dallmayr Kondomo", bemerkte ihren Versprecher und versuchte, ihn wegzulachen. Doch zu spät. In Gedanken formte ich bereits den Blogeintrag dazu. ;-)

Sahnekännchen

Unsere Kassenbons werden, wie bei fast allen Kassen, auf einem sogenannten Zeilendrucker gedruckt. Pro Artikel, bzw. Buchungsvorgang eine Zeile. Also auch, wenn Artikel wieder storniert werden. Stornos/Storni werden bei meinem Kassensystem leider nur mit einem nachstehenden "-"-Zeichen gekennzeichnet. Das sieht dann auf dem Kassenbon z.B. durchaus mal so aus:
Schlagsahne 0,39
Schlagsahne 0,39 -
Beide Zeilen heben sich auf, die Summe ist 0,00€, aber viele Kunden denken, dass sie -,78€ bezahlen mußten. Gerade bei kleineren Kassenbons ließe sich das zwar durch einfaches Nachrechnen kontrollieren, aber man regt sich ja lieber erstmal auf. Und von einem doofen Verkäufer läßt man sich sowieso nichts sagen. Wir zocken schließlich ab, wo wir können.

Aber dieser eine Kunde... Ich kann ja verstehen, dass er etwas Kummer hatte, den etwas unübersichtlich geratenen Bon zu entschlüsseln. Er hatte vier Kännchen Kondensmilch und noch zwei weitere Teile gekauft. Die Kassiererin erfaßte zunächst ein Sahnekännchen, dann die anderen beiden Teile und daraufhin die restliche Kaffeesahne.
Der Kunde hat die Teile daraufhin vom Zulaufband auf die Ablage hinter dem Scanner geschoben. Natürlich über genau diesen. Er hatte mehr Glück als manche Kassiererin: Jedes der drei Kännchen wurde gescannt und verbucht. Es folgten noch drei Zeilen auf dem Bon, die für die jeweils entsprechenden Rückbuchungen standen. Insgesamt standen auf diese Weise die Sahnekännchen des Kunden gleich sieben mal auf dem Bon.

Es folgte eine überflüssige und umständliche Diskussion mit einem vollkommen verständnisfreien Kunden, der den "Betrug" vor allen Kunden natürlich so lautstark wie möglich ausdiskutieren mußte. Schließlich war er der festen Überzeugung, Recht zu haben und wollte uns dabei möglichst bloßstellen. Depp, der. :-(

Er piepte

Ein Kunde hat den Alarm der Warensicherung ausgelöst. Und zwar schon bein Betreten meines Ladens. An der Kasse wiederholte sich das Szenario natürlich und er war froh, von mir das Angebot bekommen zu haben, den "Übeltäter" für ihn zu suchen.

Gerne folgte er mir ins Lager, wo wir ungestört mit meinem "Hand-Checker" auf die Suche gingen. "Björns lustiges Flughafenspiel", wie ich es immer nenne, wenn meine Kelle in Aktion tritt.
In seinem aus den USA importierten Portemonnaie wurden wir dann fündig. Zumindest theoretisch. Der Alarm löste zwar aus, aber es war kein Sicherungsetikett zu finden. Wahrscheinlich ist es zwischen die einzelnen Schichten des Etuis genäht, so daß man es nicht ertasten konnte. Wie auch immer: Es ließ sich dennoch an der Kasse erfolgreich erledigen entwerten und der Kunde war sehr glücklich und verabschiedete sich sogar noch mit einem Handschlag. ;-)

Bitte einpacken

Natürlich packen wir auch hin und wieder Artikel als Geschenk ein: Weinflaschen, Spirituosen, Pralinen sind die beliebtesten Kandidaten.

Bei dem Glas billigen Honig fehlten mir tatsächlich eben die Worte.

Wein verschenken

Eine der schwersten Aufgaben, die Kunden einem stellen können, ist die Suche nach einem bestimmten Wein. Nämlich nach dem, den sie verschenken können.

Die meisten Weintrinker sind wahrscheinlich keine Weinkenner und können oft nicht mal mit allen Bezeichnungen auf einem Etikett etwas anfangen. Der Unterschied zwischen einzelnen Rebsorten ist genauso uninteressant. Es wird ein Wein gekauft, von dem man sich den Namen merken kann und der einem ganz subjektiv schmeckt. Es gibt durchaus billige Weine, die im persönlichem Empfinden sehr lecker sein können.

Für wen ist der Wein denn? Ach, für einen Handwerker, der so gut das Badezimmer gemacht hat. Seinen Geschmack kennen Sie nicht, das soll einfach ein "Dankeschön" sein? Nehmen Sie die Flasche mit dem schönsten Etikett. Das reicht.

So banal der Tipp klingt: Es gibt eigentlich keine wirklich sinnvollere Empfehlung.

Gesicherte Handtasche

Eine Kundin hat an der Kasse den Alarm der Warensicherung ausgelöst und war sichtlich aufgebracht. Sie würde hier des Diebstahls verdächtigt, fluchte sie. Und dass sie hier nicht wieder einkaufen kommen würde.

Ich bemühte mich, sie zu beruhigen. Der "Bösewicht" war schnell gefunden: Das an ihrer Handtasche angebrachte Sicherungsetikett war nicht entwertet. Das tat ich dann für sie und versuchte, ihr zu erklären, dass nicht wir der "böse" Laden sind, sondern das Geschäft, in dem sie die Tasche erworben hat. Ob ihr das wirklich als Erklärung ausreichte, weiß ich allerdings nicht...

Sonderpreis Ritter Sport

Anruf einer Kassiererin: Was mit der Ritter-Sport-Schokolade los sei, wollte sie wissen. In der Kasse wären alle Sorten noch mit dem regulären Preis, aber am Regal würde "50 Cent" stehen. Da ich momentan keine Ritter-Sport-Aktion laufen habe und der Preis sowieso niemals genau 50 Cent betragen würde, lief ich schnell nach vorne, um mir dieses dubiose Preisschild einmal selber anzugucken. Vermutlich hat dort jemand, wie so oft, auf das falsche Schild gesehen.

Der Kunde hatte einen recht üppigen Stapel Schokolade an der Kasse liegen und bestand darauf, die Tafeln für 0,50€ pro Stück mitzunehmen. Ein Wunsch, den ich ihm verweigert habe.

In Anbetracht dieses tollen "Preisschildes" vielleicht auch verständlich:


Zurückgelegtes Toastbrot

Mitte letzter Woche hatte sich ein Kunde ein halbes Dutzend Toastbrote zurücklegen lassen. Samstag sollten sie eigentlich abgeholt werden. Wie allgemein üblich bekommen wir Brot auf Kommission geliefert, so daß das Risiko vollständig beim Lieferanten liegt, weshalb ich die sechs Packungen ohne weitere Diskussion zurückgelegt hatte. Nachdem das Brot also vier Tage hier im Lager lag, habe ich es Samstag Abend wieder Richtung Brotregal gebracht. Schließlich ist frisches Brot nicht ewig haltbar.

Gestern Nachmittag rief der Kunde an und wollte mich an die Brote erinnern und daß er sie auf jeden Fall noch haben möchte. Er hatte es nicht geschaft, seine Einkaufshilfe herzuschicken, aber er wird die Toasts auf jeden Fall noch abholen.
Na, wie soll man das denn ahnen? Normalerweise werden zurückgelegte Artikel, die nicht bis zum vereinbarten Termin abgeholt wurden, nämlich gar nicht mehr abgehholt.

Wie der Onkel

Ein kleiner Junge mußte mal auf Toilette. Sein Vater hockte hinterher im Lager neben ihm und ordnete die Kleidung seines Sohnes. Im Vorbeigehen hörte ich, wie er mit dem Kleinen über mich sprach: "Der Mann heißt so wie dein Onkel."

Und der arme Onkel heißt wirklich "Heeeey, Cheffe"?!? :-)

Auf gut Glück

Einer unserer Kunden, der in seiner Freizeit zumindest als gelegentlicher Flaschensammler unterwegs ist, bringt mitunter ausgesprochen exotische Leergutsorten hier her. Teilweise sogar Getränkekisten. Teilweise von mir unbekannten Herstellern, teilweise aber auch Kisten, die so aussehen, als wenn sie schon lange nicht mehr benutzt werden würden.

Normalerweise bleiben bei solchen Kisten nur zwei Möglichkeiten: Entweder, die Annahme völlig zu verweigern oder das Geld auszuzahlen und zu riskieren, es nicht vom Getränkegroßhändler wiederzubekommen.

Inzwischen sind wir zu einer ganz außergewöhnlichen Regelung übergegangen: Wir behalten die Kisten erstmal hier, ohne dafür Geld auszuzahlen. Wenn der Getränkelieferant sie mitnimmt, bekommt der Kunde bei seinem nächsten Besuch sein Geld.
Naja, und wenn nicht, darf er die Kisten eben wieder mitschleppen...

Bier umtauschen

Eine Stammkundin erkundigte sich, ob wir drei Kisten Bier zurücknehmen würden, die ihr Nachbar in den letzten Wochen bei uns gekauft hatte. Natürlich kann ich die Ware zurücknehmen. Andere Kunden kaufen Getränke sogar in wesentlich größeren Mengen auf Kommission. Diesmal war's dann eben nur nicht vorher ausdrücklich vereinbart.

Der Hintergrund ist einfach, aber nicht schön: Ihr Nachbar, ebenfalls ein Stammkunde von mir, konsumiert seit Jahren Bier und liegt seit einigen Tagen im künstlichen Koma im Krankenhaus und darf, sofern er überhaupt die Klinik jemals wieder lebend verläßt, auf jeden Fall zukünftig keinen Alkohol mehr zu sich nehmen.

Besser wissen

Eine Kundin sprach mich an und wollte wissen, woher denn unsere Eier kommen würden. Nach bestem Wissen und Gewissen erklärte ich ihr, daß zwar eine Firma aus dem Bremer Umland die Eier abpackt, ich ihr aber leider nicht ohne mindestens einen Telefonanruf bei meinem Lieferanten sagen könnte, wo die Legebetriebe denn nun genau liegen würden.
Sie wirkte etwas verunsichert und fing an, ganz besorgt darüber zu reden, daß man heutzutage ja gar nicht mehr genau weiß, woher die Eier kommen würden. Vielleicht kämen die Eier, die ich hier anbiete, ja aus der Türkei (Türkei - Ach, ja: Da gab es doch ein paar Todesopfer der Vogelgrippe...) und das wäre ihr dann doch viel zu unsicher.
Ich bot ihr dann alternativ die Eier eines zertifizierten Bioland-Betriebes an, vor dem ich ihr nicht nur genau sagen konnte, wo der Hof liegt, sondern auch, daß wir den Betreiber sehr gut kennen und daß die Eier außerdem sehr lecker schmecken würden. Ihr skeptischer Blick sprach Bände und es wirkte so, als wenn sie meine Ausführungen als typisches "Verkäufer-Geschwätz" auffassen würde.

Ein paar Minuten später kam sie erneut auf mich zu und wollte etwas über eine bestimmte Sorte Topfschwämme wissen. "Wo die denn jetzt stehen würden?", fragte sie. Ich ging mit der Kundin zum Regal und zeigte ihr, wo das Gewünschte schon immer gestanden hat. "Sonst standen die ja immer da hinten.", ergänzte die Kundin.
Egal, wieviel wir hier schon in den letzten Jahren gebaut und umgeräumt haben - Topfschwämme stehen seit Jahren im selben Regal an der selben Stelle. Das sagte ich ihr auch und sie fing gerade an, ihre Meinung zu verteidigen, als sie mit einem beleidigten patzigen "Ist ja auch egal..." sich selbst unterbrach.

Ja, wir Verkäufer und Äpfelstapler sind schon ganz schön dumm. :-(

Haben Sie Käfigeier?

Eine Kundin kam in den Laden und hielt direkt auf eine Kollegin zu. "Haben Sie Käfigeier?", wollte sie wissen. Die ehrliche Antwort war "Nein.", die Kundin bedankte sich für die Auskunft und hetzte zum Eierregal weiter.

Was sie mit dieser Auskunft nun genau anfangen wollte, wissen wir nicht. Entweder wollte sie Batterie-Eier gezielt kaufen oder meiden oder die Kundin hat möglicherweise sogar generell davon ihre Entscheidung abhängig gemacht, hier überhaupt Eier zu kaufen...

Ich verkaufe hier im Laden übrigens schon seit weit über einem Jahr grundsätzlich gar keine Käfigeier mehr. Bitte an dieser Stelle aber keine tausendste Grundsatzdiskussion darüber, ob nun Käfig- oder Bodenhaltungseier besser sind.