Eine ältere Kundin bestand vorhin darauf, genau dieses Markstück von einer meiner erfahrensten Kassiererinnen erhalten zu haben. Nicht direkt vor dem Gespräch, sondern gestern schon. Und zwar anstelle eines 1-Euro-Stücks. Und sie bestand auch darauf, dass ich es ihr in Euro umtauschen muß. Einen ganzen, versteht sich - und nicht bloß 50 Cent.
Weiß der Geier, wo die Frau die Münze noch ausgegraben hat. Gerade die genannte Kassiererin ist jedenfalls sehr aufmerksam und hätte mit aller Sicherheit nicht ein Markstück mit einem Fünfziger verwechselt.
Die Kundin argumentierte, dass ja "noch sehr viel altes Geld im Umlauf sei", doch das konnte ich für meine Kassen und Kunden nicht bestätigen. Alle Jubeljahre mal, dass noch jemand ein paar Pfennige im Portemonnaie liegen hat. (Und gerade Pfennige sind mitunter in der Eile wirklich schwer von Centstücken zu unterscheiden. Aber doch nicht das alte "Silbergeld".)
Wir haben uns dann darauf einigen können, dass ich ihr die Münze in ein 50-Cent-Stück umtausche.
Ein Kassierer hat die zweite Kasse geöffnet und dabei in der Eile nicht das "Kasse geschlossen"-Schild weggenommen. Normalerweise stört sich daran auch kein Kunde. Solange dort jemand sitzt und erwartungsvoll in den Markt blickt, wird sich dort angestellt.
Nun kam eben eine Kundin mit ihrem Kind an genau diese Kasse. Sie schleppte eine Kiste Mineralwasser und die beiden hatten noch zusätzlich einige schwere Dinge in ihren Körben. Nachdem sie die Kiste auf den Fußboden gestellt hatte, erblickte sie das "Kasse geschlossen"-Schild. Sie schickte ihren Sohn zur Nachbarkasse und ächzte die Kiste wieder in die Höhe. In dem Moment, als wir das bemerkten, riefen mein Mitarbeiter und ich ihr zu, dass sie ruhig dableiben könne, doch sie ging mit der schweren Kiste auf dem Arm ihrem Kind hinterher.´
Auf eine Diskussion mit der genervten Kundin darüber, dass die gesprochene Aussage des Kassierers ranghöher als ein gedrucktes Schild ist, haben wir uns dann nicht mehr eingelassen...
Auffällig: Viele Kunden werten die BILD-Zeitung schon beim Kauf ab.
Natürlich fragen die meisten nach ihrer "BIlD", aber dennoch finde ich es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen zum Frühstück in der "BLÖD" lesen oder neben Toast und Kaffee noch das "Schmierblatt", "Schundblatt" oder ähnliches konsumieren.
Eine Kassiererin wollte bei einem Kunden, wie grundsätzlich üblich, in den Einkaufswagen sehen (Nicht in die Tasche!), um sich zu vergewissern, dass darin nicht noch versehentlich oder mutwillig Waren verblieben sind.
Dazu war es verständlicherweise nötig, die Tasche des Kunden kurz anzuheben (ohne hineinzusehen, versteht sich). Und genau darum hat meine Mitarbeiterin den Kunden freundlich gebeten, die Tasche kurz zu lüpfen - natürlich ohne sie öffnen zu müssen.
Das wiederum fand der Mann gar nicht gut, hat sich lautstark aufgeregt (warum geht sowas eigentlich nie leise?) und geweigert, den Blick in den Einkaufswagen freizugeben. Seine Begründung war übrigens klasse:
"Laut Gesetz ist es verboten, die Tasche anheben zu lassen."
Ich war mir nicht sicher, ob ich über so viel Kreativität lachen oder einfach nur über so eine große Dummheit weinen sollte.
Ein ausländischer Kunde, der fast kein Deutsch sprach, suchte irgendeinen Saft in einer "kleinen Flasche" und "billig". Das Gespräch war relativ aufwändig, zumal ich natürlich versuchte, ihm irgendwie zu helfen und herauszufinden, was er denn nun genau suchen würde.
Irgendwann stellte sich folgendes heraus: Er hatte irgendeinen Reiniger oder Lösungsmittel aufzubewahren und brauchte dafür unbedingt einen Glasbehälter mit Deckel. Er war offenbar sogar bereit, einen möglichst billigen Saft zu kaufen und diesen dann wegzuschütten.
Ich habe ihm ein leeres, pfandloses Konservenglas mit Deckel aus der unserer Leergutannahme in die Hand gedrückt und darüber war er mehr als zufrieden...
Eine Kundin hat gestern Kaffee gekauft und behauptet nun, dass der Kassenbon, den sie für ihre Buchhaltung braucht, versehentlich mit Kaffee überschüttet wurde und nicht mehr lesbar sei. Sie hätte darum gerne einen neuen Kassenbon, oder, da sich der Bon wohl nicht beschaffen läßt, eine nachträglich geschriebene Quittung über die Summe in Höhe von mehreren zehn Euro.
Solche Fälle finde ich immer schwierig. Natürlich stellt man der Kundin die neue Quittung ordnungsmäß aus. Aber dabei denke ich auch daran, dass sie sich einfach nur einen weiteren Beleg für das Finanzamt besorgt haben könnte.
Es gibt sie tatsächlich, diese Leute, die Sonderangebote vor allem ausschließlich deshalb kaufen, weil es Sonderangebote sind.
Eine Kundin wollte eben von mir wissen, wo denn das "Eis aus dem Angebot" (Langnese Cremissimo) stehen würde. Da nur ein paar Meter von uns entfernt, deutete ich mit dem Finger auf die Tiefkühltruhe, in der sich die Familienpackungen Eis befinden. Diese Truhe ist ca. zu jeweils 40% mit Cremissimo und Mövenpick-Eis gefüllt und somit durch die Glasdeckel sehr gut zu überblicken.
Nun stand die Kundin vor dieser Kühltruhe, sah hinein und fragte mich erneut, welches Eis denn nun im Angebot sei. Ich deutete auf die linke Truhenhälfte und sie stellte fest, dass es sich um das Langnese-Eis handelte. Als nächstes wollte sie wissen, ob es auch die Sorte Vanille geben würde, was ich natürlich bestätigen konnte.
Echt erstaunlich, wie sehr manche Leute auf Angebote reagieren, selbst, wenn sie die beworbenen Artikel so gut wie gar nicht kennen.
Natürlich helfen wir jemandem dabei, sein Handy aufzuladen. Gerade ältere Kunden und Ausländer haben oft Probleme damit, mit den Guthabenkarten umzugehen. Solche Leute haben mitunter aber, vor allem wohl aus Unwissenheit, die abstrustesten Einstellungen in ihren Telefonen aktiviert.
Gut, dass man mit etwas Übung Nokia-Handys auch auf Türkisch noch halbwegs bedienen kann.
Ein Zahnpastatubentray, in dem ein einsamer Tubendeckel steckt.
Vermutung: Da die Tuben vom Kunststofftray recht gut festgehalten werden, ist irgendjemand auf die Idee gekommen, das Objekt der Begierde einfach herauszudrehen. Fällt es denn gar nicht auf, wenn der Deckel fehlt? Beschwert hat sich jedenfalls noch niemand...
Eine ältere Kundin, die sich regelmäßig Ware nach Hause liefern läßt, wollte u.a. eine Packung Dallmayr Prodomo Kaffee haben.
Sie bestellte allerdings versehentlich einmal "Dallmayr Kondomo", bemerkte ihren Versprecher und versuchte, ihn wegzulachen. Doch zu spät. In Gedanken formte ich bereits den Blogeintrag dazu.
Unsere Kassenbons werden, wie bei fast allen Kassen, auf einem sogenannten Zeilendrucker gedruckt. Pro Artikel, bzw. Buchungsvorgang eine Zeile. Also auch, wenn Artikel wieder storniert werden. Stornos/Storni werden bei meinem Kassensystem leider nur mit einem nachstehenden "-"-Zeichen gekennzeichnet. Das sieht dann auf dem Kassenbon z.B. durchaus mal so aus:
Schlagsahne 0,39
Schlagsahne 0,39 -
Beide Zeilen heben sich auf, die Summe ist 0,00€, aber viele Kunden denken, dass sie -,78€ bezahlen mußten. Gerade bei kleineren Kassenbons ließe sich das zwar durch einfaches Nachrechnen kontrollieren, aber man regt sich ja lieber erstmal auf. Und von einem doofen Verkäufer läßt man sich sowieso nichts sagen. Wir zocken schließlich ab, wo wir können.
Aber dieser eine Kunde... Ich kann ja verstehen, dass er etwas Kummer hatte, den etwas unübersichtlich geratenen Bon zu entschlüsseln. Er hatte vier Kännchen Kondensmilch und noch zwei weitere Teile gekauft. Die Kassiererin erfaßte zunächst ein Sahnekännchen, dann die anderen beiden Teile und daraufhin die restliche Kaffeesahne.
Der Kunde hat die Teile daraufhin vom Zulaufband auf die Ablage hinter dem Scanner geschoben. Natürlich über genau diesen. Er hatte mehr Glück als manche Kassiererin: Jedes der drei Kännchen wurde gescannt und verbucht. Es folgten noch drei Zeilen auf dem Bon, die für die jeweils entsprechenden Rückbuchungen standen. Insgesamt standen auf diese Weise die Sahnekännchen des Kunden gleich sieben mal auf dem Bon.
Es folgte eine überflüssige und umständliche Diskussion mit einem vollkommen verständnisfreien Kunden, der den "Betrug" vor allen Kunden natürlich so lautstark wie möglich ausdiskutieren mußte. Schließlich war er der festen Überzeugung, Recht zu haben und wollte uns dabei möglichst bloßstellen. Depp, der.
Ein Kunde hat den Alarm der Warensicherung ausgelöst. Und zwar schon bein Betreten meines Ladens. An der Kasse wiederholte sich das Szenario natürlich und er war froh, von mir das Angebot bekommen zu haben, den "Übeltäter" für ihn zu suchen.
Gerne folgte er mir ins Lager, wo wir ungestört mit meinem "Hand-Checker" auf die Suche gingen. "Björns lustiges Flughafenspiel", wie ich es immer nenne, wenn meine Kelle in Aktion tritt.
In seinem aus den USA importierten Portemonnaie wurden wir dann fündig. Zumindest theoretisch. Der Alarm löste zwar aus, aber es war kein Sicherungsetikett zu finden. Wahrscheinlich ist es zwischen die einzelnen Schichten des Etuis genäht, so daß man es nicht ertasten konnte. Wie auch immer: Es ließ sich dennoch an der Kasse erfolgreich erledigen entwerten und der Kunde war sehr glücklich und verabschiedete sich sogar noch mit einem Handschlag.