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Heiße Liebe

Ein Pärchen begegnete mir hier im Laden gleich zweimal während ihres Einkaufs. Jede Begegnung für sich wäre schon dazu geeignet gewesen, einen entsprechenden Blogeintrag zu schreiben. Beide zusammen jedoch bieten zusätzlich noch einigen Stoff zum Nachdenken...

Ich war in der Nähe des Kaffee-/Tee-/Kakao-Regales beschäftigt, als mir das Pärchen zuerst auffiel. Er nahm eine Packung "Heiße Liebe" aus dem Regal und deponierte sie im Einkaufswagen. Sie freute sich: "Heiße Liebe, sowas schönes kaufst du für uns?
Seine Antwort war dagegen alles andere als romantisch: "Ich mag das Himbeeraroma. Oder glaubst du mit "heißer Liebe" meine ich dich?"

Ich war mir nicht sicher: Necken die sich nur oder meinte er das ernst? Ich wusste es nicht, nahm mir aber vor, das Erlebte ins Blog zu schreiben.

Einige Minuten später saß ich mit an der Kasse. Das seltsame Paar war inzwischen mit dem Einkauf fertig und stellte sich, wer hätte es gedacht, an "meine" Schlange an.

Er packte den Einkaufswagen aus und stapelte alle Artikel auf das Förderband, während seine Begleiterin die ganze Zeit irgendwie nur daneben stand und sich kaum rührte. Neben dem Scanner hatte ich bereits einen beachtlichen Haufen Ware aufgestapelt, als er die Frau an der Jacke festhielt und sie mit einer kräftigen Armbewegung recht rüde auf die andere Seite des Einkaufswagens schubbste und kommandierte: "Mach dich mal nützlich und räum' die Sachen ein!"

Irgendwie überkam mich in dem Moment immer mehr das Gefühl, dass der Spruch mit der "heißen Liebe" von ihm absolut Ernst gemeint gewesen ist.

Und ich frage mich, welche Rolle er wohl in ihrem Leben spielt. Wer sich sowas gefallen lässt, muss entweder völlig merkbefreit oder verdammt abhängig sein.

Die passen nicht!

Eine Kundin brachte eine Packung mit Halogenreflektorlampen zurück: "Die haben die falsche Größe."

Nun, ich hätte sie ja gerne umgetauscht. Wenn die Packung noch verschlossen oder zumindest vorsichtig und möglichst unauffällig geöffnet worden wäre.
Eine Blisterpackung mit wild aufgefetztem Papprücken und einem Schnitt in der Kunststoff-Front lässt sich nunmal nur sehr schwer weiterveräußern.

2 Gramm Rest

Ein Kunde hatte ein kleines Fläschchen mit hochkonzentriertem, pulverförmigem Fleckentferner gekauft. Nun reklamierte er, dass sein Sofa "verätzt" sei und der Fleck sich nicht entfernen ließ.

Was sollte ich machen? Für das beschädigte Möbelstück kann ich nichts. Im Gegenteil: Auf den Packungen steht sogar ausdrücklich drauf, dass man "vorab an unauffälliger Stelle Farbe und Beständigkeit prüfen" soll.

Ich wollte gerade anbieten, zumindest die Packung ("kaum was davon benutzt") wieder zurückzunehmen, als mir die Kollegin, an die sich der Kunde gewendet hatte, die fast leere Packung vor die Nase hielt.

Selbst nach mehreren Anläufen und Erklärungsversuchen wollte der Kunde nicht einsehen, warum ich die Flasche nicht wieder zurückgenommen habe. Nichtmal mit Hilfe einer Waage ließ er sich überzeugen: Eine Originalpackung wiegt genau 80 Gramm. Seine "fast volle" Flasche brachte gerade noch 32g auf die Waage - bei ursprünglichen 50g Inhalt und geschätzen zwei Gramm Restinhalt eine absolut stimmige Rechnung. Er schüttelte dennoch nur den Kopf und zog beleidigt ab...

Nett

Einem Kunden ist eine Dose mit Kakaopulver heruntergefallen. Wie sollte es auch anders sein: Die Kaba-Dose an einer Ecke aufgeplatz und ein Teil des Pulvers hat sich im Gang verteilt.

Natürlich hatte ich dem Kunden gesagt, dass er eine neue nehmen soll und die beschädigte auch nicht zu bezahlen braucht. Wollte er aber nicht. "Das habe ich kaputt gemacht und dafür stehe ich gerade."

Das ist mal nett. :-)

Männer und Frauen

Ich saß an der Kasse, als ein Pärchen einige Waren bezahlte. Die beiden waren offenbar zusammen, zahlten jedoch getrennt:

Er: 1 Tiefkühlpizza, 1 große Flasche Cola

Sie: 1 Schale gemischten Salat mit Dressing, 3 Tomaten, 1 Vollkornbrötchen.

Filmreif. :-)

Skurrile Kundin in der Nacht

Was soll man schon dazu sagen, wenn eine mit Tüchern behangene Frau mittleren Alters nachts ab halb drei sich etwa eineinhalb Stunden hier im Laden aufhält? Erstmal nichts.

Nach dieser langen Zeit hatte sie tatsächlich ein paar Teile zusammengesucht und bewegte sich endlich zur Kasse, um zu bezahlen. Entweder war es irgendein Ablenkungsmanöver oder die gute Frau hatte echt eine Schramme: Nachdem mein Mitarbeiter die Ware über den Scanner gezogen und ihr gewohnt freundlich den Zahlbetrag genannt hatte, tickte sie völlig aus. Sie bräuchte sich hier "nicht anmachen zu lassen" und "wo wären wir denn hier?".

Das war das Einzige, was sie in der gesamten Zeit sprach. Sie ließ daraufhin alle Teile stehen, verließ den Laden und verschwand in der Nacht.

Keinen Schimmer...

Sangria

Drei männliche Teenager standen an der Kasse und wollten zwei Flaschen Sangria kaufen. Aus der Entfernung hätte ich mindestens einen der Jungs für drei und 'nen Keks höchstens zwölf Jahre gehalten. Nach mindestens sechzehn sahen sie alle irgendwie nicht aus und so fragte meine Kassiererin pflichtbewusst nach einem Ausweis.

Einen Ausweis hatten sie nicht dabei und so durften sie die beiden Flaschen wieder nehmen und zum Regal zurücktragen.

Auf halbem Wege fragten sie eine erwachsene Kundin, ob sie nicht den Sangria kaufen und anschließend den Jungs aushändigen könnte.

Hat sie zum Glück nicht getan.

Internetseite

Eine Kundin sprach mich darauf an, dass meine Internetseite übrigens klasse sei. Ich überlegte: Was soll daran klasse sein? Das Ding ist mitlerweile nicht nur technisch überholt, auch die Inhalte sind von anno dazumal. Mir gefällt harste-online.de schon lange nicht mehr, zumal auch der Markt in Findorff dort nicht im Mindesten ewähnt wird.

Ich antwortete also: "Shopblogger ist aktueller."

Ein weiterer Kunde, der in der Nähe stand und das Gespräch eher zufällig mitbekommen hatte, mischte sich auch noch mit ein und ergänzte: "Und witziger!"

Da hat er wohl Recht. :-)

Alarm, Hörgerät, Flughafen und Handtasche

Eine ältere Kundin löste an der Kasse den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Eine Kollegin eilte sofort nach vorne, um dem Grund für das Piepen auf die Spur zu kommen.

Irgendwas bei Ihnen löst den Alarm aus.

Das ist mein Hörgerät.

Nein. Das Hörgerät löst den Alarm nicht aus.

Dochdoch, das piept beim Flughafen auch immer!

Aber das ist nicht das gleiche.

Ich habe aber nur das eine Hörgerät.

Die Anlage ist aber doch eine ganz andere.

Zufälligerweise begann der Alarm immer dann, wenn sich die Kundin mir ihrer Handtasche der Antenne der Warensicherungsanlage näherte. Meine Kollegin schaffte es, die alte Frau dazu zu bringen, ihr Portemonnaie aus der Tasche zu nehmen (damit ec- und andere Karten mit Magnetstreifen nicht beschädigt werden) und legte die gesamte Handtasche auf den Entwerter an der Kasse. Es summte, brummte, piepte und dann war Ruhe.

Wir unterstellen jetzt einfach mal gutgläubig, dass sich in der Damenhandtasche irgendein mit einem Sicherungsetikett behaftetes Kosmetikteilchen aus einem anderen Laden befand...

Emanze

Diesen Witz habe ich gerade gefunden:
Eine Emanze faucht einen Herrn an, der Ihr die Tür aufhält:

"Bloß weil ich eine Frau bin, brauchen sie mir nicht die Tür aufzuhalten!"

"Ich halte ihnen nicht die Tür auf, weil sie eine Dame sind, sondern weil ich ein Gentleman bin!"
Das hat mich spontan an eine Situation erinnert, die ich vor ein paar Jahren hier im Laden mal selber erlebt habe:

Wenn ich eine Kundin sehe, die erkennbar schwer an ihrem Leergut zu tragen hat, nehme ich ihr als normalerweise schon beim Betreten des Ladens die schwere Last ab und trage sie selber zur Leergutannhme. Bis heute haben sich darüber alle gefreut und nie bekam ich Kritik dafür zu höeren. Und dann war da dieser eine Kerl diese eine Frau:

Kräftiger Körperbau, kurz geschonere Haare, trug Lederhose, Jeansjacke und zwei leere Bierkästen, an denen sie sichtbar schwer zu schleppen hatte. Unaufgefordert ging ich auf sie zu und griff nach der ersten Kiste, um sie ihr abzunehmen - eine Geste, die bislang immer mit einem erfreuten "Danke" quittiert wurde. Nur diesmal nicht: "Glauben Sie, ich kann die nicht selber tragen? Nur weil ich eine Frau bin???"

Ich weiß nicht mehr, ob ich dazu überhaupt noch etwas gesagt hatte. Wenn, dann höchstens etwas in der Form von "Entschuldigung, ich wollte nur helfen."

Leider war ich nicht so schlagfertig wie der Herr in dem Witz, sondern bin dann gemütlich der Frau bis zur Lagertür hinterhergegangen. :-)

Nochmal die Cornflakes auf dem Tisch

Notgedrungen haben wir derzeit Cornflakes und ähnliche Produkte auf zwei Gittertischen stehen.

Zuerst war da die genervte Kundin, die an unseren ständigen Umbauten verzweifelte.

Und nun? Wühlt eine Frau die Packungen durcheinander und beschwert sich irgendwann, dass "an den reduzierten Cornflakes gar keine Sonderpreise" stehen würden.

Natürlich stehen da keine Sonderpreise dran. :-|

Gartenabfälle mit grünem Punkt?

"Einen Müllsack, bitte."

Kunde bekommt einen Bremer Müllsack. (Kaufbare Behältnisse, die von der Müllabfuhr abgeholt werden.)

"Ich meinte diese gelbe Säcke auf den Rollen. Da tue ich immer Gartenabfälle rein."

Exklusive Marke

Eine Kundin rief an und wollte wissen, ob wir eine bestimmte Gemüsebrühe der Marke "Corbell" hätten.

Ich war mir ziemlich sicher, diesen Namen noch nie zuvor gehört zu haben, Die Kundin war sich jedoch ganz sicher, dass ihre Bekannte die Brühe hier gekauft haben muss, da sie in der Gegend wohnt und nie woanders hingehen würde als zu SPAR.
Ich ging schließlich doch zum entsprechenden Regal und musste feststellen, dass dort außer Maggi, Knorr und einigen Bio-Artikel keine Gemüsebrühe von "Corbell" zu finden war. Ich hatte nichts anderes erwartet. Auch im Bio-Regal fand ich nur die mir bekannten Hersteller.

Ich probierte es schließlich anders. Aber: www.corbell.de gibt es nicht und auf www.corbell.com ist nichts zu finden, was nach Suppen und Saucen aussieht. Wenn's ein Markenhersteller wäre, hätte er sich heutzutage doch auf jeden Fall die Domain reserviert. Es gibt doch kaum noch Firmen, die nicht irgendwo eine Internetpräsenz haben, und wenn's nur eine Art Visitenkarte ist. "Haben Sie den Namen vielleicht falsch geschrieben? Mit "K" vorne oder mit einem "L" am Ende vielleicht?", wollte ich wissen. "C-o-r-b-e-l-l", bekam ich buchstabiert.

Mist.

Doch dann kam mir die Idee. Eine Marke, die es gar nicht gibt und hier in der Gegend gekauft? Könnte es vielleicht eine der Handelsmarken vom Discounter an der Ecke sein? Ich bemühte Google und suchte nach "penny corbell" .

So viel zu "kauft nur bei SPAR ein"... :-)

Andersweitige Verwendung

Ein Kunde entdeckte den (noch ungenutzen) kleineren der beiden neuen Cola-Kühlschränke vor der Lagertür und fragte uns alles ernstes, ob er den haben könnte:
"Das wäre ein cooles HiFi-Regal!"
Ich glaub's nicht! :-O


Knödelbestellung

Die bestellten Knödel wurden heute prompt geliefert. Da ich etwas zu spät in unserer Großhandlung angerufen hatte, konnte ich nicht mehr darauf warten, dass der Kunde kommt und eine Anzahlung hier lässt. Allerdings kann ich, sollte er wirklich nicht kommen, die Knödel netterweise wieder zurückgeben.

Aber er wird sie schon abholen...

Nachtrag: Die Knödel sind zwischenzeitlich abgeholt worden. Es war zwar die ganze Zeit von "Kartoffelknödeln" die Rede, aber das Produkt (Sammelknödel) war schon richtig. Wir Norddeutschen nehmen's da nicht so genau. :-)