Eine ältere Kundin sprach mich an und erkundigte sich, ob wir "Kuhfladen-Schokolade" hätten. Haben wir zum Glück nicht und das Missverständnis war schnell aufgeklärt... :)
Ein Kunde wollte eine Kiste Bier kaufen. Nun ist es nicht nur bei mir so, dass eine komplette Kiste günstiger ist als entsprechend viele Einzelflaschen – ich kenne das aus sämtlichen Läden, die Getränke (bzw. Großgebinde allgemein) anbieten. Nur wollen manche Kunden nicht den Kunststoffrahmen mitnehmen, da sie die losen Flaschen mitunter besser transportieren können, z.B. in Leinenbeuteln am Fahrrad.
Auf die Idee, dass man den "Kistenbonus" auch dann bekommen könnte, wenn die Flaschen gerade nicht symmetrisch angeordnet in einem Plastikgestell stecken, scheinen viele nicht zu kommen. Und ganz offensichtlich scheinen sich mindestens so viele Kunden auch gar nicht daran zu stören, wie es Kassierer(innen) gibt, die eine "Kiste" nicht mehr als Kiste erkennen, wenn die Flaschen lose in dem Einkaufswagen stehen.
Wird ein bepfandeter Artikel verkauft, rechnet die Kassensoftware automatisch den Pfandbetrag (der sich aus einer Anzahl Einzelflaschen und einem Rahmen, der in der Regel mit 1,50€ bepfandet ist, zusammensetzt) dazu und druckt diesen auch aus. Meine Getränkekisten sind hier im Warenwirtschaftssystem so gepflegt, dass man lediglich nur eine Flasche des Gebindes über den Scanner zu ziehen braucht und die Kasse, sofern man vorher die richtige Taste gedrückt hat, automatisch die komplette Kiste berechnet. Dieses Verfahren ist natürlich deutlich einfacher, als sich z.B. jeweils die entsprechende Artikelnummer oder den Preis aus einer Liste heraussuchen zu müssen.
Nun wurde eine relativ neue Kollegin mit der Situation konfrontiert, dass ein Kunde zwar 20 Bierflaschen zum Kistenpreis, aber eben ohne den Kunststoffrahmen kaufen wollte. Sie wusste nicht so recht, was sie tun sollte, da sie diese Situation zum ersten mal erlebte und dieser Vorgang, da der Wunsch doch eher selten geäußert wird, auch nicht zu meinem normalen Kassentrainung gehört. Sie hätte natürlich einfach die 1,50€ über die Funktion "Leergut" wieder ausbuchen können, aber darauf muss man erstmal kommen, wenn man sich vor einer langen, unruhigen Schlange plötzlich in so einer Situation befindet.
Der Kunde, der die Kiste kaufen wollte, versuchte ihr zu erklären, was sie machen soll. Verunsichert rief sie dennoch um Hilfe und so verzögerte sich der Kassiervorgang insgesamt um vielleicht zwei Minuten.
Jetzt habe ich so viel geschrieben... Und dabei wollte ich mich eigentlich gerade nur kurz über den Kunden aufregen, der als nächster in der Schlange stand. Pöbelt der doch glatt meine Mitarbeiterin an und schreit quer durch den Laden, dass die "keine Ahnung" hätte und das "Kunden ihr schon zeigen müssen, wie man kassiert".
Das Eierregal ist in diesem Moment noch arg abgegrast. Normalerweise haben wir von jeder Sorte 6er- und 10er-Packungen, aber außer von den Bio-Eiern sind die großen Packungen momentan nicht da. Genau die wollte der Kunde eben aber unbedingt haben.
Die ökologisch korrekt produzierten wollte er allerdings nicht kaufen. Seine Begründung "Die sind mir etwas zu sehr bio" interpretiere ich einfach mal als ein "Die sind mir etwas zu teuer." :)
Die meisten Flaschensammler, die ich kenne, sind hart gesotten. Gerd kommentiert es zwar manchmal mit "Das war richtig ekelig." – aber auch er wühlt wie alle seine "Kollegen" mit bloßen Händen in gelben Säcken und Müllbehaltern herum.
Alle? Nein. Nicht alle: Der Herr, den ich eben kennengelernt habe, war doch tatsächlich mit Gummihandschuhen (Stabile, also keine Einmalhandschuhe!) unterwegs.
Ein Kunde wollte sich gerade unsere Sackkarre ausleihen. Hab nur keine, denn die ist irgendwann in den letzten Jahren aus unbekannten Umständen abhanden gekommen, und so habe ich ihm einen ganz gewöhnlichen Rollcontainer mitgegeben.
Wofür? Er muss eine Waschmaschine transportierten.
Um diese Zeit? :P
Andererseits... Warum sollten nur wir hier arbeiten. :)
Kurz vor Feierabend kamen ein paar Heranwachsende in den Laden und mussten noch ein paar Sachen für eine größere Party besorgen.
Nachdem sechs Kisten Bier bezahlt und verladen wurden, fiel ihnen ein, dass auch noch harter Alkohol benötigt wurde.
"Klotzen statt kleckern" war die Devise: Sechs Kartons Wodka, zwei Kartons "Sauer Power", drei Kartons mit anderen aromatisierten Spirituosen.
Einkaufszeit: 10 Minuten. Warenwert: Knapp 400 Euro.
Ein neuer Kollege wusste (noch) nicht, wie er die Bonrolle in der Kasse austauschen kann. Eine Kollegin, die zufällig gerade privat da war, griff unverzüglich mit ein und fädelte das Papier in den Drucker.
Sie stand auch gerade in der Schlange und moserte vor sich hin: "Es kann doch nicht sein, dass da jetzt schon Kunden die Kasse reparieren müssen."
Passt gerade zum Thema Kartenzahlungen. Ein Kunde hat gerade eben einen Kollegen folgendes gefragt: "Du, sag' mal – Wenn ich auf meinem Konto noch 54 Cent habe und diese Flasche Bier kaufen möchte, die mit Pfand 53 Cent kostet – geht das?"
Ich habe schon oft gehört, dass es Läden gibt, die ec-Zahlungen erst ab einem Mindestbetrag von fünf oder sogar zehn Euro zulassen. Ich finde diese Regelung unsinnig, denn Kleinstbeträge werden sowieso nur selten mit Karte bezahlt. Ich verbuche solche Zahlungen hier bei mir unter Kundenservice und gräme mich nicht über die entstanden Kosten sondern sehe es so, dass ein Kunde zufrieden war. Darum haben auch alle Kassierer die Anweisung, jede Zahlung auch per Bank- oder Kreditkarte zu akzeptieren.
Bei solchen Summen wird's allerdings wirklich grotesk:
Einem ziemlich kaputten Typen ist in der Nacht beim Bezahlen eine benutze, aber zum Glück verschlossene Spritze aus der Tasche gefallen.
Zum Glück hat der Junk sein "Werkzeug" gleich wieder eingesammelt und hat sich getrollt.
Es soll ja auch Leute geben, denen das völlig egal ist. :(
Ein junges Pärchen wollte eine Bisquitrolle umtauschen, die sie vor knapp 1,5 Stunden hier gekauft hatten. Draußen sind ja auch nur über 20 Grad und strahlender Sonnenschein. Er sagte zwar, dass sie die zu Hause "im Kühlschrank" stehen hatten, aber die Rolle, bzw die Verpackung derselben fühlte sich nicht annähernd mehr gefroren an. Zurücknehmen konnte ich die Ware verständlicherweise nicht mehr.
Gesagt haben sie "Okay, dann nicht", aber die Blicke des Paares sprachen Bände. Zum Glück sind nicht noch auf die Idee gekommen, dass ich ja "verpflichtet bin, alle Ware zurückzunehmen". Zugetraut hätte ich es ihnen.
Hin und wieder habe ich hier ja schon erwähnt, dass ich hier ganz offiziell Bierzeltgarnituren (na, diese Dinger hier) verleihe. Um meine Kunden darauf hinzuweisen, habe ich mir dazu vor einiger Zeit ein A1-Fensterplakat gedruckt, dass ich immer wieder im Wechsel mit anderen Plakaten an den Schaufenstern abringen. So auch wieder in dieser Woche. Mein Preis pro Verleihtag ("von heute auf morgen") beträgt vier Euro pro Set.
Vorhin kam ein Kunde an, und wollte die Bierzeltgarnituren aus dem Sonderangebot kaufen. Etwas enttäuscht war er schon, hat dann aber zum Glück doch eingesehen, dass es reichlich optimistisch von ihm gedacht gewesen war, dass die Sets für vier Euro den Besitzer wechseln könnten. :)
Ein älteres Ehepaar kommt regelmäßig hier einkaufen. Er ist einfach nur ein alter schwacher Mann, der wenig spricht und immer nur langsam hinter dem Einkaufswagen herschlurft. Sie ist nicht weniger betagt, das Gebiss verrutscht ihr beim Sprechen und ihrer eigenen Aussage nach ist sie "fast blind". Sie wünscht immer jemanden, der sie beim Einkauf begleitet und die Produkte zeigt und ihr genau vorliest, was auf den Verpackungen steht. Das ist mittlerweile auch kein Problem mehr, denn wir haben mit dem alten Ehepaar eine feste Zeit vereinbart, zu der auch garantiert jemand in Ruhe für sie da sein kann.
Interessanter ist das Phänomen, dass ihre Augen offenbar gar nicht so schlecht sind, wie sie immer sagt. Wenn sie alleine ist, manövriert sie jedenfalls immer recht zügig durch die Gänge und sieht auch Dinge auf weitere Entfernungen.
Eine Kollegin hat das heute als "bedarfsblind" bezeichnet. :)
Eine Frau kam mit einer kleinen Saftflasche (Bio-Speizialität) im Wert von knapp fünf Euro an die Kasse und fragte, ob ich die zurücknehmen könne. Der Kassenbon war auf Mitte März (!) datiert.
Der Inhalt der Flasche hatte auf diese Weise eine Haltbarkeit von nur noch zwei statt vier Monaten. Zurückgenommen habe ich sie verständlicherweise nicht mehr. Irgendwo findet sogar meine Kulanz eine Grenze.