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Kassiermalheur

Eine Kundin hatte einen kleinen Einkauf zu bezahlen, etwas über sechs Euro kosteten die paar Teile. Doch als sie der Antenne unserer Warensicherungsanlage zu nahe kam, löste der Alarm aus. Die Ursache dafür war schnell gefunden: Mitgebrachte Kosmetikartikel von Rossmann (wie sollte es anders sein, daran hat sich nämlich nichts geändert...) waren mit noch nicht entsicherten Etiketten beklebt.

Nach der kurzen Aufregung wollte sie bezahlen, aber mein Mitarbeiter stellte nur fest, dass in der Kasse kein offener Posten mehr wäre und so verließ die junge Frau sichtlich irritiert den Laden.

Die Sache hat uns keine Ruhe gelassen und so versuchten wir später, den Vorgang zu rekonstruieren. Finanziell haben wir keinen Verlust gemacht, die Ware ist nämlich bezahlt worden – allerdings von dem nachfolgenden Kunden. Durch die Aufregung mit dem Alarm wurden nämlich alle abgelenkt und mein Kassierer hatte somit völlig vergessen, dass der Bon noch nicht abgeschlossen war. Also zog er schonmal die Artikel des nächsten Kunden über den Scanner und dieser zahlten die Gesamtsumme. Also inklusive der sechs Euro der alarmauslösenden Kundin.

Erstaunlich vor allem, dass der Kunde nichts gemerkt hat. In einem Großeinkauf wäre die Summe sicherlich nicht aufgefallen, aber er hat nun in etwa die Hälfte mehr bezahlt, als er eigentlich musste, denn sein Einkaufswert betrug nur rund dreizehn Euro.

Naja, vielleicht kommt er wieder und reklamiert den Fehler. Dann würde er sein Geld natürlich ohne Diskussion wiederbekommen und wir würden den Schaden selber tragen. Glaube ich aber nicht.

It's like griess

Ein Kunde bemühte sich, uns auf Englisch klarzumachen, was er suchte. "Stash" suchte er. "It's like griess..."

Er suchte wirklich "Stash", denn wir haben noch einmal ausdrücklich nach der Schreibweise gefragt. "Es – ti – ey – es – eitsch".

Was zum Geier..? Das kann's nicht sein.

Also schnell die "Rückwärtssuche" probiert und mal alle möglichen Artikel aus dem Nährmittelregal auf Englisch übersetzen lassen. Bei "Stärke" wurde ich fündig: "Starch" klingt ja zumindest ähnlich wie "Stash" und da Afrikaner in ihrer Küche häufig Stärke verwenden, habe ich ihm einfach mal die entsprechenden Produkte im Regal gezeigt. Volltreffer, wieder einen Kunden glücklich gemacht. :-)

Apothekennotdienst-Info

Ich glaube, ich wurde in den letzten Jahren noch nie von Kunden nach dem Apothekennotdienst gefragt.

Seltsamer Zufall: Heute dafür nämlich schon zweimal.

Für die schnelle Abfüllung

Drei männliche Heranwachsende betraten den Laden in Gegenwart von zwei Damen torkelnden Tussis.

Irgendwann kamen die Männer zu einer Kollegin und erkundigten sich: "Ey, was soll'n wir nehmen, damit die schnell besoffen werden?"

Knutschen

Ein junges Pärchen betrat den Laden. Sie trug nur einen Rock und knappes, eng anliegendes Oberteil und er hatte ständig seine Hände irgendwo an ihr. Ständig blieben sie stehen und knutschten miteinander und konnten dabei natürlich auch die Hände nicht voneinander lassen.

Plötzlich nahmen sie sich eine kalte Flasche Cola, gingen zur Kasse, bezahlten und verließen den Laden.

Schade, ich hatte noch auf mehr –öhm– "Action" gehofft. ;-)

Abgesackt

Manchmal steht man ungläubig da und kann nur noch den Kopf schütteln. Das sind dann die Situationen, in denen man nicht weiß, was man sagen oder wie man überhaupt reagieren soll.

Seit etlichen Jahren kenne ich einen Kunden. Mittleres Alter, regelmäßiger Stammkunde, gebildet. Ich habe mich nie mit ihm über seinen Job unterhalten, aber ich würde ihn spontan für einen Lehrer halten.

Wenn so ein gestandener Mann, den man seit so langer Zeit kennt und mit dem man sich schon viel unterhalten hat, plötzlich vor einem steht und so betrunken ist, dass er kaum einen Satz flüssig aufsagen kann, ist das ein sehr, sehr seltsames Gefühl.

Unheimlich

Kundin vor dem Leergutautomaten: Also ich finde das Ding ja immer noch richtig unheimlich.

Genau. Vorsicht! Er ist BÖÖÖÖÖSE.

Falsche Altersklasse

Drei etwa 10-12jährige Jungs standen vor dem Spirituosenregal. Über fünf Minuten begutachteten sie die einzelnen Sorten, unterhielten sich über Liköre und Branntweine.

Natürlich hätten sie den Sprit bei uns nicht kaufen können, aber sollte man sich Gedanken machen? In dem Alter habe ich mich jedenfalls noch lange nicht für harten Alkohol interessiert.

Der Wein aus dem Angebot

Manche Dinge, die man erlebt, sind so kurios, dass man sogar erstmal eine Zeitlang darüber nachdenken muss, um herauszufinden, ob man wirklich alles richtig verstanden hat. Mittlerweile bin ich mir sicher, keinen wichtigen Teil verpasst zu haben.

Vorgeschichte: In der vergangenen Woche hatten wir Blanchet-Wein für 1,99€ im Angebot. Sowohl auf dem Fensterplakat als auch auf dem Angebotsschild am Regal stand "Blanchet – Französischer Tafelwein". Das impliziert eigentlich inzwischen sämtliche Blanchet-Weine, also auch die aus anderen Ländern als Frankreich.

Nun hatte eine ältere Kundin eine Flasche deutschen Blanchet aus dem Regal genommen, war damit zur Kasse gegangen und hat dort schließlich erfahren, dass der Wein 1,99€ kosten soll. Sie hat ihn zwar gekauft, war darüber aber doch sehr empört, denn schließlich war der französische Blanchet beworben und nicht der deutsche.

Eben kam sie damit zu mir und beanstandete diese irreführende Werbung. Auf Nachfragen erklärte sie, dass sie eine Flasche französischen Tafelwein, so wie es auf dem Plakat stand, kaufen wollte. Den französischen hatte sie im Regal nicht gefunden (obwohl er gleich neben dem deutschen Blanchet steht) und so nahm sie sich den hiesigen Weißwein. An der Kasse dann die böse Überraschung: Den gab's auch zum Angebotspreis. Das sei doch Kundenverarschung.

Vorsichtshalber habe ich der Kundin angeboten, dass sie den Wein nachträglich zum regulären Preis kauft und mir das zu viel gezahlte Geld zurückgibt. Wollte sie aber auch nicht. Und, ehrlich gesagt, bin ich nun schon die ganze Zeit am überlegen, was sie überhaupt wollte...

Quark beim Eis

Gut: Wenn der Kunde merkt, dass er einen kühlpflichtigen Artikel nun doch nicht kaufen will und diesen nicht gedankenlos irgendwo in den Laden sondern sorgsam in ein Kühlgerät gestellt.

Gut gemeint: Wenn das Kühlgerät eine Tiefkühltruhe ist. :-O


Insektenschmelze

Ein kleiner Junge (ca. 7-8 Jahre alt) durchsuchte das Zeitschriftenregal. Ich packte zufällig gerade in der Nähe und bekam mit, dass er eine Ausgabe der "Mini-Biester" (siehe auch hier) suchte. Ein Sammelwerk, bei dem für jedes Heft in jeder Ausgabe ein (echtes!) Tier in einen Kunststoffblock gegossen wurde. (Da hätte er allerdings bei uns lange suchen können. Meine Nachtschicht-Mitarbeiter hatten die Hefte zwar am Erscheinungstag immer ins Regal gelegt, dort blieben sie aber nie lange, denn ich habe sie immer gleich rausgenommen und wieder in die Remission gegeben.)

Witzig fand ich allerdings schon, wie er seiner Mutter erklärte, was er suchte: "Das sind die Hefte mit den eingeschmolzenen Insekten"

Irgendwie hat es mich ja in den Fingern gekitzelt, das Kind mal ganz naiv zu fragen, was man denn aus den eingeschmolzenen Tieren gießen kann. Aber irgendwie glaube ich, dass das der Kleine nun ganz und gar nicht verstanden hätte. :-)

Trockeneis

Ein Kunde hat mich gefragt, ob ich für knapp zwei Wochen ein Paket mit gut 12kg Trockeneis bei mir im Tiefkühlraum verwahren könnte. Klar kann ich, ich habe ihm aber gleich gesagt, dass sich trotz der Temperatur ein Teil des gefrorenen Gases verflüchtigen wird. Er war damit natürlich einverstanden, denn eine andere Lagermöglichkeit gab es gar nicht und -18 Grad sind immer noch besser als im normalen Kühlschrank.

Und sollte er vergessen, dass das Zeugs hier steht, weiß ich schon, was ich damit an einem Sonntag hier im Laden machen werde. :-)

(Nein, nicht SO!)

Kleiner Macho

Ein paar etwa 12jährige Jungs standen an der Tiefkühltruhe und überlegten, welche Pizza sie kaufen. Zwischen zwei von ihnen entwickelte sich etwa der folgende Dialog:
Was will deine Olle denn für eine essen?

Is' mir doch egal. Die hat das zu essen, was ich esse!

Kindersabber

Eine Kundin schob ihren etwa dreijährigen Nachwuchs in einem Buggy-Kinderwagen durch den Laden. Wie man es beim Einkaufen eben macht, wandte sie sich immer wieder von ihrem Kind ab und begutachtete die Ware in den Regalen.

Ausgerechnet in dem Moment, als ich gerade an dem Wagen vorbeiging, lehnte der kleine Junge gerade so weit es ging über dem Rand des Buggys und ließ sich irgendwelchen Sabber aus dem Mund laufen.

Bloß schnell weg. Aufwischen muss ich das nicht. Das "zertritt" sich schon. Aber ekelig ist's trotzdem. :-O

Kontaktlinsen

Ein Kunde suchte Kontaklinsen. Also nicht die Reinigungs- oder Aufbewahrungslösung, sondern eben die Linsen selber.

In einem Supermarkt?!? :-O

Gibt es von Kontaklinsen auch einfache Linsen in "Standardgrößen" wie bei den einfachen Lesebrillen, die man ja auch in jedem zweiten Warenhaus oder Supermarkt oder manchmal auch beim Discounter im Angebot bekommt. Das wäre die einzige logische Erklärung für mich...