Für den anspruchsvollen Gärtner
Fundstück im Warenwirtschaftssystem. 





Ich habe mal eine Frage die wohl nur ein Supermarktinhaber beantworten kann:Obwohl viele Kunden jedes Jahr kollektiv stöhen, dass "das jedes Jahr früher wird", kann ich diese Entwicklung nicht bestätigen. Seit ich bewusst im Einzelhandel arbeite, kommen die euphemistisch "Herbstgebäck" getauften Artikel (Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine etc.) schon spätestens Mitte September in die Läden und bei den Discountern sogar teilweise schon im August.
Es gibt ja schon immer sehr früh Weihnachtsartikel in den Supermärkten. Stimmt es das sich dieser Termin immer weiter verschiebt, es also immer früher Lebkuchen gibt oder kommt mir das nur so vor?
Ich kann verstehen das Leute wenn Sie gerne Spekulatius essen, diese auch im Oktober kaufen aber jetzt der Hauptteil meiner Frage: Wer kauft denn so früh Adventskalender? Gibt es Leute die im Oktober Adventskalender kaufen? In den Läden stehen sie ja dann schon. Ich kann mir das nie erklären!Ich mir auch nicht.

Hallo Björn,Nein. In den Kalendern ist die Schokolade vom vorvorletzten Jahr.
ich habe grade den Artikel über die sexy Adventskalender gelesen und dabei musste ich mich wieder an meinen eigenen Kalender erinnern. Der kam am 1.Dez von der Unternehmensspitze hereingeflattert. Erst habe ich mich gefreut, aber nachdem ich in den ersten Teil Schokolade gebissen habe, ist mir wirklich der Appetitt vergangen. Das Zeug schmeckt wie gekaut und 5 mal aufgewärmt. Und irgendwie meine ich, dass alle "billigen" Kalender gleich schmecken. Was meinst du, verarbeiten die alte Schokolade vom (vor)letzen Jahr?


1.Wie sieht die Sortimentspflege in Ihrem Bereich Mopro/Weiße&Gelbe Linie aus?Neue Artikel werden auf gut Glück oder aufgrund bestimmter Kundenanfragen ins Sortiment aufgenommen.
2.Welche Ziele werden bei der Sortimentsgestaltung verfolgt?Primär: Kundenwünsche erfüllen.
3.Listung neuer Artikel erfolgt weil...Siehe Frage 1: Entweder, weil Kunden danach fragen, oder w9ir probieren sie "auf gut Glück" aus, zum Beispiel weil die Artikel vollkommen neu am Markt sind.
4.Welchen Einfluss haben Hersteller auf die Listung?In den Großlägern sicherlich eine Menge, denn dort geht es häufig um sehr viel Geld.
5.Werden Kundenanforderungen ermittelt und wenn Ja, wie?Jein. Wir erstellen keine gezielten Umfragen. Aber wenn Kunden einen Artikel wünschen, versuchen wir normalerweise, diesen ins Sortiment aufzunehmen.
6.Wie ist ihr Eindruck, in welchem Umfang sich die Artikelanzahl im Mopro-Sortiment in den letzten Jahren verändert hat?Wie in allen Sortimenten erweitert sich die Produktfülle kontinuierlich. Da in den Märkten aber nicht unbegrenzt Platz ist, entsteht eine natürlich Auslese, in der Dauerbrenner und neue Artikel bevorzugt werden. Manche "alten" Produkte verschwinden auf diese Weise aus den Märkten, insgesamt würde ich das Sortiment aber als relativ stabil bezeichnen.
7.Wie wirkt sich diese Veränderung in den Märkten aus?Ständige kleine Korrekturen am Sortiment, verbunden mit zwangsläufigen kleineren Umplatzierungen in den Kühlregalen.
7.1 Wie geht ihr Unternehmen mit den daraus resultierenden Platzbedarf um?Wenn wir einen Artikel unbedingt ins Sortiment aufnehmen wollen, bleibt häufig nur die Möglichkeit, einen anderen dafür zu verbannen. Dann stellen wir Überlegungen an, was nicht gut läuft oder nicht ins Kernsortiment gehört. Das geschieht zumindest bei mir hier mit sehr viel Gefühl, diese Entscheidungen lassen sich nicht in ein festes Schema pressen.
7.2 Welchen Einfluss hat dies auf die Platzierung der Artikel?Keinen großen Einfluss. Der Platz ist begrenzt und neue Artikel kommen dort hin, wo Platz ist. Wenngleich natürlich jeder Hersteller seine Produkte am liebsten unmittelbar vor der Kasse in Greifhöhe stehen haben würde.
7.3 Welchen Einfluss hat die verkaufte Menge auf die Platzierung?Normalerweise einen großen, denn starke Artikel werden sinnvollerweise großzügiger platziert.
8.Welchen Einfluss hat dabei die Marktlogistik (Notwendigkeit des Auffüllens bei Lagerartikeln)?Gar keinen Einfluss. Zumindest nicht bei Molkereiprodukten. Es bleibt immer der Weg vom Kühlraum zum Kühlregal – egal, um welchen Artikel es sich handelt.
